In China fehlen die Mädchen

27. Juni 2012, 08:44 | Kategorien: Lebenswelt, Politik | Schlagworte: , | von Redaktion
Foto: ddp
Redaktion

In China bahnt sich eine demografische Katastrophe an: Die Zahl der Männer nimmt im Verhältnis zur Zahl der Frauen in einem beängstigenden Ausmaß zu. »Pro Jahr werden bei uns in den nächsten zehn Jahren jeweils eine Millionen Männer mehr ins heiratsfähige Alter hineinkommen als gleichaltrige Frauen« zitiert die Welt einen chinesischen Wissenschaftler.

Üblicherweise werden auf 100 Mädchen 103 bis 107 Jungen geboren – in China sind es 121. Damit gerät das Gefüge der chinesischen Gesellschaft aus dem Lot, durch die schiere Zahl von Männern, die nicht heiraten und eine Familie gründen können, drohen Spannungen, die bis zu Krieg und Bürgerkrieg führen können. Die Entwicklung hat zwei Ursachen: Zunächst ist die Frauenverachtung in China weit verbreitet, weshalb die Geburt von Jungen höher geschätzt als die von Mädchen. Hinzu kommt, dass mit modernen Untersuchungsmethoden das Geschlecht des Ungeborenen bestimmt werden kann – und weibliche Föten abgetrieben werden. Verbote haben bis jetzt wenig gefruchtet, so dass die Zahl der Frauen – im Verhältnis zu den Männern und absolut – weiter sinken wird. Ein rapider Bevölkerungsrückgang ist die unausweichliche Folge.

 

Mehr dazu auf welt.de

(oe)

Schlagworte: ,
Anzeige

2 Kommentare auf "In China fehlen die Mädchen"

Schreibe einen Kommentar

Anzeige