Das sollte in enger Verbindung mit anderen KünstlerInnen geschehen.
FreieWelt.net: Welche Unterschiede, welche Gemeinsamkeiten gibt es in der künstlerischen Arbeit mit behinderten und nicht-behinderten Darstellern?
Dr. Gisela Höhne: KünstlerInnen mit geistiger Behinderung sind authentischer, ursprünglicher und haben einen ganz besonderen Ausdruck. Sie spiegeln uns das, was wir als Geselllschaft sind und als Menschen tun, mit großer Deutlichkeit und zugleich mit viel Humor. Sie schaffen ihre eigene Wahrheit im Spiel und tun selten, was man will. Es ist eine Herausforderung, die fast immer zu einem besonderen Ergebnis führt.
Gemeinsam haben sie mit anderen KünstlerInnen ihre Lust am Spiel und am Ausdruck, ihre Professionalität, ihren Ehrgeiz und ihren Stolz.
FreieWelt.net: Welche Folgen befürchten Sie bei einer begrenzten Zulassung der PID?
Dr. Gisela Höhne: Menschen mit Down Syndrom und anderen genetisch feststellbaren Veränderungen werden nicht mehr geboren, es wird jedoch noch weiter gehen. Man wird immer mehr in Richtung Designer-Babies gehen. Dick, schief etc. geborene Kinder wird es kaum noch geben, damit sinkt die Akzeptanz auch der Behinderten, die ihre Behinderung während und nach der Geburt erleiden.
FreieWelt.net: Müssen sich nach Ihrer Erfahrung bereits heute Eltern für die Geburt ihrer behinderten Kinder rechtfertigen?
Dr. Gisela Höhne: Ich habe es selbst nicht erlebt, aber mehrfach gehört.
FreieWelt.net: Welche konkreten Maßnahmen wünschen Sie sich von der Politik?
Dr. Gisela Höhne: Ich erwarte ein Verbot der PID. Aber ebenso ein Verbot des Abtreibungsparagraphen, der die Abtreibung von behinderten Embryos bis kurz vor der Geburt erlaubt.
Ich erwarte eine ehrlichere Intergrationspolitik, die auch umgesetzt wird. Es müßte mehr ermutigt werden in Richtung wirklicher Akzeptanz und eines Miteinander behinderter und nichtbehinderter Menschen. Das würde jedoch einen Wertewandel voraussetzen.
Vielen Dank für das Gespräch.
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