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19.05.2013
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Offener Brief an die Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP
Weitere Themen: Bildung, Familie


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Beverfoerde kritisiert Argumente des FDP-Schreibens als „entscheidende Irrtümer“

In einem offenen Brief hat sich Hedwig von Beverfoerde, Sprecherin von „JA zum Betreuungsgeld!“, an die Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP gewandt, die sich mit einem standardisierten Antwortschreiben gegen das Betreuungsgeld ausgesprochen hatten. Die FDP-Politiker sollten ihre ablehnende Haltung noch einmal überdenken, fordert Beverfoerde. 

Die 15 FDP-Abgeordneten hatten in ihrer Antwort zwar erklärt, daß sie zu den Vereinbarungen des Koalitionsvertrages zum Betreuungsgeld stehen würden, aber auch darauf verweisen, daß sie das Betreuungsgeld „für kein geeignetes familienpolitisches Instrument“ halten.

Hedwig von Beverfoerde kritisiert die Argumente, mit denen die FDP-Politiker „die Harmlosigkeit bzw. sogar Überlegenheit von Krippenbetreuung gegenüber der Erziehung durch die eigenen Eltern zu belegen versuchen“, als „entscheidende Irrtümer“.

So behaupteten die FDP-Politiker in ihrem Schreiben, die NICHD-Studie würde belegen, daß „nur bei Kindern unter einem Jahr, die mehr als zehn Stunden am Tag in Kinderkrippen betreut werden“ Probleme auftreten könnten. Dies sei „schlichtweg falsch“, so Beverfoerde, denn die NICHD-Studie hätte „0-3jährige Kinder untersucht, die mehr als 10 Stunden in der Woche (nicht am Tag) in der Kinderkrippe verbracht haben“. Im Alter von 12 Jahren hätten diese Kinder häufiger Aggressionen und schwieriges Verhalten gezeigt als Kinder, die vor allem von ihrer Mutter betreut worden seien. Das sei auch von der Streßforschung unlängst bestätigt worden.

Auch das von den FDP-Abgeordneten als Beleg einer möglichen positiven Auswirkung von Krippenerziehung auf Kinder sozial benachteiligter Familien zitierte „Perry Preschool Project“ könne man als Argument gegen das Betreuungsgeld nicht gelten lassen, da das „Perry Preschool Project“ den Einfluß vorschulischer Erziehung, also bei Kindern ab dem 3. und 4. Lebensjahr, untersucht habe, nicht bei 0-3jährigen Krippenkindern. Das genaue Alter sei aber der entscheidende Unterschied. „Unterdreijährige Kinder (Krippe) haben wesentlich andere Bedürfnisse als Überdreijährige (Kindergarten)“, betont Beverfoerde. Den pädagogischen Wert frühkindlicher Bildung und Erziehung im Kindergarten und in der Vorschule wolle niemand bestreiten. Das Betreuungsgeld würde aber für ein- und zweijährige Kinder gezahlt, die familiennah betreut würden, nicht für Kindergarten- oder Vorschulkinder.

„Angesichts dieser Fakten“ sollten sich die FDP-Politiker ihre Haltung noch einmal überdenken, fordert Beverfoerde und zu ihren Argumenten Stellung beziehen.

Über Abgeordneten-Check.de kann sich jeder Bürger dem offenen Brief von Hedwig von Beverfoerde anschließen und in seinem eigenen Namen eine gleichlautende Anfrage an jeden der mittlerweile 15 Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP stellen:

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Redaktion FreieWelt.net, 16.05.2012 13:46 | Kommentare (3)




 
  Kommentare (3)

Dr. Clemens Hackstedt, 23.05.2012 21:20
Gibt eine Familie ihre ein- bis zweijaehrigen Kinder in die Kinderkrippe oder zur Tagesmutter, foerdert das die Gesellschaft mit bis zu 1.000 Euro im Monat. Betreut und erzieht ein Elternteil die Kinder selber (und verzichtet damit auf finanziellen Vorteil) sind selbst 150 Euro im Monat zu viel? Warum koennen eigentlich nur familienfemde Menschen die Kinder so erziehen, dass es dem Staat Geld wert ist?

Houtermans, 17.05.2012 19:07
Auch ich stimme mit Herrn Sibiller überein,daß den Müttern ein Müttergehalt bis zum 3. Lebensjahr ihres Kindes zu bezahlen ist,das voll auf die Rente angerechnet wird.

Klimax, 16.05.2012 15:20
Das zentrale Argument gegen Betreuungsgeld ist: Es ist kein Geld da. Und für die FDP kann man auch den liberalen Grundsatz geltend machen: weniger Staat, mehr Eigeninitiative.

Deswegen ist das Betreuungsgeld falsch. Aus dem gleichen Grund sind aber auch Kinderkrippen falsch. Weniger Staat in der Kleinkinderbetreuung muß generell gelten.



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