Ist das der Grund für das Versagen?

Berlin ist die Stadt der Frauen

Klaus Wowereit wurde mit seinem Spruch "Berlin ist arm, aber sexy" bekannt. Spötter kommentierten das mit der Bemerkung: Er selber ist beides nicht. Nun gibt es eine neue Lachnummer. Nun ist Berlin "Stadt der Frauen".

Symbolbild Armut Quelle: Pixabay
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Lebenswelt, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: BER, Berlin, Bildungssystem, Dilek Kolat, Frauenanteil, Gleichstellungspolitik, Klaus Wowereit, Stadt der Frauen, Verantwortung, Verwaltung
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Im Netz kursiert eine kleine Sammlung von aktuellen Überschriften, die so aussieht:

Schlagzeile im Tagesspiegel

"Verwaltung als Chaos – was läuft schief in Berlin?"

Schlagzeile im Focus

"Chaos in Berliner Ämtern legendär. So sollen Missstände beseitigt werden"

Schlagzeile im Spiegel

"Behördenchaos: Failed State Berlin – Berlins Verwaltung funktioniert nicht"

Schlagzeile in der Berliner Zeitung

"’Stadt der Frauen’: in Berlins Verwaltung funktioniert die Gleichstellung"

 

Darauf sind sie stolz: "Mit Fug und Recht können wir sagen: Berlin ist eine Stadt der Frauen", sagte die SPD-Politikerin Dilek Kolat bei der Vorstellung des Gleichstellungsberichts und nannte gegenüber der Berliner Zeitung einige Zahlen:

Der Anteil der Professorinnen betrüge 31,4 Prozent (zum Vergleich im Bund: 22,7 Prozent). Es gäbe ziemlich genau so viele Richterinnen wie Richter. In der Regierungszentrale läge der Frauenanteil im höheren Dienst sogar knapp über 50 Prozent.

In vielen Bereichen sei das Ziel erreicht, so die Gleichstellungssenatorin weiter; Männer und Frauen seien zu annähernd gleichen Anteilen vertreten, aber: "Es ist noch etwas Luft nach oben."

Hadmut Danisch wundert sich über die Bezeichnung "Stadt der Frauen". Auf seinem Blog Ansichten eines Informatikers’ schriebt er: "Und wie oft muss ich das noch erklären: Frauen vertreten nicht Frauen. Nur weil eine irgendwo arbeitet, hat sie noch lange kein Mandat, die "Frauen" zu vertreten, und auch nicht die Aufgabe. Sie hat ihre Arbeit zu erledigen und nicht jemanden zu vertreten oder zu repräsentieren."

Andere finden noch deutlichere Worte: "Berlin ist eine Stadt der Frauen? Wirklich? Die kommen nicht mal auf den Gedanken, dass man gewöhnlich diejenigen, die die Verantwortung tragen, an ihren Erfolgen misst. Wenn Berlin eine Stadt der Frauen ist, dann sind es Frauen, die Berlin zu einem Failed State machen."

So heißt es auf dem Blog scheidende Geister, auf dem der ‚Schwulemiker’ zitiert wird, der schreibt: "Berlin versinkt in Scheiße, Berlin ist die Hauptstadt der Armut, Berlin ist Kriminalitätshauptstadt, die Berliner Verwaltung schafft es nicht, Baustellen sinnvoll zu planen, der BER wird nicht fertig, die Qualität des Berliner Bildungssystems ist mitleiderregend."

Das mag heftig klingen, aber zu jedem Stichwort gibt es einen Link, der die Belege liefert. Es fällt schwer, dem zu widersprechen. 

So ist Gleichstellungspolitik. Sie kümmert sich um Quoten. Sie feiert sich selber. Sie rechnet Prozente aus, statt sich an reale Probleme heranzumachen. Wenn Berlin eines Tages zu Grabe getragen wird, wird sie dafür sorgen, dass gleich viel Frauen und Männer jeweils links und rechts vom Sarg stehen und statt zu trauen, ein Loblied auf die Erfolge der Gleichstellungspolitik einstimmen.

Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Andreas Berlin

Viel interessanter für eine sachliche Bewertung wäre doch, wie viele Frauen den gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen erhalten. Und (da Männer, wie wir aus der Musik alle wissen, "Schweine sind") frage ich noch schärfer nach: wie viele der Frauen in Führungspositionen haben dieses Prinzip in ihrem Verantwortungsbereich durchgesetzt?

Gravatar: Dirk S

Zitat:"So ist Gleichstellungspolitik."

Die will ja schließlich auch Ergebnisgleichheit und das geht am besten auf dem untersten Level. Erst wenn alle gleich doof sind, ist Ergebnisgleichheit in der Bildung erreicht. Erst wenn alle mit 20 sterben, ist Ergebnisgleichheit bei der Lebenserwartung erreicht. Erst wenn... Bitte selbst aussuchen.

Zitat:"Sie kümmert sich um Quoten."

Vor allem um selbstdefinierte Quoten. Und sie bevormundet alle. Warum sollen Frauen nicht andere Präferenzen haben als Männer? Daran ist nichts Schlimmes. Außer für Quotenfetischisten, denn denen geht es nicht um gleiche Rechte oder gleiche Chancen oder um die gleiche Freiheiten oder die Menschen überhaupt. Denen geht es um Bevormundung, darum, Menschen vorschreiben zu können, was sie tun sollen und um die Anmaßung, zu wissen, was für andere gut ist. Die deutsche Geschichte ist voll von solchen Spinnern. Leider haben die es immer wieder an die Macht geschafft. Das muss sich mal langsam ändern.

Zitat:"Sie feiert sich selber."

Macht ja sonst keiner.

Zitat:"Sie rechnet Prozente aus"

Und nicht mal das bekommen sie korrekt hin. Die saugen sich irgendwas aus den Fingern und versuchen durch das andauernde Wiederholen von Lügen, diese zur Wahrheit zu machen. Bis dato sind deren Behauptungen immer widerlegt worden.

Zitat:"statt sich an reale Probleme heranzumachen."

Quoten fallen unter "First world problems". Irgendwann wird uns der ganze Schwachsinn überaus schmerzhaft auf die Füße fallen. Und dann wills keiner gewesen sein und wir hören solche Sprüche wie :"Aber, wir lieben doch alle Menschen." Tut die aber nicht, haben die nie getan, die sollen aufhören zu lügen. Immer mehr haben davon die Nase gestrichen voll.

Unquotierte Grüße,

Dirk S

Gravatar: H.Roth

Es muss sich um einen Tippfehler handeln, denn die Überschrift zu diesem Text hätte heißen müssen:
"Berlin ist die Stadt DES GRAUENS"!

Gravatar: Dr. Bruno Köhler

Was Frau Kolat verschweigt, ist, dass es in Berlin aber auch 17% mehr männliche als weibliche Arbeitslose (2016) gibt, 25% mehr ausländische Jungen als Mädchen ohne Schulabschluss und 34% mehr deutsche Jungen als Mädchen ohne Schulabschluss (2015), 65% weniger männliche als weibliche Lehrer gibt, die Lebenserwartung von Männern um 5,3 Jahre geringer als die von Frauen (2015) ist und es 65% mehr männliche als weibliche Gewaltopfer (2015) gibt und der Anteil von Männern an der Elternzeit bei lediglich 12 % liegt.
All diese Gender Gaps interessieren Frau Kolat nicht. Es ist ein Charakteristikum von Gleichstellungspolitik, dass sie dort endet, wo Jungen, Väter und Männer die schlechteren Quoten haben. Gleichstellungspolitik ist verlogen, war verlogen und wird verlogen bleiben.

Gravatar: Dirk S

@ H.Roth

Vorschlag zur Güte: Berlin ist beides. Ich mein, das eine schließt das andere nicht aus.

Gütliche Grüße,

Dirk S

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