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Rettungsschirm vor Einsatz: Zahltag für Deutschland?
Weitere Themen: Finanzkrisen, Allgemein, Wirtschaftspolitik



Der Einsatz des 750 Milliarden Euro schweren "EU-Rettungsschirms" scheint immer wahrscheinlicher. Da Deutschland, im Gegensatz zum Rest der Eurozone durch Wachstum glänzt, steht der bundesrepublik wohlmöglich der nächste große europäische Zahltag ins Haus. Berlin ist mit einem Anteil von 148 Milliarden Euro mit dem größten Anteil dabei. Nach der Herabstufung Irlands durch die führenden Ratinagenturen, scheint ein Inanspruchnahme des "EU-Rettungsschirms" durch die Inselrepublik und auch durch das benfalls angeschlgane Portugal nur noch ein Frage der Zeit.

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Beide müssen derzeit 5,6 bzw. 5,4 prozent Zinsen bieten, wenn sie sich Geld leihen wollen (zum Vergleich: Deutschland zahlt 2,2 Prozent). Über den EU-Schirm wäre dies deutlich günstiger.

Das angschlagene Griechenland müsste sogar 11,4 Prozent zahlen, erhält aber derzeit Geld aus dem eigens für Athen aufgelegeten Hilfsfonds von EU und IWF. Da Irland, Portugal und auch Spanien unter kritischer beobachtung der Ratingagenturen stehen und diese bereits weitere Herabstufungen angedeutet haben, kann bald die Grenze überschritten sein, zu dem sich die Regierungen in Dublin, Lissabon und Madrid noch Geld am Kapitalmarkt leihen wollen und können. Dann wäre der EU-Rettungsschirm und damit auch deutschland zum Geld geben verdonnert.

 

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Foto: geralt/photoopia



Redaktion FreieWelt.net, 27.08.2010 10:38 | Kommentare (9)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (9)

Freigeist, 29.08.2010 17:08
@Elmar Oberdörffer
Die Akzeptanz des Euros wird sich halten, trotzdem es Papiergeld ist. Die Alternative, z.B. Gold, wollen die meisten Europäer nicht, denn sie haben kein Gold. Die kein Gold haben, wollen nicht den Goldhortern eine Vorherrschaft einräumen. Ich habe mir die Inflationsgeschichte mehrerer Staaten angeschaut und komme zu der Vermutung, dass der Euro Bestand haben wird. Wir werden sehen.


Meistersinger, 29.08.2010 08:40
Der Trend: "Angst vor dem Staatsbankrott!" Nicht "Der Staat", sondern wir, jeder einzelne von uns, der diesen Zustand mit verursacht hat, ist beteiligt und auch schuld an der Misere. Warum haben wir ein solches System zugelassen? Es gab wenige Warner. Es wurde nicht qualifiziert, wissenschaftlich gearbeitet, sondern politisch, in einem Brei von Ideologien zusammengestrickt. Staatliche Grundlagen, die solches treiben unterbieten wurden übergangen, mißachtet. Und jetzt kündigt sich die Katastrophe an. Aber in höchster Not wird der Mensch kreativ. Er wird also eine Lösung finden. Die Lösung wird nicht sein kaputtmachen, zerschlagen, sondern Europa muß näher zusammenrücken. D. h. die EU wird sich wirtschaftlich und rechtlich konzentrieren. Aus den Schwierigkeiten erwachsen Chancen. Ein Wirtschaftsraum von ca. 650 Millionen Menschen in einer geographisch und damit biologisch guten Position wird seine Stärken finden, bündeln und die Krise meistern. Allerdings soll das Volk nicht hilflos schreien, sondern sich bewußt werden, daß es selber der Souverän ist. Es muß darauf achten, daß die von diesem bestellten Sachwalter über die erforderliche Kompetenz verfügen und z. B. nicht atomare Endlager dort einrichten lassen, wo niemals wissenschaftlich begründet, ein solches einzurichten gewesen ist. Genauso fehlerhaft funktioniert es bei dem Krisenmanagement Euro. Man wird wohl nicht umhinkommen, daß diejenigen Staaten, die ihre Schulden nicht mehr meistern können, den Weg gehen, den alle überschuldeten Personen gehen. In die Insolvenz. Es ist wiederum mathematisch zwingend, daß die Aktiva, das Volksvermögen gegen die Passiva gestellt und aufgerechnet wird. Die Differenz zahlen entweder die Gläubiger dieser Staaten oder es werden "Besserungsscheine" ausgegeben, d.h. den Staaten wird der Rest kreditiert. Ob kreiditiert wird, hängt davon ab, ob die Staaten zukünfitg eine Leistungsfähigkeit erreichen, die Schuldentilgung zulassen. Wenn nicht, werden die Staaten von den Gläubigern "zwangsverwaltet", was man früher "besetzt", "versklavt", "kolonisiert" bezeichnete. Man besetzte und beutete aus, was auf Seiten der fallierten Staaten keine Einsicht, sondern eine Gegenreaktion auslösen würde. Wir werden wohl nicht umhinkommen in Europa alle unsere Guthaben und Schulden gegenüber zu stellen und abzurechnen. Das führt zu einer wirtschaftlichen und rechtlichen Einheit, die die Sachwalter regelmäßig aus egoistischen Zielen verweigern. Sind wir dazu nicht bereit, dann wird sich das Problem durch die Kraft des Stärkeren lösen. Wenn ich den Worten unserer Sachwalter glaube, dann wird Europa Deutsch. Aber diesen Worten konnte man wohl noch nie vertrauen.

Elmar Oberdörffer, 28.08.2010 12:57
@ freigeist: wenn nur ein paar Nullen gestrichen werden, dann ist ja alles halb so schlimm! Ich möchte darauf hinweisen, daß bereits daß Streichen von nur zwei Nullen die Ersparnisse und Guthaben der Bürger auf ein Hundertstel reduziert, eine weitere Null auf ein Tausendstel, usw. Das ist nicht soviel von Null verschieden, daß es der Rede Wert wäre. Daß, bevor es soweit kommt, noch weitergewurstelt werden wird, steht außer Frage. Aber diese Wurstelei wird die Reduzierung des ungedeckten, beliebig vermehrbaren und völlig wertlosen Papiergeldes auf seinen inneren Wert Null nicht aufhalten können. Der scheinbare Wert des Papiergeldes beruht nur auf seiner allgemeinen Akzeptanz als Zahlungsmittel. Sobald diese Akzeptanz schwindet, verflüchtigt sich auch der bis dahin dem Papiergeld zugeschriebene Wert.

Freigeist, 28.08.2010 00:02
@Elmar Oberdörffer
Es wird weitergewurstelt werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit. Das Papiergeld wird nicht auf Null sinken, es würden allenfalls einige Nullen gestrichen werden, wie in so manchen Ländern passiert.


Hans von Atzigen, 27.08.2010 21:04
Schnürt man die Argumente der ersten fier Komentare zu einem Paket zusammen,presentiert sich die faktisch ausweglose situation en Block.
Irrsinn in reinster Vorm.


Elmar Oberdörffer, 27.08.2010 18:44
@ Freigeist: Ihr Optimismus ist schon erstaunlich. Natürlich würden auch noch andere Staaten als Deutschland Zahlungen für den Rettungsschirm leisten, aber ebenfalls mit Geld, das sie nicht haben und sich leihen müssen. Ihr Rating würde darunter ebenfalls leiden. Und womit bezahlt die EZB die Staatsanleihen, die sie aufkaufen soll? Mit ungedecktem Papiergeld aus der Notenpresse. Dieses ungedeckte und in Wahrheit völlig wertlose Papiergeld ist ja gerade das Problem, das die horrende Staatsverschuldung erst ermöglicht hat. Die Lösung wird sein, daß das Papiergeld auf seinen wahren Wert Null reduziert werden wird, dann sind die Staaten ihre Schulden los und die Bürger sind die Beschissenen!

Freigeist, 27.08.2010 14:53
Gemach, gemach, es würden auch noch die anderen Staaten bezahlen müssen. Wir haben jedoch noch die EZB, die Staatsanleihen aufkaufen könnte, wie in den USA und in Großbritannien und schon seit 20 Jahren in Japan.

Klimax, 27.08.2010 13:26
"Wer springt dann für uns ein?" Niemand mehr. Es ist dann keiner mehr da. Der Letzte macht das Licht aus.

Elmar Oberdörffer, 27.08.2010 11:45
Na, prima! Das eh schon überschuldete Deutschland zahlt 148 Mrd., die es nicht hat, und sein Rating wird daraufhin ebenfalls herabgesetzt. Wer springt dann für uns ein? Der Zusammenbruch des Euro-Systems ist nur noch eine Frage des Zeitpunkts.


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