Vor Staatspräsidentenwahl am 23. April

Auch in Frankreich manipulieren Umfrage-Institute

In drei Wochen wählt Frankreich seinen Staatspräsidenten in zwei Wahldurchgängen. Die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen, und der parteilose Ex-Rothschild-Banker Emanuel Macron, der zuvor Wirtschaftsberater und schließlich Wirtschaftsminister des abgestraften sozialdemokratischen Staatspräidenten François Hollande war, gelten als Gewinner des ersten Wahldurchgangs und müssen somit in eine Stichwahl am 7. Mai.

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In drei Wochen wählt Frankreich seinen Staatspräsidenten in zwei Wahldurchgängen. Die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen, und der parteilose Ex-Rothschild-Banker Emmanuel Macron, der zuvor Millionär, dann Wirtschaftsberater und schließlich Wirtschaftsminister des abgestraften sozialdemokratischen Staatspräsidenten François Hollande war, gelten als Gewinner des ersten Wahldurchgangs und müssen somit in eine Stichwahl am 7. Mai.

Während der Front National von Marine Le Pen aus den zurückliegenden Europawahlen mit fast 25% als stärkste Kraft Frankreichs hervorging, ist die von Emmanuel Macron geschaffene Bewegung „En Marche!“ (Das Wortspiel mit seinen Initialen bedeutet „Vorwärts“) eine erst wenige Wochen alte Neugründung anlässlich der anstehenden Präsidentenwahlen.

Ein „Freud’scher Versprecher“ (lapsus revelateur) des Direktors für öffentliche Meinungsumfragen beim marktführenden „Institut français d’opinion publique“ in einer Life-Sendung im französischen Staatsfernsehen TV-5 am 28. März lieferte nun die Erklärung für die Umfragen-Popularität des Neulings. Jérôme Fourquet antwortete auf die Frage der Interviewerin über die Gewinnchancen von Emmanuel Macron: „Die Franzosen denken in Abständen. Vor drei Jahren war Emmanuel Macron völlig unbekannt. Dann haben wir schrittweise die Meinung aufgebaut, dass er in die Stichwahl kommt.“ Um sich alsbald zu korrigieren: „Also, es hat sich so allgemein die Annahme verbreitet, dass er es schaffen könnte, um es genauer zu beschreiben“. Damit gab der Chef des einflussreichsten Umfrage-Instituts Frankreichs zu, dass Medien und Umfrage-Institute gemeinsam die Verantwortung für die Konstruktion des ansonsten unbekannten und inhaltslosen Kandidaten Emmanuel Macron und seiner Bewegung vor der Präsidentschaftswahl trugen. Sie schufen nur deshalb künstlich eine Welle des Vertrauens zugunsten des Politikneulings, um die Vorsitzende des Front National zu diskreditieren.

Fazit: nicht nur in Deutschland machen Umfragen erst die öffentliche Meinung. Sollten daher nicht ab einer festgesetzten Zeit vor den Wahlen Umfrageergebnisse nicht mehr veröffentlicht werden, um die Manipulation der Wähler durch Umfrage-Institute zu vermindern? Eine „Umfragen-Sperrfrist“ könnte dazu führen, dass sich die Wähler wieder ihres eigenen Verstandes bedienen, Parteiprogramme lesen und die geleistete Arbeit der Mandatsträger auswerten müssten, ohne sich dabei von Umfragedaten beeinflussen zu lassen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Anton

Wenn man schon so offen über manipulative Eingriffe in
die Wählerschaft spricht, sollte man diese "Meinungsmacher" genauer unter die Lupe nehmen!
Einzelne beauftragte Gruppen sind nur damit beschäftigt,
wie man Wörter, oder Begriffe finden kann, die ein total
verfälschtes Ergebnis bringen kann.
Beispiel:
PENSIONSHARMONISIERUNG ist im Grund gleich:
PENSIONSKÜRZUNG(!!!)

Präsidentschaftswahlen in Österreich:
1. Wahlgang: Ing. Hofer 35%
Van den Bellen 21%
Gries 18%
Stichwahl: Ing.Hofer 49%
Van den Bellen 51%(!!!)

Die Meinungsmanipulierer haben Van den Bellen in
kürzester Zeit durch Angstmacherei zur Hauptperson
avancieren lassen!
War dies eine demokratische Wahl? Nein, diese Wahl war
pure Manipulation! In der Demokratie, welch ein Hohn,
muß man den Ausgang einer solchen Wahl demokratisch
anerkennen?!

Ähnliches wurde in Holland praktiziert!
Die Wahlhelfer von Rutte haben ihrem Kandidaten die
Vorgangsweise seines Gegners empfohlen in der Wahl
als Hauptprogramm dazustellen! Pure Demokratie!!!

Ähnliches in Deutschland:
Frau Merkel, die Türöffnerin für die Flüchtlingslawine,
die nicht nur Deutschland, sondern die gesamte EU
betraf, macht in ihrer Wahlwerbung Kehrtwende:
DIE FLÜCHTLINGSZAHLEN MÜSSEN EINGESCHRÄNKT, JA MINIMIERT WERDEN!
Pure Demokratie!

Es ist kein Wunder, daß der Wähler, der diese Vorgangsweise schnell durchhaut hat, kein Vertrauen mehr in die Politik hat, denn es wurde klar, nur zum Trog, nur am Trog ist am schönsten!

Auf zur nächsten Wahl!!!

Gravatar: Napoleon Bonaparte

Frankreich hat schon fast verloren. Schade, einst war es eine stolze Nation. Ein Spaziergang durch die Vororte von Paris und Marseille lässt für die Zukunft Schlimmes erahnen.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

… „Dann haben wir schrittweise ´die Meinung` aufgebaut, dass er in die Stichwahl kommt.“ Um sich alsbald zu korrigieren: „Also, es hat sich so allgemein die Annahme verbreitet, dass er es schaffen könnte, um es genauer zu beschreiben“…

Handhabt es die SPD/CDU mit ihrem Schulz Martin nicht schon deshalb ähnlich mit dem Ziel, auch die nächste Gro Ko auf festen(?) Beinen stehen zu lassen???

Den Hoffnungs-Slogans bzw. Befehl – „Wir schaffen das“ – meine ich ebenfalls von einer Deutschen schon gehört zu haben!

Allerdings scheint diese Person derart unwichtig und damit wohl auch überflüssig zu sein, dass ich ihren Namen bereits schon wieder vergaß!!!

Gravatar: P.Feldmann

Der Begriff "Meinungsinstitute" bekommt hier eine widerliche Wendung, die,- das muß man leider feststellen-, hinter der Realität herhinkt!

Gravatar: Gerhard Berger

Manipulationen bei Umfragen - vor einer Wahl - stellen nicht das Problem dar.

"Korrigierende" Manipulationen bei bzw. nach der Wahl entsprechen schon fast soetwas wie alltäglicher "demokratischer" Tradition.

Damit ist nicht nur der exemplarisch bezeichnete Fall Dachau gemeint. Der sollte auffliegen.

Beteiligt euch als Vorstände oder Auszähler bei Wahlen in den Wahlbezirken eurer Heimatorte.
Ihr werdet wahre Wunder erleben und nie wieder ein anderes Land, sei es auch das heruntergekommenste, übelste Land, als "Bananenrepublik" bezeichnen können.

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