Heute macht Schlecker dicht

27. Juni 2012, 08:02 | Kategorien: Lebenswelt, Wirtschaft | Schlagworte: | von Redaktion
Foto: David Hecker/dapd
Redaktion

Heute fällt im Schlecker-Drama der letzte Vorhang: Die letzten in den noch geöffneten Läden gehen für geringe Beträge über den Tresen, spätestens um 15 Uhr werden sie geschlossen. Europas größte Drogeriemarktkette ist damit Geschichte. Doch handelt es sich wirklich um ein Drama? Für die betroffenen Mitarbeiter vielleicht, weil sie nun einen Knick in ihrer Berufsbiografie haben.

Aber sie haben nun die Gelegenheit, neu anzufangen. Ansonsten handelt es sich um einen ganz normalen Vorgang, wie er in der sozialen Marktwirtschaft täglich vorkommt: Ein Unternehmer investiert, spekuliert, gewinnt, verliert, und die schlimmsten Härten federt der Staat ab – das ist alles. Beklemmend war vor allem der Umgang mancher Medien mit diesem Fall; sie erweckten den Eindruck, als handele sich um eine Staatskrise, als sei Schlecker ein »systemrelevantes« Unternehmen, das um jeden Preis gerettet werden müsse. Das Muster kannte man zwar schon: von der Holzmann-Pleite, der Opel-Krise und auch – natürlich – der Finanzkrise, aber der Trend ist beunruhigend. Ganz offensichtlich hat sich bei vielen – Journalisten wie ihren Kunden – die Auffassung festgesetzt, jeder habe Anspruch auf einen Arbeitsplatz, auf Reichtum und ein sorgenfreies Leben.

 

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(oe)

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