Krise steigert Wut der Nachbarn auf Deutschland

28. September 2012, 08:00 | Kategorien: Politik | Schlagworte: , , | von Redaktion
Bild: Gerd Altmann/Shape:photoshopgraphics.com/pixelio.de
Redaktion

Die Verärgerung der Nachbarn über Deutschland nimmt mit jedem Tag, den die Krise andauert, zu. Heute morgen hat sich der Chef der französischen Linkspartei Parti de Gauche, Jean-Luc Mélenchon, geradezu hasserfüllt im Deutschlandfunk über Deutschland und Kanzlerin Merkel geäußert. Er warf ihr vor, brutale Interessenpolitik auf Kosten schwächerer Länder zu machen.

Auch der italienische Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi sagte, Deutschland sei »ein Hegemonialstaat, kein solidarisches Land«. Es lasse Italien in der Krise »immer weiter verarmen«.

Berlusconi würde einen Austritt Deutschlands aus der Eurozone nicht bedauern; das wäre seiner Meinung nach eine Möglichkeit, die Krise zu lösen.

Mélenchon richtete eine unverhohlene Warnung über den Rhein: »Die Deutschen sollten aufpassen, dass sich durch ihr Benehmen nicht alle Welt gegen sie richtet.« Von der deutschen Politik sprach er als einem »Alptraum«, aus dem man »aussteigen« müsse.

Angela Merkel nannte er »eine Politikerin vom rechten politischen Spektrum. Sie betreibt eine engstirnige und sehr dogmatische Politik. Sie beharrt auf ihrem Kurs, auch wenn diese Politik zu einem Misserfolg führt. Die deutsche Regierung hat in brutaler Weise und oft beinahe grobschlächtig darauf bestanden, dass die Griechen das umsetzen, was ihnen auferlegt wurde. «

Merkels Kurs habe aber auch Folgen für Frankreich, das wirtschaftlich eigentlich sehr gut aufgestellt sei. »Frankreich verliert Weltmarktanteile, seitdem die deutsche Regierung uns einen lächerlich hohen Eurokurs aufgezwungen hat, um die Einkünfte vor allem der kapitalgedeckten Renten in Deutschland zu schützen.«

 

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