Türkei: »Heiliger Krieg« im Unterricht

Erdogan-Regierung will »Dschihad« in den Lehrplan der Schulen einführen

Säkulare und religiöse Minderheiten schlagen Alarm: Die Türkei will das Thema »Dschihad« in den Schulunterricht einführen. Das sei die erste Stufe zur Radikalisierung kritisieren die Gegner. Es handele sich nur um einen »inneren Dschihad« beschwichtigen die Befürworter.

Foto: Fortum Sverige / flickr.com / CC BY-NC-SA 2.0 (Ausschnitt)
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Lebenswelt, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Bildung, Charles Darwin, Dschihad, Recep Tayyib Erdogan, Schule, Türkei
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Charles Darwin wurde schon weitgehend aus dem Unterricht entfernt. Wie die österreichische Kronen-Zeitung berichtete, soll dafür jetzt das Thema »Dschihad« bzw. »Heiliger Krieg« in die Schulen eingeführt werden. Es gehe um »den inneren Kampf im patriotischen Kontext«.

Der Atheist und moderne Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk würde sich im Grabe umdrehen. »Heiliger Krieg« als Thema im Schulunterricht?

Nicht nur die Säkularen in der Türkei sind alarmiert. Auch die religiösen Minderheiten wie die Alewiten, die zwar auch Muslime sind, aber einen anderen Zugang zur Religion haben, sehen die Entwicklung mit Sorge. »Den Dschihad als eine Art Gottesdienst in Schulen zu unterrichten, steht im Einklang mit den Doktrinen der Terrormiliz Islamischer Staat und ist sehr gefährlich«, zitiert die Kronen-Zeitung den Präsidenten des Alewiten-Dachverbandes.

Präsident Recep Tayyib Erdogan sieht es als wichtig an, Patriotismus und Dschihad als inneren Kampf zu betrachten. Dies solle auch den Schülern vermittelt werden (siehe hierzu auch die Berichte der BBC und Daily Mail). Ein jeder solle sich um eine bessere islamische Gesellschaft bemühen. Genau hier liegt das Problem begraben: Was ist mit denen, die gar keine islamische Gesellschaft wollen, sondern eine Gesellschaft, die für alle Religionen offen ist?

Was wohl unsere Integrationsbeauftragte Özoguz dazu sagen würde? Vielleicht braucht die Türkei mehr »Diversity«, um vom Pfad des Fundamentalismus abzurücken?

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Werner

Da können wir von saumäßigem Glück reden, dass dieser Irre nicht von den etablierten Politganoven, die eine Islamisierung Europas, im Namen der verbrecherischen Globalisierung befürworten, nicht in die EU aufgenommen wurde. Die Volksverrätern war die größte Befürworterin, dass die Türkei aufgenommen wird.
Der Mufti aus der Türkei hätte alle Hebel in Bewegung gesetzt, Europa zu muselmanisieren.
Die Nato muss die Türkei aus der Nato rausschmeissen und gegen die Türkei aufrüsten, um gegen Erdogan, der sagte in drei Tagen wäre Europa von der Türkei eingenommen, knallhart zurück schlagen zu können.

Gravatar: Gipfler

"Die Türkei will das Thema »Dschihad« in den Schulunterricht einführen."

"Die deutschen Landesregierungen wollen das Thema Sexuelle Orientierung in den Schulunterricht einführen."

Wo ist der Unterschied? Es gibt keinen. Hier wie da liegt das Bildungswesen in den Händen der politischen Machthaber. Bildung als politisches Instrument der herrschenden Kaste zur Formung der Jugend
Vgl.:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2017/06/16/allmaechtiger-staat-die-fesselung-des-bildungslebens/

Gravatar: Jochen Reimar

Die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" im Lehrplan einiger Bundesländer stellt ebenfalls die Durchsetzung eines Dschihads einiger Eiferer dar.

Gravatar: H.von Bugenhagen

Aber bei diesem tollen Angebot in der Türkei.werden doch sicher alle Türken in Deutschland sofort wieder zu ihrem Reichs Führer in die Türkei ziehen

Gravatar: Jürg Rückert

Ja, was regen wir uns denn auf? Wir haben doch den Sex-Djihad in die Lehrpläne bereits ab Kindergartenalter aufgenommen!

Gravatar: Jürg Rückert

Herr Reimar, Herr Gipfler,
ich hatte Ihre Kommentare nicht gelesen. Sonst hätte ich geschwiegen.

Grüße

Gravatar: Tamarack

Sicher, ganz bestimmt werden sich die islamisch-türkischen Vereine in gaanz scharfer Form davon distanzieren !
Da bin ich mir sehr sicher. Ihr auch ?

Gravatar: Unmensch

Nach Generationen von Werteabschaffungs-Gehirnwäsche werden auch hierzulande die Köpfe reif sein für einen Kampf um Werte. Irgendwelche Werte, alles ist besser als diese Unwerte wie "Toleranz", "Gleichheit" und "Vielfalt". Wichtig wäre allerdings, dass es die eigenen Werte sind und nicht die Unterwerfung unter die Werte von Fremden. Letzteres könnte noch zum Problem werden...

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