Grimm-Experte: Kritik an Märchen “albern”

20. Dezember 2012, 09:36 | Kategorien: Lebenswelt | Schlagworte: , , | von Redaktion
Redaktion (ks)

Heute vor 200 Jahren erschien die Erstausgabe der Grimmschen «Kinder- und Hausmärchen». Die Geschichten gehören zu den am weitesten verbreiteten Büchern auf der Welt und haben Generationen von Kindern in ihren Bann gezogen und begeistert. Familienministerin Schröder und Buchautorin Cornelia Funke halten die Märchen allerdings für bedenklich. Sie seien grausam, überholt und sexistisch. Grimm-Experte Prof. Dr. Holger Ehrhadt von der Universität Kassel findet die Kritik „ziemlich albern“.

Frauen würden keinesfalls immer nur als böse oder schwach dargestellt, wie von den Kritikern behauptet. Männer seien auch nicht per se nur Helden oder Unterdrücker. Zudem müsse man die Geschichten im Kontext ihrer Entstehung betrachten, alles andere sei „ahistorisch“, sagte Ehrhaft im Interview mit RadioEins.

Zudem könne man, was die angebliche Brutalität angehe, kleine Kinder ohne Probleme „mit Grimms Märchen alleine lassen“. „Kinder werden heute mit ganz anderen Dinge konfrontiert, über die sich kaum jemand Gedanken macht. Da sind Märchen wirklich das geringste Problem.“

Problematischer für das historische Erbe der Grimms sei allerdings weniger die ablehnende Haltung einiger Kritiker daran, als der schleichende Wandel der Medien, bei dem das Lesen eine immer geringere Rolle spiele, so Ehrhadt.

RadioEins

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