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28.05.2012
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Präses Schneider missachtet Erziehungsleistung der Eltern
Weitere Themen: Familie


Foto: Elke Wetzig (Lizenz: GNU Free Documentation License)

Mit scharfer Kritik reagiert der Vorstand des Verbandes der Familienfrauen und -männer auf jüngste Äußerungen des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Schneider (Quelle: idea-Meldung vom 3. 12. 2011). Er hatte sich gegen das geplante Betreuungsgeld mit der Begründung gewandt, es könne Kindern in sozial benachteiligten Verhältnissen sogar schaden; stattdessen solle die Betreuung in Kinderkrippen noch stärker subventioniert werden. 

 

Dazu die Stellungnahme des vffm-Vorstands:

„Die Forderung Schneiders ist so abwegig wie es das Ansinnen wäre, die Kinderkrippen mit der Begründung abzuschaffen, dass auch dort in Einzelfällen Kinder vernachlässigt oder sogar misshandelt werden. Hier wird das Versagen weniger Eltern zum Vorwand genommen, allen Eltern ihr Recht auf eine Gegenleistung für die im Interesse der Allgemeinheit erbrachte Erziehungsleistung zu bestreiten.

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Schneiders Auffassung, Kinderkrippen seien generell für Kinder besser und deshalb förderungswürdiger als die Betreuung durch die Eltern widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Welche Motive hat Schneider? Ist er wirklich so unkritisch, dass er einfach der einseitigen Krippenbefürwortung folgt? Oder ist es reiner Opportunismus, um im „Mainstream“ mitschwimmen zu können? Oder steht er unter dem Einfluss der Beschäftigten des Diakonischen Werks, die auf Kosten der Eltern ihre Arbeitsstellen sichern wollen? Wir wollen keine diffamierenden Behauptungen in die Welt setzen. Aber wir verlangen eine schlüssige Erklärung dafür, warum mit der Autorität der Kirche die aufopferungsvolle Tätigkeit von Eltern in dieser krassen Weise abgewertet wird. Wir verlangen auch von führenden Vertretern der Kirchen, dass sie bei ihren Verlautbarungen sowohl an das Wohl der Kinder denken als auch die Grundrechte der Eltern achten.“

Es ist bekannt, dass die Bundesregierung unter dem Einfluss der Wirtschaftslobby steht, von der Scheinstudien lanciert werden, die die Überlegenheit der Krippenbetreuung vortäuschen sollen. Dem sollte sich die Kirche nicht anschließen. Pflegebedürftige alte Menschen wollen meist so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Kindern und deren Eltern haben aufgrund der einseitigen Krippenförderung dagegen immer weniger eine freie Wahl.

Familien-Schutz.de

Foto: Elke Wetzig (Lizenz: GNU Free Documentation License)

 



Redaktion FreieWelt.net, 13.12.2011 13:14 | Kommentare (5)




 
  Kommentare (5)

Lena Sch., 01.01.2012 19:40
@Ursula Prasuhn
Danke, Frau Prasuhn, für Ihre beherzten Worte! Manchmal möchte man verzweifeln angesichts des Wahnsinns, der sich in vielen Köpfen abspielt, einschließlich dem eines hohen Kirchenvertreters. Weiß dieser überhaupt noch, was er da sagt und welche Wertschätzung er verbreitet?
Wenn die Kirche zum Erfüllungsgehilfen kinder- und familienfeindlicher Politik wird und dies genauso wenig zu merken scheint wie die Politiker selbst, kann einem noch mehr angst und bange werden als ohnehin schon.
Dass sich der Staat durch Krippen um vernachlässigte Kinder kümmert, ist selbstverständlich und richtig. Doch wo bleibt die Botschaft, dass Kinder am glücklichsten und gesundesten bei liebevollen Eltern aufwachsen und Krippen nur ein zwar notwendiger, aber mit gravierenden Schwächen behafteter Ersatz sind?
Finanzielle Zusagen und Verweigerungen setzen Akzente, geben Signale für das, was man für wichtig und weniger wichtig hält. Die geforderte Streichung des Betreuungsgeldes zugunsten weiteren Krippenausbaus geht darum in ihrer Aussage weit über das Finanzielle hinaus. Hier wird signalisiert, was angeblich wertvoll und weniger wertvoll ist, was die Gesellschaft unterstützen sollte und was nicht.
Kleinstkinder können sich nicht wehren gegen fragwürdige Fremdbetreuung. Umso mehr sind die Meinungsmacher und Machthaber in unserem Lande gefordert, der elterlichen Erziehung einen höheren Stellenwert einzuräumen und sie nicht sang- und klanglos unter den Tisch fallen zu lassen. Vorausgesetzt, sie meinen es gut mit den Kindern und nicht mit den Egoismen der Erwachsenen.


Ursula Prasuhn, 14.12.2011 13:30
@Lawsken
Dies ist keine Frage von Ehrlichkeit, wie Sie behaupten, sondern von Prioritäten. Sie lautet: Opfere ich einen Teil meines Lebensstandards, um meine Kinder - zumindest bis zum Kindergartenalter - selbst zu erziehen oder möchte ich durch zwei Gehälter finanziell besser dastehen?
Und in dieser Frage gibt es zu viele Vorbeter, die Kinderkrippen nicht nur als notwendiges Übel für bestimmte Fälle bezeichnen, sondern sogar als segensreiche Errungenschaft für alle.
Dass dies wohl kaum ein Segen für massenbetreute Kleinstkinder ist, sagen gesundes Empfinden und unvernebelter Menschenverstand.
Außerdem bin ich im Unterschied zu Ihnen der Meinung, dass viele Eltern wirklich verunsichert wurden in Fragen der Erziehung und darum sehr wohl an ihren Fähigkeiten zweifeln. In guter Absicht geben sie deshalb ihre Kinder in die "fachkundigen", aber ziemlich kühlen und uniformen Hände von Berufsbetreuern, die niemals mit so viel natürlicher Wärme und soviel natürlichem Gespür für das Richtige ausgestattet sind wie die der Eltern.
Allerlei fremde Interessen sind allerdings daran interessiert, dass Eltern diese ihre Stärke nicht mehr wahrnehmen oder ihr misstrauen und stattdessen das Wohl ihrer Kinder in staatliche Hände legen.


HJM, 14.12.2011 07:40
Was Schneider ist? Ein echter Käßmannianer, also letztendlich jemand der das Individuum verachtet und nur das Kollektiv gelten lässt!

Lawsken, 13.12.2011 23:45
Betreuungsgeld? Ist das nicht die bayrische Erfindung, um Klagen gegen nicht zur Verfügung stehende Krippenplätze zu verhindern?
Jetzt mal ehrlich. Man lässt seine Kinder doch nicht betreuen, weil man sich selber für unfähig hält, diese zu erziehen. Die Betreuung ist notwendig, um Arbeiten zu gehen. Und in der heutigen Zeit reicht nun mal ein Gehalt in der Regel nicht aus.


ursula prasuhn, 13.12.2011 22:35
Präses Schneider ist ein trauriges Beispiel dafür, dass sich die evangelische Kirche zunehmend überflüssig macht. Sie liebäugelt so sehr mit dem politischen und gesellschaftlichen Mainstream, dass sich ihre Mitglieder immer mehr fragen: Wozu brauchen wir überhaupt noch die Kirche? Was sie uns sagt, haben wir vorher schon mehr als genug von anderer Seite gehört. Unsere Kirchenvertreter beten in der Regel nur noch das nach, was eine beliebte politische Meinung ihnen vorbetet. Wir wollen aber Wahrheiten hören, die von übergeordneter Bedeutung sind und für die Menschen grundsätzlich und für alle Zeiten gelten.
Ich wünsche mir eine Kirche, die Nächstenliebe nicht mit Sozialismus verwechselt, die noch eine Gottesvorstellung von der eines Vaters und nicht der eines Staates hat und die auch noch die von Gott geschaffene Natur kennt, in der alle Lebewesen am besten groß werden.
Das schließt natürlich nicht aus, dass eine Gemeinschaft jenen Kindern hilft, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Im Gegenteil.
Diese Schattenseite darf aber nicht zum gewünschten Regelfall für alle werden und damit zu einer materiell bevorzugten Betreuung durch den Staat.



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