Hans-Werner Sinn: Ruhe ist trügerisch

29. Januar 2013, 08:53 | Kategorien: Politik, Wirtschaft | Schlagworte: | von Redaktion
Foto: Lennart Preiss/dapd
Redaktion (oe)

Der bekannte Volkswirt Hans-Werner Sinn hat in einem Artikel in der FAZ vor der schleichenden Enteignung der Bürger durch Inflation gewarnt. Im Moment sei es zwar ruhig auf den Kapitalmärkten, doch die sei trügerisch. Am Ende würden die Bürger der soliden Staaten für die Krise in den Südländern mit dem Verlust ihres Vermögens bezahlen. »Es gibt für sie keinen Anlass, sich beruhigt zu fühlen«.

Drei Ereignisse der letzten Monate hätten Investoren gefallen: die rechtssichere Einrichtung des ESM in Deutschland, die Ankündigung Draghis, faule Staatspapiere mit allen Mitteln zu sichern, und die Rekapitalisierung von Krisenbanken mit ESM-Mitteln. Die Krise sei allerdings damit nicht gelöst worden, sondern schwele weiter. Entweder Spanien, Griechenland und Portugal würden 30 Prozent billiger werden oder stabile Staaten wie Deutschland müssten ihren Vorsprung weginflationieren. Sinn deutet an, welche Möglichkeit vermutlich eintreten wird: »Bislang ist von den notwendigen Preissenkungen so gut wie nichts passiert.«

Was die Staaten getan hätten, sei jedenfalls kein Beitrag zur Stabilisierung gewesen, sondern vor allem »eine gewaltige Lastenverschiebung von den Investoren, die ihr Geld in Südeuropa angelegt haben, zu den Steuerzahlern und Rentnern der noch gesunden Länder im Norden.« Bezahlen für die Scheinlösung müssten also die Bürger, die nicht gefragt worden seien. Sinn schließt mit einer düsteren Prognose: »Deutschland wird zwar Arbeit haben, und die Wirtschaft wird sich gut entwickeln, doch steht mehr und mehr Vermögen der Deutschen auf dem Spiel und wird im Endeffekt auch verloren gehen.«

 

Mehr dazu auf faz.net

Schlagworte:
Anzeige

1 Kommentar auf "Hans-Werner Sinn: Ruhe ist trügerisch"

Schreibe einen Kommentar

Anzeige