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28.05.2012
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"Sexuelle Bildung" von Kindern durch den Sozialdienst katholischer Frauen und die Caritas
Weitere Themen: Bildung, Familie


Bild: geralt/photoopia.com

Gastbeitrag von Gabriele Kuby

Sigmund Freud, dessen Genius ein Wegbereiter der sexuellen Revolution war, erkannte, dass „jede frühzeitige Sexualtätigkeit die Erziehbarkeit des Kindes beeinträchtigt“.1 Will man also Kinder zu verantwortungsvollen, leistungsfähigen, bindungsfähigen Personen erziehen, sollte man sie nicht zu frühzeitiger Sexualtätigkeit stimulieren. Dies aber geschieht durch die staatliche Sexualerziehung, die bereits Kindergartenkinder mit verschiedenen sexuellen Orientierungen bekannt macht nach dem Motto „Prinz heiratet Prinz“. Unter dem Vorwand der „Missbrauchsprävention“ werden Kinder mit den Sexualpraktiken vertraut gemacht, vor denen sie geschützt werden sollen, und zur Masturbation animiert, weil sie dadurch ihren Körper kennenlernen und Ängste vor dem Unbekannten überwinden.


Eltern, welche fürchten, dass die Seele des Kindes durch „sexuelle Bildung“ irreversiblen Schaden nimmt, und die deswegen die Teilnahme ihrer Kinder an derartigen schulischen Veranstaltungen verweigern, versuchen Schulleitungen mit Hilfe der Gerichte in die Knie zu zwingen durch Erzwingungshaft bis hin zum Sorgerechtsentzug für ihre Kinder. Als vorerst letzter von bisher 17 Fällen kamen am 7. April 2011 zwei Mütter von insgesamt 14 Kindern aus Salzkotten eine Woche hinter Schloss und Riegel.

Manche Eltern, die ihren Kindern eine gute Erziehung angedeihen lassen wollen, schicken sie in katholische Schulen. Katholisch, so meint man, heiße, Sex gehöre in die Ehe von Mann und Frau und sonst nirgendwohin, also dürfen Eltern erwarten, dass Kindern die Schönheit von Liebe, Ehe, Sexualität und Familie vor Augen und Herz geführt und der Weg dorthin gezeigt wird.

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Diese Erwartung ist falsch.

Die „emanzipatorische Sexualpädagogik“ ist tief in die Kirche eingedrungen, in die Jugendorganisationen und in die Schulen. Das ist kein Wunder, denn seit dem bischöflichen Widerstand gegen die Enzyklika Humanae Vitae (1968) durch die Königsteiner Erklärung von 1968 ist ein kirchliches Vakuum bei der Verkündigung und Lehre der katholischen Sexualmoral entstanden, das von den Missionaren hedonistischer Sexualität gefüllt wurde.
  Die Kaderschmiede ist das Institut für Sexualpädagogik in Dortmund (isp) und die Gesellschaft für Sexualpädagogik (gsp), welche in der Sexualpädagogischen Allianz im deutschsprachigen Raum vernetzt sind. Hier werden auch die Beraterinnen der Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF)und der Caritas ausgebildet, welche dann unter katholischer Flagge mit den Kindern „offen“ über alle Fragen der Sexualität sprechen: über die Lust der Selbstbefriedigung, über die Gleichwertigkeit Homo, Bi-, und Transsexualität mit der Heterosexualität, über Oralverkehr und Analverkehr, wie das in der Flut der bunten Broschüren der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) so anschaulich dargestellt wird. Sie bilden die Kinder zu Verhütungsexperten aus und üben mit ihnen, wie man Kondome über Plastikpenisse in verschiedenen Größen zieht (inzwischen gibt es XS-Größen für pubertierende Knaben).

Das geschieht in Jugendprojekten des SkF und der Caritas mit Namen wie „Hautnah“, „Herzklopfen“, „Love Tours“, „Love Talks“. Links zu „Persönlichkeitsstärkenden Projekten“ finden sich auch auf der Website der Bischofskonferenz unter der Rubrik „Prävention von sexualisierter Gewalt“ (z. B. Handreichung Nr. 33, „Erste Allgemeine Verunsicherung“ der  KjG,). 
 Es gibt vielfältige personelle Vernetzungen zwischen SkF, Caritas und dem Institut für Sexualpädagogik. Ann-Kathrin Kahle, Leiterin des SkF-Projekts „Herzklopfen“, hielt als Referentin der gsp einen Workshop mit dem Titel „Zum Teufel mit der Moral“; Dr. Karlheinz Valtl begeisterte die Teilnehmer einer Jubiläumsfeier des SkF in Münster in seinem Vortrag „Sexuelle Bildung“ für seine Vision der „Selbstformung der sexuellen Identität in allen Lebensaltern“; Manuel Isdebski, Vorstand des „Schwulen Netzwerkes NRW e.V., betreut Jungengruppen beim Projekt Herzklopfen und bekennt: „Bei uns geht es auch um das Geile“.2 
Der 6. Bundeskongress Katholische Schulen in München am 13. Mai 2011 zum Thema „Keine Bildung ohne Erziehung“ mit Kardinal Marx, Erzbischof Zollitsch, Erzbischof Becker und Kultusminister Spaenle wäre eine gute Gelegenheit, Impulse zu setzen, damit in Bildungseinrichtungen, auf denen katholisch steht, auch katholisch drin ist.

1 Ges. Werke, Bd V, S. 136

2 Interview mit Manuel Isdebski u. Anja Wolsza, Dipl.-Sozialrbeiterin beim SkF in Werne am 17. 04. 2009, Lotsen für Lebens- und Liebeslagen, http://www.derwesten.de/staedte/luenen/Lotsen-fuer-Lebens-und-Liebeslagen-id617597.html.



Redaktion, 12.05.2011 11:09 | Kommentare (52)




 
  Kommentare (52)

Monika Unger, 16.08.2011 21:16
In Zukunft dürfen wir keine Kinder mehr bekommen, denn die Mediziner planen ja schon die Patente auf unsere Kinder... Ja, unglaublich aber wahr... Wer weiß was dieser verrückten Idioten-Elite noch alles einfällt??? Bald wird Widerstand zur Pflicht!!!

Lisa W., 03.07.2011 21:36
@Andreas
Dazu wie weit die Gehirnwäsche der Gesellschaft vorangeschritten ist.
Ich ging vor kurzen zur Caritas zu einem Beratungsgespräch. Dort musste ich mir anhören, dass meine Tochter laut Gesetz mit 14 Jahren sexuell Selbstbestimmt handeln kann und ich ihr in meiner Wohnung den Sex mit einem Freund nicht verbieten dürfte. Ich solle dafür Sorge tragen, dass sie richtig verhütet(mit der Anty-Babypille). Als ich ihm Antwortete, dass ich mit meiner Tochter darüber gesprochen habe, warum ich Sex solange sie nicht verheiratet ist in meiner Wohnung nicht dulde und das dies von meiner Tochter respektiert wird, verstand er die Welt nicht mehr. Meine Tochter ist 18 Jahre alt und bei diesem Beratungsgespräch ging es nicht einmal um meine Tochter. Auch versuchte er mich dazu zu drängen meine Tochter ausziehen zu lassen, obwohl sie noch zur Schule geht.Vom Staat wird den jugendlich Erwachsenen das Geld dazu zur Verfügung gestellt.


Automat, 29.06.2011 09:35
Zu den Hinweisen, die ich schon unten zu der Frage gegeben habe, wie Kindererziehung in anderen Ländern gesehen wird, möchte ich noch diesen Artikel aus der TIME online von heute nachtragen. Wagen Sie einmal den Blick über den Tellerrand:

http://healthland.time.com/2011/06/28/would-you-record-yourself-spanking-your-kids/#disqus_thread

Aus diesem Artikel erscheinen sich für mich Aufschlüsse zu der Frage zu ergeben, warum es in Deutschland schon seit Jahren zu einer völligen Verkinderung und Entgrenzung im schlechtesten Sinne des Wortes kommt. Lesen Sie vor allem auch die Kommentare und deren Bewertung. Sie werden dann eher verstehen, wie groß in Deutschland die Angst vor den Behörden,
insbesondere dem so genannten "Jugendamt" und dem Vorwurf des "Missbrauchs" ist, zu dem eigentlich tatsächlich aber sogar die Behörden selbst auffordern (wir erinnern uns: BZgA "Körper, Liebe, Doktorspiele" usw.). Die Deutschen sind meiner Auffassung nach ein Abgrund an Verlogenheit und Wahnsinn, der reine Sozialismus. Und es wird wohl, so weit möglich, immer schlimmer.


Automat, 28.06.2011 01:39
Über die Obsessionen beispielsweise amerikanischer Kindererziehung können Sie hier weiter lesen:

http://beta.news.yahoo.com/no-him-her-preschool-fights-gender-bias-122541829.html

Bemerkenswert erscheint auch, dass in mehr als 20 US - Staaten das corporal punishment von Kindern gesetzlich erlaubt ist

http://en.wikipedia.org/wiki/File:Corporal_punishment_in_the_United_States.svg

und anscheinend mit eigens für diese Zwecke vorgesehenen Werkzeugen auch vollzogen wird, an Schulen.

Bleibt also gespannt abzuwarten, ob Kindern dort demnächst mit Körperstrafen ein Verhalten abgewöhnt wird, das als unangemessen männliches / weibliches "Rollenverhalten" interpretiert werden könnte.

Und vor allem: Wann wird es dann in Deutschland so weit sein, wo man den Wahnsinn bekanntermaßen ja, ist er erst einmal angekommen, mit besonderer Vorliebe und Freude celebriert.


Andreas, 27.06.2011 17:49
Es ist schon erschreckend, wie "erfolgreich" die Politik und die Medien in den letzten 40 Jahren die Hirne der Leute gewaschen haben. Der s.g. demokratische Staat maßt sich an seine Vorstellungen von sexueller Aufklärung als die einzig richtigen anzusehen. Die Teilnahme an entsprechenden Schulveranstaltungen ist PFLICHT! Die Teilnahme an entsprechenden katholischen Veranstaltungen ist es meines Erachtens NICHT! Wer ist denn hier ach so tolerant, und wer zwingt hier bitte wem seine sexuellen Moralverstellungen auf? Wie verblendet oder feige muß denn jemand sein der dies nicht sehen will? Und ich stimme Frau Kuby zu, wo katholisch drauf steht, da sollte auch katholisch drin sein.

Thomas Rießler, 14.06.2011 19:48
Herr Gems, dass die staatliche Sexualerziehung bei Kindern fehl am Platz ist, wurde ja bereits von Frau Kuby erwähnt und in diesem Punkt stimme ich ihr zu. Was Frau Kuby als „sexuelle Bildung“ (in Anführungszeichen) und Sie als sexuelle Aufklärung von Kindern bezeichnen, ist demnach die falsche Etikettierung einer Sache, die für Kinder im Grundschulalter schädlich ist und daher unterbleiben sollte. So einfach ist das.
Was ich hier geschrieben habe, sollte in erster Linie zeigen, dass man diese Meinung von Frau Kuby auch aus der Sicht des Glaubens und nicht nur aus der kirchlichen Tradition begründen kann. Was ich geschrieben habe, deckt sich jedoch nicht unbedingt in allen Punkten mit der Meinung von Frau Kuby oder der Auffassung der katholischen Kirche. Dies ist ja aber auch nicht unbedingt nötig, denn das Thema geht alle Eltern und insbesondere alle Christen an. So waren die betroffenen Eltern in Salzkotten meines Wissens Baptisten und keine Katholiken.
Ihr Lamentieren über die angebliche religiöse Indoktrination kann ich inzwischen nicht mehr ernst nehmen, denn ich habe Ihnen nicht verboten, an Ihrer atheistischen Sicht der Dinge festzuhalten. Es ist die freie Entscheidung eines Menschen, das Evangelium anzunehmen oder es abzulehnen.


Rudi Gems, 10.06.2011 20:42
Tja, Herr Rießler! wir beide leben halt eben, in zwei völlig verschiedenen Welten.

Für mich hat es eben, Jesus-Christus, nie gegeben. Das ist für mich eine Erfindung von Bibelschreibern. Es gibt keinen einzigen historischen Beweis, das es Christus gegeben hat. Ein "ewiges Leben" gibt es für mich nicht. Das ist auch eine Erfindung von Bibelschreibern. Daneben, ist für mich, ein "ewiges Leben", nicht mit positiven Gefühlen belastet. Auch, gibt es für mich, nicht "das Böse" ("negative Mächte"). Das ist für mich, auch eine Erfindung von Bibelschreibern.

Was ich aber gar nicht verstehe, ist, das Sie immer wieder unterschwellig, mir Ihre Indoktrinationen bezüglich des Christentums, versuchen unter zu schieben. Wir wollten uns, bei diesem Thema, über sexuelle Aufklärung von Kindern und Jugendlichen unterhalten, und untersuchen, ob sexuelle Aufklärung, am besten bei den Eltern, den Schulen, den "sozialen katholischen" Einrichtungen, oder einer bestimmten Form von Katholiken, was auch immer das sein mag, aufgehoben ist. Natürlich, kann man sich in diesem Zusammenhang, auch über einen Katholozismus unterhalten, der der Richtige sein soll. Dann muss man das aber auch als seine eigene Meinung deklarieren, und nicht so tun, als wenn dieser „Richtige Katholozismus“, etwas Unumstößliches ist oder wäre.

Insbesondere wäre es eben interessant, was dieser „Richtige Katholozismus“ in Sachen sexueller Aufklärung anders machen will, als die anderen, die im Eingangstext nicht gut wegkommen. Diese „Aufklärung“, bleiben Sie uns penetrant schuldig. Natürlich, weis ich auch, aus meiner Kindheit, das der Katholozismus, ein richtiges Sündengebäude, um die Sexualität aufgebaut hat. Dies ist aber nicht mein Ding. Wenn Sie, Herr Rießler, solche Vorstellungen haben, dann habe ich zwar nichts dagegen, erwarten Sie aber bitte nicht, das ich solche Vorstellungen übernehme. Im Übrigen, gibt es durchaus, eine Bibelstelle, wo es da sinngemäß heißt, „Wenn ihr nicht so werdet wie die Kinder...“. Es gibt also durchaus Bibelschreiber, die nicht vom „Sündigen Menschen“, bei Kindern ausgegangen sind. Ihr Sündensystem, ist also Ihre einseitige Privatmeinung, die Sie auch in Ihrem Privatleben lassen sollten.

Ich kann mir kaum vorstellen, das man Kinder besonders sinnvoll sex. aufklären kann, wenn man Ihnen ständig einredet, „das sie sündige Menschen sind“. Sowas, schafft unnötiges schlechtes Gewissen, führt zu Krankheiten, und ist daher verwerflich. Und wenn hier solche Verwerflichkeiten propagiert werden, werden Sie mich niemals an Ihrer Seite finden.

Grüße, Rudi Gems


Thomas Rießler, 09.06.2011 23:04
Herr Gems, für mich wäre es dagegen ein Verstoß gegen die Nächstenliebe, andere Menschen nicht auf das Problem mit der Sünde hinzuweisen, wenn sie sich dessen nicht bewusst sind, aber doch ein Problem damit haben. Dieser Hinweis erfolgt nicht mit dem Ziel, andere Menschen zu versklaven (wie Karl Marx behauptet hat), sondern im Gegenteil, damit sich die Menschen mit der Hilfe des Christus von der Macht der Sünde befreien. Solange sich die Menschen des Problems der Sünde und des Bösen nicht bewusst sind und nicht auf Christus vertrauen, sind sie eben nur ein Spielball der negativen Mächte, welche die Bemühungen der Menschen immer wieder zunichte machen.
Mit den sozialistischen Bewegungen verhält es sich m. E. so, dass sie sich immer wieder neue Experimente in leicht abgewandelter Form und anderem Namen erlauben. Es scheint die Hoffnung dahinterzustehen, aus den bisherigen „Fehlern“ gelernt zu haben und es beim nächsten Mal besser zu machen. Etwa nach dem Motto: wenn der Mensch nicht für den Sozialismus geschaffen ist, dann müssen wir ihn eben so verändern, dass er zum Sozialismus passt. Da ist es nur konsequent, wenn an die Erziehung der Kinder Hand angelegt wird. Es ist daher entscheidend, dass man sich von den marxistischen Ideen generell lossagt und nicht nur von einzelnen sozialistischen Experimenten, nachdem sie ihr Unheil bereits angerichtet haben.
Die Behauptung, dass das Christentum mit dem Sozialismus vereinbar sei, lässt sich relativ leicht widerlegen, wenn man diese These anhand der Bibel überprüft und sich nicht nur auf Sekundärliteratur verlässt. Beim Christentum geht es ganz wesentlich um das ewige jenseitige Leben. Das soziale Evangelium, bei dem Jesus auf die Rolle des guten Menschen reduziert wird, greift zu kurz und hilft nicht, das ewige Leben zu erlangen.


Rudi Gems, 09.06.2011 03:01
Herr Rießler, dieser "Sündige Mensch", scheint ihr Hobby zu sein? Nach meiner Einschätzung, haben Sie hier, kritiklos, "Glaubensinhalte" übernommen, die kaum sinnvoll begründet werden können. Warum sollte es sinnvoll sein, Menschen einzureden, das sie von Natur aus, grundsätzlich sündig sind? Meinem Modell, vom gemeinsamen Zusammenleben in Nächstenliebe, entspricht es in keiner Weise. Für mich ist es eben auch ein Stück Nächstenliebe, wenn ich meinen Nächsten, eben nicht, grundsätzlich, vorsorglich der "Sünde" bezichtige.

Mit den Sozialisten und den sozialistischen Bewegungen, scheinen Sie Probleme zu haben? Kann ich schon verstehen, habe ich auch. Mir ist auch, keine sozialistische Bewegung bekannt, die nicht schon nach wenigen Jahren, ihre eigenen Ziele verraten hat. Natürlich, wäre es wunderschön, eine Bewegung zu haben, die sich dauerhaft auf die Fahnen schriebe, das sie sich für die Schwachen, Armen und Einfachen Menschen einsetzt. Für eine solche Bewegung, scheinen die Menschen, aber irgendwie, nicht geschaffen zu sein.

Als Christ, wäre ich da aber vorsichtig. Auch das Christentum, ist mal als "soziale Bewegung" gestartet, und hat heute noch einige unleugbare Grundzüge des "Sozialen", in sich verhaftet, an die sich aber kaum ein Christ hält.

Sehr deutlich, wird das bei dem Problem, Sexualität und "sexueller Aufklärung". Hier steht weder das Wohl des Einzelnen, noch seine Wünsche und Ziele im Vordergrund, sondern, hier geht es um Macht und um Opportunismus, von "religiösen Führern". Ich will hoffen, das ich diese unappetitlichen Ausschreitungen bezüglich Sex, die sich "religiöse Führer" erlaubt haben, und immer noch erlauben, hier nicht aufzuzählen brauche?

Ich halte es durchaus für gefährlich, in einem solchen System, Menschen sex. erziehen und aufklären zu wollen. Und wenn Sie, Herr Rießler, dies nicht verstehen können oder wollen, dann können sie sich meines Mitleides, sicher sein. Ich möchte ihr Leben, mit diesen vielen Einschränkungen, insbesondere Verzicht, Sündengläubigkeit, oder gar religiösen Aktionismus, auf gar keinen Fall leben.

Für mich ist einzig die Liebe und die Nächstenliebe, entscheidend. Und Kinder, die unter der Fuchtel, Dauerverzicht, Beherrschung, Lieblosigkeit, Sündhaftigkeit und Selbstverleugnung, erzogen werden, können mir nur noch leid tun. Und, wo es mir sogar lieb wäre, wenn man sowas, strafrechtlich verfolgen könnte.

Grüße, Rudi Gems


Thomas Rießler, 07.06.2011 16:57
Herr Gems, ich denke, dass es genügend Menschen gibt, die von diesen sozialistischen Umerziehungsexperimenten nicht begeistert sind (bzw. nicht begeistert wären, wenn sie es durchschauen würden) und lieber die Erziehung ihrer Kinder selbst durchführen möchten. Dies ist zwar in den vergangenen Jahrhunderten auch nicht allen Eltern perfekt geglückt, hat aber zumindest kein solches Desaster verursacht wie die sozialistische Einheitserziehung. Außerdem fördert es die persönliche Beziehung zwischen Eltern und Kind, die in aller Regel liebevoller ist als die Beziehung zwischen Kindern und bezahlten Erziehern, die ihre Arbeit in erster Linie verrichten, um Geld damit zu verdienen. Wenn man dieses Recht der Eltern zu Erziehung ihrer Kinder, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, verteidigen muss, ist dies ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Die marxistische Vorstellung vom repressiven religiösen „Sündensystem“, die Sie hier anführen, ist jedenfalls bezeichnend.
Wenn bereits Kinder und Jugendliche zur Sexualität vor der Ehe ermuntert werden, ist dies verwerflich, weil es Gottes Gebot, sich nicht unzüchtig zu verhalten, widerspricht. Das zunehmend triebgesteuerte Verhalten der heutigen Menschen ist m. E. eine Konsequenz davon, dass dieses Gebot nicht mehr beachtet wird. In dem Ausleben dieser Art von Sexualität, die den Menschen auf ein tierisches, unzüchtiges Niveau herabzieht, kann ich jedenfalls nichts Erstrebenswertes erkennen. Letztlich macht es die Menschen auch nicht glücklich, sondern abhängig. Die Sünde ist eben keine harmlose Sache, sondern versklavt die Menschen und so denke ich, dass es schlimmere Dinge gibt als die Forderung, sich in seiner Jugend in diesen Dingen etwas einzuschränken.
Für einen jungen Menschen in der heutigen Zeit ist es nicht einfach, sich an dieses Gebot zu halten, da die Gesellschaft körper- und lustbetont geworden ist und diese Einstellung auch Einzug in viele Kirchen gehalten hat. Wenn man sich jedoch daran hält und die gesellschaftlichen Widerstände überwindet, kann man eine etwas andere Art von Christentum leben, die authentisch ist und sich von der Masse der lauen Christenheit abhebt.




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