Eine Stunde mehr oder weniger…

22. Juni 2009, 02:45 | Kategorien: Lebenswelt | Schlagworte: | von
Redaktion FreieWelt.net

Zweimal im Jahr stellen wir die Uhren eine Stunde vor bzw. zurück. Damit sollen den Menschen nicht nur die lauschigen Abendstunden erhellt, sondern in erster Linie Energie gespart werden. Doch die meisten Deutschen lehnen die Zeitumstellung ab. Besonders unter den Älteren wächst der Unmut gegenüber dem Zeitgeschummel. (Foto: Sebastian Willnow / ddp)

Laut einer repräsentativen Umfrage des Emnid-Instituts im Auftrag der „Bild am Sonntag“ würden 55% der Befragten die Zeitumstellung abschaffen, 41% wollen die Sommer- und Winterzeit beibehalten. In den Neuen Bundesländern sprachen sich sogar 62% für eine Abschaffung aus (im Westen 54%). Vor allem aber die älteren Semester stehen der Zeitumstellung kritisch gegenüber. 77% der 40- bis 49jährigen lehnen die Zeitumstellung ab.

In Deutschland wurde der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit erstmals 1916 im Zuge des 1. Weltkrieges eingeführt, um das Tageslicht vor allem in der Rüstungsindustrie effektiver ausnutzen zu können. Auch während des zweiten Weltkrieges machte man sich die Zeitumstellung so zu Nutze, nachdem diese in der Weimarer Republik wieder abgeschafft worden war. Als Reaktion auf die Ölkrise (1973) führte die Bundesrepublik zeitgleich mit der DDR die Zeitumstellung 1980 erneut ein. Man erhoffte sich davon eine Energieersparnis von ungefähr 0,15 Prozent. Wie heutige Untersuchungen allerdings zeigen, bringt die Zeitumstellung nichts, ganz im Gegenteil: Durch das frühere Aufstehen steigen die Heizkosten. Viele Menschen klagen zudem über gesundheitliche Beeinträchtigungen Tage bis Wochen nach der erfolgten Zeitumstellung.

„Mehrheit der Deutschen ist die Zeitumstellung leid“

„Die Sommerzeit bringt nichts“

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