Gericht: Mono- edukation zulässig

30. Januar 2013, 03:27 | Kategorien: Lebenswelt, Politik | Schlagworte: , , | von Redaktion
Foto: Gerhard Blank/ddp
Redaktion (oe)

Nachdem die Brandenburgische Landesregierung schon in den Vorinstanzen partout nicht hatte nachgeben wollen, hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute ein Grundsatzurteil gefällt: Es dürfen Mädchenschulen gegründet werden und Jungenschulen auch. Geklagt hatte die Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft e.V., die in Potsdam ein katholisches Jungengymnasium errichten will.

Die Landesregierung hatte das abgelehnt, vermutlich auch deshalb, weil der Förderverein dem katholischen Opus Dei nahesteht. Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts hat Bedeutung über diesen Fall hinaus, sie ermöglicht auch anderen Schulträgern, monoedukative Schulen einzurichten.

Geschäftsführer Horst Hennert zeigte sich zufrieden und verwies auf die Vorteile geschlechtergetrennten Unterrichts: »Jungen haben auch im Unterricht einen viel größeren Bewegungsdrang als Mädchen, denen es leichter fällt, stillzusitzen. Jungen sind im Durchschnitt in naturwissenschaftlichen Fächern stärker, Mädchen tun sich leichter mit Sprachen. Das alles kann man in einer monoedukativen Schule berücksichtigen. Eine auf Jungen und Mädchen ausgerichtete Schulbildung bietet für beide die Chance einer optimalen Förderung.«

Wer eine Ahnung von den Motiven der Landesregierung für ihre jahrelange Obstruktionspolitik gegenüber der Fördergemeinschaft erhalten will, der höre sich das Interview mit der RBB-Kirchenredakteurin Friederike Sittler auf RBB-Radio eins an. Sittler demonstrierte eindrücklich die Niveaulosigkeit des Journalismus in Deutschland, der sich vor allem dann schmerzhaft bemerkbar macht, wenn es um kirchliche Themen und insbesondere um das Opus Dei geht.

Sittler sagte: »Der Geschäftsführer der Fördergemeinschaft ist gleichzeitig Leiter des Berliner Büros von Opus Dei. Da gibt auch keinen Zweifel dran. Hier haben wir es mal mit öffentlich auftretenden Opus-Die-Mitgliedern zu tun. Viel schwieriger beim Werk Gottes ist allerdings, dass es ja immer viele verkappte Mitglieder gibt, die kennen wir nicht. Wir wissen nicht, wo in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft die sitzen und dann die Gesellschaft auch infiltrieren. Das macht das Werk Gottes so unheimlich.«

 

Mehr dazu auf erziehungstrends.de und radioeins.de (bis 6.2.13 online verfügbar)

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