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28.05.2012
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EU-Kommission fürchtet Verschlimmerung der Eurokrise
Weitere Themen: Finanzkrisen, Wirtschaftspolitik


Bild: geralt/photoopia.com

Die EU-Kommission rechnet offenbar damit, dass sich die Eurokrise im Laufe des Jahres 2011 verschlimmern wird.  Das geht aus einem internen Papier hervor, das dem "Spiegel" vorliegt. Neue, zudem verschärfte Spannungen würden in den ersten Monaten des Jahres 2011 unausweichlich erscheinen, da alle Anstrengungen nicht vermocht hätten, die Befürchtungen der Anleger zu zerstreuen, heißt es in dem Dokument.  Die Experten um Währungskommissar Olli Rehn wollen dem mit einem  umfangreichen Umbau des bisherigen Rettungsmechanismus, der Europäischen Finanzstabilisierungsfaziliät (EFSF), begegnen. Sie soll neue Aufgaben und bei, Bedarf auch frisches Geld, bekommen. "Die effektive Finanzausstattung der EFSF wird auf mindestens 440 Milliarden Euro erhöht", so die Formulierung.

So viel stellen die Euro-Staaten zwar bereits jetzt zur Verfügung.

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Die Mittel sind aber nicht komplett mobilisierbar, weil die EFSF große Sicherheiten vorhalten muss, um die Bestnote der Rating-Agenturen zu bekommen. Daher kann sie nur etwa 250 Milliarden Euro an bedürftige Staaten ausleihen. Die EU-Kommission plant, den Sicherheitspuffer überflüssig machen. Zusätzlich sollen solvente Mitgliedstaaten weitere Garantien und neue Milliarden bereitstellen, um die Kapitalbasis des Rettungsschirms zu erhöhen. Dessen Kreditrahmen soll darüber hinaus maximal flexibel sein.

"Die Mitgliedstaaten stehen bereit, die Größe der EFSF zu überdenken, wann immer dies notwendig ist", heißt es weiter. Zudem soll die Luxemburger Institution ermächtigt werden, Anleihen von Ländern in Finanznot aufzukaufen, um die Europäische Zentralbank zu entlasten. Die EFSF erwirbt dabei Papiere von Investoren oder direkt von dem betroffenen Staat. Das Vorgehen soll die Kurse der Anleihen stützen. Außerdem soll der Rettungsschirm Geld für Rückkauf-Aktionen bereitstellen. Die EFSF gibt dabei einem Land in Zahlungsschwierigkeiten einen Kredit. Mit dem  geliehenen Geld nimmt die Regierung des Landes eigene Anleihen mit hoher Verzinsung und ungünstiger Laufzeit vom Markt.

Die Zinsen für diese Kredite der EFSF liegen unter den Marktzinsen und sollen nach den Vorstellungen der EU-Kommission noch weiter gesenkt werden. Darüber hinaus sollen diese Mittel künftig auch dafür eingesetzt werden dürfen, Banken in Schieflage zu helfen.

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Redaktion, 17.01.2011 12:21 | Kommentare (4)




 
  Kommentare (4)

Rudi Gems, 18.01.2011 14:35
@ Willi und Hans von Atzigen

Ganz so negativ, würde ich die Sache nicht sehen. Immerhin ist zum ersten Mal der Versuch gestartet worden, Regierungen bessere Kreditkonditionen einzuräumen, als privaten Banken. Das sollte wohlwollend zur Kenntnis genommen werden?

Es lässt wenigstens wieder hoffen. Der Stil, wie bisher, mit Geldern bei den Zentralbanken umgegangen ist, war jedenfalls alles andere als verttrauenserweckend.

Wir haben es doch vor wenigen Tagen, hier in "Die freie Welt", lesen können. Da leiht sich dann Italien 6 Milliarden ¤, damit es seine Altschulden bedienen kann. Einen sichereren Weg, in die Pleite und Schuldenfalle zu gehen, gibt es gar nicht.

Wenn es jetzt tatsächlich möglich ist, das Regierungen, mittels billiger Kredite, andere teure Kredite ablösen können, dann ist das für mich, genau der richtige Weg. Was sollte daran verkehrt sein? Einen solchen Weg, jahrelang verfolgt, könnte eine Win win Situation entstehen lassen, bei der alle ihre Gesichter wahren können, und niemand zum absoluten Verlierer werden muss. Wir sollten es mit Wohlwollen begleiten?

Grüße, Rudi Gems


Hans von Atzigen, 17.01.2011 18:31
Ist sich das Polittbüro in Brüssel noch immer nicht bewusst, das es nicht einmal als Karnevallstruppe tauglich ist.
Ausser dem täglichen Geschrei noch immer mehr Geld, ist da nichts aber auch gar nichts.
Notabene Geld das schlicht und einfach nicht vorhanden ist.Zumindest nicht eines mit echtem Wert.
Nicht einmal zur Not selbst depperte Alternatifideen sind vorhanden.
Schlicht und einfach eine absolutte Null,
ein Schwarzes Loch,schwarzer Nebel.


Willi, 17.01.2011 16:54
"Mit dem geliehenen Geld nimmt die Regierung des Landes eigene Anleihen mit hoher Verzinsung und ungünstiger Laufzeit vom Markt"

Unglaublich wie dumm unsere unfaehigen Politker in Bruessel sind,wirtschaften sie mal privat nach diesem motto!
Ach ja sie haben keine steuerzahler die sie ueber den fiskus enteignen koennen um diesen Irrsin zu finanzieren!
Ist diesen Politikern nicht bewusst das sie ihr ganzes vertrauen bei den Buergern verspielt haben!


Rudi Gems, 17.01.2011 15:20
Teilzitat aus dem obigen Text:

"Die EFSF gibt dabei einem Land in Zahlungsschwierigkeiten einen Kredit. Mit dem geliehenen Geld nimmt die Regierung des Landes eigene Anleihen mit hoher Verzinsung und ungünstiger Laufzeit vom Markt."

Donnerwetter, zu was für Erkenntnissen Politiker fähig sind! Und wenn man dann noch dieses weitere Teilzitat liest:

"Die Zinsen für diese Kredite der EFSF liegen unter den Marktzinsen und sollen nach den Vorstellungen der EU-Kommission noch weiter gesenkt werden."

- dann fällt es einem auf einmal schwer, die Welt noch zu vertsehen.

Bleibt dann eigentlich nur noch die Frage, warum man zu solchen Erkenntnissen, nicht schon bei der Griechenlandkrise Mai 2010, fähig war? Warum es nötig war, das Griechenland und Irland, erstmal noch Kredite aufnehmen mussten, zu horrenden Zinsen, bevor die Verantwortlichen zu Erkenntnissen kommen können, wie ich sie hier zitiert habe.

Wenn jetzt die Länder Griechenland und Irland, einen Hass bekommen, auf Europa, weil man ihnen in dieser Form nicht geholfen hat, sondern schlimmer noch, weil man sie im finanziellen Regen stehen gelassen hat, und ihnen sogar ein "Brüningsches Sparprogramm" verpasst hat, dann würde ich mich nicht wundern. Die Wut und der Hass, haben ihre volle Berechtigung!

Grüße, Rudi Gems



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