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28.05.2012
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Bürger fühlen sich von Politik abgekoppelt
Weitere Themen: Allgemein, Wahlen


Foto: Michael Urban/ddp-Archiv

Die meisten Deutschen sehen ihre Interessen bei wichtigen politischen Entscheidungen nicht berücksichtigt. Die Proteststimmung steigt deswegen. Das geht aus dem neuen Deutschlandtrend der ARD hervor. 98 Prozent der Befragten fordern: "Die Politik muss wieder stärker den Kontakt zum Volk suchen." 80 Prozent der Befragten erklären, wichtige politische Entscheidungen würden getroffen, ohne dass die Interessen der Menschen wirklich berücksichtigt werden.

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Zudem sagen 85 Prozent: "Die meisten Politiker wissen nicht, was im wirklichen Leben los ist".

Die Proteststimmung wird am Beispiel von Stuttgart 21 deutlich. 76 Prozent der Befragten symphatisieren mit den Demonstranten.

In der Sonntagsfrage verharrt die Union bei 32 Prozent und die FDP bei 5 Prozent. Die SPD verliert 3 Punkte und landet bei 27 Prozent. Die Grünen steigern sich um drei Punkte und kommen nun auf ein Allzeithoch von 20 Prozent, die Linke steigert sich um einen Punkt auf 11 Prozent.

Mehr auf ARD.de



Redaktion, 08.10.2010 07:46 | Kommentare (5)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (5)

Klimax, 08.10.2010 12:30
@Grawe,

mein Sohn ist auch gerne in den Kindergarten gegangen. Das tun beinah alle Kinder. Schon deshalb, weil man andere gleichaltrige Kinder als Spielgefährten heute nicht mehr auf der Straße an jeder Ecke finden kann. Aber es ist doch ein großer Unterschied, ob ein Kind mit 3 Jahren morgens 4-5 Stunden in den Kindergarten geht, oder ob ein Kind ab 6 Monate ganztags in einer Krippe staatlich fremdbetreut wird.

Zudem sollten Kindergärten freiwillig bleiben.

Drittens muß man nicht jeden Beitrag zum Thema mit Eva-Hermann-Bashing würzen, so als müsse man sich von dieser "bösen" Dame erst einmal in aller Öffentlichkeit distanzieren, um ernsthaft etwas zu Thema beitragen zu können. Frau Hermann hat in Vielem recht, ebenso wie Herr Sarrazin, deswegen ist der Palaver der öffentlich-rechtlichen Parallelweltdarsteller ja auch so enorm. Man muß indessen nicht mit allen Thesen dieser Dissidenten übereinstimmen, um dies festzustellen. Aber das versteht sich von selbst und braucht eben deswegen nicht überall angefügt zu werden.


Ansgar Grawe, 08.10.2010 11:58
Sorry, aber da bin ich dezidiert anderer Meinung. Zwar stimme ich zu, dass der Paternalismus in Deutschland massiv zurückgedrängt gehört. Aber pauschal in der Familienpolitik so zu tun, als gäbe es nur schwarz und weiß, ein entweder Kitas und Krippen oder Erziehung zu Haus ist ideologisch verbrämter Bullshit! Meine Tochter (aus biologischen Gründen wird sie leider ein Einzelkind bleiben) liebt die vier Stunden, die sie täglich in ihren Kindergarten/ Kita darf. Sie liebt es aber auch, mit ihren Eltern zu spielen und zusammen zu sein.

Mehr Anerkennung für elterliche Leistung, ja. Mehr Verantwortung in die Kita abschieben, Nein. Aber bitte auch nicht immer dieses Eva-Hermann-Gesülze!


Klimax, 08.10.2010 11:49
Ich mache gern mit bei der Elterndemo! Aber ich bin nicht sicher, ob das, was Herr Bloch schreibt, auch wirklich stimmt: "...während die große Mehrheit der Bevölkerung wünscht, ihre Kinder selbst in der Familie zu erziehen..."

Ich nahm dies eigentlich auch bislang an, doch weiß ich, daß etwa in der Stadt, in der ich lebe, zahlreiche Eltern Kindertagesstätten gegründet haben, weil ihre Kinder erst ab 3 Jahren einen Kindergartenplatz bekommen können. Die neu entstandenen KiTas nehmen Kinder meist schon ab 1 Jahr auf und werden rege genutzt. Und natürlich freiwillig. Das ist ein Faktum. Was nun?


Bärbel Fischer, 08.10.2010 11:37
Ganz meiner Meinung, Herr Bloch! Ich träume von einer bundesweiten Eltern-Demo mit den Ausmaßen S 21. Aber leider finden Eltern keine Zeit, zu demonstrieren, sie haben alle Hände voll zu tun. Diese Demo wäre aber längst fällig, weil auch wir Eltern und Großeltern ähnlich wie die Stuttgarter Demonstranten mit unseren Anliegen nur auf taube Politikerohren treffen. Anders - leider - als in Stuttgart stoßen die meisten Medien in punkto Familie in das Horn der Leyengarde: verordnete Unfreiheit, Entzug der wirtschaftlichen Basis, Kasernierung der Kinder zum Zweck der Fügsamkeit, Entmündigung der Eltern, und und und!

Wenn junge Eltern eine solche DEMO organisieren, dann bin ich als 10-fache Großmutter sofort mit dabei.


Michael Bloch, 08.10.2010 09:08
Diesem Artikel stimme ich aus vollem Herzen zu!
Ein Politikfeld, bei dem man die enorme Distanz zwischen Bevölkerung und Politikern besonders wahrnimmt, ist die Familienpolitik: während die große Mehrheit der Bevölkerung wünscht, ihre Kinder selbst in der Familie zu erziehen und dafür vom Staat Anerkennung und finanzielle Gerechtigkeit gegenüber Kinderlosen verlangt, wollen Politiker (leider!) aller Parteien die Kindererziehung ausschließlich außerhalb der Familie in Einrichtungen wie Krippen, Kitas usw. sehen und verspotten Eltern, die ihre Kinder lieber selbst erziehen (O-Ton Ursula von der Leyen: "eine bildungspolitische Katastrophe").
Dieser enorme Unterschied zwischen der wirklichen öffentlichen und der in den Medien veröffentlichten Meinung wird langsam aber sicher zu gesellschaftlichem Sprengstoff. Wann hören die von uns bezahlten Politiker wieder auf uns?



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