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28.05.2012
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Diktat der Wirtschaft bedroht Grundrechte von Eltern und Kindern
Weitere Themen: Familie


Foto: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com

In einer aktuellen Pressemitteilung kritisiert der Vorstand des Verbandes der Familienfrauen und -männer (vffm) die "offensichtlich abgesprochene Aktion der geballten Wirtschaftslobby gegen das geplante und  ohnehin viel zu geringe Betreuungsgeld für Eltern. Unter Ausnutzung ihrer Medienmacht haben sich am Jahresende sowohl die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) als auch die Wirtschaftsinstitute HWWI, RWI, DIW u. a. gegen das geplante Mini-Betreuungsgeld für Eltern gewandt. In perfider Weise wird es als „Herdprämie“ diffamiert.

Dagegen wird die etwa 7-mal so hohe staatliche „Krippenprämie“ zur Finanzierung der Fremdbetreuung, die Eltern zur Krippenbetreuung ihrer Kinder verleiten soll, als „Infrastrukturmaßnahme“ bezeichnet. Die Familie wird also nicht mehr zur „Infrastruktur“ gezählt. Damit soll die nach Art 6 Abs 2 des Grundgesetzes garantierte Entscheidungsfreiheit der Eltern, ihre Kinder so zu betreuen, wie sie es selbst für richtig halten, ausgehebelt werden, um der Wirtschaft durch ein größeres Arbeitskräfteangebot höhere Profite zu verschaffen.

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Um zu vertuschen, dass Wirtschaftsinteressen rücksichtslos auf Kosten von Kindern und Eltern durchgesetzt werden sollen, wird versucht, die öffentliche Meinung zu manipulieren und rundheraus behauptet, dass Krippenbetreuung der Betreuung durch die Eltern überlegen sei, obwohl dafür keinerlei seriöse wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen. - Soweit es dazu überhaupt Langzeituntersuchungen gibt, zeigen sie erhöhte Risiken für die soziale Entwicklung bei früher Krippenbetreuung. 

Diese Risiken bestehen selbst dann, wenn es sich um gut organisierte Krippen handelt. Aber bei  der in Deutschland überwiegend unzureichenden Personalausstattung ist mit entsprechend höheren Risiken zu rechnen. - Auch die Folgen prekärer Familienverhältnisse lassen sich durch Krippenbetreuung nicht erkennbar bessern. Eine günstige Wirkung wäre dagegen zu erwarten, wenn die hohen Krippenkosten zur Behebung der prekären Verhältnisse und damit zur Besserung der familiären Erziehungsbedingungen eingesetzt würden.

Zu denken geben muss auch die Tatsache, dass die in allen neuen Bundesländern aufgewachsenen Jugendlichen, die überwiegend in Krippen betreut wurden, bei der PISA-Untersuchung durchweg eine im Durchschnitt geringere soziale Kompetenz aufwiesen als die Gleichaltrigen, die in den alten  Bundesländern noch ganz überwiegend von ihren Eltern betreut wurden (vgl. 1. PISA 2000, Ein differenzierter Blick auf die Länder der Bundesrepublik Deutschland; Zusammenfassende Befunde; Kapitel 5 (S. 29 ff): http://www.mpib-berlin.mpg.de/Pisa/PISA-E_Vertief_Zusammenfassung.pdf)

Zur Pressemitteilung des VFFM




Redaktion FreieWelt.net, 04.01.2012 10:00 | Kommentare (4)




 
  Kommentare (4)

Dietrich Nibelungen, 09.03.2012 08:18
Deutlicher sollte das Thema lauten: „ Das Diktat des arbeitslosen Einkommens aus staatlichen Einnahmen vermindert mehr und mehr die Grundrechte von Eltern und Kindern “.
Eine - Freie Welt - bedingt eine weltweite Freiwirtschaft und diese den friedlichen Rückkauf sämtlichen Grundeigentums in den meistbietungspachtrechtlichen Besitz, in – Freiland -. Und zwar über Schuldverschreibungen, die auf – Freigeld – lauten.
Tilgung und Verzinsung der Schuldverschreibungen erfolgt mittels der Pachtzinsen!
Infolge der Staat, Steuer, Zoll und Zins abbauenden Wirkung von – Freiland - und - Freigeld -, einem Waren-äquivalenten, Schwundsatz steuerbaren Zeittabellengeld, mit welchem erstmals Kaufkraftstabilität gewährt werden kann und Arbeitslosigkeit, Krisen und Kriege zur Regenerierung des Zinsfußes unmöglich gemacht wird, kann der Zins des Geld- und Industriekapitals der ganzen Welt unaufhaltsam auf Null zurückgefahren werden.
Mithin auch der jeweilige Zinsfuß der Schuldverschreibungen, deren Kurs dauernd auf 100 ( pari ) zu halten ist.
In weniger als 20 Jahren wäre die gesamte Schuld aus der Umsetzung jeglichen Weltgrundeigentums in den pachtrechtlichen Besitz vollständig getilgt.
Was beispielhaft jedem einzelnen Land möglich ist. Alsdann werden die Pachtzinsen vollständig, stetig und zu gleichen Teilen den Müttern nach Zahl ihrer Kinder zugeleitet.
Näheres, siehe Kapitel „ Die Freiland-Finanzen “ aus dem Hauptwerk Silvio Gesell – Die Natürliche Wirtschafts - Ordnung -.
Mit der beharrlichen Ignoranz und Ablehnung der Freiwirtschaftslehre Gesells bleibt uns die Vergangenheit für Gegenwart und Zukunft erhalten.


Karin Weber, 18.01.2012 11:41
„Lebe ich um zu arbeiten oder arbeite ich, um zu leben?“ … das ist ja eine grundsätzliche Frage, die man sich einmal stellen muss. Adaptiert man das auf die Wirtschaft, dann stellen sich mittlerweile ein paar Fragen: „Steht überhaupt noch der Mensch selbst im Mittelpunkt oder sind die Menschen zu Gefangenen ihrer eigenen Erfindung (Wirtschaft) geworden? Steht die Gier nach Profit vor den Interessen der Menschen?“
Das kann jeder beruhigt wie folgt beantworten: „Ja, der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt! Wichtig sind alleine Rendite, Zinsen und Höchstprofit ausweisende Bilanzen.“
In der Steinzeit war das anders: Hatten die Menschen Hunger, dann sammelten oder jagten sie Essbares. Nicht mehr als sie brauchten. Vielleicht einen kleinen Vorrat für den Winter noch. Aber mehr nicht.
Heute wird durch die Umverteilung des Reichtums die Masse immer ärmer und einige Wenige konzentrieren soviel Geld, dass sie es bis zu ihrem Lebensende nicht verbrauchen könnten, auch wenn sie täglich eine LKW-Ladung in eine Verbrennungsanlage schicken würden. Mal ehrlich: Sowas ist doch nicht normal, es ist asozial!

Wie ist es nun konkret in diesem Land?
Die Profitgier der Wirtschaft wächst stetig. Nicht mehr die Regierung bestimmt, wo es hier langgeht, sondern die Banken u. Konzerne. Diesem Kurs ordnen sich alle große Volksparteien, insbesondere auch Frau Merkel mit ihrer CDU/CSU, gnadenlos unter. Es zählt nicht mehr der Mensch, geschweige der einzelne Mensch, es zählt die Rendite.
Und damit die so hoch wie möglich ist, brauch man billige Lohnsklaven, die für jedes Geld an jeden Ort dieser Republik gehen (Agenda 2010, H4 u. Leiharbeit!). Familien stören nur, also müssen sie weg. Väter werden per „erhöhter Erwerbsobliegenheit“ der Wirtschaft zugeführt und höchstmöglichst ausgepresst. Frauen werden vom Feminismus mit der „Selbstverwirklichungs-Masche“ und „du-musst-auf-eigenen-Beinen-stehen“-Rufen auch per FrauenQuote in die Werkhallen und Büros genötigt. Kinder? Ja, die stören dabei, die verhindern ja, dass man die Arbeitskraft der AE-Frau (Mann) vollumfänglich ausbeuten kann! Was machen wir da? Wir schaffen KITA-Plätze und belabern die Frauen, dass Karriere und Kind vereinbar sind. Das ist die Lösung! Übrigens ein paar Jahre später nennt sich die KinderVerwahrAnstalt in der Schule „GTA-Angebot“.
Durchweg alle Parteien fördern diese soziale Verwahrlosung und familiäre Entwurzelung von Kindern! Ihr müsst nur mal genau hinhören, wer es am lautesten schreit.
Ich bin der Auffassung, dass man die Wirtschaft wieder einmal gehörig an die Zügel nehmen muss. Der Sozialismus ist gescheitert, der Kapitalismus ist genauso kaputt. Das Volk steht im Mittelpunkt und nicht irgendwelche Diktatoren, Parteibonzen und Konzernchefs. Die Wirtschaft hat für das Volk dazu sein und die Wirtschaft hat nicht ein Volk auszubluten und zu ruinieren. Es wird Zeit, hier grundlegende Weichen zu stellen und zu verhindern, dass sich das Verhältnis der Geschlechter in diesem Lande weiter verschlechtert. Die demographischen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und der Versuch der Politik (respektive Wirtschaft) Fachkräfte aus dem Ausland zu holen funktioniert nicht. Im Gegenteil, eine Abwanderung von guten Fachkräften verursacht wieder und auch in diesen Ländern erhebliche Probleme, die wir dummen Deutschen dann wieder über den Merkelschen Rettungsschirm mitbezahlen dürfen. Was wir hier haben ist kein Wachstum, sondern eine Abwärtsspirale und wir werden bald alle mal ganz unsanft unten aufschlagen!


Ursula Prasuhn, 05.01.2012 17:06
Wer kann den Wahnsinn an unseren Kindern und Familien eigentlich noch stoppen? Wo bleiben die kritischen Medien? Warum schlagen sie nicht Alarm und beugen sich willig dem Diktat eines immer verrückteren Zeitgeistes? Ohne diese angeblich vierte Macht ist in einem Staat, wo andere als die gesetzlichen Volksvertreter das Sagen haben, wohl kaum etwas zu ändern.
"Was für die Zeit erzogen wird, das wird schlechter als die Zeit", sagte Jean Paul.
Leider werden sich seine Worte zu spät als Wahrheit herausstellen, wenn besseres Wissen nur noch zum Jammern über ein Desaster taugt, nicht aber mehr zum Verhindern des dazu führenden Irrwegs.


Demokrat, 05.01.2012 05:46
Wählen wir nur noch pro forma?

So weit ist es also schon gekommen, dass sowohl die Industrie-und Handelskammern als auch die Wirtschaftsinstitute glauben, sich in politische Entscheidungen einmischen zu dürfen. Unverfroren bezeichnen sie die gegenüber dem geplanten Betreuungsgeld siebenmal so teure „Krippenprämie“ als notwendige  „Infrastrukturmaßnahme“! Die herkömmliche Familie als solche wird also gar nicht mehr als bereits bestehende, funktionsfähige Infrastruktur wahrgenommen. Die LOBBY  bestimmt also, wie Gesellschaft zu funktionieren hat. Die Gründe liegen auf der Hand: ein größeres Arbeitskräfteangebot verschafft der Wirtschaft die Möglichkeit, die Löhne niedrig zu halten. Wenn Profit winkt, dann verkauft man sogar seine Kinder. 

Mit Verlaub - sind diese Damen und Herren Wirtschaftsvertreter etwa von der Bevölkerung gewählt worden? Welche Position haben sie bereits erobert, dass sie sich erlauben, Koalitionsvereinbarungen kippen zu müssen? Für uns Wähler stellt sich damit die Frage:

Wählen wir eigentlich nur noch „pro forma“? 



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