Frankreich disku- tiert über Homo-Ehe

30. Januar 2013, 08:03 | Kategorien: Lebenswelt, Politik | Schlagworte: , , | von Redaktion
Foto: Philipp Guelland/ ddp
Redaktion (oe)

Die Debatte über die Homo-Ehe in Frankreich ist in der Nationalversammlung angelangt, wo ab sofort beraten werden soll. Das Vorhaben des sozialistischen Präsidenten François Hollande spaltet die Nation: Das Bündnis der Gegner, das zahlreiche gesellschaftliche Gruppierungen umfasst, wehrt sich gegen die »Ehe für alle« und »Kinderbestellungen wie aus dem Katalog«.

Die Gallionsfigur des Protests, die Künstlerin Frigide Barjot, sagte: »Das Recht der Kinder wird dem Recht der Homos untergeordnet.« Hollande jedoch drohte damit, das Gesetz durchzupeitschen.

Kritiker des Gesetzes wehren sich nicht gegen die Einführung einer rechtlichen Form für homosexuelle Partnerschaften, sondern sie wehren sich gegen die Gleichstellung dieser Partnerschaften mit der traditionellen Ehe und vor allem gegen ein Adoptionsrecht für Homosexuelle. Sie befürchten, dass angesichts der geringen Zahl an Waisen in Frankreich ein regelrechter Kinderhandel einsetzt, mit dem homosexuelle Paare ihren Kinderwunsch befriedigen.

Die Bevölkerung ist in der zur Entscheidung anstehenden Frage tief gespalten. Den Gegnern ist es gelungen, hunderttausende Demonstranten auf die Beine zu bringen, die ihren Unmut über das Vorhaben zu Gehör brachten. »Wir stammen alle von einem Mann und einer Frau ab« und »Ein Kind braucht Mama und Papa« waren ihre Botschaften. Dass es zu einem Volksentscheid kommt, ist unwahrscheinlich. Hollande hatte zwar im Wahlkampf nicht nur die Einführung der Homo-Ehe versprochen, sondern auch mehr direkte Bürgerbeteiligung. Aber das scheint er gerade vergessen zu haben.

 

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