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24.05.2013
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Sonntag ist Familientag
Weitere Themen: Allgemein, Familie



Wegen der Neuformulierung der Arbeitszeitrichtlinien im Europäischen Parlament haben fünf Europaparlamentarier, darunter Martin Kastler (CSU), eine Initiative gestartet, mit der sie den Sonntag als arbeitsfreien Tag und Teil des europäischen Kulturerbes bewahren wollen.
FreieWelt.net sprach mit Martin Kastler über die – durchaus sehr unterschiedlichen – Beweggründe der Initiatoren dieser Initiative und die Aussichten auf einen Erfolg.

FreieWelt.net: Sehr geehrter Herr Kastler, Sie haben zusammen mit vier anderen Europaparlamentariern eine Initiative gestartet, mit der Sie den Sonntag als arbeitsfreien Tag und Teil des europäischen Kulturerbes bewahren wollen. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Martin Kastler: Ich merke, daß der Sonntag als Ruhe- und Familientag in Europa allgemein in Gefahr ist und geschützt werden muß. In vielen europäischen Ländern wird bereits durchweg gearbeitet. Der Sonntag mutiert immer mehr zum Arbeits- und vor allem „Shoppingtag“. Das ist eine Entwicklung, die mir nicht gefällt. Als Christ ist es mir wichtig, daß am Sonntag die Familie im Mittelpunkt steht und umgekehrt der Sonntag in der Mitte der Familie stattfindet.

FreieWelt.net: So wie in Ihrer eigenen Familie?

Martin Kastler:
Ja durchaus. Auch vor meinem eigenen kulturellen Hintergrund finde ich die Entwicklung bedauerlich. In meiner Familientradition war es üblich, am Sonntag in die Kirche zu gehen und dann zum Beispiel zum Wandern in die Fränkische Schweiz zu fahren, Burgen zu besichtigen oder Museen zu besuchen. Noch heute habe ich sehr lebendige Erinnerungen daran, wie die ganze Familie einmal zum typischen „fränkischen Sonntag“ mit der Dampflok einen Ausflug in die Fränkische Schweiz gemacht hat. Vor allem kulturell gesehen empfinde ich es daher als Verlust, wenn der Sonntag zum Shoppingtag verkommt.

FreieWelt.net: Die fünf Abgeordneten, welche die Initiative zum arbeitsfreien Sonntag auf den Weg gebracht haben, kommen aus sehr unterschiedlichen Parteien und Ländern. Ergeben sich daraus auch unterschiedliche Motivationen, diese Initiative voranzutreiben?

Martin Kastler: Es hat sich tatsächlich eine interessante Koalition mit Mitgliedern aus sehr verschiedenen Parteien gebildet, die die Initiative unterstützen, sicher auch aus verschiedenen Beweggründen. Bei meinem polnischen Kollegen Konrad Szymanski (Fraktion "Europa der Nationen") steht beispielsweise das religiöse Motiv noch viel stärker im Vordergrund. Anna Záborská, meine christdemokratische Kollegin aus der Slowakei und ich wollen den Sonntag vor allem als lebensweltlich-kulturell verankerten Familientag schützen, auch vor dem Hintergrund der religiösen Prägung unserer Kultur. Der französische Sozialdemokrat und Gewerkschafter Jean-Louis Cottigny und Patricia Toia vom linken Flügel der italienischen Liberalen unterstützen die Initiative eher aus sozialen Gründen im Interesse der Arbeitnehmerschaft.

FreieWelt.net: Um Ihrer Initiative Geltung zu verschaffen, brauchen Sie die Unterstützung durch eine Mehrheit der Abgeordneten, die bereit sein müßten, die Erklärung zu unterzeichnen. Wie erfolgreich läuft die Initiative bisher und wie beurteilen Sie die Aussichten, daß die Erklärung am Ende vom Parlaments-Präsidenten verkündet wird?

Martin Kastler: Es lief im Anfangsstadium etwas zäh an, doch jetzt kommt mehr Schwung in die Sache. Die evangelische und katholische Arbeitnehmerbewegung in Deutschland haben sich eingeschaltet und auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi unterstützt die Initiative. Erzbischof Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich ebenfalls zustimmend geäußert, ebenso der Verband der europäischen Kirchen (COMECE).

FreieWelt.net: Herr Kastler, warum muß der Staat überhaupt Arbeitszeitrichtlinien und Vorschriften über arbeitsfreie Tage erlassen? Warum kann man die Regelung der Arbeitszeiten nicht einfach den Marktteilnehmern überlassen, damit sie diese selbst frei nach den Marktgesetzen regeln können? Was spricht dagegen?

Martin Kastler: Im Prinzip nichts. Allerdings müssen wir uns fragen, ob wir ein Europa der Werte wollen oder eine reine Wirtschaftsunion. Ich stehe für ein Europa der Werte und der Bürger ein, das sich seinem historischen und kulturellen Erbe verbunden fühlt. Dazu gehört auch, daß es einen festen Tag als verbindlichen Ruhe- und Familientag gibt, an dem die Leute von der Arbeit freigestellt sind.

Martin Kastler (CSU) wurde 1974 in Nürnberg geboren. Er studierte Geschichte und Politik in Erlangen und Prag. Seit 2008 ist er Abgeordneter des Europaparlaments. www.martin-kastler.de

(Foto: Martin-Kastler.de)

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Christoph Kramer, 23.06.2009 08:37 | Kommentare (0)




 
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Zeit für eine Familienrevolution

Bild: Podium beim Forum Familie
Bild: Podium beim Forum Familie

Die familienpolitischen Diskussionen in Medien, Politik und Verwaltung laufen immer stärker auf eine Zerschlagung und Vergesellschaftung der Familien hinaus. Oft wird beispielsweise auch in der Union angenommen, dass für die Aufzucht von Kindern nicht die Familie der beste Ort sei, sondern eine staatliche Kinderbetreuungseinrichtung.

Gegen diesen Trend hat sich die Initiative Familienschutz mit der Sprecherin Hedwig von Beverfoerde kurz vor der Wahl zum Bundestag 2009 gegründet mit dem Ziel, Familien in der Politik eine Stimme zu geben. Sie sollten nicht mehr nur Objekt von mehr oder (meist) weniger wohlwollendem politischem Handeln sein, sondern selber mitmischen und ihre Interessen zur Geltung bringen.

Am 14. Mai veranstaltete die Initiative vor zahlreich erschienenem Publikum in Berlin-Mitte das erste Forum Familie, auf dem vor allem eines sehr deutlich wurde: Die Zeit ist reif für eine echte Familienrevolution!

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"Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, dann muß man erst richtig anfangen!" - Konrad Adenauer

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