Wir erwarten von einer „christlichen“ Partei, dass sie sich
explizit und für jeden er k ennba r für die christlichen Werte einsetzt, die u n s e r e s E r a c h t en s unentbehrlich für u n s e r e Z u k u n f t s i n d:
d i e s s i n d z u n ä ch s t
· die Menschenwürde als Grundlage des Menschenrechts auf Leben, das auch den Ungeborenen und den Schwerkranken zukommt,
· die daraus resultierende unbedingte Ehrfur ht vor jedem menschlichen Leben
· die Institution der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau sowie
· die auf der Ehe gründende Familie.
3. Aus christlicher Perspektive ist die Familie die Kerneinheit jeder menschlichen Gesellschaft und hat daher Vorzug vor anderen Partnerschaften. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften haben ebenfalls ihre Würde, können jedoch vom Stellenwert für die Gesellschaft her und daher auch von Rechts wegen nicht mit der Ehe als Basis von Familie gleich
gesetzt werden. Deshalb kommen der Familie staatlicherseits ein besonderes Augenmerk und eine besondere Förderung zu.
Die zunehmende Verstaatlichung von Familien jedoch sowie von Kindererziehung entmündigt die Eltern und ist abzulehnen. Uns fehlen gerade die Millionen Kinder, die wir „rechtswidrig, aber straffrei“ haben abtreiben lassen. Nicht zuletzt garantiert nur die Ehe als Verbindung von Frau und Mann, dass dieses Land der aktuellen demografischen Entwicklung entgegen wirken kann.
Diese Grundsätze gelten in der CDU offenbar nicht mehr.
4. Die Partei muss alarmiert zur Kenntnis nehmen, dass ihr
d e s h a l b gerade die praktizierenden Christen, die treuesten ihrer Stammwähler, abhanden kommen. Das Ziel der Partei darf aber nicht bloß die Mehrheitsfähigkeit oder die politische Macht sein, denn diese ist kein Selbstzweck. Überzeugend wi rkt nur , wer seine Wertüberzeugungen plausibel und offensiv vertritt. Der Wähler findet
diesen Wertekanon zunehmend nicht mehr bei der CDU aber auch nicht in anderen Parteien. Es ist nicht hinnehmbar, dass bedeutende Anteile der Wähler sich politisch nicht mehr vertreten fühlen.
5. Wir fordern die CDU daher auf, auf dem bevorstehenden Parteitag ein sichtbares Zeichen für das Leben und für Ehe und Familie zu setzen. Junge Familien sind durch ein entsprechendes Eltern- und Betreuungsgeld aber
auch durch gerechte Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei der Rente rechtlich und finanziell besser zu stellen als Kinderlose.
6. Wir begrüßen die Diskussion um die Einführung einer Lohnuntergrenze und sehen auch darin einen Weg zur Beseitigung von Ungerechtigkeiten zum Nachteil junger Familien. Im Gegenzug sollte branchenabhängig die
Möglichkeit verbindlicher Leistungsvereinbarungen im Arbeitsvertrag geprüft werden.
7. Die CDU sollte gleichfalls beschließen, dass inflationäre Schuldenpolitik nicht einmal zur Rettung des EURO in Frage kommt. Schulden zu machen auf Kosten späterer Generationen ist durch nichts gerechtfertigt. Den Bürger durch Inflationspolitik zu enteignen, hatte die CDU immer abgelehnt. Das Subsidiaritätsprinzip muss gerade in der Europapolitik Priorität haben.
Wir wünschen uns den Mut zu einer ungeschminkten, systematischen Analyse der aufgezeigten und für unsere Partei auf Dauer bedrohlichen Entwicklung.
Nur die CDU kann eine klare politische Alternative zur zunehmend herrschenden, durchsexualisierten Diktatur des Relativismus sein. Nur dann wird sie Wahlen auch wieder einfacher gewinnen bzw. überhaupt wieder gewinnen. Wir fordern daher von unserer Partei den Mut zum nachhaltigen und zukunftsweisenden Profil eines unerschrockenen Einsatzes für eine humanere Zukunft auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes.
Bonn/Berlin/Erfurt, am Martinstag 2011, dem 11. November 2011.
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