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Matthias Matussek über "Die Kirche und die Abrissbirnen"
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Bild: Klaus Rupp/pixelio.de

Unter der Überschrift "Die Kirche und die Abrissbirnen" geht Matthias Matussek auf "Spiegel online" mit den Theologen und Politikern ins Gericht, die kurz vor dem Papstbesuch in Deutschland die Aufhebung des Zölibats, die Priesterweihe für Frauen, Beteiligung der Basis an der Wahl der Bischöfe und der Pfarrer, den Segen für schwule Lebensgemeinschaften, und vor allem ein Ende des "moralischen Rigorismus" von der katholischen Kirche fordern.  Matussek verweist darauf, dass nicht die Katholiken, sondern die Protestanten, die all diese Forderungen längst umgesetzt haben, den höchsten Verlust an Gläubigen erleiden.

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  Auch sollten sich die Politiker und Theologen öfter als einfache Katholiken begreifen. 

"Wie wäre es, wenn sie sich weniger mit Politik beschäftigten und sich stattdessen öfter mal hinknieten, das Haupt senkten, den Rosenkranz beteten und um göttliche Gnade und Einsicht bäten. Wenn sie weniger von Rechten sprächen, als von Pflichten, zu der auch die Gehorsamspflicht gehört. Und in den Vordergrund brächten, worum es geht, nämlich um die Liturgie, um die Sakramente, um die Beichte, um all das, was den Katholizismus im Kern ausmacht", so Matussek.

zum vollständigen Artikel auf "spiegel.de"



Redaktion, 07.02.2011 09:00 | Kommentare (7)




 
  Kommentare (7)

Rudi Gems, 08.02.2011 13:52
Liebe Monika!

Es tut gut, solche netten Worte zu lesen! und es erinnert daran, das man selber, noch aufmerksamer seinen Text durchlesen sollte, bevor man ihn abschickt.

Nur, Du musst auch meine Situation verstehen? Viele Themen (eigentlich fast alle) sind halt eben Themen, die einen nicht kalt lassen. Oft stehe ich richtig in Rage, wenn ich hier schreibe. Und wenn dann noch einige Kommentatoren meinen, mich provozieren zu müssen, dann kann ich sogar, noch bissiger werden.

Bei Deinem Text, hatte ich aber keine Sekunde den Eindruck, das Du bissig werden wolltest. Und deshalb gebe ich mir bei der Antwort, besonders Mühe.

Wenn es nur solche Katholiken wie Dich gäbe, Monika! dann wäre ich sicher nicht aus der Kirche 1996 ausgetreten.

Ja, diese Kontaktaufnahme mit Gott, wie Du sie geschildert hast, ist mit Sicherheit o.k.. Natürlich, möchte der Schöpfer (ich vermeide den Begriff "Gott"), sich mit Menschen austauschen. Das macht er aber mit Inspiration. Dazu bedarf es nicht des gesprochenen Wortes. Auch dieser Kommentar hier, ist Teil einer Inspiration. Ich bettele und bitte nie beim Schöpfer. Ich vertraue ihm. Ich habe schon so oft im Leben erfahren, wie er jeden Schritt von mir überwacht, das es eine reine Beleidigung wäre, wenn ich ihn um etwas bitten würde. Mir geht es gut. Eigentlich gibt es gar nichts worum ich betteln müsste. Das Betteln, kommt bei mir, vom Schöpfer. Jeden Tag tritt er an mich ran, und bittet mich um etwas.

Ich würde auch niemals, Gespräche oder Kontaktaufnahmen mit dem Schöpfer kritisieren. Aber bei Rosenkranzbeten, oder Gebetsmühlen, oder vereintes Beten, in "Gotteshäusern", da hört bei mir der Spaß auf. Sowas ist eine Beleidigung des Schöpfers.

Und das Danken? Der Schöpfer möchte ein Verhältnis auf Augenhöhe. Er gibt einem Aufgaben, wo man sich anstrengen muss, aber er überfordert einen nicht. Er erwartet, das man das tut, was er von einem fordert. Aber Dank erwartet er nicht. Ich habe jedenfalls, schlechte Erfahrungen mit Danken gemacht.

Nun ja, die Beichte? Es wird wohl durchaus ein Bedürfnis bei Menschen geben, zu beichten. Ich für meinen Teil, habe meinen Schöpfer, mit dem ich reden kann, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Ich wüsste nicht, mit wem ich mich da, mit anderen drüber austauschen sollte. Der Pastor, aus der Gemeinde, der war mir schon immer fern. Zu dem hatte ich noch nie ein gutes Verhältnis. Von denen bin ich sogar geschlagen worden. Mit denen würde ich niemals über meine Fehler sprechen. Und, es gehört durchaus zu meinen Kindheitserfahrungen, das Priester, mich mit den Sünden, die ich gebeichtet hatte, blosgestellt haben.

Und wenn es dann tatsächlich solche Priester gibt, wie es in dem Roman, "Die Mutzenbacherin", geschildert wurde, die es dann ausnutzen, wenn Kinder ihre Sexerlebnisse beichten, das sie dann auch mal auf ihre Kosten kommen wollen, dann wird die Sache absurd und kriminell.

Ja, auch Ägypten und Tunesien, sind durchaus Beispiele, wo man sich von falschen oder vermeintlichen Religionen oder Götter, viel zu lange hat einseifen lassen. Gäbe es dort, mehr Menschen, wie ich einer bin, dann wäre auch dort, sicher einiges anders gelaufen.

Und viele Entwicklungen, hier in Europa, die uns heute, so sehr am Herzen liegen, wären nach meiner Überzeugung, nicht so gekommen, wenn man immer auf Katholiken, Päpste und Bischöfe gehört hätte.

Es liegt jetzt an den Katholiken. Entweder, sie versuchen jetzt die Zeiten wohlwollend zu begleiten, dann kann man über alles reden, oder aber, sie machen so weiter wie bisher, und nehmen in Kauf, das es weiterhin soviel Kritik hagelt, wie in meinen Kommentaren.

Grüße, Rudi Gems


Rudi Gems, 07.02.2011 22:15
@ Otto, Katholik und die anderen!

Wie wäre es denn, wenn wir uns mal über den "moralischen Rigorismus" der Katholischen Kirche unterhalten, der ja im Gegensatz zu Honig, Essig, Eimer, Bienen, Rechtschreibung und Poeten, sehr wohl von Herrn Matussek erwähnt worden ist?

Fast alle Vorschriften, die in Zusammenhang, mit den moralisch rigorosen Vorschriften des Alten Testamentes gemacht worden sind, werden ja heute, nur noch mit spitzen Fingern angepackt. Wo sind denn die Menschenopfer, die im AT von JHVH gefordert wurden? Wo sind denn die Essensvorschriften? Wo sind denn die Hygienevorschriften? Wo sind denn die Sabatvorschriften und wo sind denn die Opfervorschriften geblieben? Davon will ein Katholik, heute doch kaum noch etwas wissen.

Einzig, die Sexualvorschriften, die letzlich auch mal Hygienevorschriften, bzw. Oportunitätsbegierden darstellten oder waren, feiern heute ihre fröhliche Urständ, in dem "Moralischen Rigorismus".

Warum wird denn bis heute, darum gerungen, ob man ein Verhüterli benutzen darf, oder nicht? Wenn es auf der anderen Seite, völlig egal ist, ob man z.B. Sabatvorschriften einhält?

Dabei sind die Sexualvorschriften, an Widersprüchlichkeit, kaum zu überbieten. Insbesondere bei der Vergewaltigung, wird bis auf den heutigen Tag, von den Katholiken, geeiert, was das Zeug hält.

Einmal, ist die Vergewaltigung, zwingende Vorschrift, wie in der Hochzeitsnacht, ein anderes mal, ist sie zwar verwerflich, kann aber durch Silberstücke oder durch Zwangsheirat des Opfers, freigekauft werden.

Nun gut, die Zwangsverheiratung, durch den Brautvater, gegen ein Brautgeld, war damals üblich. Auch das Problem der Pädosexualität, spielte kaum eine Rolle. Kinder, Mädchen, wurden sofort nach der Menarche, zwangsverheiratet, obwohl sie oft erst zwischen 6 und 14 Jahre alt waren. Einen §'en 174 StGB, wie wir ihn heute haben, gab es damals noch nicht. Man empfand es als ganz normal, das sich ein 50 jähriger Bräutigam, in eine 10 jährige Braut verliebte, und Sachen mit ihr machte, wofür er heute bis zu 10 oder noch mehr Jahre, ins Gefängnis käme. Auch die Vorschrift, das man keinen vorehelichen Sex haben durfte, muss für Mädchen, der reinste Hohn gewesen sein, wenn sie mit 6 bis 14 Jahren, verheiratet wurden. Allerdings, hatten sie dann auch nicht die Probleme, die heutige Frauen haben, wenn sie z.B. erst mit 28 Jahren heiraten, und die Katholiken ernsthaft erwarten, das sie bis dahin keinen Sex haben dürfen. Vergewaltigungen "Hochzeitsnächte", sind nämlich umso schmerzhafter, je später sie erfolgen. Insofern, waren die Israelimädchen, von vor 2500 Jahren, tatsächlich im Vorteil.

Stellen wir also fest? Vergewaltigung, Zwangsheirat und Pädokriminalität, waren traditionell, von den Katholiken, als Bagatelle zu bewerten. Schwieriger, wird es bei Homosexualität, Vor- und Außer-ehelicher Geschlechtsverkehr, Analverkehr, Oralverkehr, Inzest und Tiersexualität. Hier, geht man bis heute, mit der Keule vor, auch wenn man aus der strafrechlichen Ecke, kaum noch Unterstützung bekommt.

Ich bin schon der Meinung, das man mit Herrn Ratzinger, genauso wie mit Herrn Matussek, durchaus mal ein ernstes Wörtchen über "moralischen Rigorismus" sprechen sollte, bevor man ihn zu einem "Weiter so" auffordern sollte?

Grüße, Rudi Gems


Monika, 07.02.2011 18:15
Lieber Rudi Gems,
zuerst möchte ich Ihnen mitteilen, dass auch ich sehr beeindruckt von dem Artikel des Herrn Matussek bin. Denn gerade in dieser Zeit gehört schon einiger Mut dazu, mit seiner Überzeugung an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Schmähbriefe gegen diesen Artikel des Herrn Matussek in Spiegel-Online-Forum sprechen Bände.
Ja, wir Katholiken sind eine Minderheit. Darum ist es auch nicht ganz leicht, dazu zugehören. Ich stamme aus der ehemaligen DDR und könnte darüber ein Buch schreiben, wie schwer es war, z. B. in der Schule, sich als Katholik zu erkennen zu geben und gar noch mit dem Staatsbürgerkundelehrer sich auf eine Diskussion einzulassen. Aber ich habe das gut überstanden. Ja, es hat mich stark gemacht, solchen Diskussionen, wie sie jetzt im Lande gegen die katholische Kirche laufen, wachen Auges entgegenzustehen.
Aus Ihrem Gedanken über das Gebet muß ich entnehmen, dass nie jemand mit Ihnen über das Beten gesprochen hat, dass Sie es vielleicht auch noch nie versucht haben. Ja es stimmt: beten wird oft mit "betteln" übersetzt. Aber ein Gespräch mit Gott - was das Beten ja wirklich ist - beginnt eigentlich mit Loben und Danken für alles Gute, was wir irgendwie erfahren haben. Mein Leben begann im Kinderheim, aber auch ich habe stets Anlass zum Loben und Danken gefunden. Dann erst sollten unsere Bitten kommen, und wir dürfen um alles bitten und dann evtl. auch betteln. Gott wird dessen nicht überdrüssig.
Auch der Gedanke an die Beichte wird oft ins Lächerliche gezogen. Jedoch ist es eine gute Tradition der katholischen Kirche, dieses von Jesus eingesetzte Sakrament zu schützen. Auch Luther hat es übrigens nie abgeschafft! Jeder Mensch hat irgendwann mehr oder weniger Schuld auf sich geladen. Hier hat man die Gelegenheit, darüber zu sprechen und mit Gott und sich selbst wieder ins Reine zu kommen. Warum, so frage ich Sie, lieber Herr Gems, sind die Sprechstunden der Psychiater heutzutage so voll ?
Nun noch ein kuzer Gedanke an die Ägypter, denen wir alle von Herzen mehr Freiheit wünschen. Auch hier kann ich als ehemalige DDR-Bürgerin nur hoffen, dass es eine wirkliche Freiheit wird.
Was aber, wenn d i e Mächte Oberhand gewinnen, welche jetzt schon geäußert haben, die Scharia einführen zu wollen?
Ich z. B. bete dafür, dass ein echter Frieden in diesem wunderschönen Land die Menschen endlich zur Ruhe kommen lässt.
Herzliche Grüße von Monika


Katholik, 07.02.2011 14:28
@Rudi Gems

Mit einem Löffel Honig fängt man mehr Bienen, als mit einem Eimer Essig...

Und mit Verlaub, Sie scheinen mir in Essig eingelegt.


Otto, 07.02.2011 13:56
@ Rudi Germs
Da mangels Masse zum Inhalt Ihres Kommentars nichts gesagt werden kann, möchte ich Sie bitten, sich einmal um halbwegs korrekte Rechtschreibung zu bemühen. Oder ist es die Freiheit des Poeten, die ich hier missachte?


Rudi Gems, 07.02.2011 11:40
Nun ja, die Katholiken stehen mit dem Rücken an der Wand. Minderheiten, die den Zug der Zeit verpasst haben, waren schon immer eine wunderliche Erscheinung.

Wer heute immer noch meint, sich im Katholozismus einbringen zu müssen, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Wer soviele Angebote hat, sich neutral zu informieren, wer soviele Möglichkeiten hat, sich über übelste Machenschaften, in solchen "christlichen Gemeinschaften", die bis auf den heutigen Tag passieren, sich ein Bild zu machen, und dann immer noch einer solchen "Gemeinschaft" hinterherrennt, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Wenn so einer, sich von so einer Einrichtung, wie den Katholiken, weiterhin beeindrucken lässt, und er den Drang verspürt, dort mitmachen zu müssen, der ist eigentlich bestraft genug.

Die Ereignisse in Tunesien und Ägypten, geben mir Hoffnung. Zeigt es mir doch, das es das Internet geschafft hat, eine junge Generation hervorzubringen, die kritisch in der Lage ist, sich selber ein Bild zu machen. Der Einfluss der fanatischen Religionen, scheint dort auf Sparflamme zu laufen? Das macht Mut!

Die Forderungen des Herrn Matussek, bezüglich Beichte und Rosenkranzbeten, versetzen mich wieder, in vorige Jahrhunderte. Das es gerade die Beichten waren, die es einigen Priestern erst möglich gemacht haben, ihr übles Spiel mit Kindern zu treiben, scheint bei Ihm, noch gar nicht angekommen zu sein. Er würde sicher noch nach Beichte rufen, wenn, 90% der Priester, Kinder missbrauchen würden?

Und das mit dem Beten? weis ich aus erster Hand. Nichts widert den Schöpfer mehr an, als dieses ständige Gebettele, was "Gläubige" meinen machen zu müssen, wenn sie beten. Hat sich jemals ein "Bettelnder Betender" die Frage gestellt, wie der Schöpfer sich dabei fühlt? Hat er sich jemals überlegt, was es für eine Beleidigung des Schöpfers ist, wenn man meint, man müsste dem Schöpfer haarklein erklären, wie er seine Arbeit zu machen hat? So ein "Betender", sollte sich doch mal die Frage stellen, wie er sich fühlen würde, wenn bei ihm, bei der Arbeit, ständig eine Gruppe stände, die ständig ihre Wünsche äußern würde, und erwartete, das diese Wünsche auch berücksichtigt werden? Warum vertrauen solche Menschen, nicht auf den Schöpfer? Er macht jetzt seine Arbeit, seit ca. 4 Milliarden Jahren, in bester Qualität. Hier etwas Demut und Gehorsam zu zeigen, wäre sicher angebrachter, als Demut und Gehorsam vor einem Papst.

Und dann wird in dem Text, auch noch der Rosenkranz empfohlen? gehts noch? Warum nicht gleich Gebetsmühlen? Wollt ihr den Schöpfer in den Wahnsinn treiben? Wie würdet ihr euch denn fühlen, wenn man euch jahrhundertelang, immer die gleiche Platte vorspielen würde? Würdet ihr sowas, nicht als Psychoterror empfinden? Und sowas mutet ihr dem Schöpfer zu?

Gehorsam und Demut, gegenüber der Kirche, sprich den Bischöfen und dem Papst? Da wird bei mir, eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen!

Grüße, Rudi Gems


Katholik, 07.02.2011 09:42
Ein sehr mutiger Artikel von Herrn Matussek, den ich uneingeschränkt unterstütze. Mutig deshalb, weil ich den Spiegel und Spiegel online regelmäßig als extrem kirchenkritisch empfinde und die einseitigen jährlichen Titelstories immer zu Weihnachten und Ostern nicht mehr lese, weil dieser Journalismus alles andere als ausgewogen ist und leicht widerlegbar wäre. Bin gespannt, wie lange Herr Matussek diesen erfrischend ehrlichen Journalismus, der auch mal Kontrapunkte setzt, beim Spiegel nachgehen darf. Denn ein kritischer Journalismus, Meinungsfreiheit und mutige Gegenpositionen sind nicht nur schön und wichtig, sie geraten leider auch allzu häufig unter die Räder von political correctness und Mainstreambrei.

Weiter so Herr Matussek und bleiben Sie mutig!



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