Psychologische Hemmschwelle fällt in Kürze

EZB hat Staatsanleihen in Höhe von fast 1,5 Billionen Euro erworben

Seit Beginn des Ankaufs von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank im März 2015 hat die Notenbank bisher Wertpapiere in Höhe von aktuell 1,497 Billionen Euro angekauft. Die psychologische Schwelle von 1,5 Billionen wird in Kürze fallen.

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Die EZB unter Mario Draghi hat vor rund zwei Jahren mit ihrem von vielen Finanzexperten höchst umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen begonnen. Aktuell beläuft sich der Buchwert der angekauften Papiere auf eine Summe von 1,497 Billionen Euro. Ausgeschrieben sieht die Zahl so aus: 1.497.000.000.000! Der Haushalt der Bundesrepublik Deutschland beläuft sich für das Jahr 2017 auf 329,1 Milliarden Euro. Die von der EZB angehäuften Anleihen entsprechen vom Nennwert her also knapp dem fünffachen des Bundeshaushaltes. 

Doch nicht die Zahlen alleine sind das Problem. Das große Risiko besteht darin, dass sich in diesem Topf der EZB nicht nur wertstabile Staatsanleihen (wie zum Beispiel die der Bundesrepublik Deutschland oder anderer funktionsfähiger Volkswirtschaften) befinden, sondern aufgrund der von der europäischen Notenbank selbst vorgegebenen Richtlinien anteilig auch Werte der durchaus als marode zu bezeichnenden Volkswirtschaften aus Griechenland, Italien und anderer südeuropäischer Euro-Mitgliedsländer.

Diese Werte füllen den Topf zwar mit ihrem Nennwert auf, Finanzanalysten und Experten bezweifeln aber, dass diese Anleihen auf dem freien Markt auch nur einen Bruchteil ihres Wertes einbringen könnten. Die EZB ist daher fast schon genötigt, weitere Papiere der darbenden südeuropäischen Länder zu kaufen, um den Euro stabil zu halten. Denn täte sie dies nicht, so besteht die Gefahr, dass entweder die eine oder andere schwächelnde Volkswirtschaft den Euro in die Tiefe zieht und somit alle Papiere an Wert verlieren. Oder aber das ein schwaches Euro-Mitgliedsland aus der Gemeinschaftswährung entlassen wird, um einen Sogeffekt zu verhindern. Dies würde aber heißen, dass die Staatsanleihen dieses Landes nur noch reines Altpapier sein werden. Doch dazu ist die Summe der seitens der EZB aufgekauften Werte in der Zwischenzeit zu groß. Draghi hat sich und die EZB selbst in eine ausweglose Situation manövriert.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Andreas Berlin

Eine Währung muss einen Gegenwert besitzen, damit ihr überhaupt so etwas wie ein Äquivalent zur Beurteilung gegenüber steht. In den westlichen Ländern war das früher Gold, aber davon hat man sich verabschiedet. Und damit auch von einem tatsächlichen Wert des Geldes. Heute ist es wurscht, ob es sich um Millionen, Milliarden oder Billionen handelt - es sind eh alles wertlose Papierschnipsel. Kurz vor dem Kollaps werden sie uns dann aus Brüssel verklickern, dass die Rothschilds & Co. uns hilfreich zur Seite stehen wollen und Europa kaufen werden. Wahrscheinlich für 1 Dollar. Und das ist sogar noch ein guter Preis für diesen Haufen Müll, der dort produziert wird.

Gravatar: HDM

Mein Opa hatte früher solche Geldscheine mit den vielen Nullen. Die könnten bald wieder aktuell werden.

Gravatar: Hans Meier

Es ist „ein sprachliches Schmankerl“, von „Wertpapieren“ zu reden, die „die EZB in Zahlung genommen hat“ und „durch frisch geschöpftes Eurogeld“ in Höhe von fast 1,5 Billionen „ersetzt“ hat.

Was auf den Wertpapieren steht ist nicht so wichtig, ob plus oder minus, Hauptsache die Dinger wurden als Scheinwerte akzeptiert und es wurde neues Kredit-Volumen gepumpt.
Wo ist da noch der Unterschied zur „Wechsel-Reiterei“?

Und ist die satte Geldfülle der Haupt-Grund, warum keine Risiko-Zinsen mehr anfallen?
Bestehen solche Risiken schon allein dadurch nicht mehr, dass Herr Draghi auch diese Ausfälle kaschiert?
Natürlich auf Kosten aller Sparer, deren Geldvermögen per vorsätzlich herbeigeführten Inflation nun in reale Werte flüchten muss. Denn die Wertaufbewahrungs-Funktion des Euros hat Herr Draghi aufgelöst, um den Sparern eins auszuwischen.

Eigentlich wünsche ich mir chinesische Investment-Bank-Filialen, die in Deutschland den Sparern den Wechsel in den Renminbi-Währuns-Raum ermöglichen und weiteren Zugang zur BRICS-Leitwährung verhelfen, denn dort ist schon die Mehrheit der Weltbevölkerung, die zukünftige gute Wachstums-Raten und damit Renditen, statt Miese machen werden, weil
dort stehen völlig andere Währungs-Konzepte in der Absicht auf Erfolg, um solide Währungspolitik zu sichern, in der es natürlich Zinsen für erzielte reale Renditen gibt.
Da geht eher die Sonne auf, statt die Währung, wie am Mittelmeer, unter.

Gravatar: Aufbruch

Draghi ist der Totengräber Europas. Wie lange wird sein wertloses Geld noch angenommen? Beim ersten Bewusst- werden des wahnsinnigen Risikos das dieser Herr aufgehäuft hat, geht der Crash los. Wer wird als erster eine Schuldenposition fällig stellen, die nicht bedient werden kann? Bei den Unsummen, die da geschuldet werden, findet sich dann kein Finanzier oder Rettungsschirm mehr, der hier einsprigen könnte. Das Kartenhaus fällt zusammen.

Gravatar: Freigeist

Wer hat denn mit Deregulierung die Lehmann-Bank-Krise zugelassen? Zur Geldflutung: Die amerikanische Fed und die Bank of England haben 6 Jahre früher die Geldschleusen geöffnet und können schon heute an Zinserhöhungen denken. Draghi wurde von Deutschland zeitlich ausgebremst und konnte erst später das Aufkauf-Programm starten. Das ist die Lage und nichts anderes.

Gravatar: H.von Bugenhagen

Na iss denn dass
,,Wertpapiere ,,wahrscheinlich alles Türkische ???

Gravatar: Freigeist

@ Fritz Beyer
Wenn etwas aus dem "Nichts" geschöpft wurde, kann es ausgebucht werden. Warten Sie ab, so wird es passieren.

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