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28.05.2012
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AEK-Manifest zum CDU-Parteitag
Weitere Themen: Allgemein, Bildung, Reformen


Foto: Heike Lohmann

Der Arbeitskreis Engagierter Katholiken (AEK) hat anläßlich des CDU-Parteitages in Leipzieg ein manifest verfaßt, das sich mit der derzeitigen Lage der Christdemokraten kritisch auseinandersetzt. Martin Lohmann (CDU), Sprecher des AEK erklärte: "Wir im AEK machen uns große Sorgen um unsere Part ei, die offenbar immer mehr an Glaubwürdigkeit einbüßt und kein klares und unverwechselbares Profil mehr zu haben scheint. Viele einst treue Begleiter und Wähler wenden sich ab, weil sie den C-Kern nicht mehr erkennen und in den vergangenen Monaten und Jahren erleben mussten, wie rasch ehemals selbstverständlich vorhandene Positionen und Überzeugungen aufgegeben wurden. Der Parteitag in Leipzig sollte daher der Beginn einer schonungslosen und angstfreien Analyse unserer Partei und ihres Inhaltes sein. Die CDU hat jetzt die letzte Chance, wieder und ganz neu zu einer Partei der Zukunft und des Zuspruchs zu werden." Das AEK-Manifest im Wortlaut komplett auf FreieWelt.net:


Manifest des AEK
anlässlich des CDU-Parteitages vom 13. Bis 15. November 2011 in Leipzig

Wieder haben seit Jahresbeginn 10.000 Mitglieder unsere Partei verlassen (FAZ vom 11.11.2011 mit Bezug auf das Adenauerhaus). Es fällt uns zunehmend schwerer, engagierte Menschen und überzeugte Christen aus unserer Umgebung für eine Mitarbeit in der CDU zu gewinnen. Viele Glieder unserer Gemeinden fragen uns, warum sollen wir noch CDU wählen?

1. Was ist los mit unsern Stammwählern? Warum gehen sie mehr und mehr auf Distanz zur CDU? Ist das „C“ noch deutlich genug? Offenbar ist das nicht so! Wir sehen dringenden Handlungsbedarf! Das „C“ in der
CDU muss wieder deutlicher werden. Die Menschen in unserem Land müssen wieder besser erkennen können, dass für die CDU der Mensch Gottes Schöpfung ist und jede politische Entscheidung sich vor Gott zu verantworten hat. Nur so kann die „C“DU Vertrauen wieder gewinnen.

2 .

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Wir erwarten von einer „christlichen“ Partei, dass sie sich
explizit und für jeden er k ennba r für die christlichen Werte einsetzt, die u n s e r e s  E r a c h t en s  unentbehrlich für u n s e r e   Z u k u n f t  s i n d:

d i e s  s i n d   z u n ä ch s t

· die Menschenwürde als Grundlage des Menschenrechts auf Leben, das auch den Ungeborenen und den Schwerkranken zukommt,
· die daraus resultierende unbedingte Ehrfur ht vor jedem menschlichen Leben
· die Institution der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau sowie

· die auf der Ehe gründende Familie.

3. Aus christlicher Perspektive ist die Familie die Kerneinheit jeder menschlichen Gesellschaft und hat daher Vorzug vor anderen Partnerschaften. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften haben ebenfalls ihre Würde, können jedoch vom Stellenwert für die Gesellschaft her und daher auch von Rechts wegen nicht mit der Ehe als Basis von Familie gleich
gesetzt werden. Deshalb kommen der Familie staatlicherseits ein besonderes Augenmerk und eine besondere Förderung zu.
Die zunehmende Verstaatlichung von Familien jedoch sowie von Kindererziehung entmündigt die Eltern und ist abzulehnen. Uns fehlen gerade die Millionen Kinder, die wir „rechtswidrig, aber straffrei“ haben abtreiben lassen. Nicht zuletzt garantiert nur die Ehe als Verbindung von Frau und Mann, dass dieses Land der aktuellen demografischen Entwicklung entgegen wirken kann.
Diese Grundsätze gelten in der CDU offenbar nicht mehr.

4. Die Partei muss alarmiert zur Kenntnis nehmen, dass ihr
d e s h a l b gerade die praktizierenden Christen, die treuesten ihrer Stammwähler, abhanden kommen. Das Ziel der Partei darf aber nicht bloß die Mehrheitsfähigkeit oder die politische Macht sein, denn diese ist kein Selbstzweck. Überzeugend wi rkt nur , wer seine Wertüberzeugungen plausibel und offensiv vertritt. Der Wähler findet
diesen Wertekanon zunehmend nicht mehr bei der CDU aber auch nicht in anderen Parteien. Es ist nicht hinnehmbar, dass bedeutende Anteile der Wähler sich politisch nicht mehr vertreten fühlen.

5. Wir fordern die CDU daher auf, auf dem bevorstehenden Parteitag ein sichtbares Zeichen für das Leben und für Ehe und Familie zu setzen. Junge Familien sind durch ein entsprechendes Eltern- und Betreuungsgeld aber
auch durch gerechte Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei der Rente rechtlich und finanziell besser zu stellen als Kinderlose.

6. Wir begrüßen die Diskussion um die Einführung einer Lohnuntergrenze und sehen auch darin einen Weg zur Beseitigung von Ungerechtigkeiten zum Nachteil junger Familien. Im Gegenzug sollte branchenabhängig die
Möglichkeit verbindlicher Leistungsvereinbarungen im Arbeitsvertrag geprüft werden.

7. Die CDU sollte gleichfalls beschließen, dass inflationäre Schuldenpolitik nicht einmal zur Rettung des EURO in Frage kommt. Schulden zu machen auf Kosten späterer Generationen ist durch nichts gerechtfertigt. Den Bürger durch Inflationspolitik zu enteignen, hatte die CDU immer abgelehnt. Das Subsidiaritätsprinzip muss gerade in der Europapolitik Priorität haben.

Wir wünschen uns den Mut zu einer ungeschminkten, systematischen Analyse der aufgezeigten und für unsere Partei auf Dauer bedrohlichen Entwicklung.
Nur die CDU kann eine klare politische Alternative zur zunehmend herrschenden, durchsexualisierten Diktatur des Relativismus sein. Nur dann wird sie Wahlen auch wieder einfacher gewinnen bzw. überhaupt wieder gewinnen. Wir fordern daher von unserer Partei den Mut zum nachhaltigen und zukunftsweisenden Profil eines unerschrockenen Einsatzes für eine humanere Zukunft auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes.

Bonn/Berlin/Erfurt, am Martinstag 2011, dem 11. November 2011.

Mehr bei aek-online.de



Redaktion FreieWelt.Net, 14.11.2011 11:48 | Kommentare (1)




 
  Kommentare (1)

Bärbel Fischer, 15.11.2011 15:33
Guter Tipp für alle enttäuschten C- Wähler. Es gibt eine Alternative, die heißt ÖDP. Mit Ihrer Stimme schafft die wertkonservative Partei künftig die 5 % - Hürde. www.oedp.de


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