Unsere Feinde leben unter uns.“
Und auf einem Farbphoto auf derselben Website treten etwa zehn mit Soldatenstiefeln bewehrten Beine auf ein Plakat, das die US-amerikanische Flagge und einen Davidstern abbildet: „Tod Israel. Tod den USA“.
Die Autoren springen leicht vom Untergang Hitlers auf den Aufstieg der Hisbollah. Hitlers „Prophezeiungen“ werden zitiert, als er angeblich am 5.2.1945 aus dem Bunker gesagt habe, dass das nationalsozialistische Reich untergehen werde und danach zwei antagonistische Kräfte, die der USA und der Sowjetunion, die Erde beherrschen würden. Wenn eines Tages eines dieser Systeme siegen würde, würde Chaos in der Welt herrschen, bis eine neue Ordnung in der Welt herrsche.
Prompt werden in einem Kommentar Hitlers prophetische Gaben gelobt. Denn heute würde die Hisbollah gegen die Israelis kämpfen. Natürlich soll am Ende die Hisbollah, die Partei Gottes, die Welt beherrschen. Wer die Hegemonialmacht über die Hisbollah hat, liegt auf der Hand: „Die islamische Republik Iran.“ Als Modell für eine islamische Republik sollen aber auch die altpersischen Dynastien dienen. Immer wieder wird daher an das altpersische Reich erinnert, das von Armenien und dem Norden des heutigen Saudi-Arabien bis nach Indien reichte.
Diese vermeintlichen iranischen Wissenschaftler wollen einen extremen iranischen Nationalismus mit dem Islamismus verbinden, um einen besonders explosiven Antisemitismus zu schaffen. Dafür greifen sie auf das Hakenkreuz, das schon im alten Persien von vor 2500 Jahren, im alten Indien, China und Japan existierte, zurück. Das Problem ist nur, dass das Hakenkreuz im alten Iran beispielsweise für das Leben, für Wasser, Wind, Erde und Feuer stand und keineswegs rassistisch interpretiert wurde. Im Gegenteil war es ein Rad der Liebe und der Sonne. Die neuen iranischen Historiker der „Islamischen Republik Iran“ greifen aber nicht auf die ursprüngliche Bedeutung des „Swastika“ zurück, weil sie nicht Liebe, sondern Hass säen wollen. Daher machen sie einen ideologischen Kurzschluss zwischen dem Symbol einer alten Kultur und dem nationalsozialistischen Hakenkreuz. Die „unabhängigen“ iranischen Wissenschaftler entdecken den „Kreislauf der Liebe im Westen im Symbol der nationalsozialistischen Partei in Deutschland“. Die Auftragsforscher des iranischen Präsidenten wollen den Iranern jegliche Scheu vor dem Nationalsozialismus nehmen und täuschen Gemeinsamkeiten vor, als ob der Antisemitismus etwas mit Liebe zu tun hätte, als ob der klassische iranische Dichter, den sie immer zitieren wie Ferdosi und die alten Könige des Iran wie Xerxes tatsächlich mit der Ideologie des Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden könnten.
Ähnlich wie das in Teheran ansässige Institut „Political Studies and Research Institute (PSRI)“, das schon im Jahr 2006 mit scheinbar wissenschaftlichen Beiträgen den Holocaust verleugnete, gehen die neuen iranischen Nazis - eine Selbstdefinition einiger Autoren des unabhängigen Forschungsinstituts - viel aggressiver vor. Für sie kommt allein die Thematisierung des Holocaust einem „Schwert gleich, das die Interessen Israels verteidigen soll.“ Ein solcher Vergleich geht nach Angaben der iranischen Wissenschaftler auf den französischen Holocaust-Leugner Robert Faurisson zurück. Beispielsweise heißt es: „Die Zionisten haben immer wieder versucht diese historische Lüge zu dokumentieren. Sie haben viel Geld ausgegeben, um die Öffentlichkeit zu beeinflussen.“ Die Dokumente, die den Holocaust belegen sollen, stammen dem iranischen Institut zufolge alle aus Tel-Aviv und seien immer wieder kraft der „Aufklärungsarbeit mancher Wissenschaftler“ widerlegt worden. Auch Roger Garaudy wird als Vertreter einer europäischen Wissenschaft vorgestellt, die die Position der Zionisten widerlegen würde.
Die Zionisten hätten es auch erreicht die UNO so stark zu beeinflussen, dass der 27. Januar zum Holocaust-Gedenktag ernannt wurde. Daher fragen die Forscher, was denn nun die Aufgabe der „Avantgarde der Muslime“ sei. Und erneut wird wieder auf Faurisson zurückgegriffen, der in einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur Mehr gesagt habe: „Ich habe es immer wieder den Muslimen gesagt. Arbeiten Sie mit den Revisionisten zusammen.“ Faurisson bringt den iranischen Historikern bei, dass die europäischen Regierungen und die USA Israel finanzieren würden, weil sie an die „Holocaustlüge“ glauben würden. Und deswegen würden die Muslime ermordet werden, in Palästina, in Afghanistan und im Irak.
Faurisson empfiehlt „den Muslimen: "Die muslimischen Staaten müssen die wahre Atombombe der Juden und der Zionisten zerstören. Und diese Bombe ist die schreckliche Vortäuschung des Holocaust.“ Der Westen und die UNO würden die „Lüge vom Holocaust unserer Welt eintrichtern.“
Tatsächlich findet der politische Konsens zwischen revisionistischen Holocaustleugnern und iranischen Nazis über die Formulierung der gemeinsamen Feindbilder statt. Dieses vermeintliche Wissenschaftsinstitut unterscheidet auch nicht zwischen Juden und Zionisten. Die westlichen Demokratien würden die Israelis unterstützen, weil sie eigentlich nur die Muslime unterdrücken wollten. Eine absurde Abnahme.
Die iranischen „Historiker“ erkennen auch nicht den Sinn einer Weltreligion, der Bahai, die im Iran des 19. Jahrhunderts entstanden ist und als die humanistische Religion weltweit anerkannt wird. Während renommierte deutsche Wissenschaftler wie Prof. Dr. Manfred Hutter die Bahai-Religion als eine Weltreligion vorstellen, sind es iranische Wissenschaftler, die ihren Lesern das Gift einimpfen wollen, Bahai seien Agenten der Briten und der Zionisten.
Der Islam als historische Weltreligion hat kaum Überschneidungen mit dem Nationalsozialismus. Auch der alt-persische Bezug auf die Arier hat nichts zu tun mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. Es sind extremistische Islamisten, die in der Lage sind die Quadratur des Kreises zu konstruieren und Symbole alter Kulturen und antisemitische Hassbilder der Nazis mit dem Islamismus zu verbinden. Die Frage ist nur für wen und warum? Bereiten Sie die islamistische Basis der Bassiji und der Revolutionsgardisten etwa für einen Krieg vor?
Dr. Wahied Wahdat-Hag ist Senior Fellow bei der European Foundation for Democracy.
ursprünglich erschienen auf "europeandemocracy.org"