CDU-General Tauber sieht schon bei jeder Merkel-Kritik von Linke bis FDP die AfD blinken

Bei der CDU liegen die Nerven blank

CDU-Generalsekretär Tauber wird immer peinlicher. Er geißelt nicht nur Sahra Wagenknecht und Christian Lindner nach recht lascher Merkel-Kritik als AfD-nah, sondern macht sich sogar über die Anzüge politischer Mitbewerber lustig.

Foto: Olaf Kosinsky/ Wikimedia Commons/ CC BY-SA 3.0 de (Ausschnitt)
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Politik - Empfohlen, Startseite - Empfohlen, Startseite - Unterbühne | Schlagworte: Peter Tauber, CDU, Sahra Wagenknecht, Linke, AfD, Frau Petry, Alexander Gauland, Christian Lindner, FDP, Wolfgang Kubicki, Linkspopulismus, Armin Laschet
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Bei der CDU liegen die Nerven angesichts ausbleibender Erfolge blank. Anstatt eigene politische Inhalte zu verkaufen, wird es immer mehr zu einem Verbalumschlag gegen andere Parteien. Dabei sieht CDU-Generalsekretär Peter Tauber als Feindbild überall nur noch die AfD stehen, die anders als die Christdemokraten kontinuierlich in der Wählergunst zulegt.

Tauber setzte zum einen die Linkspartei wegen Wagenknechtd Kritik an Bundeskanzlerin Merkel mit der AfD gleich. So brandmarkte er am Wochenende die Linke als »rote AfD« und titulierte verächtlich Sahra Wagenknecht und Frauke Petry gemeinsam als das »doppelte Lottchen des Populismus in Deutschland«.

Doch nicht nur die Linke, getreu dem im Ersten Weltkrieg gern gesungenen Lied »Feinde ringsum« bekommt zugleich der frühere Koalitionspartner FDP ebenso sein Fett ab, denn auch die Liberalen ziehen ja den Christdemokraten Wählerstimmen ab. Auch hier wittert Tauber versteckt die AfD.

Als Reaktion auf das traditionelle Dreikönigstreffen der Freien Demokraten in Stuttgart sagte der CDU-General zum FDP-Chef Christian Lindner: »Er redet teilweise wie Herr Gauland von der AfD. Der einzige Unterschied besteht darin, dass er statt eines abgewetzten Tweedsakkos einen überteuerten Maßanzug trägt.«

Damit wird Tauber noch um so peinlicher, da er über das Politische auch ins Persönliche geht, und Menschen bewertet, was sie als Kleidung tragen. Wie ein sich klassenkämpferisch gebender Altlinker will der CDU-Politiker plötzlich bei Lindner, der auch Fraktionschef der NRW-FDP ist, einen »überteuerten Maßanzug« erkennen.

Das ging sogar CDU-Vize Armin Laschet zuweit, der im Mai die NRW-Wahl gegen Hannelore Kraft gewinnen will, und setzte sich sofort von seinem tobenden Generalsekretär ab. Lindner rede nicht wie Gauland, erklärte Laschet und fügte an: »Die FDP ist und bleibt unser Wunschpartner, in Düsseldorf und in Berlin«.

Gegenwehr kam natürlich auch von FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki: »Der CDU-Generalsekretär ist und bleibt eine Taubernuss«.  Er warf der CDU ein Reiten auf der Welle des Linkspopulismus vor. »Der linke Neidreflex, der da bedient werden soll, zeigt, wie es um die CDU bestellt ist«, geht Kubicki auch auf den Anzugvergleich ein.

»Es zeigt einerseits die Nervosität der CDU vor den kommenden Wahlen, andererseits, wie tief diese Partei inzwischen gesunken ist. Wer einfordert, dass der Rechtsstaat die geltenden Gesetze auch durchsetzt, wird in die rechte Ecke gestellt«, fügt der schleswig-holsteinische FDP-Politiker an.

Kommentare zum Artikel

Gravatar: Max Latino

Nicht, dass ich besondere Sympathie für Herrn Kubicki oder der FDP empfinde, aber mit der Wortkreation "Taubernuss" für " Muttis Liebling" , der sich Generalsekretär der CDU nennt, hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.
Ein Tauber, der Andersdenkende , die sich öffentlich nicht zur Wehr setzen können oder Merkel- Abbtrünnige als " Arschlöcher" bezeichnet und Parteimitglieder als Karnickel betrachtet, die man jagen müsse, wenn sie nicht parieren, hat nichts anderes verdient.
Respekt sowieso nicht. Ich schätze diese "Taubernuss" sowieso so ein, dass er auf der Straße nicht "überlebensfähig" ist.
Dort würde er sich so etwas auch nicht trauen, weil er damit rechnen müsste, dass sein Gegenüber von seinem Notwehrrecht "Erwiderung auf der Stelle " Gebrauch machen könnte.
Ich würde es tun!!!!!!

Gravatar: Ulli P.

Solche Leute sitzen im unteren bis mittleren Management kleiner Bausparkassen oder Versicherungsgesellschaften. Aber auch da wird Leistung erwartet und nicht nur Verächtlichmachung des Mitbewerbers!

So schwach wie er sich darstellt, ist er das typische Beispiel Merkelscher Personalpolitik.

Gravatar: Heinz

Ich finde Herrn Tauber toll.
Sorgt er doch vehement dafür, daß diese linke Blockpartei CDU immer mehr auf Talfahrt geht.

Gravatar: Lutz

Warum sollten bei der Union die Nerven blank liegen?

"Seriöse" Meinungsforscher sehen diese Union schon wieder fast an der Marke von 2013. So sehr daneben liegen diese wohl eben doch nicht...
Interessant ist: viele liberale und konservative Bürger kanalisieren ihre Sorgenbewältigung auf das Wahljahr 2017. Dies ist völliger Quatsch! Warum?
Der Deutsche scheut Experimente, ist politisch unbedarft und - besonders immer noch auf konservativer Seite - ideologisch "West"- freundlich unterwegs.
Zudem:
Politische Entwicklungen f o l g t e n historisch
i m m e r - dies naturwissenschaftlich exakt - sozialkulturellen Bedürfnissen und gar nie andersherum.
Selbst dann, wenn die AfD 25% der Stimmen bekäme (wird leider niemals passieren), die sozialkulturellen Bedürfnisse werden schon heute mehr für andere sozialkulturellen Hintergründe, gewisse Minderheiten und Bedürfnisse gestillt, als die eigenen. So wie es eine "gefühlte" Temperatur gibt, spürt man heute schon die "gefühlte" Kultur von morgen. Und diese hat mächtigen Hunger und Aufwind. Wie gesagt: politische Umwälzungen standen immer schon im Verhältnis von Ideologischem Hunger einerseits und absehbaren politischen Umwälzungen andererseits ab.

Eine Noch-Mehrheits-Gesellschaft, die gleichzeitig ihre eigenen sozialkuturellen Bedürfnisse nicht einmal mehr argumentieren und definieren kann, wird der CDU keine blanken Nerven mehr bereiten. Die Faustregel CDU plus FDP plus AfD = 52% konservativ-liberal stimmt so eh nicht mehr. Die CDU ist eine Partei l i n k s der Mitte und viele CDU Wähler sind heute weder konservativ noch liberal. Also, liebe CDU, du brauchst dir keine Sorgen zu machen, du bist eine beliebige und verschiebbare Partei zum puren Selbstzweck geworden.

Allerdings: die "gewaltigen Lichterketten" und offiziellen politischen "Kundgebungen" zu Ehren der Opfer des Berliner Weihnachtsmarktes lassen erkennen, dass zwischenzeitlich alles noch schlimmer ist. Man hat nicht mehr "bloß" keine sozialkulturellen Bedürfnisse mehr, sondern findet es noch "überlegt" und "verantwortungsvoll" erst keine mehr anzumelden.

Kein "Je suis .....," nicht einmal eine "gestellte Aufnahme" (wie in Paris) sind eigene Opfer mehr wert. Die Gesellschaft hält sogar noch anbiedernd hin und fragt gar nicht erst nach. Warum auch, das neue I-Phone liegt unterm Tannenbaum...

Eine Gesellschaft hat sich bewusst abgemeldet.
Nach Adabsurdistan.
Diese Krankheit kann Politik nicht mehr heilen. Weder so, noch so...

Gravatar: Gittel

Die Bezeichnung TAUBERNUSS finde ich passend für so eine taube Nuss.Wer durch Inhaltlosigkeit und Uneinigkeit glänzt, dem bleibt nichts anderes übrig, als über andere herzuziehen. Die CDU ist seit längerem damit beschäftigt, anders denkende zu denunzieren, denen ist jedes Mittel recht.Dabei merken Sie wahrscheinlich nicht mal, dass ihnen reihenweise die Wähler davon laufen. Sie schaffen sich selber ab und das ist gut so.

Gravatar: Gerd Müller

Sie beanspruchen die Demokratie für sich alleine, verbiegen und vergewaltigen sie dabei massiv, denn demokratisch ist nur was ihnen in den Kram passt und beschimpfen Andersdenkende, die ihnen nicht passen, als undemokratisch !

Hier hilft nur noch der klare Bürgerverstand und Abwahl mit Echo !

[Gekürzt. Die Red.]

Gravatar: Kirchfahrter Archangelus

Herr Doktor Tauber (Meister des geistigen Tiefflugs mit Hang zum verbal Groben) steckt in einem Dilemma: Da soll er („Schatzi, hier ist Mutti. Mach bitte den Heiner Geissler für geistig Anspruchslose!“) mal so richtig den CDU-Generalsekretär geben – dies aber bei einer „C“DU, bei der fadenscheinig werdende Kulissen nur noch mühsam die Ruinen verdecken.
Also mal gegen Linke, AfD und FDP gestänkert, die eigenen Koalitionspartner SPD (Bund) und Grüne (Hessen, Baden-Württemberg) aber ausgespart - besser ist das.

Im „postfaktischen Zeitalter“ (und weil die eigene Regierungspolitik so peinlich ist, dass man sie besser gar nicht anspricht) läßt man Argumente sowieso weg und pöbelt mal lieber ohne Sachbezug. Als unpolitisches Thema für ein maues Scherzchen bietet sich hier doch die Kleidung an.

Aber wieder nix, alle meckern bloß wieder über den schmalbrüstigen Mr. Machismo, der doch so gerne gelungene Sottisen (findet wenigstens er) über Mitstreiterinnen in der Partei macht...

Gravatar: Mack

Dazu nur vier Worte: zu schwach, der Mann!

Gravatar: ...und überhaupt...

@Lutz: das liest sich sehr deprimierend. Auswandern wäre eine Möglichkeit.

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