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"Eine Erneuerung der Kirche ist immer eine Erneuerung des Glaubens" - Interview mit Peter Winnemöller
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Bild: Peter Winnemöller

Als Antwort auf das Reformpapier von 200 katholischen Theologieprofessoren haben rund 250 Priester und Laien ein Gegenmemorandum unter dem Titel "Petition pro Ecclesia" (Petition für die Kirche) veröffentlicht. FreieWelt.net sprach mit Peter Winnemöller, einem der Initiatoren. Winnemöller möchte das verzerrte Bild der katholischen Laien in der Öffentlichkeit korrigieren und plädiert für eine Erneuerung der Kirche als Erneuerung des Glaubens.

FreieWelt.net: Was ist das Anliegen von „Pro Ecclesia“?

Peter Winnemöller: Unser Anliegen war es, ein verzerrtes Bild der katholischen Laien etwas zu korrigieren. Nach der Berichterstattung zum Memorandum und dem Brief der CDU- Politiker an die Bischöfe konnte man den Eindruck gewinnen, alle Laien stünden auf der Seite der sogenannten kirchlichen Reformbewegungen. Ein Blick in die Gemeinden zeigt sehr schnell, daß das nicht so ist. Doch wie sollte man das in die Öffentlichkeit transportieren?

FreieWelt.net: Wie ist Pro Ecclesia entstanden?

Peter Winnemöller: Wenige Tage nach Veröffentlichung des Professorenmemorandums gründete die Journalistin Monika Metternich die facebook- Gruppe „Wir bleiben katholisch!“. In dieser Gruppe stellte ich am 7. Februar 2011 spätabends den von mir geschrieben Text der Petition vor. Er fand schnell Anklang und wurde am 8.Februar 2011 online gestellt. Ein Team, das sich spontan zusammen fand, kümmerte sich um Erfassung der Unterschriften, Bearbeitung der Mails und die Öffentlichkeitsarbeit.

FreieWelt.net: Wie ist die bisherige Resonanz?

Peter Winnemöller: Es haben 13928 Unterstützer die Petition unterzeichnet. Die Liste mit den Unterschriften hat der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz P. Dr. Hans Langendörfer am 16.März in Paderborn entgegen genommen. Für die Bischöfe hatten wir eine kurze und anschauliche Dokumentation erstellt, die unter http://petitionproecclesia.wordpress.com/dokumentation/ abrufbar ist. Wir erhalten immer noch Briefe und Emails, die uns ermutigen, den jetzt angestoßenen Prozeß nicht abreißen zu lassen.

FreieWelt.net: Für was für ein Verhältnis von Kirche und Staat treten Sie ein?

Peter Winnemöller: Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche ist in unserem Land in Konkordaten zwischen dem Hl. Stuhl und den Ländern geregelt. Ob es da zu Veränderungen kommen muß, weil die Kirche und die Gesellschaft zu stark auseinander driften, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt wohl niemand sagen. Ich wünsche mir eine unabhängige Kirche, die in größtmöglicher Freiheit in unserer Gesellschaft authentisch das Evangelium verkünden kann. Wie das in Zukunft aussehen wird, kann derzeit niemand voraussehen.

FreieWelt.net: Wünschen Sie sich eine Erneuerung der katholischen Kirche?

Peter Winnemöller: Immer! Ecclesia semper reformanda, sagen wir in der Kirche. Aber eine Erneuerung der Kirche, das wird von der Gesellschaft derzeit einfach nicht verstanden, ist immer eine Erneuerung des Glaubens. So hat sich auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Zollitsch, in der Abschlußpressekonferenz der Frühjahrsvollversammlung in Paderborn geäußert. Und eine Erneuerung der Kirche geht nur in Einheit mit der Weltkirche. Ein nationaler Sonderweg ist nicht möglich. Besonderen Wert hat Erzbischof Dr. Zollitsch darauf gelegt, daß der angekündigte Dialogprozeß ein Glaubensgespräch werden wird. Dieser Dialog wird auf dem Boden des Glaubens der Kirche geführt und lehramtlich entschiedene Fragen stehen nicht zur Diskussion. Auf dieser Basis sind die Mitwirkenden und sicher auch die Unterzeichner der Petition Pro Ecclesia gerne bereit, an der Erneuerung der Kirche in unserem Land mitzuwirken.

FreieWelt.net: Herzlichen Dank für dieses Interview!

Das Interview führte Fabian Heinzel

http://petitionproecclesia.wordpress.com/

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Redaktion, 22.03.2011 12:00 | Kommentare (4)




 
  Kommentare (4)

Christ ohne Kirche, 31.03.2011 16:10
Oh Herr, Sie wissen nicht was Sie reden!
Nicht erst die Professoren und Politiker führen due Gläubigen in die Irre und verunsichern sie. Diese "Aufgabe" erfüllt die Kirche seit Jahrhunderten zum Erhalt ihrer Macht über die Herde, die der "Hirten" bedürfen (P. Winnemöller) Christentum muß man leben! Und "Hirten", "Oberhirten" und der "Oberste Hirte" müssen es, wollen sie glaubhaft sein, vorleben, vorleben, vorleben!
Der Zölibat ist (u.a.) die Erfindung Mächtiger, Macht auszuüben, die Geißel zu schwingen über andere - mehr nicht!
Mir sagte anno 2009 ein fest in der Kirche stehender Pfarrer: "Sie sind nach unseren Regularien kein Christ - aber Sie leben wie ein Christ - und darauf kommt es an. Darf ich Du sagen?"
Welch ein großer Mann, Pfarrer und Hirte!
Nur solche "Hirten" sind gar zu dünn gesät in der katholischen Kirche. Schade.


Susanne, 23.03.2011 08:01
Kardinal Meisner hat in wenigen Sätzen am 21. März das Entscheidende zum Memorandum gesagt. Wichtig wäre, dass sich die Katholiken in ihren Pfarrgemeinden und Bistümern gegen das Memorandum wenden.

Otto, 23.03.2011 01:39
Peter Winnemöller sagt zum Schluss: " ... Aber eine Erneuerung der Kirche, das wird von der Gesellschaft derzeit einfach nicht verstanden, ist immer eine Erneuerung des Glaubens. So hat sich auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Zollitsch, in der Abschlusspressekonfe-renz der Frühjahrsvollversammlung in Paderborn geäußert. ..."

Also ist entweder

nach diesen Aussagen die Bevölkerung zu dumm, um das Anliegen der Kirche zu verstehen,

oder ist die Kirche zu dumm, ihr Anliegen so zu formulieren, dass das Volk sie versteht?

Und was heißt: "Erneuerung des Glaubens?"

Ist damit Erneuerung des Inhalts des Glaubens gemeint? Wenn doch wohl ja, warum wird der nicht hier aufgeführt? Soll sich etwa der Inhalt des Christentums verändern (erneuern)?? War z.B. Jesus doch verheiratet und hatte Kinder?

Warum vermittelt die Kirche nicht endlich Wissen statt (blindem) Glauben, dann müssen die Menschen nicht wie im Mittelalter alles glauben, was man ihnen aus Rom so vordenkt?

Und das wollen doch die modernen Menschen: Erkennen, wissen, verstehen, durchschauen und nicht blind glauben, was man angeblich (als dummes Volk) nicht verstehen (kann) !!!


Freigeist, 23.03.2011 00:42
Auch "Kirchen" unterliegen evolutionären Prozessen.
Es wird somit zu vielen neuen Kirschen kommen.



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