Drill oder antiautoritäre Erziehung?

Braucht unser Erziehungssystem mehr Respekt und Disziplin?

Lehrer und Schulleiter beschweren sich über die mangelnde Disziplin und fehlenden Respekt bei den Schülern. Und die Post-Tochter DHL will künftig mehr Personal anstellen, das zuvor bei der Bundeswehr gedient hat, weil viele Zusteller unzuverlässig seien. Fehlt es der jungen Generation an Disziplin und Respekt?

Foto: Pixabay
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Eine seltsame Nachrichte schallte heute über den Rundfunk-Äther. Die Post-Tochter DHL will zukünftig bevorzugt Personal einstellen, das zuvor bei der Bundeswehr gedient hat. Denn diese Menschen seien zuverlässiger und disziplinierter. Es gab in der letzten Zeit viele Beschwerden, dass die oftmals jungen Zusteller unzuverlässig seien und Pakete nicht korrekt abliefern würden.

Doch es ist nicht nur die Post, die sich über die Unzuverlässigkeit ihrer jungen Mitarbeiter beschwert. Viele Arbeitgeber nehmen mit Staunen zur Kenntnis, dass in Teilen der Bevölkerung das Bildungsniveau abnimmt. Disziplin und Verantwortung würden keine vorrangigen Tugenden mehr sein. Doch genau dies sei im Arbeitsleben gefordert.

Seit Jahren beschweren sich Lehrer und Erzieher über das Chaos in den Schulen und Kindergärten. Es ist immer wieder von der »Kampfzone Klassenzimmer« die Rede. Die Lehrer sind überfodert, entkräftet und ratlos. Die Kinder dagegen sind wie außer Rand und Band. Auch die Eltern wissen oftmals nicht weiter. Die Gewalt auf dem Schulhof wird auffälliger. Allein in den Jahren 2014 und 2015 haben Berlins Schulen 2475 Gewaltvorfälle gemeldet. Dabei kommt es sogar zu Übergriffen der Schüler auf Lehrer und Schulpersonal.

Hinzu kommen die Schikanen. Das Mobbing unter Schülern nimmt oft grausame Züge an. Es wird davon ausgegangen, dass mittlerweile jedes sechste Kind Opfer von Mobbingattacken wird.

Nicht nur mit der Disziplin geht es bergab. Auch die Bildung kommt zu kurz. Lehrer müssen immer mehr als Sozialarbeiter tätig sein. Die Wissensvermittlung wird vernachlässigt. Das zeigt sich in der mangelnden Rechtschreibung, die selbst bei Abiturienten sichtbar ist. Auch die Mathekenntnisse der Abiturienten nehmen ab. Universitätsprofessoren beschweren sich, dass die Abiturienten nicht genügend Mathekenntnisse von der Schüle mitbringen würden. Doch in vielen technischen Berufen und Ingenieurs-Studiengängen seien gute Mathekenntnisse grundlegend.

Seit den 1970er Jahren sind Drill und Autorität an der Schule verpönt. Es scheint aber, dass junge Menschen Grenzen aufgezeigt brauchen, um Tugenden wie Respekt und Disziplin zu lernen.

Ein Umdenken in der Bildungspolitik ist jedoch nicht in Sicht.

 

 

Kommentare zum Artikel

Gravatar: Jörg

Unter den gegenwärtigen Umständen scheint der einzige Ausweg ein freier Bildungsmarkt zu sein.
Die Bildungsanbieter müssten sich dann den sicherlich auch individuellen Bedürfnissen der Lernwilligen anpassen.
Diese Anreize würden die Fragen in Bezug auf Bildungskonzepte in der Praxis beantworten.

Gravatar: Jomenk

Man redet doch immer von dem deutschen Wirtschaftswunder. Wie war das möglich? Es war das Ergebnis von Fleiss, Disziplin, Schaffenswille und Strebsamkeit. Und was ich jetzt schreibe, bitte mit Vorsicht verstehen. Es liegt mir fern, gewisse Abschnitte unserer Geschichte zu verherrlichen. Aber die Aufbauleistung haben diejenigen Menschen vollbracht, die ein Produkt der Erziehung im dritten Reich waren. Dort hat man ihnen das Rüstzeug mitgegeben, was die Leistungen erst ermöglich hat.
Ich will damit nicht sagen, das das Schulsystem aus dieser Zeit als Vorlage dienen sollte. Aber solche Grundlagen wie Ordnung und Disziplin sollte auch den heutigen Schülern vermittelt werden. Leider sind das Eigenschaften, die heute nur noch belächelt werden. Aber sie sind wichtig, auch für das spätere Berufsleben.
Betrachtet man China, so kann man feststellen, das die Prinzipien wie Ordnung und Disziplin dort hoch im Kurs stehen. Alles ist auf Leistung ausgerichtet. Für die Schüler ist das natürlich sehr schwer. Viele zerbrechen daran. Auch das sollte nicht sein. Aber Verhältnisse wie in deutschen Schulen sind dort unvorstellbar. Und welche Schüler besser auf die Zukunft vorbereitet sind, ist wohl klar. In den Jahren zwischen 2012 und 2015 wurden in China ca. 40 Mio. Akademiker produziert. Und 52% von den 40 Mio. haben einen überdurchschnittlichen Abschluss.
Jetzt kann man sich vielleicht vorstellen, wo in Zukunft die Musik spielt.

Gravatar: HDM

"Ein Umdenken in der Bildungspolitik ist jedoch nicht in Sicht."

Oh, da machen sich Altparteien aber schon Gedanken drüber!
"Alle Bildungsprozesse, Handlungen und Institutionen sind einem Gender Mainstreaming-Verfahren zu unterwerfen. ... Lehrpläne und Didaktik müssen auf geschlechtsspezifische Bevorzugung und Benachteiligung hin überprüft werden. ... Im Interesse der Auszubildenden und ihres Rechts auf Lebensbegleitendes Lernen soll es künftig die Möglichkeit geben, berufliche Kompetenzen auch über einen längeren Zeitraum, von Arbeitsphasen unterbrochen, so zu erwerben, dass sie zu gegebener Zeit zu abschlussbezogenen beruflichen Qualifikationen gebündelt werden können."

Und hier die Quizfrage des Tages: wo habe ich diese Passagen kopiert??
A: aus dem Grundsatzprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
B: aus dem Grundsatzprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
C: aus dem Grundsatzprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
D: aus dem Grundsatzprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Peace! Am Besten ist dabei die Passage: "über einen längeren Zeitraum, von Arbeitsphasen unterbrochen"

Genau. Und das Geld für das deutsche BIP wächst auf Öko-Bäumen.

Gravatar: Müller Milch

In den USA werden Absolventen der Militär-Colleges (z.B. Westpoint oder US Naval Academy Annapolis) auch in der Wirtschaft sehr geschätzt. Das wird seine Gründe haben ...

Gravatar: Franz Horste

Kein Wunder, bei immer weniger Lehrern immer mehr Schüler aus muslimischen Ländern. Muslime haben keinen Respekt vor Lehrerinnen und bringen dies auch ihrenn männlichen Sprößlingen, die eh lernunwillig sind, bei.
Wie sollen da meist weibliche Lehrkräfte an Grundschulen Ordnung rein bringen? Mädchen kommen mit Kopfverhüllungen und dürfen nicht an Sport und Schwimmen teilnehmen. Die Väter fordern Gebetsräume und wollen noch über Lehrinhalte mitbestimmen. Was uns fehlt, ist erst mal Ordnung im Staat und im Kultusministerium. Dazu gehört auch eine Kopftuchfreie Zone in öffentlichen Räumen. Muselmassen müssen unsere Erziehungsmethoden akzeptieren. Wenn sie schon unser Geld nehmen, sollte das selbstverständlich sein.
http://wort-woche.blogspot.de/2017/04/feiger-richter-in-heidelberg-druckt.html

Gravatar: H.Roth

Gut beobachtet!

Mir fallen dazu mindestens drei Beispiele ein, bei denen der Erfolg von Disziplin und Drill sichtbar ist:

1. Die Präsidenten Israels waren fast alle vorher Offiziere, verstehen also etwas von Disziplin und Führung.

2. Die Ostasiaten haben von ihrer Kultur her ein sehr hohes Maß an Selbstdisziplin und führen schon jahrelang die Ranglisten beim Bildungsniveau an.

3. In Russland gehört Drill und Disziplin noch zur schulischen Tagesordnung. Als Ergebnis bringt das Land gute Mathematiker, Sportler (z.B. Eiskunstlauf, Ballett) und Schachspieler hervor.

4. Wenn man sich einmal eine Doku über Eliteschulen (z.B. England) ansieht, dann sieht man, welch hohes Maß an Disziplin und Drill in diesen Internaten gefordert wird.

Mein Fazit: Beste Ergebnisse wachsen eben nicht so nebenbei und allgemein zwischen "Kraut und Rüben", sondern im gut kultivierten "Gewächshaus", um mal einen Vergleich aus der Landwirtschaft zu bemühen.

Gravatar: Lisje Türelüre aus der Klappergasse

Herr Horste bringt es auf den Punkt.....

@Jomenk
Sie irren sich. Die 12 Jahre reichten nicht aus, das Bildungssystem nachhaltig zu verändern, das zudem noch stark kirchlich geprägt war.
Nein, die Erziehungsprinzipien waren schon vorher da.
Am Dienstag lief in der ARD die letzte Folge von "Charité", eine wirklich sehenswerte Sendereihe. Die Nobelpreise purzelten nur so. Gezeigt wurde, wie unsere Vorfahren mit allen Schwierigkeiten persönlicher und politischer Art fertig werden mußten und es trotzdem schafften.

Gravatar: Tom

So was nennt sich auch gern einmal " antiautoritäre Erziehung" - wobei von Erziehung gar keine Rede mehr sein kann, denn die Wänster machen heutzutage was sie wollen. Wir waren auch nicht immer brav, aber wir haben wenigstens unseren Eltern und Großeltern gehorcht und auch Lehren von älterern Menschen angenommen. Und wenn der ABV um die Ecke kam, waren wir auf dem Hof still und leise und ließen die Zigaretten verschwinden.

Gravatar: viola

Fassen wir es doch mal zusammen: Nichts in der Schule gelernt, keine Arbeit mit ansprechendem Lohn, kein Geld, kein Haus , kein Auto und kein Ehrgeiz daran etwas ändern zu wollen. Also werden dann fremde Auto´s abgefackelt und man versucht mit allen möglichen Tricks an das Geld Anderer zu kommen.

Gravatar: Gittel

Dieser antiautoritärer Erziehungsquatsch fällt Deutschland jetzt auf die Füße.
Wir haben immer versucht, unseren Kindern die wesentlichen Werte zu vermitteln und die sind eben Ehrlichkeit, Disziplin, Menschlichkeit, Fleiß, klare Grenzen usw.
Das bedeutet aber auch, dass man sich mit seinen Kindern beschäftigt und sie nicht einfach machen lässt, worauf sie gerade Lust haben.
Noch eine kurze Anmerkung, unsere Kinder können zwar nicht ihre Namen tanzen, aber Guten Tag und Danke sagen. ..

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