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23.02.2012
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Kauder für Zwangsverwaltung Griechenlands
Weitere Themen: Finanzkrisen, Reformen, Wirtschaftspolitik


Foto: Oliver Lang/dapd

CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder schlägt im Gerangel um die griechische Schuldenkrise nun ganz starke Töne an. Sollten die Hellenen nicht mit genügender Disziplin eine Lösung aus ihrem Dilemma suchen, ist für Kauder eine Fremdverwaltung Griechenlands denkbar. "Geld gibt es nur, wenn das Land straff geführt wird - notfalls bis hin zu einem Staatskommissar, der von der EU oder den Euro-Staaten eingesetzt wird", sagte Kauder im Interview mit Spiegel Online.

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Daß ein solche Vorstoß ausgerechnet von einem Deutschen unternommen wird, halten unabhängige Beobachter für einen Fauxpas: Im Zusammenhang mit dem EU-Spardiktat hätten in Griechenland anti-deutsche Vorurteile ohnehin stark zugenommen. Kauders Gedankenspiele annimierten nun womöglich zu böswilligen Vergleichen mit der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg.  

 

Mehr dazu auf spiegel.de



Redaktion, 27.01.2012 09:55 | Kommentare (12)




 
  Kommentare (12)

Karin Weber, 30.01.2012 09:22
@Ursula Prasuhn: Das mit dem in die "rechte Ecke" drängen, dass kenne ich von meinen Söhnen. Beides Väter und wer sich als Vater für seine Kinder engagiert, wird automatisch in die rechte Ecke gedrängt. Befassen Sie sich mal da mit den Namen und Schriften des Gesterkampf, Kemper und Rosenbrock.

Zu Kauder: Es ist nicht nur Zufall, dass es eine "Verwandtheit" zum Begriff Kauderwelsch gibt. Der Mann redet nur Stuss und das hat er auch im Fall Wulff in den Medien getan. Wer Charakter und Stil hat, hätte seine Klappe gehalten.

Wir Deutschen haben eine nicht gerade rühmliche Geschichte. Ich persönlich habe keine 6 Millionen Juden umgebracht, weswegen die "Sühne" und Wiedergutmachung als dritte Generation für mich grundsätzlich als abgeschlossen gilt. Aber resultierend aus diesem Bewusstsein haben jahrzehntelang, vor allem die Ossis, eine Politik des "Nie wieder Krieg" gefahren. Das war gut so und ich stehe auf dem Standpunkt, dass deutsche Soldaten im Ausland nix zu suchen haben. Wir verteidigen dort nix, wir besetzen! Was uns da erzählt wird von "Friedenssicherung" ist die nackte Verblödung! Vergleichbar mit dem Werbeangebot von Mobilfunkanbietern: "..... für 10 EUR kostenlos ins Festnetz telefonieren!" Kostenlos? Sind 10 EUR etwa kein Geld mehr? Ach ja, wir rechnen ja mittlerweiel in Milliarden, da ist das "Peanuts".

Europa war im Würgegriff der Nazis. Viele haben da noch schlimmste Erinnerungen, auch wenn die Zeitzeugen langsam aussterben und mittlerweile jeder 5. Jugendliche mit Auschwitz nichts mehr anzufangen weiß.

Wie kann jemand in solcher einer Situation, derart unsensibel sein und einem fremden, souveränen Volk derartiges antragen? Das war kein Zufall, denn dann könnte man Herrn Kauder ja Dummheit oder fehlendes polit. Gespür antragen. Der wusste schon ganz genau, was er da vom Stapel lässt und er ist lang genug in der Politik, um zu wissen, was das für Folgen hat. Aber er ist auch so ein EuroKrat.

Die EU ist wie eine Krake! Eine gefährliche Krake, die unter ihrem Dach zusammenpresst, was nicht zusammenpasst. In Jugoslawien, in der UdSSR, überall hat es gekracht, wo man verschiedene Völker zusammengepresst hat. Jetzt passiert hier wieder genau dasselbe. Griechenland ist ein souveränes Land und es ist die Entscheidung der griechischen Bürger, was in ihrem Land passiert und nicht die Entscheidung der EU. Das Deutschland da Milliarden hin transferiert hat, dass ist kein griechischer Fehler, sondern ein Fehler der deutschen Politik und genau diese Frage sollte man Frau Merkel und Herrn Schäuble stellen. Die waren es ja, die am lautesten getrötet hat. Sie haben die Macht und wir haben als Volk das Recht, Rechenschaft und Schadensersatz zu fordern. Diesen Wählerauftrag hat diese Regierung und dafür sollte sie auch mit letzter Konsequenz haften. Das hat auch Herr Kauder erkannt,weswegen er das Land gerne "verwalten" würde, um die Profite der Banken zu sichern. Das Geld der Bürger ist denen doch egal. Wäre es anders, würden die nicht soviel in darunter und in diesen Rettungsschirm kippen .... und verbrennen.


Ursula Prasuhn, 30.01.2012 00:55
@Karin Weber
Dass Sie ärgerlich darüber sind, wie unsensibel sich Herr Kauder zu Griechenlands Problemen äußert, verstehe ich vollkommen, weil es mir genauso geht.
Abgesehen von seiner Taktlosigkeit frage ich mich allerdings, ob Geldgeber nicht auch darauf achten müssen, dass ihre Zuwendungen nicht in ein Fass ohne Boden gesteckt werden, weil sich an der Ursache für die drohende Pleite zu wenig ändert.
In Griechenland kommen die dringend notwendigen Schritte im Verwaltungs-, Finanz- und Wirtschaftssystem laut Berichten der Troika kaum voran. Sollte der Geldhahn darum besser zugedreht werden oder die EU ihre Einflussnahme verstärken, auch wenn dies ein teilweiser Eingriff in die Souveränitätsrechte Griechenlands bedeutet?
Ein Referendum zu dieser Frage wäre vielleicht sinnvoll. Dann könnten die griechischen Bürger selbst über die Souveränität ihres Landes entscheiden und über den Preis, den sie kostet.
Bei aller angebrachten Kritik an Herrn Kauder, bin ich doch etwas befremdet darüber, dass Sie ihn in die Nähe zu unserer nationalsozialistischen Vergangenheit
rücken, weil „berechtigte historische Vergleiche hochkommen“. Ihre Empfehlung, er möge doch gleich die Bundeswehr in Griechenland einrücken lassen, ist sicher ironisch gemeint, hat mir aber trotzdem ebenso wenig gefallen wie die Feststellung „Das ist die wahre Fratze des Systems“.
Vielleicht reagiere ich so empfindlich, weil Vergleiche, wie Sie sie angestellt haben, heute gar zu gerne benutzt werden, um Menschen an den rechten Rand des politischen Spektrums zu rücken, nur weil deren Meinung einem nicht passt. Wer sich z.B. offen zu einer konservativen Wertevorstellung bekennt – egal ob als Otto Normalbürger oder Politiker -, handelt sich schnell den Ruf ein, rechtsradikal zu denken und insgeheim ein Nazi zu sein. Ein Schutz vor solchen Verdächtigungen scheint nur noch die Ideologie des Gutmenschen, auch wenn dieser in seinem missionarischen Eifer oft intolerant und rücksichtslos ist.

Ja, Herr Kauder hat sich zu Griechenland in einer Art und Weise geäußert, für die man sich nur schämen möchte. Er liebäugelt aber ganz sicher nicht mit einer historisch vergleichbaren Eroberung.


Bürger, 29.01.2012 21:13
Herr Oberdörffer hat recht. Alle, die meinen, daß es den Griechen nur recht geschehe, wenn sie einen "Sowjet"kommissar vorgesetzt bekommen, bedenken nicht, wie undemokratisch das ist und noch undemokratischer werden soll und daß am Ende auch Deutschland unter Zwangsverwaltung kommt. Allmählich fragt man sich, ob es in Berlin noch einen Funken Verstand gibt.

Rudi Gems, 28.01.2012 13:46
Nun scheinen die Politiker, wohl völlig den Verstand verloren zu haben? Diese "Sparpolitik, versucht Deutschland, schon seit 30 Jahren, mit fragwürdigem Erfolg.

Soweit ich informiert bin, lernt man die Grundrechenarten in der Grundschule. Wollen wir doch mal rechnen? 350 Milliarden Schulden bedeuten bei 5% Zinsen (Griechenland, zahlt viel mehr!) 17,5 Milliarden Zinsen pro Jahr. Stellen wir eine Rückzahlung in der gleichen Höhe zur Grundlage, müsste Griechenland, 35 Milliarden, an Schuldendiensten leisten. Dies müsste aus der arg gebeutelten Ökonomie, zusätzlich herausgepresst werden. Und das, aus dem einzigen Grund, damit Banken, irgendwo, ein oder mehrere Zahlen stehen haben.

Spätestens, wenn man ein Land so sehr beutelt, das keine Zukunftsinvestitionen mehr geleistet werden können, beginnt die ganze Sache, zum Schwachsinn zu werden, und zum Verbrechen zu mutieren. Und den Punkt, wo Griechenland, keine Zukunftsinvestitionen mehr tun können, haben sie schon lange erreicht. Sie leben schon lange vom "Eingemachten". Sollten sie aber jetzt, noch diese 35 Milliarden aufgebürdet bekommen, müssen sie ihr "Saatgut für das nächste Jahr" verfrühstücken. Damit wird die Sache zum Verbrechen.

Gerade wir Deutschen, müssten wissen, was dabei rauskommt. Wir brauchen nur in die Geschichtsbücher unter dem Stichwort "Brüningsche Sparprogramme" nachzusehen.

Ich kann es hier nur zum hundertsten Mal wiederholen. Griechenland, braucht Kredite, von der EZB, zu den selben Konditionen, wofür Private Banken, dieses Geld auch bekommen (z.Zt.1% Zinsen), alles andere ist Wahnsinn.

Grüße, Rudi Gems


Horatio Nelson, 28.01.2012 02:48
".....ist für Kauder eine Fremdverwaltung Griechenlands denkbar."(!) Wenn wir bei diesen aggressiven und vulgären Parolen noch nicht am Spinnen sind, sind wir also nun soweit! Man sollte sich nicht nur DIESE Worte dieses Produktes des (höflich gesagt) Großweilers Hoffenheim ein paar Male in Ruhe durch den Kopf gehen lassen! In diesem Zusammenhang sollen auch seine anderen Worte, nach denen sich die restlichen "Europäer" eine gewisse Sprachgewandtheit "auf einmal" zugelegt haben, zu bedenken geben, daß wir uns mit dem von der Politik und den Medien gezeichneten Bild eines biederen friedlichen Landes BRD vielleicht doch noch beschäftigen sollten. Nochmals... „ist für Kauder eine Fremdverwaltung Griechenlands denkbar“. Na ja....
Grüße,
Horatio Nelson.


Freigeist, 28.01.2012 00:25
@Dieter Ripp
Die Griechenlandhilfe rettet doch in erster Linie die Banken, das geben die Banken ja schon selbst zu.
Man kaufte Ziet - einen zweiten Lehmann-Schock wollte niemand riskieren. Nun muss aber auch Griechenland schnellstens Reformen starten. Besser wäre ein Verwalter vom IWF aus. Vielleicht ein Südamerikaner oder jemand aus Afrika. Keinesfalls aber ein Deutscher. Jemand aus Afrika würde mir gefallen. Ohne Euro zerrüttet sich Griechenland noch viel mehr. Denken Sie nur mal an den Ölpreis.


Dieter Ripp, 27.01.2012 20:06
Der Herr Kauder hat es gerade nötig. Der kümmert sich nur um seinen persönlichen Vorteil. Hält es nicht einmal für nötig auf schriftliche Anfragen zum Rettungsschirm zu antworten und macht nun auf den ganz harten europäischen Beobachter und Problemlöser. Ein furchtbarer Ignorant des "deutschen souverän". Der einzig richtige Weg für Griechenland und Europa ist "raus aus dem Euro" oder noch besser. Deutschland raus aus dem Euro anstatt weiterhin Zahlungen in Milliardenhöhe an Völkern(Banken=Staatsanleihen)zu leisten. Das Geld fehlt in Deutschland für alte Menschen, Arbeitslose, Gesundheitswesen, Strassenbau, alternative Energiesuche, schulische Bildung etc. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Klaus Kolbe, 27.01.2012 18:55
Frau Weber ist nur beizupflichten: das ist die wahre Fratze des Systems – zweifelsohne.

Zunächst einmal muß die Frage erlaubt sein: Ist der Kauder eigentlich von allen guten Geistern verlassen – oder ist es Kalkül?

Hier kann man schon ein wenig „hinter die Kulissen“ sehen:
»Die stärksten Nerven und die richtigen Karten – das ist das ganze Pokergeheimnis.

Das Spiel heißt „Schuldenschnitt für Griechenland“.«

Die Spielregeln werden hier erläutert:
http://www.saarbruecker-homepage.de/component/k2/item/259-1000-prozent-profit


Andreas, 27.01.2012 15:33
Was heißt schon "Kauder für....", so als ob es da noch was zu debattieren gäbe. Griechenland steht längst unter Zwangsverwaltung. Der Bilderberger Technokrat Papademos ist ein von Moskau/Brüssel EINGSETZTER Lenker der griechischen Sowjetrepublik. Während dies alles passiert schauen die meisten von uns wie gebannt das Dschungelcamp!

Meier, 27.01.2012 12:25
"Der Euro sichere den Frieden in Europa" säuselten die Visionäre aus der Funktionärskaste und nun zeigt sich der Herrschaftsanspruch dieser selbsternannten modernen Despoten, die demokratische Prozesse weder hilfreich noch machterhaltend finden.
Die den Souverän solange verachten wie sie nur können, ihm Direktwahlen und Referenden verwehren und sich nach der Politkarriere überversorgt, im elitären Viertel der Reichen abkapseln.

Auch fehlende persönlich positive Eigenschaften und Fähigkeiten eines Menschen gewinnen Gestalt, zeigen den Charakter, die Antriebsmotive, ob bei Kauder, Pofalla, Schulz usw., ganz gleich wie die Kapos heißen, es ist dieser Typ, der für Randale sorgt, statt mit Intelligenz für einvernehmliche Lösungen aufzufallen.




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