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Sonderabgabe für Kinderlose
Weitere Themen: Allgemein, Familie


Foto: C.Bilan/ddp

Unionspolitiker fordern eine Sonderabgabe für Kinderlose. Wer älter ist als 25 und keine Kinder hat soll dafür bezahlen. Trotz des Widerstandes von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) soll noch in dieser Legislaturperiode eine Verfassungsänderung vorgenommen werden.

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Familienministerin Schröder erklärte: "Ich finde es vernünftiger, Kinderwünsche zu befördern statt Kinderlosigkeit zu bestrafen", sagte die CDU-Politikerin der Zeitung "Die Welt".

"Der Weg hin zu funktionierenden Kinderkomponenten in den sozialen Sicherungssystemen muss über Anreize führen und nicht über Abschreckung."

Mehr unter: Zeit Online



Redaktion, 14.02.2012 11:40 | Kommentare (10)




 
  Kommentare (10)

Jürgen Eberts, 20.04.2012 15:21
Sehr geehrte Damen und Herren,
eine Kinderlosenabgabe zu fordern ist Unrecht. Meine Frau und ich sind ungewollt kinderlos, sollen wir noch zusätzlich für unsere Wunden bestraft werden? Diese Forderung ist verfassungswidrig. Wer Kinderlosenabgabe fordert hat ein böses, gieriges Herz. Die finanziell größten Opfer für die Gesellschaft bringen Alleinstehende und Kinderlose. Mit unserem Geld werden die sozialen Einrichtungen bezahlt, während Eltern nur abkassieren und immer mehr vVergünstigungen wollen. Kinder bekommen die teuersten Spielzeuge, die teuersten Klamotten. Die Materialgier ist bei vielen Eltern und Kindern grenzenlos. Diese Gier müssen Alleinstehende und Kinderlose nicht finanzieren und auch nicht unterstützen.\r\nSollte es wirklich dazu kommen, dann werden wir die Geschenke für unsere Nichten und Neffen streichen, das ist ja dann in der Kinderlosenabgabe enthalten.\r\n\r\nMit freundlichen Grüßen\r\n\r\nJürgen und Susanne Eberts


Klimax, 15.02.2012 09:07
ES nervt, daß bei diesen Debatten Kinder immer nur als merkantiler Faktor ins Feld geführt werden. Niemand bekommt Kinder, damit die Renten gesichert werden. Und nochmnals: Kinderlose zahlen für Kinder mit. Es sind auch die Steuern von Kinderlosen, mit denen Kindergeld, Erziehungsgeld, Kindergärten, Schulen und Universitäten finanziert werden.

Ursula Prasuhn, 14.02.2012 22:52
Heute Abend heißt es auf allen Kanälen: Darf man Kinderlose "bestrafen", obwohl sie doch Kinder wollen, aber keine bekommen?
Was soll der Unsinn? Es geht nicht um Bestrafung oder Belohnung auf Grund von Wunsch oder Gesinnung. Es geht schlichtweg um nüchterne Berechnung der Nachteile und deren Ausgleich bei Frauen, die Kinder großziehen und deswegen viele Jahre - zu Ungunsten ihrer Rente - auf Berufstätigkeit verzichten.


heli75, 14.02.2012 22:46
Dass Kinder die Rente nicht nur für ihre Eltern erarbeiten müssen, sondern auch für diejenigen, die keine Kinder wollen, ist ja schon ewig bekannt. Eine geplante Abgabe dürfte allerdings nur diejenigen Menschen treffen, die aus egoistischen Motiven heraus keine Kinder wollen. Wie will man das herausfinden? Und ich kann mir vorstellen, dass die vielen entsorgten Väter, die bereits Kinder haben, sie aber curch eine Scheidung verloren haben, weil die Mutter und ihre Helfershelfer (Politik, JA, Justiz)das so wollen, sich wohl überlegen, ob sie mit einer neuen Partnerin noch einmal ein Kind zeugen. Und alle "Anfänger" in Sachen Kinderkriegen könnten überschlagen, was für sie preiswerter ist: eine höhere Abgabe an den Staat oder möglicher jahrelanger Krieg ums Kind, immer verbunden mit Kosten für den Vater, und Unterhalt bis zur Selbständigkeit des Kindes, das man dann u.U. nicht mal sehen darf, weil - s.o. Wenn in Deutschland wieder mehr Kinder auf die Welt kommen sollen, dann muss sich an den Bedingungen vieles ändern. Kinderkrippen sind nicht die einzige und nicht die unbedingt beste Lösung. Elternarbeit muss anerkannt werden, auch in höherem Maße z.B. bei der Rente. Wer Kinder hat, geht in keine teure private Krankenkasse, kann keine Rücklagen bilden. Dafür muss ein Ausgleich geschaffen werden. Es muss durchgesetzt werden, dass Eltern nach der Trennung Eltern bleiben. In der Wirtschaft müssen Bedingungen geschaffen werden, dass der Elternteil, der zur Erziehung der Kinder im Beruf aussetzt, auch wieder eingegliedert wird. Das ist eine Aufgabe für die Wirtschaft, die von der Politik unterstützt werden sollte. Und es müsste diese unseelige Quotenfrauenregulierung vom Tisch. Es gibt genug kluge Frauen, die das ohne Quote erreichen. Sie würden es mit Kindern schaffen, wenn man die Bedingungen dafür schaffen würde. Und - die Menschen müssten wieder mehr Zufriedenheit in dieser Gesellschaft haben, sich nicht verschaukelt und entmündigt vorkommen.

R. Weber, 14.02.2012 19:11
Dieser Vorschlag ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten.
Was bedeutet "Kinderlose"? Ist jemand bspw. schwul, impotent oder nicht gebährfähig, so muss er/sie auch eine Abgabe zahlen, oder wie denken sich das einige Damen und Herren in Berlin?
Wenn dieser Vorschlag Gesetz werden soll, sehe ich schon die Klageschriften beim Bundesverfassungsgericht einflattern wie Werbeprospekte.

Dass es dem Staat nur darum geht Steuern einzunehmen, scheint mir in der Debatte zu kurz zu kommen. Deutschland soll erst einmal seine Außenhandelsforderungen in Höhe von ca. 500 Mrd. Euro einfordern, bevor der kleine Mann mal wieder tiefer in die Tasche greifen muss.
Das hier hat nichts damit zu tun spätere Generationen versorgen zu können. Es wird so oder so nicht mehr möglich sein, wenn dieser unsägliche Kurs in der EU weitergeführt wird.

Zum Glück wird dieser Vorschlag kläglich scheitern.


Friedrich Dominicus, 14.02.2012 17:01
@RealDeal
Wir sollten endlich weniger Politik wagen!

Dem ist nichts hinzuzufügen.


Klimax, 14.02.2012 14:32
Bezahlen nicht Kinderlose die Ausbildung der Kinder auf staatlichen Schulen, Universitäten etc. mit? Wie ist es denn damit? Diese Debatte ist heuchlerisch; allen Gruppen geht es mal wieder nur um die Besserstellung ihrer selbst. Schluß damit. Weg mit dem Staat, und jeder verantwortet sich selbst. Wenier Politik wagen, in der Tat!

Ursula Prasuhn, 14.02.2012 13:06
Familienministerin Schröder erklärte: "Ich finde es vernünftiger, Kinderwünsche zu befördern statt Kinderlosigkeit zu bestrafen".
Warum spricht die gute Frau von Strafe? Darum geht es doch gar nicht. Es geht allein um den Ausgleich eines enormen Rentennachteils, den Mütter auf Grund von Kindererziehung haben, wenn sie nicht oder nur teilweise berufstätig waren. Mit ihrer Arbeit haben sie der Gesellschaft und dem Rentensystem mehr gedient als kinderlose Ehepaare.
Außerdem stellt sich die Frage, wie lange die Politik angesichts der Staatsschulden immer weiter auf das Prinzip "Belohnung" setzen und die Steuerzahler dafür bluten lassen will. Die Strategie, Kinderwünsche über die finanzielle Schiene zu befördern, hatte noch nie Erfolg. Diesen Weg dann stur weiterzugehen, bedeutet, Steuergelder weiterhin in den Sand zu setzen bzw. zu veruntreuen.


RealDeal, 14.02.2012 11:55
"Unsere Sozialversicherungssysteme funktionieren nicht, wenn es zu wenig Kinder gibt", sagte Wanderwitz.

Der Name ist Programm. Der wandernde Witz hätte ebenso sagen können: "Unsere Sozialsysteme funktionieren nicht mit diesen Bürgern. Dafür müssen sie bestraft werden bzw. unseren politischen Programmen angepasst werden".

Über Jahrzehnte hat sich ein ehernes Gesetz etabliert: Je mehr Beschäftigungspolitik, desto weniger Beschäftigung, je mehr Bildungspolitik, desto weniger Bildung. Das gilt für Familienpolitik gleichermaßen: Je mehr Familienpolitik, desto weniger Familien.

Wir sollten endlich weniger Politik wagen!


dw-seneca, 14.02.2012 11:52
Von Bestrafung der Kinderlosen kann in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rede sein. Bestraft werden beim jetzigen System die Eltern, die der Kinder wegen auf vieles verzichten müssen, die i.d.R. auch kein Geld übrig haben, um sich was fürs Alter zurückzulegen. Ergo haben sie im Rentenalter erheblich weniger Geld zur Verfügung, während ihre Kinder die üppigere Versorgung der Kinderlosen finanzieren dürfen.

Der Istzustand des Systems ist im Grunde genommen ein Skandal und hängt ursächlich zusammen mit der Sozialisierung der Versorgungsleistungen.



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