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11.02.2012
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Interview mit Karl-Heinz Däke (BdSt)
Weitere Themen: Finanzkrisen, Reformen



Der Präsident des Bundes der Steuerzahler (BdSt), Dr. Karl-Heinz Däke, heute im Exklusiv-Interview auf FreieWelt.Net.

Der Bund der Steuerzahler setzt sich seit seiner Gründung 1949 für ein gerechtes Steuersystem und eine sparsame Verwendung von Steuergeldern ein. Jeweils im Herbst  veröffentlicht der BdSt das Schwarzbuch "öffentliche Verschwendung".

FreieWelt.Net: Der Bund der Steuerzahler setzt sich für eine Tarifreform des Steuerrechts ein. Wie sollte nach Ihrer Auffassung ein reformierter Steuertarif aussehen?

Dr. Karl-Heinz Däke: Wir fordern eine grundlegende Reform des Einkommensteuertarifes, der den "Knick" im Tarif beseitigt und dadurch den Bürgern und Unternehmen mehr netto vom brutto belässt. Der jetzige Tarif führt trotz der kosmetischen Verbesserungen im Rahmen des Konjunkturpakets II dazu, dass der Staat bei Einkommenserhöhungen immer mehr Steuern  einbehält. Diese heimliche Steuererhöhung gehört abgeschafft. Wir fordern daher die regelmäßige Anpassung des Steuertarifs an die Einkommensentwicklung. Solch ein "Tarif auf Rädern" muss auch gesetzlich fixiert werden.

FreieWelt.Net: Die Steuerbelastung ist auf einem Rekordhoch, zugleich wächst auch der Schuldenstand in astronomische Höhe.

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Welchen Anteil hat die aktuelle Finanzkrise an dieser negativen Entwicklung und welchen Anteil die Finanzpolitik der großen Koalition?

Dr. Karl-Heinz Däke: Bis vor kurzem war die große Koalition auf einem erfolgsversprechenden  Konsolidierungsweg. Ein Bundeshaushalt ohne neue Schulden war bereits am Horizont erkennbar. Die Finanz- und Wirtschaftkrise hat dem ein Ende gesetzt. Deutschland wird in diesem Jahr einen absoluten Neuverschuldungsrekord aufstellen. Allein der Bund wird am Jahresende über 1 Billion Euro Schulden angehäuft haben. Aber es darf nicht vergessen werden: Auch ohne Krise wäre der Schuldenberg weiter gewachsen, nur eben langsamer.

FreieWelt.Net: Der Bund und Länder haben sich nun auf eine Schuldenbremse verständigt. Wie beurteilen Sie die Regelung. Kann dies den Anstieg der Staatsverschuldung dauerhaft dämpfen?

Dr. Karl-Heinz Däke: Dass sich Bund und Länder überhaupt noch auf einen Kompromiss über eine Schuldenbremse geeinigt haben, ist angesichts der Finanzkrise ein Erfolg für die Steuerzahler. Der Vorschlag bietet die Chance zu Selbstdisziplinierung der Politik. Wir
bemängeln die langen Übergangszeiträume, bis die Bremse greift. Hierüber wird noch im  Gesetzgebungsverfahren bis zum Sommer 2009 zu reden sein, auch über wasserdichte Formulierungen zu den Kreditaufnahmen in Ausnahmeausfällen und den damit verbundenen Tilgungsregeln.

FreieWelt.Net: Ohne drastische Einsparungen in den Haushalten von Bund und Ländern kann es nicht gehen, in welchen Bereichen sehen Sie das größte Sparpotential für den Staat?

Dr. Karl-Heinz Däke: In der Tat - nur auf stetig steigende Steuereinnahmen zum Haushaltsausgleich zu setzen, ist leistungs- und wachstumsfeindlich. So bekommt man die
öffentlichen Haushalte nicht in den Griff. Auf der Ausgabenseite muss dringend ein Subventionsabbau her. Je nach Abgrenzung verteilt hier der Staat jedes Jahr an die 90 Milliarden Euro. Viele Arbeitsmarktprogramme haben keinen messbaren Erfolg. Hier könnten jährlich zwei Milliarden Euro gespart werden. Auch an Einsparungen bei den Verwaltungs- und Personalausgaben wird die öffentliche Hand nicht herum kommen. Da wird die Schuldenbremse helfen.

Internetdresse Bund der Steuerzahler

Foto: Axel Schmidt/ddp



Redaktion, 23.06.2009 10:01 | Kommentare (2)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (2)

Margit Hutter, 12.07.2010 01:55
Kassenhass Eugen Roth 1931

Ein Mann, der eine ganze Masse
Gezahlt hat in die Krankenkasse,
Schickt jetzt die nötigen Papiere,
Damit auch sie nun tu das ihre.
Jedoch er kriegt nach längrer Zeit
statt baren Gelds nur den Bescheid,
Nach Paragraphenziffer X
Bekomme er vorerst noch nix,
Weil, siehe Ziffer Y,
Man dies und das gestrichen schon,
So daß er nichts, laut Ziffer Z,
Beanzuspruchen weiter hätt.
Hingegen heißt's, nach Ziffer A,
Daß er vermutlich übersah,
Daß alle Kassen, selbst in Nöten,
Den Beitrag leider stark erhöhten
Und daß man sich, mit gleichem Schreiben,
Gezwungen seh, ihn einzutreiben.
Besagter Mann denkt, krankenkässlich,
In Zukunft ausgesprochen häßlich.

Die Herren Wirtschaftsführer Tuvholsky 1931
2010 schuld sind wieder die Arbeitslosen und den darauas resultierender Sozialstaat.Die Presse macht das dreckige Spiel noch mit.Fürwahr der größte Geistsblitz der heutigen Politiker u.Eliten ist die Agenda 2010 ala A.Hugenberg Hitlers Helfer der den Satz ."Sozial ist wer Arbeit Schafft"kreirte u.heute wieder aufgenommen .Sie sehen H.Mappus alles widerholt sich ,leider.Größenwahn Stuttgart 21

Stets hat die Menschheit ihre Helden gehabt: Priester oder Ritter, Gelehrte oder Staatsmänner. Bis zum 14. Juli 1931 waren es für Deutschland die Wirtschaftsführer, also Kaufleute.
Die Kaufleute sind Exponenten des Erwerbsinnes; sie haben immer ihre Rolle gespielt, doch wohl noch nie so eine große wie heute. Weil das, was sie in Händen halten, das wichtigste geworden ist, werden sie in einer Weise überschätzt, die lächerlich wäre, wenn sie nicht so tragische Folgen hätte. Die deutsche Welt erschauert, sie braucht Götzen, und was für welche hat sie sich da ausgesucht –!
Man sollte meinen, dass der gesunde Menschenverstand wenigstens eines sehen könnte: den Mißerfolg. Aber damit ist es nichts. Niemand von denen, die diese Wirtschaftsführer bewundern, behielte auch nur einen Tag lang einen Chauffeur, der ihm die Karre mit Frau und Kind umgeworfen hätte, auch dann nicht, wenn dem Chauffeur die Schuld nicht nachzuweisen wäre. Er kündigt, denn solchen Chauffeur will er nicht. Aber solche Wirtschaftsführer, die will er.
Der unbeirrbare Stumpfsinn, mit dem diese Kapitalisten ihre törichte Geldpolitik fortsetzen, immer weiter, immer weiter, bis zur Ausblutung ihrer Werke und ihrer Kunden, ist bewundernswert. Alles, was sie seit etwa zwanzig Jahren treiben, ist von zwei fixen und absurden Ideen beherrscht: Druck auf die Arbeiter und Export.
Für diese Sorte sind Arbeiter und Angestellte, die sie heute mit einem euphemistischen und kostenlosen Schmeichelwort gern ›Mitarbeiter‹ zu titulieren pflegen, die natürlichen Feinde. Auf sie mit Gebrüll! Drücken, drücken: die Löhne, die Sozialversicherung, das Selbstbewußtsein – drücken, drücken! Und dabei merken diese Dummköpfe nicht, was sie da zerstören. Sie zerstören sich den gesamten innern Absatzmarkt.
Sie scheinen ihn nicht zu wollen – dafür haben sie dann den Export. Was dieses Wort in den Köpfen der Kaufleute angerichtet hat, ist gar nicht zu sagen. Ihre fixe Idee hindert sie nicht, ihre Waren auch im Inland weiterhin anzupreisen; ihre Inserate wirken wie Hohn. Wer soll sich denn das noch kaufen, was sie da herstellen? Ihre Angestellten, denen sie zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel geben, wenn sie sie nicht überhaupt auf die Straße setzen? Die kommen als Abnehmer kaum noch in Frage. Aber jene protzen noch: dass sie deutsche Werke seien, und dass sie deutsche Kaufleute und deutsche Ingenieure beschäftigten – und wozu das? »Um den Weltmarkt zu erobern!«
So schlau wie die deutschen Kaufleute sind ihre Kollegen jenseits der Grenzen noch alle Tage. Es setzt also überall jener blödsinnige Kampf ein, der darin besteht, einen Gegner niederzuknüppeln, der bei vernünftigem Wirtschaftssystem ein Bundesgenosse sein könnte. Die Engländer preisen rein englische Waren an, die Amerikaner rein amerikanische, und das Wirtschaftsinteresse tritt als Patriotismus verkleidet auf. Eine schäbige Verkleidung, ein jämmerlicher Maske...


Margit Hutter, 05.01.2010 03:59
Navigation aus Navigation an Erstelldatum: 23.12.2009


Das Monopoly geht weiter

Nicht zu fassen, der Spiegel schreibt einen empörten Bericht über die Banken und ihre Manager. Wer hätte das gedacht? Was fehlt, ist ein wenig Selbstkritik und vor allem Hintergrundwissen. Vielleicht is diese meine Einschätzung auch falsch und es fehlt nicht am Hintergrundwissen, sondern nur der Versuch, mit ein wenig geheuchelter Empörung wieder die Internethoheit gegenüber der Internetpräsentation des Revolverblattes BILD zu bekommen. Wie auch immer, worüber regt sich der Spiegel auf? Wir können doch ohnehin nichts ändern, denn seit Anfang des Monats ist der Lissabonvertrag in Kraft und der untersagt in den Artikeln 63 bis 66 des Vertrages über die Arbeitsweise der EU jegliche Beschränkung des Bank- und Finanzwesens.


Artikel 63
(ex-Artikel 56 EGV)

(1) Im Rahmen der Bestimmungen dieses Kapitels sind alle Beschränkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten und dritten Ländern verboten.

(2) Im Rahmen der Bestimmungen dieses Kapitels sind alle Beschränkungen des Zahlungsverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten und dritten Ländern verboten.

Da wir Mitglied der Euro-Zone sind, hat unser Finanzminister nicht mehr die wirkliche Kontrolle über unser Finanzwesen. Das gaukelt er uns nur vor. Die Geldmarktpolitik wird von der EZB betrieben.
Hat irgendjemand schon gehört, dass Änderungen des Lissabonvertrages zum Thema Finanzen auch nur angedacht sind? Ich nicht.

Wenn man sich ansieht, welche Leute der Ex-Finanzminister Steinbrück ins Expertenteam zur Bewältigung der Krise ins Boot geholt hat, muss man eigentlich wissen, dass die Politik keine Änderung will. Wer die Täter zu den Problembewältigern macht, will nichts ändern, sondern sucht nur nach Möglichkeiten, die Masse verbal zu beruhigen. Die angekündigten Maßnahmen zur Kontrolle sollen nicht gleich greifen, sondern erst in 3 bis 4 Jahren in Kraft treten (ob uns die EU bis dahin vielleicht völlig übernommen hat?). Der zum Leiter der SoFFin ernannte Staatssekretär Jörg Asmussen ist der Mann, der noch vor kurzer Zeit Handlungsfreiheit für Verbriefungen und das Geschäft mit Derivaten für die Banken gefordert hat. Asmussen Originalton:

„Seitens des BMF wird im Umsetzungsprozess der Basel II-Regeln für ABS vor allem auch darauf geachtet werden, dass den Instituten keine unnötigen Prüf- und Dokumentationspflichten entstehen werden, wenn sie in „gängige" ABS-Produkte mit gutem Rating investieren."

Wir haben die Partei gewählt, von der jeder wissen müsste, dass sie die Lobby-Partei schlechthin ist: Die FDP. Wir haben jetzt einen Finanzminister aus der anderen Partei, der nicht nur einen totalen Überwachungsstaat implementieren wollte und zum Teil auch hat, sondern der vor ein paar Jahren wegen seiner Verwicklung in die Schwarzgeldaffäre der CDU von seinem damaligen Posten zurücktreten musste. Hat er sich wirklich vom Saulus zum Paulus gewandelt? Ich glaube eher nicht.

Wer nicht begreift, dass der exponentielle Charakter des im Kapitalismus bestehenden Finanzsystems zwangsläufig kollabieren muss, dem ist nicht zu helfen. Zinsen gibt es nur, wenn jemand Schulden macht. Sind fast alle bis zur Halskrause verschuldet, können Zinsen nur noch mit obskuren Geschäften erzielt werden. Daran ändert kein Obama und keine Merkel oder ein Sarkotzki etwas, vorausgesetzt, sie wollen es überhaupt, was ich sehr bezweifle, denn sie hängen an den Strippen derer, die dieses Monopoly erfunden haben.

Wir hatten 2009 die Wahl. Da hätten wir die gesamte Bagage zum Teufel jagen können, aber wir haben das Gegenteil getan. Jetzt haben Parteien das Sagen, die das Gegenteil dessen tun werden, was erforderlich wäre, von einer Mehrheit gewählt. Eine Mehrheit nach politischen Maßstäben. In der Realität werden viele von sich behaupten, sie hätten diese Parteien nicht gewählt, denn sie hätten gar nicht gewählt, weil sie keiner dieser Parteien trauen. Dass sie damit mitverantwortlich dafür sind, dass diese Par...



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