»Katholische Kirche, wo gehst du hin?« war der Titel eines Symposiums in Rom am 7. April

Aufstand bei Kardinälen – Franziskus muss »verbannt werden«

Verwirrung in der Kirche, die zweideutigen Lehren des Papstdokumentes »Amoris Laetitia«, Fragen der Bioethik, sowie der Grenzen der Autorität des Papstes wurden heiß diskutiert.

Foto: Pixabay
Veröffentlicht: | von

Kardinal Raymond Leo Burke und der deutsche Kardinal Walter Brandmüller waren persönlich zugegen, der emeritierte Bischof von Hong Kong, Kardinal Joseph Zen, hat zum Anlass per Videoübertragung einen Vortrag zur Beziehung von China mit der Kirche gehalten.

 

Burke und Brandmüller sind beides Unterzeichner der „Zweifel“ oder „dubia“ die in der Vergangenheit an Papst Franziskus gerichtet waren, um Klarheit in seiner Lehre zu bitten.

 

Dass eine Verwirrung in der katholischen Kirche herrsche, wurde einvernehmlich anerkannt.

 

Zwei Schritte seien laut Kardinal Burke nötig, um den Missbrauch der Vollmacht von Papst Franziskus zu korrigieren: Franziskus müsse die lehramtlichen Fehler in „Amoris Laetitia“ öffentlich eingestehen und Verwirrung damit ein Ende setzen, dann müsse Franziskus die häretischen Interpretationen der zweideutigen Stellen des Schreibens öffentlich korrigieren.

 

„Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel,“ zitierte Kardinal Burke den Galaterbrief des Apostels Paulus (vgl. Gal 1,8).

 

Das „anathema sit“ d.h. das „der sei verflucht“, die traditionelle Formel des Kirchenbanns erntete tosenden Applaus von den Versammelten.

 

Kardinal Meisner – eine weiterer „dubia“-Unterzeichner und ehemaliger Erzbischof von Köln (†2017) – wurde durch Kardinal Burke zitiert. Zu Beginn seines Vortrag wiederholte Burke, was Meisner ihm beim Konsistorium im Februar 2014 zu Beginn der Synode zu Ehe und Familie gesagt habe: „Alles das führt ins Schisma.“

 

Kardinal Brandmüller legte in seiner Ansprache die Verantwortung in die Hände des gläubigen Volkes. Wenn in der Kirche Verwirrung über ihre Lehre herrsche – wie es beispielsweise in der Kirchengeschichte beim Arianismus vorgekommen sei – und der Papst nichts unternehme, um Klarheit zu schaffen, dann müsse das Volk die Glaubenswahrheit in die Zukunft tragen.

 

„In der Geschichte des Volkes Gottes war es oft nicht die Mehrheit, sondern eher die Minderheit, die den Glauben gelegt und bezeugt haben.“

 

Um Klarheit zu bekommen, könne sich der Katholik nicht immer auf Kirchenmänner verlassen.

 

„Die Erfahrung der Kirche zeigt, dass manchmal die Wahrheit des Glaubens nicht von den Anstrengungen der Theologen oder der Lehre der Mehrheit der Bischöfe konserviert bleibt, sondern in den Herzen der Gläubigen.“

 

Als Beispiel brachte Brandmüller die Demonstration „Manif pour tous“, eine Massendemonstration in Frankreich in 2012 während der über einer Million Teilnehmer für die Ehe zwischen Mann und Frau auf die Straße gingen.

 

Die „Freunde von Kardinal Carlo Caffarra“ waren Organisatoren der Konferenz. Kardinal Caffarra war erst vor kurzem verstorben und war auch Unterzeichner der „dubia“.

 

Diese „dubia“ haben bisher noch keine Antwort von Papst Franziskus erhalten.

 

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Theo

Ein zurück getretener Papst.

Ein verbannter Papst.

Na dann haben wir ja bald wieder ein Trio wie im finsteren Mittelalter.

Wie dumm sind eigentlich die Leute, die dieser Kindermißbrauchssekte hinterherlaufen und auch noch Glauben schenken.

Gravatar: Adorján Kovács

@Theo
Woher kommt Ihr Hass auf die Kirche? Was hat sie Ihnen getan?
Warum war das Mittelalter finster?

Gravatar: Stasiopfer_in_USA

Im ersten Moment habe ich "...verbrannt..." in der Ueberschrift gelesen.

Gravatar: Hans Reuter

Kovacs. Wenn Sie sich einmal die Geschichte des Katholizismus ansehen, werden Sie feststellen, dass auf deren Konto Millionen von Toten gehen. Ob grauenvolle Religionskriege, Hinmorden von Hexen oder sogn. Ketzern. Nehmen Sie z.B. den armen Jan Hus welcher nichts anderes, als dem Klerus den Vorwurf machte sich zu sehr um die weltlichen Dinge zu kümmern und dafür auf dem Scheiterhaufen landete. Diese Grausamkeiten wurden im übrigen immer mit den entsprechenden Stellen des alten Testaments begründet. Abgesehen von dem Umstand, dass jener jüdische Gott der Grausamkeit, Jahuh/El Shaddai, keineswegs der Urschöpfer ist von welchem Jesus sprach, sondern nicht anderes als ein babylonischer Nationalgott eines damaligen Zwergenreiches, hat es der Klerus bis heute nie für nötig gefunden seine Lehren zu klären. Mein bleibt bei einem starren Dogmengebäude, bei welchen die meisten Behauptungen noch nicht einmal durch die Evangelien selbst abgedeckt sind. Und bei den Anhängern Luthers sieht es nicht wesentlich besser aus, denn auch er hielt das Verbrennen derer, die man Brüder nannte, wie die meisten seiner Kollegen für Gerechtfertigt. Diese Kirchen sind zu Firlefanz Institutionen verkommen, aber führen kaum Menschen wirklich zu Gott. Jene Menschen welche diesen Weg gefunden haben, hatten entweder ein Erlebnis in Todesnähe oder sind auf andere Weise mit den transzendenten Bereichen in Verbindung gekommen. Und bei solchen Menschen kommt es dann häufig zu einem Gesinnungswandel zum Positiven.

Gravatar: Regina Ott-Hambach

Die kath. Kirche ist noch lange nicht in der Jetztzeit angekommen. Ich bin zwar Katholikin und brave Kirchensteuerzahlerin, aber mit der eigentlichen kath. Kirche kann ich beim besten Willen nicht mehr viel anfangen, so leid mir das auch tut!

Gravatar: Theo

@Adorján Kovács

Wieso "Hass"?

Eine nüchterne Analyse der Fakrten wird Ihnen vielleicht die Möglichkeit der Erkenntnis geben, dass der tausendfache Missbrauch an Kindern, meistens an Schutzbefohlenen, durch Funktionäre der Kirche ausgeübt wurde und weiterhin aus begangen wird.

Eine Institution, die Jahrein- Jahraus über Gnade, Mitgefühl, Nächstenliebe etc. den Kirchensteuerzahlenden Gläubigen weiß machen will, was Moral bedeutet.

Ja sogar der Bamberger Priester, der letztens laut STERN aufgedeckt wurde, wie er seine "Rom-Pilgerreisen" frömmelnt dazu nutzte, sich in Rom einzumieten und seinen homosexuellen Callboy zu mieten, scheint Ihnen entgangen zu sein.

Übrigens werden Priester und Bischöfe in Bayern bekanntlich vom Staat alimentiert. Es handelt sich also nicht um Kirchensteuern, sondern um Steuergeld aller Steuerpflichtigen in Bayern.

Übrigens: Die Funktionäre der "Kirche" beider Konfessionen begehen die jeweiligen Verbrechen eben nicht als Institution, sondern durch die Straftaten ihrer Funtkionärsmitglieder.

Also kann man schon einmal semantisch keinen "Hass auf die Kirche" haben.

Ist das Hass oder Analyse?

Gravatar: Thomas Rießler

Für Atheisten muss dies alles fremdartig und unverständlich sein, was sie natürlich trotzdem nicht davon abhält, ihren Senf dazuzugeben.

Gravatar: Tacheles

@ Theo

Kindesmissbrauch findet außerhalb der Kirchen sehr
viel öfter statt.
Mehr findet der Missbrauch an Kinder zum Beispiel bei Politikern und Medien-
schaffenden statt. Und auch die Normalbürger schänden
häufiger Kinder als Kirchenmänner.
Natürlich, das verstehe ich sehr gut, erwarten Menschen
von Kirchenmänner mehr Moral und Anstand. Und das
haben sie in aller Regel auch.
Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Gravatar: Britta

Die Kirchen sind nicht perfekt.
Aber was wäre Deutschland, was wäre Europa ohne
seine jüdisch-christliche Kultur.

Wenn mich das TV Programm mal wieder fürchterlich
aufregt, dann schaue ich Bibel TV. Ha.
Meistens herrscht dort Friede, Freude und was war das
noch?

Gravatar: Hajo

Beide Kirchen, sowohl die katholische. als auch die Protestanten sind von Sozialisten und Marxisten im politischen Sinne unterwandert und dafür haben sie die Ideale ihres Religionsgründers verraten, der Demut und Hilfe gepredigt hat, aber kein Verfechter der Obrigkeit war und das ist der qualitative Unterschied zu seinen Stellvertretern, die ihn durch ihre Handlungsweise erneut verraten haben und das alles für ein Linsenmus und ohne Rücksicht auf den Schöpfer und seine Gläubigen, die auf dem Altar der Eitelkeiten und weltlichen Interessen geopfert werden, weil es opportun erscheint und damit Häresie begehen, denn Gottes Gebote sind unveränderlich und wer diese in Frage stellt, kann niemals Diener des Herrn sein, eher Diener des Teufels, das wäre zutreffender bei der heutigen Gemengenlage.

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang