"Der Rettungsschirm rettet den Euro nicht", schreibt der Präsident des "ifo Instituts für Wirtschaftsforschung", Hans-Werner Sinn, in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung". Vielmehr sei er eine tickende Zeitbombe, die Deutschland ungeheure Risiken auflaste. Die Höhe der Haftungen übersteige die schlimmsten Ahnungen der Öffentlichkeit. "Die Probleme der GIPS-Länder (Griechenland, Irland, Portugal, Spanien) rühren daher, dass diese Länder schon bei der Ankündigung des Euro Mitte der neunziger Jahre in den Genuss extrem niedriger Zinsen kamen, sich deshalb hemmungslos verschuldeten und Kapital aus anderen Gebieten des Euroraums, vornehmlich aus Deutschland, absogen.
Der Kapitalfluss erzeugte in den GIPS-Ländern einen beispiellosen Wirtschaftsaufschwung mit hohen Lohn- und Preissteigerungen, der die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie unterminierte und die Importe ankurbelte. Deutschland kam wegen hoher Kapitalabflüsse stattdessen in eine Flaute mit niedrigen Lohn- und Preissteigerungen sowie extrem niedrigen Investitions- und Wachstumsraten. Aus der Flaute entstanden Außenhandelsüberschüsse, weil die Importe zurückgehalten wurden und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Exporte stieg. Nichts könnte falscher sein als die Aussage von Bundeskanzlerin Merkel, dass Deutschland "wie kaum ein anderes Land" (so in ihrer jüngsten Regierungserklärung) vom Euro profitiert habe.
Mit der Finanzkrise fand die Phase der exzessiven Kapitalströme von Deutschland in die GIPS-Länder ein jähes Ende", so Sinn weiter.
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"Der Rettungsschirm rettet den Euro nicht", schreibt der Präsident des "ifo Instituts für Wirtschaftsforschung", Hans-Werner Sinn, in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung". Vielmehr sei er eine tickende Zeitbombe, die Deutschland ungeheure Risiken auflaste. Die Höhe der Haftungen übersteige die schlimmsten Ahnungen der Öffentlichkeit. "Die Probleme der GIPS-Länder (Griechenland, Irland, Portugal, Spanien) rühren daher, dass diese Länder schon bei der Ankündigung des Euro Mitte der neunziger Jahre in den Genuss extrem niedriger Zinsen kamen, sich deshalb hemmungslos verschuldeten und Kapital aus anderen Gebieten des Euroraums, vornehmlich aus Deutschland, absogen.