Albaniens Premier Rama träumt in Pristina von »Großalbanien«

Der Kosovo bleibt nach 10 Jahren europäischer Konfliktherd

Genau zehn Jahre ist es her, seit sich die mittlerweile mehrheitlich von Albanern bewohnte Urheimat der Serben, der Kosovo, von Belgrad losssagte. Jetzt trat Albaniens Premier Rama bei den Jubiläumsfeiern in der kosovarischen Hauptstadt Pristina offen für »Großalbanien« ein.

Foto: Scooter20/ Wikimedia Commons/ CC BY-SA 3.0
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Der albanische Ministerpräsident Edi Rama spricht sich angesichts des 10. Jahrestages der Unabhängigkeit des Kosovo für eine enge politische Union zwischen Albanien und Kosovo aus.  Dabei forderte Rama in Pristina bei der offiziellen Feier zum zehnten Unabhängigkeitstag eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, eine Zollunion, ein einheitliches Bildungssystem und einen Staatspräsidenten »als Symbol der nationalen Einheit«.

Rama sagte, dass der Kosovo und Albanien gemeinsame diplomatische Vertretungen haben sollten. Bereits jetzt habe man mehrere Konsulate im Ausland gemeinsam. Es solle zudem ein gemeinsamer Wirtschaftsraum entstehen. »Warum sollte es nicht auch einen Präsidenten geben, als Symbol der nationalen Einheit, mit einer nationalen Sicherheitspolitik«, fragte der sozialistische Politiker.

Diese Idee sei »derzeit« nicht umsetzbar, ergänzte Rama. »Aber das, wovon man träumen kann, lässt sich auch verwirklichen.« Damit gießt Rama Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die vor der Errichtung eines »Großalbanien« warnen. Eine der Bedingungen von Mitgliedsländern der Europäischen Union für die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo war, dass dieser keine albanischen Staatssymbole übernimmt.

Darüber hinaus durfte in der kosovarischen Verfassung keine Möglichkeit für ein Referendum zu einer Veränderung des Staatsgebildes geschaffen werden, da dieses wohl für eine Vereinigung mit Albanien ausgehen würde. Umfragen zeigten immer wieder, dass die Bürger Albaniens und des Kosovo mit großen Mehrheiten für eine Vereinigung ihrer Staaten zu einem »Großalbanien« sind. Vielerorts im Kosovo wehen albanische Fahnen von Häusern, nicht die 2008 neu geschaffene des Kosovo. Sogar der Bürgermeister der kosovarischen Hauptstadt Pristina ließ auf dem Rathaus eine albanische Fahne flattern, bis er diese wieder abnehmen musste.

Ein »Großalbanien« würde aber die Serben noch um so mehr über ihre abtrünnige Provinz reizen, denn der Kosovo, das historische Amselfeld, ist die Urheimat der Serben, von der ihre weitere Besiedlung im jugoslawischen Raum ausging. Dort befinden sich die größten Heiligtümer der serbisch-orthodoxen Kirche. Zu Zeiten der bis 1912 anhaltenden Besetzung durch das Osmanische Reich rückten muslimische Albaner in den Kosovo nach und errangen über wenige Jahrhunderte durch eine stärkere Geburtenrate die ethnische Mehrheit. Hinzu kam dass in Folge wiederholter Plünderungen Serben in sichere Landesteile abwanderten.

Der Kosovo strebt wie auch Serbien in die Europäische Union, wobei zeitnah nur der Beitritt Serbiens als realistisch erscheint. Ein Hindernis für eine Aufnahme Serbiens sieht die EU aber vor allem darin, dass Belgrad nicht bereit ist, seine Ansprüche auf den Kosovo aufzugeben und den 2008 ausgerufenen Staat nicht anerkennt. Man will keine Grenzkonflikte in die Staatengemeinschaft hineinholen.

Die EU-Kommission stellte Serbien kürzlich eine EU-Beitrittsperspektive für 2025 in Aussicht, mit der Aufforderung zuvor eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Belgrad und Pristina hinzubekommen. Es soll dazu ein rechtlich bindendes Abkommen bis Ende 2019 erreicht werden. Anfang nächster Woche wollen Vertreter Belgrads und Prishtinas nach langer Pause erneut in Brüssel zu technischen Gesprächen zusammenkommen.

Unterdessen erscheint bei manchen Serben eine Teilung des Kosovo als ein gangbarer Weg, den Grenzkonflikt zu beruhigen. Außenminister Ivica Dačić spricht sich als Kompromiss schon seit einiger Zeit für eine Abspaltung des von überwiegend Serben bewohnten Nord-Kosovo und dessen Anschluss an Serbien aus, während der mehrheitlich von Albanern bewohnte restliche Kosovo seinen eigenen Weg gehen soll.

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hält hingegen davon nichts und bezeichnete die wieder stärker im Land kursierenden Ideen zur Aufteilung des Kosovo als »unseriös«. Vučić, der im Vorjahr einen internen serbischen Dialog zum Kosovo initiierte, kündigte einen eigenen Lösungsvorschlag zum Kosovo für Ende April an. Er sei der Ansicht, dass man eine positive Richtung in der Lösung der Kosovo-Frage verfolgen müsse.

Vučić betont, er wolle sich nicht an irgendetwas beteiligen, das Serbien in einen Krieg führen würde. Man müsse eine andere Kompromisslösung mit Pristina finden. Bis dahin lehnt es Serbien weiter ab, die im Februar 2008 verkündete Unabhängigkeit seiner ehemaligen Provinz, anzuerkennen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Thomas Waibel

Das bedeutet, daß etliche hoch qualifizierte und hoch motivierte Fachkräfte, auf Einladung von Frau Merkel und mit dem Segen von Bergoglio, nach Deutschland kommen werden, um uns zu bereichern.

Gravatar: karlheinz gampe

Der Kosvo und die vielen historischen Amselfeld Schlachten sollten doch selbst unseren geistig minder intelligenten und ungebildeten Politikern klar machen wohin Islamisierung(Osmanisierung) führt. Wenn mann allerdings bei der Stasi studiert hat ,kann man nur Volltrottel sein. Regiert eine linke rote Volltrottelbande, eine kriminelle Stasiseilschaft jetzt Deutschland ?

Weg mit den antidemokratischen, linken, kriminellen Parteien CDU und SPD.

Gravatar: Hans von Atzigen

Währe ja ein echtes Wunder gewesen wenn das Ruhe gegeben hätte.
Die Serben und Kroaten haben ja nach einem kurzen Waffengang ihre Differenzen auch breinigt.
Nun das müssen die Beteiligten selber lösen.
Soll das Ruhe geben bleibt wohl sinnvollerweise nur die Teilung des Kosovo. Danach sollten die Albaner sich vereinigen dürfen, würde ja durchaus Sinn machen.
Bosnien ist mit einiger Wahrscheinlichkeit auch noch nicht ausgestanden.Da sollte man die Sache auch entsprechend bereinigen,wenn immer Möglich.
Es gibt 2. Möglichkeiten entweder man löst die Probleme
Pragmatisch und mit Augenmass, oder man veranstaltet einen Murks, der nur eines bringt neue Verwerfungen, und Krieg.
Das war ohne wenn und aber vorhersehbar das die Sache nicht ausgestanden ist.
Den dortigen Ethnien wurde etwas mehr oder weniger aufgezwungen. Die damalige Stossrichtung der EU und der USA war damals unüberseh und unüberhörbar.
Die so hochgejubelte sog. Internationale ,,Gemeinschaft,, wollte die Ideologie des Multukulti dem gescheiterten Jugoslavien aufzwingen.
Wie sich sicher sehr viele erinnern können auch mit brachialgewalt. Serbien wurde als einziger, mit massieven Luftangriffen beglückt, nach der devise Friss
oder stirb.
Sicher sollten Grenzen nur in Ausnahmefällen anders gezogen werden. Wenn es einfach nicht passen will sollte man die Völker, nicht im schlimmsten Fall mit brachialgewalt Krig zusammenzwingen.
Ein Glücksfall der Geschichte, nicht einmal die Machthaber der UDSSR waren so Wahsinnig.
Zumindes Osteuropa wurde NICHT Multikulti vermatscht
andernfalls währ Osteuropa nach dem Ende der UDSSR in der gleichen Misere wie das innzwischen aufgelöste Jugoslavien gelandet.
Die nach wie vor schwelenden Konflikte auf dem Territorium der vormaligen UDSSR, im, Eiltempo aufgelöst sollten eine Warnung sein.
Das Zusammenwachse von unterschiedlichen Ethnien kann durchaus gelingen, ganz klar nur auf lange sicht.
Wird ein solcher Prozess mit meist unnötigem Krieg
belastet, tja dann kann man solche Ansinnen gleich
in den Mülleimer der Geschichte schmeissen.
Verd. und zugenäht, man sollte aus der Geschichte lernen. Das lernen ist leider sehr dünn gesäht bei den
Multikulti- Wahninternationalisten.
Freundliche Grüsse

Gravatar: Werner

Die Albaner sind Invasoren im Kosovo. Der Kosovo ist schon immer serbisches Gebiet. Die Säuberung durch die Serben war vollkommen richtig.

Gravatar: Alleszuspät

Ein Gleichnis:
In unserer Familie gab es einen Erbfall und das Testament besagte, daß alle Kinder gleich erbberechtigt sind. Nur das Ferienhaus soll von allen genutzt werden können, solange bis Mama (die Witwe) es verkaufen möchte. Eigentlich ist alles klar. Aber da einer der Erbberechtigten fünf Kinder hat, die anderen jeweils nur zwei oder eines, macht sich die größere Fraktion auf Kosten der anderen dort breit. Argument: "Ihr könnt es Euch ja leisten, woanders Urlaub zu machen und in ein Hotel zu gehen." Wenn also wir Kleinfamilien Ostern mit der Oma feiern wollen, geht das nur ohne die anderen. Wir haben schon längst unsere jeweiligen Zimmer von persönlichen Sachen geräumt, weil sonst von der Schwägerin "ausgemistet" wird. Nun rücken die aber nicht nur mit Kind und Kegel, sondern auch mit deren Kumpels, Spielgefährten und lovers an, es wird also trotz großzügigem Platzangebot richtig eng, vor allem in Bad und Küche. Trotzdem ist die Last der Unterhaltskosten gleichmäßig auf die Schultern der ersten Erben-Generation verteilt. Das ist zwar ungerecht, aber man erträgt es um des lieben Friedens willen und um Oma nicht traurig zu machen.
Was aber richtig nervt ist die Unverschämtheit, mit der unsereins von seinem Stammplatz vertrieben und dafür auch noch ausgelacht wird.
Wir haben die Konsequenzen gezogen: sobald sich der Bruder mit seiner Horde anmeldet, heißt es unter uns Geschwistern: "Die Albaner kommen!"
Daraufhin räumen wir das Feld um woanders streßfrei den Urlaub zu verbringen. Alle gemeinsam übrigens, aber ohne die Oma.

Soviel zum Stichwort "Albaner", die sich vermehren wie Kroppzeug (klar, sind ja Moslems) und aufgrund ihrer demografischen Entwicklung Gebietsansprüche stellen.

Gravatar: Alfred

Auch für Deutschland sind die Albaner keine Bereicherung geworden.
Werden auch sie in Deutschland zu Terrortrainer ausgebildet oder umgekehrt?

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