Juncker greift Rösler und Seehofer an

30. Juli 2012, 05:54 | Kategorien: Politik, Wirtschaft | Schlagworte: | von Redaktion
Foto: Mario Vedder/dapd
Redaktion

Eurogruppenchef Jean Claude Juncker pfeift auf das deutsche Parlament und die Demokratie in Deutschland - anders sind seine Äußerungen in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung von heute nicht zu erklären. Darin drohte er an, die gegenwärtige Politik zur »Rettung« des Euro weiterverfolgen zu wollen und entsprechend Griechenland weiter mit weiteren Milliarden Euro zu stützen.

Vermutlich direkt an die Äußerung von Wirtschaftsminister Rösler (FDP) gerichtet, wurde er ausfällig: »Wir sind fest entschlossen, den Euro in seinem Bestand, also mit allen Euro-Ländern, und in seiner Bedeutung zu halten. Alles Geschwätz über den Austritt Griechenlands ist da nicht hilfreich.«

Ganz allgemein warf er deutschen Politikern, die nach einer finanzpolitisch verantwortungsvollen Lösung der Schuldenkrise suchen, vor, sie machten »andauernd Innenpolitik in Sachen Eurofragen«, um dann tief in die Mottenkiste linker Befreiungsrhetorik zu greifen: »Warum behandelt Deutschland die Euro-Zone wie eine Filiale?« Auch Großbritanniens Ex-Premierminister Tony Blair rief die Deutschen dazu auf, mehr Geld für klamme Staaten auszugeben (Großbritannien ist nicht Mitglied der Eurozone). Was der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner heute zu Finanzminster Schäuble sagen wird, ist noch nicht bekannt. Vermutlich wird auch er ihn bedrängen, Griechenland und Spanien weiter zu alimentieren (die USA sind nicht Mitglied der Eurozone).

 

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(oe)

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