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11.02.2012
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Rückbesinnung auf das christliche Menschenbild
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Die Münchner Benedictus Stiftung möchte einen Beitrag dazu leisten, christliche Vorstellungen vom menschlichen Leben neu in die Mitte der gesellschaftlichen Diskussion zu tragen.

Die Freie Welt sprach mit Alexa von Künsberg, Stiftungsvorstand der Benedictus Stiftung.

FreieWelt.net: Frau von Künsberg, im Mittelpunkt der Arbeit der Benedictus Stiftung steht das christliche Menschenbild. Glauben Sie, daß dieses Menschenbild in Deutschland und Europa noch von Bedeutung ist?

Alexa von Künsberg: Das christliche Menschenbild leitet sich von der Idee ab, daß jeder Mensch ein von Gott geschaffenes Individuum ist. Daraus folgt seine unantastbare Würde - unabhängig von Status, Gesundheitszustand, Intelligenzquotienten. Gefahr besteht dann, wenn diese Würde des Menschen relativiert wird, wenn die Gleichwertigkeit verloren geht, wenn Menschen nach rein äußerlichen, „weltlichen“ Kriterien unterschieden und gewertet werden. Wenn Menschen zu Objekten hinabgestuft werden, wird es legitim, über sie zu verfügen, sei es im Sinne politischer Machtinteressen oder medizinischer Forschungsinteressen. Von daher bleibt es immer ein zentrales Anliegen einer guten Gesellschaft, dieses christliche Menschenbild zum Schutze jedes Individuums hochzuhalten.

FreieWelt.net: Was tut die Benedictus Stiftung dafür?

Alexa von Künsberg: Wir suchen die Diskussion mit möglichst vielen Menschen zu unterschiedlichen Themen. Dabei sollen Gedanken angeregt werden und auch möglicherweise Lösungen für konkrete persönliche oder gesellschaftliche Probleme gefunden werden. Wir versuchen z.B. bei einer Podiumsdiskussion immer einen Vertreter einzuladen, der den Menschen als Geschöpf Gottes sieht, der nicht nur eine unantastbare Würde hat, sondern auch verantwortlich ist vor Gott, seinem Nächsten und der Umwelt. Wir bemühen uns auch darum, daß das Bewußtsein dieser Verantwortung in die Herzen der Menschen gelangt.

FreieWelt.net: Die Benedictus Stiftung betont die Unentbehrlichkeit bestimmter Werte.

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Welche Werte sind das konkret?

Alexa von Künsberg: Wie gesagt resultiert aus dem christlichen Menschenbild auch eine Verantwortung für die gesamte Umwelt, für die gesellschaftlichen Strukturen, in denen wir leben. Auf der Mikroebene geht es dabei um die Verantwortung innerhalb der Familie, des Bekanntenkreises, der Nachbarschaft usw. – Es sind ja keine neuen Werte, die die Benedictus Stiftung vertritt, wir wollen sie aber neu in den Dialog einbringen und wollen diese Werte auch gemeinsam im Dialog neu finden. Es geht um die Frage, wie man diese Werte heute als Individuum leben und wie man sie in der Gesellschaft einlösen kann.

FreieWelt.net: Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich zu engagieren?

Alexa von Künsberg: Mein persönlicher Entschluß reifte während eines Studienaufenthalts in Washington D.C. Dank vieler Gespräche und vielleicht durch die Entfernung  wurde mir bewußt, welche ausschlaggebende Bedeutung das Christentum für die Entwicklung und die großen Errungenschaften Europas in der Geschichte hatte. Trotz aller auch tragischen Schattenseiten kann man doch sagen, daß Europa seine Fortschrittlichkeit und Freiheit dem Christentum und der damit entstandenen Aufklärung zu verdanken hat. Ich denke, es ist wichtig, an diese Tradition anzuknüpfen und die positiven Errungenschaften weiterzutragen.

FreieWelt.net: Welche Rolle spielt das Wirken Papst Benedikt XVI. für Ihre Stiftung?

Alexa von Künsberg: Die Wahl Joseph Ratzinger zum Papst war sicherlich Anlaß für die Gründung der Stiftung. Der Name Benedikt XVI., den der neue Papst wählte, steht in Bezug zu Werk und Geist des großen Ordensbegründers Benedikt von Nursia, der in einer epochalen Umbruchszeit die Grundlage für die Zukunft Europa gelegt hat. Vieles deutet darauf hin, daß heute ähnlich tiefgreifende Umbrüche bevorstehen. So denke ich, ist eine Rückbesinnung auf die modernen und auch revolutionären Ideen des Heiligen Benedikt auch eine Aufgabe der Benedictus Stiftung.

FreieWelt.net: Glauben Sie, daß christliche Vorstellungen eine Grundlage unseres Rechtssystems sein können?

Alexa von Künsberg: Wesentliche Grundlage unseres Rechtssystems ist die Menschenwürde und die Gleichheit vor dem Gesetz. Beides fußt auf dem christlichen Menschenbild und der Gleichheit vor Gott. Wenn diese Menschenwürde, die nur mit transzendentem Bezug möglich ist, nicht mehr vorhanden ist, kann ein Rechtssystem in eine menschenverachtende Richtung abweichen.

FreieWelt.net: Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Religiosität und demographischer Entwicklung?

Alexa von Künsberg: Ich denke schon. Ein Mensch, der aus dem Glauben heraus lebt, möchte die Werte und Liebe weiterzugeben, die er mitbekommen und erfahren hat bzw. erfährt. Wenn ein Mensch dankbar ist für sein Leben, möchte er weiteres Leben schaffen und diese Lebensfreude weitergeben, auch an nachfolgende Generationen – selbst unter schwierigen Umständen.

FreieWelt.net: Die Benedictus Stiftung vertritt den Anspruch, Orientierung zu vermitteln. Können Sie uns bitte zum Abschluß verraten, welchen Rat Sie jungen Menschen mit auf ihren Weg geben würden?

Alexa von Künsberg: Jeder Mensch hat eine religiöse Ader. Jeder kennt die Sehnsucht nach dem Höheren, dem Absoluten, dem unendlich Guten. Ich würde jungen Menschen raten, diese Sehnsucht ernst zu nehmen, sich auf die Suche zu begeben und sich zu öffnen für eine persönliche Beziehung mit Gott.

Die Münchner Benedictus Stiftung möchte einen Beitrag dazu leisten, christliche Vorstellungen vom menschlichen Leben neu in die Mitte der gesellschaftlichen Diskussion zu tragen. Zugleich möchte sie das Bewusstsein für die christlichen Wurzeln Europas fördern, welche Kultur, Rechtssystem und Identität geprägt haben und Grundlage für die Zukunft sein können.

http://www.benedictusstiftung.de/



Christoph Kramer, 23.06.2009 11:35 | Kommentare (3)




 
  Kommentare (3)

Michael Pfeiffer, 10.04.2009 14:57
...und noch einen weiteren Kommentar zum sog. "Christlichen Menschenbild" im vorgeblich "christlich-abendländischen-Rechtsstaat-Deutschland" mögen Sie mir bitte gestatten, sehr verehrte Frau von Künsberg:

Diverse Generationen meiner mütterlichen Ahnen der Familien von Plessen und von Zülow wurden in den 50er Jahren aus ihrer uralt angestammten Grabkapelle/Familiengruft auf dem großväterlichen Rittergut Dolgen (bei Laage / MV) geraubt und sodann anonym auf dem nächsten Friedhof regelrecht verscharrt. - Zur würdigen Umbettung dieser völlig fremdbestimmten Toten-, zur Weihung (und Rückführung) der geschändeten Familienkapelle meiner mütterlichen Familie VON PLESSEN - hatte ich eine Petition in den Deutschen Bundestag eingebracht - die mit folgenden Argumenten ganz aktuell wie folgt letztlich abgeschmettert werden soll: (ich zitiere aus der Stellungnahme des Pet.-Ausschusses) - Hierzu teile ich Ihnen Folgendes mit:

(...) Artikel 18 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte gewährt entgegen der Ansicht des Petenten kein "Recht auf Bekundung seiner Religion in der eigenen Familienkapelle", sondern lediglich "die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung (...) öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Beachtung religiöser Bräuche, Ausübung und Unterricht zu bekunden".

Der von dem Petenten zitierte Privatmann aus den USA ( http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_de_Zayas ) äußert sich nach seiner eigenen Einlassung entgegen der Spruchpraxis des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen. Seine Auslegung des Paktes wird im Schrifttum, soweit ersichtlich, nirgends geteilt.

Eine Entwidmung von Gebäuden, die religiösen Zwecken dienen, ist durchaus möglich. Ob das im vorliegenden Fall notwendig war und ggf. erfolgt ist, kann nicht überprüft werden.

Der Ausschussdienst ist daher zu dem Ergebnis gekommen, dass Ihrem Anliegen nicht entsprochen werden kann.

Einwendungen gegen diese Bewertung können Sie innerhalt von 6 Wochen mitteilen. (...) (Zitat-Ende) - Noch Fragen zum sog. "Christlichen Menschenbild" und dem verweigerten postmortalen Persönlichkeitsrecht" unserer Verstorbenen???
(PS: Die weiteren Fakten und Einzelheiten zu diesem antichristlichen Kapitel finden Sie unter dem folgenden Link: http://www.querdenkerforum.de/forum/showthread.php?tid=1568 )


Michael Pfeiffer, 10.04.2009 14:08
...doch zum Segen für die Christenheit - und die Menschheit insgesamt - vertritt mein Heiliger Vater Benedikt VXI. öffentlich eine völlig andere Position - wie folgt:
Benedikt geißelt Gentechnik als Sünde

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,411531,00.html

"Herr, wir haben das Empfinden für die Sünde verloren! Mit heimtückischer Propaganda verbreitet sich heute eine törichte Apologie des Schlechten, ein absurder Kult Satans, ein unsinniger Wille zur Übertretung, eine verlogene und haltlose Freiheit, welche die Laune, das Laster und den Egoismus verherrlicht und sie als Errungenschaften der Zivilisation hinstellt." (...)

"Doch sich an Gottes Stelle zu setzen, ohne Gott zu sein, ist die dümmste Arroganz, ist das gefährlichste Abenteuer."

(PS: einen dummen, arroganten und gefährlichen Abenteurer konnte sich die Katholische Bischofskonferenz unter meinem heutigen Papst natürlich nicht länger als Vorsitzenden leisten - wenn sie nicht fortgesetzt in tiefe Sünde fallen wollte...und das war und ist auch gut und insbes. christlich so !!!) - "Weiter so, Papst Benedikt !!!!!!!"


Michael Pfeiffer, 10.04.2009 09:05
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass Kardinal Lehmann - und zwar noch als Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz - die unsägliche Genmanipulation an "Gottes-Schöpfung-Natur" öffentlich als Auftrag aus der Heiligen Schrift hergeleitet und verteidigt hat. Das heißt konkret: Mon-Genfraß ist offenbar in Wahrheit der heilige Wille Gottes zur Optimierung seiner unvollkommenen Schöpfung. Dieser explizit göttliche Erfüllüngsauftrag aus der Bibel entspricht bekanntlich auch zutiefst dem christlichen Menschenbild der CDU/CSU. - Nachstehend der Link zu den Kardinal Lehmann`schen Worten, mit denen dieser vorgebliche Mann Gottes persönlich die Büchse der Pandora öffnet(e): http://www.domradio.com/aktuell/artikel_7857.html&37021 - Für die registrierten Gen-Patente auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen bzw. Lebensmittel zeichnen demzufolge auch bereits heute vormalige US-Kampfmittelproduzenten aus dem Vietnam-Krieg verantwortlich, die sich die stets neueste Terminator-Gen-Technologie von ihren willfährigen Lobbyisten der EU und insbes. der "christlichen" CDU/CSU "göttlich" absegnen lassen. Noch Fragen zum chistlichen Menschenbild im "New Age" ?


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