Düstere Zukunft für die nächsten Rentner-Generationen

Hälfte aller Angestellten von Altersarmut bedroht

Im Zeitalter der geringfügig Beschäftigten, des Niedriglohnsektors, der gebrochenen Erwerbsbiographien, der langen Ausbildungs- und Studienzeiten sowie der Überalterung der Gesellschaft rollt eine Welle der Altersarmut auf uns zu. Nach neuesten Zahlen soll jeder Zweite betroffen sein.

Foto: Christian Allinger / flickr.com / CC BY NC-SA 2.0 (Ausschnitt)
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Wirtschaft, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Altersarmut, Arbeitslosigkeit, Bundesregierung, Rente, Schweiz
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Hätte, hätte, Fahrradkette: Im Nachhinein hätten viele Menschen ihr Leben anders gestaltet, wenn sie das Ausmaß der drohenden Altersarmut geahnt hätten. Doch man kann nicht allen Betroffenen Vorwürfe machen. Es ist ein politisch verschuldetes Massenphänomen, dass sich überall in Deutschland und in vielen anderen Ländern Europas zeigt.

Die ganze Gesellschaft war vom ewigen Wirtschaftswachstum ausgegangen, dass sich durch Kreditaufnahme beschleunigen ließe. Dann kamen wirtschaftliche Wachstumseinbrüche, Auslagerung der Arbeitsplätze ins Ausland, Lohnsenkungen, Inflation der Bildungsabschlüsse und zum Schluss der demographische Winter.

Doch die dunkle Wand am Horizont wird immer deutlicher sichtbar. Wie jetzt Tagesschau.de, T-Online, Focus-Online und Zeit-Online berichteten, wird jeder zweite Beschäftigte von Altersarmut betroffen sein.

Ein Arbeitnehmer muss heutzutage monatlich mindestens 2330 Euro brutto verdienen, um im Laufe eines durchschnittlich langen Arbeitslebens von 38 Jahren eine Rente in Höhe der staatlichen Grundsicherung zu erzielen.

Doch die Zahlen lassen Düsteres erahnen: 19,5 Millionen der rund 37 Millionen statistisch erfassten Beschäftigten verdienen weniger. Damit bekämen über die Hälfte im Alter eine Rente unter dem Grundsicherungsbedarf von 795 Euro.

Natürlich versucht man die Situation schön zu reden, indem man darauf hinweist, dass viele Leute noch auf andere Weise für das Alter vorgesorgt haben, etwa durch private Altersvorsorge. Doch wie die letzten Wirtschaftskrisen bewiesen haben, können auch solche Vorsorgen platzen.

Das Problem ist, dass es immer mehr Brüche im Erwerbsleben gibt. Die Menschen müssen erfinderisch und flexibel sein, zeitweise selbständig arbeiten, Krisenzeiten überbrücken. Doch auch wenn es eine zeitlang gut läuft, kann ein Erwerbseinbruch im späten Berufsleben alles zunichte machen. Wer mit 55, 58 oder 60 arbeitslos wird, hat verloren. Er wird nicht wieder eingestellt und hat keine Chance auf eine ordentliche Rente. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ein Teil der Bevölkerung wird die Altersarmut durch Erbschaften umgehen können. Ein anderer Teil hat keine Chance mehr, im Alter ohne Hilfe auszukommen. So wird die Altersarmut in mehreren Schüben zum Massenphänomen werden, bis die Ressourcen und Rücklagen dieser Gesellschaft aufgebraucht sind.

Dennoch verbreitet die Bundesregierung die Mär, dass es den Menschen hierzulande so gut gehe wie nie zuvor. Ein näherer Blick auf die Statistik zeigt, wie die Zahlen schöngerechnet werden, indem ältere Arbeitslose, Krankgemeldete, geringfügig Beschäftigte, Arbeitssuchende in Fortbildungsmaßnahmen und viele andere aus den Arbeitslosenzahlen herausgerechnet werden.

Hätte es einen Weg aus der Krise gegeben?

Ja. Man muss nur in die Schweiz schauen. Glücklich ist, wer in der Schweiz arbeiten darf. Das betrifft auch deutsche Grenzgänger, die in Deutschland wohnen und in der Schweiz arbeiten.

In der Schweiz gibt es eine nahezu perfekte Kompromisslösung. Die Rente basiert auf drei Säulen. Es gibt eine allgemeine Grundrente, in die ALLE solidarisch einzahlen. Diese Grundrente sorgt dafür, dass es im Alter keine Not gibt und jeder eine ausreichende Grundversorgung hat. Dann gibt es die Betriebsrente, die als Lohn für Leistung und Arbeit eines langen Berufslebens gedacht ist. Schließlich gibt es noch die privaten Vorsorgen, die zur Sicherung des Lebensstandards gedacht sind.

Damit ist allen gedient: Niemand muss sich vor Armut fürchten. Dennoch werden harte Arbeit und Erfolg belohnt. Die Schweizer sind überweigend zufrieden mit ihrem Rentensystem.

Wer sich von der Überlegenheit des Schweizer Modells überzeugen lassen will, muss nur einen der vielen Deutschen befragen, die in der Schweiz arbeiten. Nahezu niemand will zurück ins deutsche Rentensystem.

 

 

Kommentare zum Artikel

Gravatar: H.von Bugenhagen

Na iss denn dass
,,So wird die Altersarmut in mehreren Schüben zum Massenphänomen werden, bis die Ressourcen und Rücklagen dieser Gesellschaft aufgebraucht sind.,, ???

Bargeld abgeschafft,...so wird man sich das Edelmetall der Elite aneignen müssen um zu überleben.Plündern ist dann vor programmiert wie in Mexiko.

Gravatar: Lupo

Dieses war doch schon seit mindesten 30 Jahren vorraus zusehen - aber keiner hat Schuld an diesem Deaster, also haltet den Dieb er hat mein Messer im Rücken.

Gravatar: Peter G.

Dieses Modell ist in Deutschland überflüssig, da die Große Vorsitzende in ihrer vorausschauenden Weisheit für einen nicht versiegenden Zustrom an Fachkräften gesorgt hat, der die Altersversorgung der künftigen Rentner sicherstellen wird.

Gravatar: Hermann Weirich

Empfehle zur Information:
Christoph Butterwegge, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln. In seinem jüngsten Buch „Hartz IV und die Folgen. Auf dem Weg in eine andere Republik?“ Sein Vorschlag: eine solidarische Bürgerversicherung hören Sie ab Minute 37:30... !.
Quelle: ARD-alpha via YouTube Hermann Weirich

Gravatar: Markus Estermeier

"bis die Ressourcen und Rücklagen aufgebraucht sind"
Mit den Refugees das das noch etwas beschleunigt, damit das nicht erst die nächste Generation betrifft.

Gravatar: Theo

Alles kein Problem, nur ein rechnerisches Verständnis.

Alle Beamten, Richter, Soldaten und Angestellte des öffentlichen Angestelltenverhältnisses bekommen gem. Art 3 GG ausschließlich nur die Rente/Pension, die den Verdienststufen des Freien Marktes zustehend.

Maximal 3.500 Brutto pro Monat und entsprechend weniger.

Wer mehr bekommt wie Bundesgaukler und Muslim-Wulff, muss aus Gründen der postfaktischen Finanzierungsrealität auf EUR 3.500,00 herunter gekürzt werden.

Bundeskanzler? Minister? Staatssekretäre? Partei-Generalsekretäre? Ministerpräsidenten?

Bundestagsabgeordnete? Landtagsabgeordnete? EU-Parlament-Abgeordnete?

EU-Bedienstete? EU-Patentamt und andere EU-Beamte?

Landesbanken-Vorstandsvorsitzende und Vorstände?
Krankenkassen-Vorstandsvorsitzende und Vorstände?

Fernseh-Zwangs-Pay-TV finanzierte Pensionen von ARD/ZDF-Intendanten? Nicht finanzierbar! Gekürzt!

Widerstand? Einspruch? Großes Aufjaulen? = Kurzer Prozess.

Alternativlos. Punkt. Basta.

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