FreieWelt.net:
Wie beeinflussen Subventionen langfristig eine Volkswirtschaft?Andreas Freytag: Wie gesagt, Produktivität, Innovationen und Strukturwandel bleiben hinter dem Möglichen zurück, und Wohlstand wird gefährdet.
FreieWelt.net:
Verliert Deutschland nicht an Wettbewerbsfähigkeit, wenn es seine Subventionen
drosselt, andere Länder sie aber beibehalten?Andreas Freytag: Keineswegs, die Verlierer bei uns sind nur die bislang geförderten Unternehmen,
alle anderen, d.h. nicht geförderte Unternehmen, Steuerzahler, Konsumenten, öffentliche Haushalte gewinnen. Allerdings gibt es keine Begründung, einige Unternehmen weiterhin zu Lasten aller anderen Unternehmen und der Menschen zu bevorzugen. Insgesamt wird bei uns die Allokation verbessert. Sollten andere Länder ihre Produktion zum Teil subventionieren, hilft das Regelwerk der WTO. Ansonsten kann man Geschenke (und nichts weiter sind die Subventionen ja) auch einmal annehmen.
FreieWelt.net:
Wäre eine europäische Wirtschaftsregierung förderlich?Andreas Freytag: Europa ist zu unterschiedlich, um eine einheitliche Wirtschaftspolitik zu betreiben. Was geregelt sein muss, ist die jeweils alleinige Verantwortung der Staaten für ihre Schulden. Sonst wird Europa langfristig als Intergrationsraum leiden. Wir brauchen aber keine einheitlichen Arbeitsstandards oder europäische Sozialpolitik. Mehr politischer Wettbewerb bringt bessere Wirtschaftspolitik
FreieWelt.net:
Was ist ihr Vorschlag?Andreas Freytag: Erstens eine sofortige Rückkehr zur Stabilitätsorientierung in der Fiskal- und der
Geldpolitik, zweitens Strukturreformen auf nationaler Ebene (eventuell europaweit angestoßen, aber individuell angepasst), und drittens Abkehr vom Glauben an die Kraft der Zentralisierung (Europa 2020 dient als ein weiteres Beispiel für diesen naiven Glauben, siehe auch Lissabon 2010!).
FreieWelt.net:
Herzlichen Dank für dieses Interview!Das Interview führte Gonca Baykan
zur Initiative "Subventionsabbau jetzt" auf AbgeordnetenCheck.de