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18.05.2013
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Medienkoffer: Ideologische Indoktrination der perfidesten Art
Weitere Themen: Bildung, Familie


Foto: Boecker

Im Interview mit FreieWelt.net kritisiert der Sprecher des Arbeitskreises Engagierter Katholiken AEK in der CDU, Martin Lohmann, den Berliner Medienkoffer „Sexuelle Vielfalt, Familien und Lebensweisen“ und die Zurückhaltung seiner Parteikollegen hierzu Stellung zu beziehen. Die betroffenen Familien fordert er auf, „ihr Recht, das eigene Kind vor falschen und schädlichen Einflüssen bewahren zu wollen“ einzufordern.

FreieWelt.net: „Schulfach schwul“ titelte die Berliner Zeitung, „Sex-Koffer für Berliner Grundschüler“ schrieb die Tagespost – die Rede ist vom Berliner Medienkoffer „Familien, Lebensweisen und Sexuelle Vielfalt“, mit dem die Berliner Grundschüler das Thema „Sexuelle Vielfalt“ fächerübergreifend erlernen sollen. Gehört so etwas Ihrer Meinung nach in die Grundschule?

Martin Lohmann: Aufklärung gehört zum Leben, aber hier handelt es sich offenbar nicht um maßstabsgerechte Aufklärung. Und so etwas gehört nicht in eine Grundschule. Wer sensibel ist und aufmerksam, wird längst gemerkt haben, dass den Menschen, erst recht den kleineren und jüngeren, eine natürliche Scham eingepflanzt ist. Ich halte es für ein Vergehen an kleinen unschuldigen Kindern, wenn verklemmte Erwachsene meinen, ihnen ihre eigenen Verirrungen aufzwängen zu müssen. Das ist – sagen wir es offen und ehrlich – eine Form des Missbrauchs. Und zwar des Missbrauchs von Vertrauen, Zärtlichkeit und Respekt. Jeder und jede hat die Fähigkeit in sich schlummern, zum Mann oder zur Frau zu reifen. Und dabei sind Ehrfurcht und Vorsicht von jenen zu fordern, die sich der verantwortungsvollen Begleitung junger Seelen gerade in diesen kostbaren Fragen der Reifung stellen. Der Sex-Koffer hingegen ist ein billiger Tribut an eine sexualisierte Diktatur des Relativismus, der sich nur verantwortungslose Menschen willenlos ergeben. Hier wird das Geschenk einer erfüllten Sexualität banalisiert und seiner Kostbarkeit beraubt. Sexualität umfasst nämlich den ganzen Menschen und ist mehr als das Erlernen von Techniken. Dem Menschen wird so ein Schulfach nicht gerecht. Das ist nur primitiv.

FreieWelt.net: Aus der Berliner CDU sind dazu bislang keine kritischen Stimmen zu vernehmen gewesen. Ganz im Gegenteil: Der bildungspolitische Sprecher der CDU in Berlin, Sascha Steuer, findet die Materialien “kindgerecht und sinnvoll”. Ist staatlich verordnete Erziehung „weg von der klassischen Vater-Mutter-Kind-Familie“ mit dem christlichen Menschenbild, dem „C“ in CDU überhaupt vereinbar?

Martin Lohmann: Die erste Erziehungspflicht und das erste Erziehungsrecht haben die Eltern, nicht der Staat. Wenn so etwas wie die Berliner Schlichtheiten beim Versuch staatlicher Aufklärung herauskommen, dann ist das ein Skandal. Und es ist geradezu sträflich, wenn dann staatlicherseits auch noch versucht wird, die Familie und das christliche Menschenbild zu diskriminieren. Aber genau das geschieht, wenn andere und der Familie nicht gleichwertige Lebensformen faktisch gleichgestellt werden sollen. Das, was hier geschieht, ist ideologische Indoktrination der perfidesten Art. Eine Familie besteht nach wie vor – und das ist übrigens für die meisten in Deutschland lebenden Kinder auch noch der Normalfall – aus Mann und Frau, die als Erst- und Originaleltern gemeinsam Kinder haben. Eine kleine Anti-Lobby aber will genau das nicht mehr und macht geschickt viel Krach. Wir sollten darauf nicht reinfallen. Das, was Sie aus Berlin beschreiben, ist mit dem C in der Union nicht vereinbar.

FreieWelt.net: Als eine der ganz wenigen CDU-Politiker hat sich die Bundestagsabgeordnete Monika Grütters gegen die Initiative ausgesprochen. Sie sieht hier „Übereifer am Werk“. Warum stellt sich die CDU nicht stärker gegen solche Tendenzen?

Martin Lohmann: Keine Ahnung. Aber der Mut zur Wahrheit ist ja generell nicht überall selbstverständlich und selbstverständlich verteilt. Insofern ist meine Partei da ganz in der Mitte der Gesellschaft. Aber Sie haben natürlich Recht: Eigentlich sollten in der CDU mehr Mutige sein. Eigentlich. Ich lebe auch hier nach dem Prinzip Hoffnung: Sperare contra spem – Hoffen wider alle Hoffnung. Aber vielleicht müssen einige nur wachgerüttelt werden …

FreieWelt.net: Laut Richtlinien zur Sexualerziehung haben die Eltern keine Möglichkeit, ihr Kind von der Sexualerziehung im Unterricht befreien zu lassen. Was sollten betroffene Eltern tun, die das nicht wollen?

Martin Lohmann: Sich zusammenschließen und klagen, und zwar auf ihr Recht, das eigene Kind vor falschen und schädlichen Einflüssen bewahren zu wollen. Ich kann nur sagen: Meldet Euch laut zu Wort und lasst Euch nichts gefallen! Es geht um Eure Kinder und um Euer Sorgerecht, das ein Erziehungsrecht ist und eine Pflicht zum Schutze der Kinder!

FreieWelt.net: Es geht Ihnen ja nicht darum, Aufklärung aus der Schule zu verbannen. Wie sähe ihrer Meinung nach eine adäquate Sexualkunde in der Schule aus?

Martin Lohmann: Respektvoll. Würdevoll. Ganzheitlich und vor allem dem Alter  und Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen entsprechend.  Sexualkunde in den Schulen sollte umfassend sein, das heißt: den ganzen Menschen mit Körper, Geist und Seele im Blick haben. Dazu gehören Themen wie Mann und Frau sein, biologische Fragen, Gesundheit, die Bedeutung des Jugendalters, Freundschaft, Verliebtheit-Liebe, Empfängnisverhütung und Empfängnisregelung, Nein-Sagen-Lernen, um die wichtigsten Themen zu nennen. Und diese sollten in angemessener und sensibler Sprache behandelt werden. Das wäre dann eine wirkungsvolle Sexualpädagogik, die  junge Menschen zur positiven Entfaltung der eigenen Persönlichkeit führen möchte.  So, wie es die unabhängige und überkonfessionelle Initiative von TeenStar seit Jahren in vielen Ländern macht und als Verein inzwischen auch in Deutschland. Ich empfehle Ihnen gerne die Internetseite  www.teen-star.de. Da kann man was lernen. Von der Berliner Koffern hingegen nicht.  

FreieWelt.net: Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Kerstin Schneider

Zur Internetseite des AEK

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Redaktion FreieWelt.net, 30.08.2011 10:46 | Kommentare (10)




 
  Kommentare (10)

Michael Mahrenholz, 13.10.2011 01:12
Als Ehrenamtlicher und Parteiloser Mensch,kann ich Sie alle sehr gut verstehen.Da ich seid vielen Jahren gerade für die kleinsten eine Vertrauenperson auf der Strasse geworden bin,sollte ich hier das Wort Respekt mal näher erklären.Mit 52 Jahren geniesse ich Respekt,weil ich für die Kids immer Zeit und ein offenes Ohr habe,da ich von meiner Erziehung her Moral und Anstand sowie Tabuts kenne.die heutige Jugend sind viel genauer als mansch Politiker.Bürgernah,Bürgerfern das ist die Realität.Wer von den Kindern lernt vermag auch Sie zu verstehen ,ihre Ziele und Ihre Ideen.mit Respektvollen Grüssen von der Strasse Ihr Michael Mahrenholz

Yussuf K., 02.09.2011 09:25
@Petra, 31.08.2011 11:02

Hallo Petra! Welche konservative Partei, die auch etwas für die Vater-Kind-Bindung tut, gibt es denn noch?

Hier kann man doch nur das "kleinere Übel" wählen, echte Alternativen, die noch normal sind und keine "seltsamen Lebensentwürfe" propagieren, gibt es doch nicht!


Rudi Gems, 02.09.2011 08:58
@ Rüdiger

Wenn Eltern, in der Vergangenheit, ihrem Auftrag nachgekommen wären, ihre Kinder vernünftig aufzuklären, hätte es nie, einen Sexualkundeunterricht (Aufklärungsfahrt) in den Schulen gegeben.

Und so Sachen, wie ungewollte Kinder, Pädokriminalität Vergewaltigungen und unbegründete Scham, würden in unserer Gesellschaft, ein Schattendasein führen.

Und eben deshalb, weil Eltern, mehrheitlich in der Vergangenheit versagt haben, muss in den Schulen, aufgeklärt werden. Wenn es hier zu Missbrauch kommt, oder zu einem "über das Ziel hinausschießen", so sollten einige Eltern, in erster Linie, die Ursache bei sich selber suchen.

Selbstverständlich, sind einige Unterrichtsinhalte, die hier diskutiert werden, völlig ungeeignet, Kindern beizubringen oder zu vermitteln. Aber nicht, weil das alles Schweinkram ist, sondern weil die Kinder, noch zu unreif dafür sind. Der Versuch jedoch, hier das Rad der Geschichte wieder zurückdrehen zu wollen, und Zustände zu fordern, wo einige Schreiber hier, entsätzlich drunter gelitten haben, betrachte ich persönlich, schon als lächerlich, bis hin zu widerlich.

Grüße, Rudi Gems


Rüdiger, 02.09.2011 00:37
Als meine Frau von diesem Sexkoffer las, ist ihr richtig schlecht geworden. Wo ist unsere Gesellschaft hingekommen, wenn so etwas nicht nur zugelassen, sondern zum offiziellen Unterrichtsmaterial ab der frühen Grundschule gemacht wird. Hier werden die Eltern der Entscheidung beraubt, selbst zu entscheiden, wann sie ihr originäres Recht der Aufklärung wahrnehmen. Kinder werden hier viel zu früh auch noch in irritierender Weise an Sexualität herangeführt. Mir fehlen vor Wut die Worte - und ich bin Herrn Lohmann dankbar, dass er sie gefunden hat.

Ingrid Kraemer, 01.09.2011 18:29
Leser R. Gems schreibt: "Die moderne Verhaltensforschung, geht davon aus, das in jedem Menschen, alle Richtungen der Sexualität, wenigstens latent vorhanden sind. Bei Kindern, ist das noch ausbaubar. Auch bei sexuellen Richtungen, kann man fördern oder unterdrücken."

Dr.A. Kinsey, der immer noch als Urvater der sexuellen Revolution gefeiert wird, hat mit grausamsten menschenverachtenden Mitteln Experimente mit Kindern angestellt und anstellen lassen(überführte Pädokriminelle). Seine Ergebnisse sind in den berüchtigten Tabellen 30-34 abzulesen.
Unter www.panorama-film.ch kann der Dokumentarfilm "Urväter der Frühsexualisierung" über die "Forschung" des A. Kinsey gesehen werden, der schonungslos berichtet, was dieser Mann wirklich getan hat.
Auch gibt es eine BBC Dokumentationsfilm „Secret History: Kinsey's Paedophiles“,von dem ein Dr. John Bancroft, der Direktor des Kinsey-Institutes 1998 sagte er `bete`,dass dieser Film nie in den USA gezeigt werde, da die Öffentlichkeit die „Wissenschaft“ hinter Kinseys Publikation der Tabellen 30-34 nicht verstehen würde. Er begriff, dass, sollten diese Tabellen in den Vereinigten Staaten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, das ganze Forschungsfeld der menschlichen Sexualität und Sexualer-ziehung zerstört würde.
Sogenannte „Experten“ auf dem Feld der menschlichen Sexualität, allesamt Kinsey Adepten behaupten, dass Kinder nicht nur von Geburt an, sondern sogar schon im Mutterleib sexuelle Wesen und willige Teilnehmer an sexuellen Handlungen mit Erwachsenen seien. Kinder werden ermuntert, früh und oft mit Sex zu experimentieren und sich sowohl mit Mitgliedern desselben als auch des anderen Geschlechts sexuell zu betätigen.
Selbstverständlich soll die Entkriminalisierung von pädosexuellen Straftaten angestrebt werden.

Geschlechtskrankheiten bei Teenagern haben epidemische Ausmaße angenommen, und es wird von neuen und manchmal tödlichen Seuchensträngen berichtet. Mehr als 50.000 Teenager haben sich mit zum AIDS-Vollbild ausgebildetem HIV angesteckt und bis 1992 sind mehr als 7.000 Jungen und 1.500 Mädchen an HIV/AIDS gestorben.
Selbstredend werden durch diese Sexualisierung auch mehr Mädchen Schwanger und müssen/lassen selbstverständlich ihre Kinder dann umbringen.
Dr. Kinsey sagte, seine Mission sei es, das „repressive“ sexuelle rechtliche und verhaltensbezogene Vermächtnis des Judeo-Christentums zu eliminieren.
Es liegt an denen die dieses jüdisch-christliche Vermächtnis für unaufgebbar halten gegen diese totalitäre Ideologie aufstehen, insbesondere die Eltern müssen um ihre grundgesetzlich verbrieften Rechte kämpfen.


Petra, 31.08.2011 11:02
Auch die CDU ist inzwischen genauso verkommen, wie der Rest der im Bundestag vertretenen Parteien! Man muß eine konservative Paretei wählen, sonst ändert sich nichts!

Susanne, 31.08.2011 07:42
Merkwürdig, Herr Lohmann ist Sprecher eines CDU-Arbeitskreises und hat "keine Ahnung, weshalb sich die CDU nicht stärker gegen solche Tendenzen ausspricht. Welche Anträge hat er denn in der CDU gestellt und mit welchem Ergebnis?

ich, 30.08.2011 14:15
Warum nicht Pädophile in Kindergärten und Grundschulen einstellen? Dann haben sie ihren Spaß und der Medienkoffer wird sinnvoll eingesetzt.
Wie tief sind wir gesunken, dass Kinder zwansperversiert werden. Kein Wunder, dass Ehepaare keine Kinder mehr haben wollen. Denn Kinder zu haben, die dann vom Staat verdorben und seelisch zerstört werden kann keine Freude machen.


Legolas, 30.08.2011 14:05
Unser Parteienkartell, oder man könnte es auch SED 2.0 nennen läßt in der Regel keine Abweichler zu. Es sei denn diese sollen als Mahner, als Feigenblatt des Gewissens und der Meinungsfreiheit agieren. Die planmäßige Familienzerstörung wurde und wird nicht zuletzt seit 1999 mit Gender Mainstreaming unter Ausschluß der breiten Öffentlichkeit diktatorisch forangetrieben. Schon jetzt kann man verkünden: "Oh, seht her die Familien sind kaputt, wir (der Staat) müssen jetzt die Sexualerziehung der Kinder übernehmen". "Und nur wir wissen was gut für sie ist". Man könnte sowas uach kriminell nennen. Aber Terrorgefahr geht ja mitlerweile von jedem von uns aus, aber niemals vom Staat. :-)

Rudi Gems, 30.08.2011 12:51
Herr Lohmann!

Bei vielen Dingen, gebe ich Ihnen Recht. Sexuelle Ausnahmesituationen, gehören nicht in die Grundschule. Und auch ihre Vorstellungen, von sinnvollem Sexualkundeunterricht, sind durchaus achtbar. Leider übersehen Sie aber, die Intension vieler Verweigerer. Sie möchten gerne Totalverweigerer werden, nach dem Motto, "Mein Kind darf auf gar keinen Fall mit Sex in Berührung kommen!" Sie grenzen sich von solchen Leuten, nicht eindeutig genug ab.

Sexualkunde, gibt es schon seit über 40 Jahren an den Schulen. Das Problem ist bis heute, Lehrer zu finden, die geeignet sind, einen solchen Unterricht durchzuführen. Fast alle Lehrer, schleppen den Müll, ihrer Sexualaufklärung mit sich rum, und sind daher, gar nicht in der Lage, vernünftigen Sexualkundeunterricht zu erteilen. Hinzu kommt, das ein Lehrer, gezwungen ist, wenn er Sexualkunde macht, sein Privatleben zu verraten. Das sind dann oft Situationen, die an Peinlichkeit, kaum zu überbieten sind. Wie soll z.B. ein älterer Lehrer, dessen Frau völlig sexualverklemmt ist, und zur Sexverweigerin geworden ist, Kindern vernünftigen Sexualkundeunterricht erteilen?

Die Vergangenheit, hat gezeigt, das Lehrer regelmäßig überfordert sind, überhaupt Sexualkundeunterricht, zu erteilen. Viele Eltern, insbesondere religiös Fundamentalisierte, machen den Lehrern, der Schulleitung und der ganzen Schule, oft so sehr das Leben schwer, das die Sexualkunde eingestellt wird. Das hat dann oft zur Folge, das regelmäßig, Kinder- und Teenyschwangerschaften bekannt werden, die dann i.d.R. abgetrieben werden müssen.

Diesen Teufelskreis, gild es zu durchbrechen. Wir brauchen klare Regeln, was im Sexualkundeunterricht behandelt werden darf, und was nicht. Nur, Herr Lohmann? sähen Sie sich hier in der Lage, dies zusammenzustellen, und hier zu veröffentlichen? Wären Sie hier bei DIE FREIE WELT, bestimmte Begriffe zuzulassen? Das wäre doch vielleicht mal eine Chance?

Grüße, Rudi Gems



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