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25.05.2013
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Die GEZ muss weg - Interview mit Bernd Höcker
Weitere Themen: Allgemein, Bildung, Reformen



Bernd Höcker ist Journalist und Buchautor. Im Jahr 2001 gründete er die Website gez-abschaffen.de und setzt sich seitdem für die Abschaffung der GEZ und der Rundfunkgebühren ein. FreieWelt.net sprach mit Bernd Höcker über die GEZ, die "Bestands- und Entwicklungsgarantie" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dessen "friedliche Koexistenz" mit dem Privatfernsehen.

FreieWelt.net: Warum wollen Sie die GEZ abschaffen?

Bernd Höcker:
Obwohl ich meine Seite ja gez-abschaffen.de genannt habe, geht es mir nicht speziell um die GEZ, sondern um das System der Zwangsfinanzierung eines bestimmten Mediums. Die GEZ wird zwar von den Rundfunkanstalten auf die Bürger losgelassen und tritt damit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Sie ist aber genauso unschuldig, wie ein Kampfhund, der von seinem Herrchen dazu abgerichtet wurde, Menschen anzufallen. Schuld daran sind nicht zuletzt unsere Politiker und einige Obergerichte, welche die Rundfunkanstalten mit nahezu totalitärer Macht ausgestattet haben. Tenor: Sie dürfen fast alles und müssen fast nichts. Letztendlich heißt für mich die Devise: Die GEZ muss weg und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten müssen auf ein gezügeltes Maß mit angemessenen demokratischen Rechten und Pflichten zurecht gestutzt werden.


FreieWelt.net: Brauchen wir nicht dringend einen gebührenfinanzierten, öffentlich-rechtlichen Rundfunk, um eine von politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängige Berichterstattung zu gewährleisten?

Bernd Höcker:
Die Realität ist leider eine vollkommen andere. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat durch die Rundfunkgebühr und die unsägliche "Bestands- und Entwicklungsgarantie" praktisch ein unzerstörbares Monopol, mit dem er den Markt nach Lust und Laune beherrschen kann. Mitmischen tun dabei etwa Ministerpräsidenten wie Kurt Beck als Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrats und sein Stellvertreter Roland Koch. Koch hatte sich ja erst kürzlich massiv und mit Erfolg in die Personalie des ZDF-Chefredakteurs Brender eingemischt. Die hochbezahlten Moderatoren wie etwa Gottschalk und Pilawa haben mittlerweile ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen, die sich zum Teil in großangelegten Werbekampagnen wiederspiegeln oder wo sie schlicht das Werbegesicht einer Marke geworden sind. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist mittlerweile zu einem eigenen Staat im Staate mutiert und liefert den größten Propagandaapparat aller Zeiten in eigener Sache gleich mit. Die Anstalten haben Befugnisse wie eine staatliche Behörde, verdient wird aber wie in einem DAX-Unternehmen. Kontrollen gibt es wegen der "Rundfunkfreiheit" so gut wie keine. Zum Begriff der "unabhängigen Berichterstattung" möchte ich noch folgendes sagen: die gibt es gar nicht. Jeder Mensch hat seine eigene Perspektive, auch die Journalisten von ARD und ZDF. Weitgehend unabhängige Informationen kann sich der Bürger nur holen, wenn er sich in möglichst vielen unterschiedlichen Quellen informiert. Ein Monopol ist aber gegen Vielfalt.


FreieWelt.net: Würde ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht überall nur noch Boulevard-Niveau geboten?

Bernd Höcker:
Im Gegenteil. Schauen Sie sich den Zeitschriftenmarkt an, dort kann man an vielen Beispielen lernen, wie ein niveauvoller Journalismus aussehen kann. Wissenschaftliche Themen werden in einschlägigen Zeitschriften umfassend und kompetent den Lesern verständlich gemacht, Politik wird einem nicht nur oberflächlich aufs Brot geschmiert, sondern es werden ausführliche Hintergründe mit dem nötigen Fachwissen vermittelt. Gehen Sie mal in eine große Buchhandlung oder in einen Zeitschriftenhandel an einem Hauptbahnhof. Die Vielfalt, die Breite und Tiefe der Themen ist geradezu berauschend. Und das sind alles Erzeugnisse der so gern verschmähten "Privaten"! Hätten wir dagegen eine zwangsfinanzierte, öffentlich-rechtliche Zeitschrift, die jeder zu abonnieren hätte, sähe es im Printbereich genauso fade aus, wie heute bei Radio und Fernsehen. Ich höre immer als Gegenargument, dass Rundfunk teurer sei, als Zeitschriften herzustellen und zu vertreiben und deswegen greife mein Argument nicht. Das ist heutzutage Quatsch. Rundfunk kann mittlerweile über das Internet zum Teil sogar kostenlos verbreitet werden, während bei Zeitschriften nach wie vor teure Druck- und Vertriebskosten vorab finanziert werden müssen. Meine Prognose: Ohne die Zwangsgebühr würden Radio und Fernsehen nach kurzer Zeit inhaltlich genauso attraktiv werden, wie heute die Zeitschriften.


FreieWelt.net: Was würde sich durch die jetzt geplante, allgemeine Haushaltsabgabe ändern?

Bernd Höcker:
War die bisherige Rundfunkgebühr bereits am Prinzip des Schutzgeldes angelehnt, so ist die Haushaltsabgabe außerdem ein zusätzliches Mittel, um besonders die einkommensschwachen Teile der Bevölkerung noch weiter von Bildung fernzuhalten. Künftig hilft auch kein Fernsehverzicht mehr: Das Geld für eine interessante Zeitschrift oder gar ein Buch ist bei dieser Gruppe dann einfach nicht mehr vorhanden! Ich glaube, dass dieser Effekt sogar erwünscht ist, um willige und "dumme" Bürger zu generieren, die nur Fußball und "Wetten dass...?" im Kopf haben und sich alles gefallen lassen. Es werden durch die Haushaltsabgabe dann wohl fast 9 Milliarden, also 9.000 Millionen Euro sein, die der Volkswirtschaft jährlich entzogen werden. Geld, das für den Erwerb anderer Medien natürlich fehlt.


FreieWelt.net: Wäre eine – heutzutage technisch problemlos machbare – Verschlüsselung öffentlich-rechtlicher Inhalte eine Lösung?

Bernd Höcker:
Ja. Jeder soll nur dafür zahlen, was er auch haben will. So funktioniert Demokratie. Und die gilt es zurück zu erobern.


FreieWelt.net: Sehen Sie noch andere Möglichkeiten für eine "friedliche Koexistenz" von privaten und öffentlich-rechtlichen Angeboten?

Bernd Höcker:
Die Öffentlich-Rechtlichen sollten sich auf Schulfunk, Telekollegs und Deutschkurse konzentrieren. Das darf dann auch gern aus Steuermitteln finanziert werden. Ansonsten gilt für Gottschalk, Schmidt und Silbereisen genau das gleiche Prinzip wie bei den Privaten: Sie müssen sich am Markt bewähren, dann klappt’s auch mit den Einnahmen auf freiwilliger Basis.

Zur Seite gez-abschaffen.de

Das Interview führte Fabian Heinzel

Foto: B. Höcker

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Redaktion FreieWelt.net, 27.08.2010 11:22 | Kommentare (19)




 
  Kommentare (19)

bomenkoffer, 16.03.2013 11:59
Bin in der Wohnung In der ich wohne seit 2010 regulär abgemeldet
Und siehe da
Wie auch schon vorher
Keinerlei Post von GEZ Schmarotzern
Die finden mich nicht
Ich bin vollberufstätig aber ich weiß von meinem Nachbar das 2 x Kakerlaken von der GEZ da waren und zu mir wollten
Meine Klingel ist generell abgestellt
Wer was von mir will ruft vorher an
Ich war beide male nicht da und so klingelte der Schmarotzer bei meinem Nachbar
Der sagte beide male wie abgesprochen das in diesbezüglicher Wohnung niemand wohnt die steht leer

Bin mir sicher das ich von diesem Drecksverein
Nie wieder etwas hören werde


synthol, 12.12.2011 15:41
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bodybuilding-supplements, 18.11.2011 10:21
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Kritikus, 18.09.2010 01:19
Mein Beitrag vom 07.09.2010, siehe unten, = die Volksverdummung durch das ZDF, wurde tatsächlich noch getoppt!

Wer sich das Programm des GEZ bezahlten
TV Senders ZDF vom 17.09.2010 anschaut,
der kann nur dafür sein, diesen Sender sofort von der öffentlichen Bezahlung auszuschließen.
Primitiver können selbst private TV Kanäle nicht mehr sein: Hier der Beweis:

10.30h - Hanna, folge deinem Herzen ------ Folge 367 = Dauersendung
11.15h - Hanna, Folge 368 = Dauersendung
14.15h - Küchenschlacht = Dauersendung
16.15h - Kochquiz = Dauersendung
16.15h - Hanna, Folge 369 = Dauersendung
17.00h - Hanna, Folge 370 = Dauersendung
17.45h - Hanna, Folge 371 = Dauersendung
18.05h - SOKO Wien = Dauersendung
19.25h - Rettungsfliege = Dauersendung
20.15h - der Alte = Dauersendung
21.15h - SOKO ... = Dauersendung
23.30h - Lanz kocht = Dauersendung
03.20h - SOKO = Dauersendung
04.10h - Küchenschlacht = Dauersendung
05.20h - Hanna = Dauersendung

Also 6x Hanna, 4x Kochen, 3x SOKO und das alles an EINEM Tag. Dieser Sender will offensichtlich die totale Volksverblödung, und wir müssen das auch noch bezahlen!


Markus, 14.09.2010 09:05
@AnK:
na, dann nennen Sie mal wesentliche Unterschiede!


AnK, 13.09.2010 22:33
@Markus:
Soso, RTL bietet also das gleiche kulturelle und vielfältige Angebot und das auch noch auf gleichen Ebene wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Wieder was gelernt...


Markus, 13.09.2010 10:55
@ Bernardus:
"Leistung" nur in dem Sinne, daß sowohl Private als auch ÖR auf genau dem gleichen Niveau schwimmen, also demnach auch die gleiche Bezahlung erhalten sollten. Niveau in diesem Sinne relativ, absolut dagegegen bewegen sich alle auf unterster Schiene.


Bernardus, 13.09.2010 01:08
@ Markus, 10.09.2010 08:33

Meinst Du das wirklich ernst, wenn Du von "Leistung" der Privaten sprichst? Das kann doch wohl nur Hohn sein!


Marti, 12.09.2010 17:05
Die GEZ muss weg - genau so ist es!

Markus, 10.09.2010 08:33
Warum sind denn die Privaten noch nicht auf die Idee gekommen, einen Teil des GEZ-Gebührenkuchens abzuschneiden, bzw. einzufordern? Die bringen schließlich die gleiche Leistung wie die öffentlich rechtlichen Anstalten.



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