§ 217 StGB: Tagesspiegel hetzt gegen Kirchen

21. Januar 2013, 08:27 | Kategorien: Lebenswelt, Politik | Schlagworte: , , | von Redaktion
Foto: Michael Kappeler/ddp
Redaktion (oe)

Eine sehr subtile Hetze gegen die Kirchen leistete sich der Berliner Tagesspiegel am letzten Freitag. »Auf Wunsch der Kirchen« war dort ein Artikel über das Scheitern des Leutheusser-Schnarrenbergerschen Entwurfs über ein Gesetz, das die Möglichkeiten zur straffreien Sterbehilfe ausweiten würde, betitelt. Tenor: Die Kirchen führen die Politik am Gängelband.

Die Autoren zitieren ausgiebig Prälat Karl Jüsten, den Chef des Hauptstadtbüros der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, also des »Botschafters« der Bischöfe bei der Bundesregierung. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn sie nicht unterstellen würden, dass die Kritik der Kirchen maßgeblich für das einstweilige Scheitern der Justizministerin sein würde. Sie behaupten: »Für die Entscheidung der Union, die Bremse zu ziehen, dürfte die Haltung der Kirchen eine maßgebliche Rolle gespielt haben.«

Doch das ist allenfalls zur Hälfte richtig, vermutlich aber noch nicht einmal das. Als wäre es den Kirchen jemals gelungen, Einfluss auf Entscheidungen des Bundestages zu nehmen. Entscheidend ist, was hier – wissentlich? Aus Unkenntnis? – verschwiegen wird: dass nämlich ähnlich vehement wie die Kirchen die Ärzteschaft gegen den Entwurf der Justizministerin protestiert hat. Und zwar aus gutem Grund: Würde die Regelung Wirklichkeit werden, würde sich die Rolle des Arztes grundlegend verändern. Er würde nicht mehr eine Vertrauensperson sein, von der man Hilfe zur Gesundung erwarten kann. Sondern man würde in ihm immer auch einen sehen, der als »Therapie« die Todespille bereithält. Dieser Kulturbruch bringt nicht nur die Bischöfe auf die Barrikaden.

 

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