Nach starkem Anstieg der Inflationsrate in Deutschland

Ifo-Präsident Fuest will rasches Ende lockerer Geldpolitik

Ifo-Präsident Clemens Fuest plädiert für ein zügiges Umdenken bei der EZB. Nach dem deutlichen Anziehen der Inflationsrate in Deutschland sei dieses ein klares Signal für den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik.

Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Wirtschaft, Nachrichten - Wirtschaft - Empfohlen, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Europäische Zentralbank, EZB, Inflation, Leitzins, Nullzinspolitik, Clemens Fuest, Ifo-Institut, Anleihenkaufprogramm, Markus Söder, CSU, Stefan Kooths, Institut für Weltwirtschaft
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Als Folge eines unerwartet deutlichen Inflationsanstiegs in Deutschland zum Jahresende 2016 werden Forderungen an die Europäische Zentralbank (EZB) laut, aus ihrer bisherigen lockeren Geldpolitik auszusteigen.

So fordert der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, eine rasche Beendigung des Anleihekaufprogramms: »Wenn diese Zahlen sich für die Eurozone insgesamt bestätigen, sollte die EZB das Anleihekaufprogramm im März 2017 beenden«.

Er sehe für eine Fortsetzung der Käufe dann keine Rechtfertigung mehr, sagt Fuest. »Dieser Inflationssprung ist ein Signal für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik der EZB«.

Der EZB-Rat hatte erst Anfang Dezember eine Verlängerung der Anleihekäufe bis Dezember 2017 beschlossen, jedoch mit einem ab April von 80 auf 60 Milliarden Euro verringerten Monatsvolumen.

Unterstützung kommt von Bayern Finanzminister Markus Söder (CSU), der sich für  zügige Zinserhöhungen aussprach, nachdem die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Teuerung in Deutschland im Dezember auf 1,7 Prozent von 0,7 Prozent im Vormonat anstieg.

Söder erklärte: »Die Nullzinspolitik bei steigender Inflation ist verheerend für den deutschen Sparer.« Von daher müsse die EZB schnellstmöglich beginnen, die Zinsen wieder Schritt für Schritt anzuheben.

Ähnlich sieht es der Chef der Konjunkturabteilung des Instituts für Weltwirtschaft, Stefan Kooths, der ebenso die EZB zu einem »Ausstieg aus ihrer ultraexpansiven Geldpolitik« aufforderte. Es sei deren Nutzen sei kaum noch zu erkennen.

Ein Großteil der Ökonomen rechnet damit, dass die Inflationsrate im Jahresverlauf noch weiter steigt, der grundlegende Inflationsdruck ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise aber unter einem Prozent bleibt.

Die EZB will aber  derzeitige Geldpolitik so lange fortführen, bis die Inflation nachhaltig in Richtung zwei Prozent gestiegen ist.

Mehr dazu unter faz.net

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Elmar Oberdörffer

Es ist doch ganz einfach: wir steigen aus dem Euro aus und kehren zur DM zurück, Herr Fuest. Warum schlagen Sie das nicht vor?

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