Beatrix von Storch erklärt, warum Trump für Deutschland eine Chance ist

Interview: Ein Bündnis für Souveränität und sichere Grenzen

"Wenn Donald Trump wie angekündigt das Verhältnis zu Russland auf eine neue Basis stellt, wäre das eine Revolution in der internationalen Politik. Der Kalte Krieg wäre endgültig vorbei."

Foto: ScreenShot Youtube, ARD
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Angela Merkel, Beatrix von Storch, Brexit, Donald Trump, EU, USA
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Freie Welt: Am 20. Januar wird Donald Trump das Präsidentenamt übernehmen. Welche Bedeutung hat das für Deutschland und die Welt?
 
Beatrix von Storch: Wenn Donald Trump wie angekündigt das Verhältnis zu Russland auf eine neue Basis stellt, wäre das eine Revolution in der internationalen Politik. Der Kalte Krieg wäre endgültig vorbei. Selbst der Stellvertreterkrieg in Syrien könnte zu einem Ende kommen. Das ist unmittelbar auch für Deutschland von enormer Bedeutung: Die Rückkehr der Syrer, deren Aufenthalt in Deutschland mit dem Krieg in Syrien begründet wird, kann dann eingeleitet werden. Dafür werden wir uns einsetzen.
 
Freie Welt: Was unterscheidet Trump von seinen Vorgängern?
 
Beatrix von Stroch: Die US-Außenpolitik seit der Jahrtausendwende war ein einziges Desaster. Der Irakkrieg und die Politik von „Regimechange“ und „Nationbuilding“, für die auch Hillary Clinton stand, hat den Nahen Osten ins Chaos gestürzt. Immer mehr Amerikaner hatten es außerdem satt, dass ihre Regierung Weltpolizist zu spielen versucht, während sie die Probleme zu Hause nicht mehr lösen kann. Obamas Heimatstadt Chicago versinkt in Kriminalität, die Kosten für die Krankenversicherung sind explodiert und der Schuldenberg wurde immer höher. Trump sagt hingegen offen, dass der Einmarsch in den Irak falsch war. Er hat versprochen, die Grenze zu Mexiko besser zu schützen, illegale Einwanderung zu bekämpfen und die Einreise aus Staaten mit hoher Terrorgefahr zu erschweren. Er will nicht, dass die USA weiter Weltpolizist spielen.
 
Freie Welt: Wie bewerten Sie seine Äußerungen zur NATO?
 
Beatrix von Storch: Donald Trump fordert doch nur das, was ohnehin selbstverständlich ist, dass die Europäer selbst für ihre Sicherheit sorgen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat bisher kaum etwas getan, um die NATO-Verpflichtungen zu erfüllen. Die Bundeswehr ist in einem kritischen Zustand. Von der Leyen ist vor allem mit Eigenwerbung beschäftigt und mit Sex-Seminaren für Soldaten und Genderpoltik für die Truppe. Souveräne Nationen können sich dauerhaft nicht auf andere Staaten verlassen, wenn es um die Landesverteidigung geht. Das führt zu einer militärischen Abhängigkeit, die dann auch zu einer politischen Abhängigkeit wird. Wir wollen aber eine Partnerschaft mit den USA und keine Abhängigkeit.
 
Freie Welt: Donald Trump macht Merkels Flüchtlingspolitik für den Brexit verantwortlich. Was halten Sie von dieser These?
 
Beatrix von Storch: Es gibt wohl keine einzelne Person, die Deutschland und Europa so sehr geschadet hat wie Angela Merkel. Als die Briten gesehen haben, wie sich auf Merkels Einladung hin eine Völkerwanderung über den Balkan in Richtung Westeuropa in Gang gesetzt hat, gab es für viele Briten nur eine Schlussfolgerung: Wir müssen raus aus dieser EU, damit uns nicht dasselbe passiert wie den Deutschen, sobald diese Irren in die Migranten dann irgendwann auch mit EU-Pässen versehen. Donald Trump hat mit seiner Aussage also völlig recht. Wie er glaube auch ich, dass noch weitere Staaten aus der EU austreten werden, wenn die EU sich nicht konsequent reformiert und die Grenzen endlich effektiv geschützt werden. Die Chancen dafür stehen nicht gut.
 
Freie Welt: Warum wird Donald Trump in der Politik und Presse in Deutschland so negativ gezeichnet?
 
Beatrix von Storch: Donald Trump hat bewiesen, dass man das Spiel nicht nur beeinflussen, sondern dass man die Spielregeln ändern kann. Er hat die Deutungshoheit der etablierten Medien gebrochen. Die sozialen Netzwerke haben für die Bürger völlig neue Kanäle geschaffen, um sich zu verständigen und zu organisieren. Auch in Europa lassen wir uns nicht länger die Spielregeln von dem Establishment diktieren, das auf ganzer Ebene versagt hat.  In ganz Europa fordern die Bürger mehr Beteiligung und wollen über ihr Schicksal selbst entscheiden. Die Wahl von Donald-Trump war eine Abwahl des Establishments. Dass ist im Wahljahr 2017 natürlich auch für uns ein Beispiel, an dem wir uns orientieren werden. Davor hat das Establishment auch in Deutschland Angst, deshalb die harschen Reaktionen und die nun offene Zensur im Internet.
 
Freie Welt: Seit Trumps Wahlsieg hat es in den USA viele Versuche gegeben, Trumps Erfolg die Legitimität abzusprechen. Sind die Vorbehalte begründet?
 
Beatrix von Storch: Die Demokraten und das Establishment haben in den USA die Wahl verloren und Donald Trump ist nach den Regeln des amerikanischen Wahlrechtes der klare Sieger. Trump hat dabei auch die Mehrheit in den Hochburgen der Demokraten im Nordosten gewonnen. Statt sich aber ihre Fehler einzugestehen, haben sich die Demokraten  in Verschwörungstheorien geflüchtet. Zuerst wurde behauptet, die Wahlen seien manipuliert. Dann stellte sich heraus, dass Trump sogar noch mehr Stimmen bekommen hat, als bei der ersten Auszählung. Dann war angeblich das Internet daran schuld, dann die „alte Rechte“, dann die Russen. Alle waren an Hillary Clintons Wahlniederlage schuld nur Hillary Clinton nicht. Wenn die US-Demokraten sich statt um Feminismus und Minderheitenpolitik nicht wieder um die ganz normalen Amerikaner kümmern, werden sie auch die nächste Wahl verlieren. Das ist genauso wie mit den Altparteien in Deutschland.
 
Freie Welt: Wie steht die AfD zu dem neuen Präsidenten?
 
Beatrix von Storch: Wir hoffen, dass er maßgebliche Impulse setzt. Seit den Wahlen in den USA ist die AfD aber praktisch die letzte atlantische Partei. Alle anderen Parteien haben sich bereits derart abfällig über den neuen Präsidenten geäußert, daß die Kommunikation sehr erschwert ist. Der Außenminister Frank Walter Steinmeier wollte ihm nicht einmal zum Wahlerfolg gratulieren. Die Bundeskanzlerin hat für die Zusammenarbeit Bedingungen gestellt. In dieser Situation sehen wir es als unsere Aufgabe an, politische Brücken zu bauen, sowohl nach Washington als auch nach Moskau. Deutschland darf sich nicht politisch isolieren, wie es die Bundeskanzlerin gerade tut. Wir haben jetzt eine Chance, ein Bündnis für eine Welt souveräner Staaten, sicherer Grenzen und gegen den politischen Islam zu schmieden.
 
Freie Welt: Sehen Sie auch Gegensätze zur neuen US-Regierung?
 
Beatrix von Storch: Das liegt in der Natur der Sache. Wir stehen für ein souveränes Deutschland mit eigenständigen nationalen Interessen. Ich sehe mit Donald Trump große Gemeinsamkeiten in der Sicherheitspolitik und in dem Kampf gegen illegale Einwanderung und Terrorismus. Es ist im Interesse unseres Landes, dass wir diese Gemeinsamkeiten nutzen. Am Ende werden wir aber immer bewerten, ob eine konkrete politische Einigung gut für Deutschland und unsere Bürger ist oder nicht. Wir wollen andere Länder weder bevormunden, noch wollen wir selbst bevormundet werden. Es ist kein Skandal, wenn der neue amerikanische Präsident vor allem amerikanische Interessen vertritt. Dafür ist er gewählt und das macht ihn, anders als linke Ideologen wie Barack Obama und Hillary Clinton, berechenbar. Es ist ein Skandal, wenn unsere Regierung unsere Interessen nicht vertritt. Wir sind für einen fairen und friedlichen Interessenausgleich zwischen gleichberechtigten souveränen Nationen.

Kommentare zum Artikel

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Gravatar: KIM

Alles richtig - aber : AFD 13,5 % (INSA). Finis Germaniae.

Gravatar: Rainer

Ich wünsche mir das die AfD die absolute Mehrheit bekommt um auch Deutschland endlich einen Umsturz zu vollziehen aber dazu muss sie noch viel mehr trommeln.
Nur wenige kennen das Grundsatzprogramm der AfD das sich jeder im Netz runterladen kann.

Gravatar: Mittelradikal

Kalter Krieg ist das Stichwort. Als Deutschland noch geteilt war, wollte jeder, dass sich die USA und Russland annähern. Wenn Trump und Putin sich austauschen ist man plötzlich dagegen. Weshalb? Genau aus dem Grund wie es Frau von Storch erklärt hat. Eine perfekte Analyse. Weshalb findet man solche Interviews nicht in den Mainstream Medien?

Gravatar: Dr. Peter Steinbock

Wir brauchen auch keine "Energiewende ins Nichts" und keine Klimadiktatur.

Gravatar: Kharl Deutscher

Frau von S. vertritt das Vernünftige und verdient Respekt .

Gravatar: Stasiopfer_in_USA

@KIM, hier liegt der Hund begraben! Linkswaehlerei ist der Quell allen Uebels.

Ansonsten: Die Aussagen von B.v. Storch gehen wie Oel in meine Seele. Nur leider ist die AFD fuer eine Begrenzung und nicht fuer eine Generalreinigung. Meint: Generalrausschmiss aller Nutzlosen.

Gravatar: Mr. Muro

Schade dass noch so viele Deutsche von den Systemmedien so gehirngewaschen sind, dass sie nur glauben was ihnen von diesen vorgegeben wird und das unreflektiert als eigene Meinung übernehmen. Da kann in der Tagesschau der größte Schwachfug erzählt werden von Leuten die nicht unabhängig sind (Atlantikbrücke) und schwups ist es ihre Meinung. Unter solchen Voraussetzungen wird sich in Deutschland nie eine Wechselstimmung ergeben und viele werden weiterhin Deutschland-feindliche Parteien wählen, die eindeutig verfassungswidrig handeln und Deutschland schaden.

Gravatar: Anton

Dieser Beitrag von Frau von Storch hat staatsmännlichen
(fraulichen) Charakter! Dazu kann man nur:

BRAVO SAGEN!!!

Wenn man an die internationale Stellung Deutschlands
zurückblickt, kann man nur die zunehmende:

ISOLATION MERKEL´SCHER POLITIK SEHEN,

denn ständige Anfeindung Russlands und seines Präsidenten Putin, die ständige Kritik an Russland und
China, wegen Menschenrechtsverletzungen, fehlende
Demokratie einerseits und die willkürliche Auflagen auf
die restliche 27 EU-Mitgliedstaaten andererseits, können
nicht toleriert werden!!!

Der BREXIT ist ein Resultat dieser katastrophalen
Merkel-Politik, die darüber hinaus andere politische
Bewegungen geradezu herausfordert, um dann diese
auch noch als rechtspopulistisch und EU-feindlich zu
beschimpfen?!

Die Feststellungen, wie unfreundlich und undiplomatisch
Trump´s Wahl aufgenommen wurde, müßte ein
Außenminister(!!!) Steinmeier zum sofortigen Rücktritt
aufgefordert werden! Nein, er wird dann auch noch
als bestimmter Bundespräsident gehandelt und belohnt(?),
damit andere politische (Un)-Schritte eingeleitet werden
können, wie die Kanzlerschaft der Frau Merkel, die sich
gefürchtet hat nach Davos zu fahren, denn dort müßte sie
allen von ihr scharf kritisierten Personen, wie Trump, Putin
und dem chinesischen Staatschef und Festredner in die
Augen schauen!Das kann die hochstilisierte "stärkste
Frau der Welt(?!)" anscheinend doch nicht!!!

Mal sehen, wie die Wahlen in den Niederlanden und
Frankreich ausgehen werden, denn eine Neu-Aufstellung
der EU durch Nationalstaaten im gemeinsamen Wirtschaft-Interesse ist nicht mehr anzuhalten!!!

Gravatar: freerob

sichere Grenzen? So wie auf der Krim oder was ?

Gravatar: Stefanie

Beatrix von Storch: "Wir hoffen, dass er maßgebliche Impulse setzt." Z.B. Nationalismus, Diskriminierung aufgrund von Religion und Geschlecht? Das bringt Deutschland sicherlich nicht weiter.

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