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04.02.2012
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Die GEZ muss weg - Interview mit Bernd Höcker
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Bernd Höcker ist Journalist und Buchautor. Im Jahr 2001 gründete er die Website gez-abschaffen.de und setzt sich seitdem für die Abschaffung der GEZ und der Rundfunkgebühren ein. FreieWelt.net sprach mit Bernd Höcker über die GEZ, die "Bestands- und Entwicklungsgarantie" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dessen "friedliche Koexistenz" mit dem Privatfernsehen.

FreieWelt.net: Warum wollen Sie die GEZ abschaffen?

Bernd Höcker:
Obwohl ich meine Seite ja gez-abschaffen.de genannt habe, geht es mir nicht speziell um die GEZ, sondern um das System der Zwangsfinanzierung eines bestimmten Mediums. Die GEZ wird zwar von den Rundfunkanstalten auf die Bürger losgelassen und tritt damit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Sie ist aber genauso unschuldig, wie ein Kampfhund, der von seinem Herrchen dazu abgerichtet wurde, Menschen anzufallen. Schuld daran sind nicht zuletzt unsere Politiker und einige Obergerichte, welche die Rundfunkanstalten mit nahezu totalitärer Macht ausgestattet haben. Tenor: Sie dürfen fast alles und müssen fast nichts. Letztendlich heißt für mich die Devise: Die GEZ muss weg und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten müssen auf ein gezügeltes Maß mit angemessenen demokratischen Rechten und Pflichten zurecht gestutzt werden.


FreieWelt.net: Brauchen wir nicht dringend einen gebührenfinanzierten, öffentlich-rechtlichen Rundfunk, um eine von politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängige Berichterstattung zu gewährleisten?

Bernd Höcker:
Die Realität ist leider eine vollkommen andere. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat durch die Rundfunkgebühr und die unsägliche "Bestands- und Entwicklungsgarantie" praktisch ein unzerstörbares Monopol, mit dem er den Markt nach Lust und Laune beherrschen kann. Mitmischen tun dabei etwa Ministerpräsidenten wie Kurt Beck als Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrats und sein Stellvertreter Roland Koch. Koch hatte sich ja erst kürzlich massiv und mit Erfolg in die Personalie des ZDF-Chefredakteurs Brender eingemischt. Die hochbezahlten Moderatoren wie etwa Gottschalk und Pilawa haben mittlerweile ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen, die sich zum Teil in großangelegten Werbekampagnen wiederspiegeln oder wo sie schlicht das Werbegesicht einer Marke geworden sind.

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Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist mittlerweile zu einem eigenen Staat im Staate mutiert und liefert den größten Propagandaapparat aller Zeiten in eigener Sache gleich mit. Die Anstalten haben Befugnisse wie eine staatliche Behörde, verdient wird aber wie in einem DAX-Unternehmen. Kontrollen gibt es wegen der "Rundfunkfreiheit" so gut wie keine. Zum Begriff der "unabhängigen Berichterstattung" möchte ich noch folgendes sagen: die gibt es gar nicht. Jeder Mensch hat seine eigene Perspektive, auch die Journalisten von ARD und ZDF. Weitgehend unabhängige Informationen kann sich der Bürger nur holen, wenn er sich in möglichst vielen unterschiedlichen Quellen informiert. Ein Monopol ist aber gegen Vielfalt.


FreieWelt.net: Würde ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht überall nur noch Boulevard-Niveau geboten?

Bernd Höcker:
Im Gegenteil. Schauen Sie sich den Zeitschriftenmarkt an, dort kann man an vielen Beispielen lernen, wie ein niveauvoller Journalismus aussehen kann. Wissenschaftliche Themen werden in einschlägigen Zeitschriften umfassend und kompetent den Lesern verständlich gemacht, Politik wird einem nicht nur oberflächlich aufs Brot geschmiert, sondern es werden ausführliche Hintergründe mit dem nötigen Fachwissen vermittelt. Gehen Sie mal in eine große Buchhandlung oder in einen Zeitschriftenhandel an einem Hauptbahnhof. Die Vielfalt, die Breite und Tiefe der Themen ist geradezu berauschend. Und das sind alles Erzeugnisse der so gern verschmähten "Privaten"! Hätten wir dagegen eine zwangsfinanzierte, öffentlich-rechtliche Zeitschrift, die jeder zu abonnieren hätte, sähe es im Printbereich genauso fade aus, wie heute bei Radio und Fernsehen. Ich höre immer als Gegenargument, dass Rundfunk teurer sei, als Zeitschriften herzustellen und zu vertreiben und deswegen greife mein Argument nicht. Das ist heutzutage Quatsch. Rundfunk kann mittlerweile über das Internet zum Teil sogar kostenlos verbreitet werden, während bei Zeitschriften nach wie vor teure Druck- und Vertriebskosten vorab finanziert werden müssen. Meine Prognose: Ohne die Zwangsgebühr würden Radio und Fernsehen nach kurzer Zeit inhaltlich genauso attraktiv werden, wie heute die Zeitschriften.


FreieWelt.net: Was würde sich durch die jetzt geplante, allgemeine Haushaltsabgabe ändern?

Bernd Höcker:
War die bisherige Rundfunkgebühr bereits am Prinzip des Schutzgeldes angelehnt, so ist die Haushaltsabgabe außerdem ein zusätzliches Mittel, um besonders die einkommensschwachen Teile der Bevölkerung noch weiter von Bildung fernzuhalten. Künftig hilft auch kein Fernsehverzicht mehr: Das Geld für eine interessante Zeitschrift oder gar ein Buch ist bei dieser Gruppe dann einfach nicht mehr vorhanden! Ich glaube, dass dieser Effekt sogar erwünscht ist, um willige und "dumme" Bürger zu generieren, die nur Fußball und "Wetten dass...?" im Kopf haben und sich alles gefallen lassen. Es werden durch die Haushaltsabgabe dann wohl fast 9 Milliarden, also 9.000 Millionen Euro sein, die der Volkswirtschaft jährlich entzogen werden. Geld, das für den Erwerb anderer Medien natürlich fehlt.


FreieWelt.net: Wäre eine – heutzutage technisch problemlos machbare – Verschlüsselung öffentlich-rechtlicher Inhalte eine Lösung?

Bernd Höcker:
Ja. Jeder soll nur dafür zahlen, was er auch haben will. So funktioniert Demokratie. Und die gilt es zurück zu erobern.


FreieWelt.net: Sehen Sie noch andere Möglichkeiten für eine "friedliche Koexistenz" von privaten und öffentlich-rechtlichen Angeboten?

Bernd Höcker:
Die Öffentlich-Rechtlichen sollten sich auf Schulfunk, Telekollegs und Deutschkurse konzentrieren. Das darf dann auch gern aus Steuermitteln finanziert werden. Ansonsten gilt für Gottschalk, Schmidt und Silbereisen genau das gleiche Prinzip wie bei den Privaten: Sie müssen sich am Markt bewähren, dann klappt’s auch mit den Einnahmen auf freiwilliger Basis.

Zur Seite gez-abschaffen.de

Das Interview führte Fabian Heinzel

Foto: B. Höcker



Redaktion FreieWelt.net, 27.08.2010 11:22 | Kommentare (26)




 
  Kommentare (26)

synthol, 12.12.2011 15:41
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bodybuilding-supplements, 18.11.2011 10:21
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lutzmaarmor, 11.10.2011 00:42
Der unzensierte Blog von Bernd Höcker zur Zwangsanmeldung der GEZ ist unter http://www.zwangsanmeldung.x10.bz/ zu finden.

Viel Spaß beim lesen!


GEZ nein Danke!, 05.01.2011 13:45
@ K. Kramer (leider ist Ihr Beitrag schon etwas weiter in der Vergangenheit)
Zitat : "Die Gebühren (Werbekosten) für Blöd-TV zahlt der Verbraucher, wenn er einkaufen geht. Bei der GEZ weiß er wenigstens, wofür er zahlt."

Eine Interessante These, leider völlig daneben gegriffen. Wissen Sie genau für was sie ihre 17 Euro im Monat zahlen?
Oder auf die BRD bezogen, wo die fast 8 Milliarden Euro im Jahr hinfließen?
Es gibt keine transparenz, daher weíß niemand wo welches Geld hingeht. Mutmaßlich doch nur in die Taschen der gierigen Funktionäre und Politiker die diese kriminellen Machenschaften unterstützen.
Ab 2013 verdient die GEZ durch die Erhebung der Haushaltsabgabe in etwa 9 Milliarden Euro.
Noch mehr Geld was in die Maschinerie des Staates im Staat fließt, und noch weniger Möglichkeiten in denen man sich gegen diese diktatorischen Gesetze als Bürger wehren kann.

Glückwunsch, so schafft man die Demokratie, für die Deutschland einst stand nun vollständig ab!


Frank, 24.09.2010 21:39
Bernd Höcker hat völlig Recht. Wenn zwei bestimmen was der Dritte zu bezahlen hat, dann ist die Demokratie am Ende. Der freie Markt über Angebot und Nachfrage regelt auch die Qualität und Meinungsvielfalt! Ich bezahle Zugänge zu Online-Wissen gerne ohne jeden Zwang! Die Flimmerkiste ist für mich Zeitverschwendung. Kommt der Zwang
2013 dann ziehe ich die Haftstrafe vor, aus Prinzip!


Kritikus, 18.09.2010 01:19
Mein Beitrag vom 07.09.2010, siehe unten, = die Volksverdummung durch das ZDF, wurde tatsächlich noch getoppt!

Wer sich das Programm des GEZ bezahlten
TV Senders ZDF vom 17.09.2010 anschaut,
der kann nur dafür sein, diesen Sender sofort von der öffentlichen Bezahlung auszuschließen.
Primitiver können selbst private TV Kanäle nicht mehr sein: Hier der Beweis:

10.30h - Hanna, folge deinem Herzen ------ Folge 367 = Dauersendung
11.15h - Hanna, Folge 368 = Dauersendung
14.15h - Küchenschlacht = Dauersendung
16.15h - Kochquiz = Dauersendung
16.15h - Hanna, Folge 369 = Dauersendung
17.00h - Hanna, Folge 370 = Dauersendung
17.45h - Hanna, Folge 371 = Dauersendung
18.05h - SOKO Wien = Dauersendung
19.25h - Rettungsfliege = Dauersendung
20.15h - der Alte = Dauersendung
21.15h - SOKO ... = Dauersendung
23.30h - Lanz kocht = Dauersendung
03.20h - SOKO = Dauersendung
04.10h - Küchenschlacht = Dauersendung
05.20h - Hanna = Dauersendung

Also 6x Hanna, 4x Kochen, 3x SOKO und das alles an EINEM Tag. Dieser Sender will offensichtlich die totale Volksverblödung, und wir müssen das auch noch bezahlen!


A.Westerbarkei, 16.09.2010 21:15
Warum ist es so schwer, GEZ abzumelden, wenn man seit über zwei Jahren keinen Fernseher nutzt sondern nur noch Radio - wir vermissen den Fernseher nicht, gucken keine Serien, keinen Musikantenstadel, keine Tele-Shows oder Kochstudios. Ich bin gerne bereit, für das zu zahlen, was ich auch nutze... Informationen sammle ich gezielt über Internet. Die Ausgaben für GEZ würde lieber in den Besuch eines Theaters oder Konzertes stecken oder ein gutes Buch kaufen.

Kritikus, 14.09.2010 18:22
Hier noch ein sehr interessanter Kommentar zum Thema Private und Werbung und Kosten dafür. Ganzer Bericht siehe Link:

Die privaten Fernsehanstalten finanzieren sich ausschließlich über Werbeeinnahmen. Sie verlangen keine direkten Gebühren von den Zuschauern. Alle freuen sich, weil sie für diese Unterhaltung nichts bezahlen müssen.

Doch das ist ein Irrtum.

Den privaten Fernsehanstalten ist es von Anfang an gelungen, diese Irreführung in den Köpfen der Verbraucher fest zu verankern. Das Gegenteil ist die Wahrheit: Für Privatfernsehen bezahlen alle und im Gegensatz zum öffentlich rechtlichen gibt es kein noch so kriminelles Verfahren, sich dem zu entziehen. Damit ist die Methode der Privaten sogar dem Fiskus überlegen, der sich mit einer Vielzahl von Steuerhinterziehern herumschlagen muss.

Werbung kostet Geld

Mit jedem beworbenen Produkt, das wir kaufen, bezahlen wir die Werbung für dieses Produkt mit. Die Kosten für die Werbung werden in die Kalkulation für den Verkaufspreis eingerechnet...

Werbung kann lästig sein

Als ich vor 35 Jahren in den USA lebte, bin ich das erste Mal damit konfrontiert worden, wie Werbung im Fernsehen die Sendungen zerhackt. Damals wünschte ich mir, dass so etwas in Deutschland bitte nicht passieren sollte. Wie wir täglich erleben müssen, ist es passiert. Man hat sich mittlerweile so an die Werbepausen gewöhnt, dass es manchem schwer fällt, einen Spielfilm ohne Unterbrechung zu genießen.

http://www.gt-worldwide.com/gez_privatfernsehen_werbung.html


Markus, 14.09.2010 09:05
@AnK:
na, dann nennen Sie mal wesentliche Unterschiede!


AnK, 13.09.2010 22:33
@Markus:
Soso, RTL bietet also das gleiche kulturelle und vielfältige Angebot und das auch noch auf gleichen Ebene wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Wieder was gelernt...




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