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28.05.2012
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Hausärzteverband: Tote durch Gesundheitsreform
Weitere Themen: Allgemein, Reformen



Der Verband der Hausärzte hat eine bundesweite Kampagne gegen die Gesundheitsreform von Minister Philipp Rösler (FDP) gestartet - und damit in der Koalition für Empörung gesorgt. Grund ist die Warnung des Chefs des Hausärzteverbands, Eberhard Mehl, die Gesundheitsreform könne zu einer Unterversorgung führen und so "viele Menschenleben kosten". Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, sagte dazu gegenüber SPIEGEL ONLINE, "wer sich so im Ton vergreift wie der Hausärzteverband heute, ist als Gesprächspartner kaum zu akzeptieren.

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" FDP-Gesundheitsexpertin Ulrike Flach sprach von "Horrorszenarien", die der Hausärzteverband an die Wand male.

Gesundheitsstaatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) kritisierte eine "inakzeptable Instrumentalisierung der Patienten." Der Hausärzteverband protestiert vor allem gegen die zukünftige Begrenzung von Honoraren bei Hausarztverträgen. Unter anderem wollen die Mediziner mit Praxisschließungen reagieren.


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Foto: Claudia Hautumn/pixelio.de



Redaktion, 22.07.2010 07:57 | Kommentare (2)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (2)

Friedemann, 22.07.2010 12:43
Hausärzte liegen in der Vergütung entsprechend den Angaben der Abrechnungsstatistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im gehobenen Durchschnitt und damit nicht schlechter als die Mehrzahl der Fachkollegen. Auch haben Ärzte einen deutlichen Zuwachs erhalten, der sicher bei den einzelnen Disziplinen unterschiedlich ausgefallen ist, teilweise auch, um größere Honorardifferenzen etwas anzugleichen, z.B. beim Facharzt für innere Medizin von 58.070 auf 75.710 Euro. Sie liegen damit immer noch deutlich unter den 92.720 Euro der Hausärzte. Unverständlich sind die 73.182 (+16,9%) Euro für Psychiater, 43.923 (+15,7%) für Neurologen und 37.548 (+13,5%) für Psychotherapeuten, denn sie finden sich damit trotz der überproportionalen Zuwächse am Ende der Skala wieder, in Anbetracht der zunehmenden Bedeutung gerade dieser Disziplinen und dem Mangel an gutem Personal mit dem Mut zur eigenen Praxis eine unverständliche Entwicklung. Sicher verdienen Ärzte mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung, und einige Fachärzte (Radiologie, Orthopädie, Augenheilkunde) bekommen ein Mehrfaches der Neurologen und Psychotherapeuten und diese Differenzen sollten hinterfragt werden.

Im Vergleich zum europäischen Ausland erhalten sie trotzdem ein vergleichsweise geringeres Honorar bei häufig höherem Leistungsdruck und die Gefahr der Abwanderung ist deshalb nicht zu unterschätzen. Ja mancher Medizinstudierte zieht es vor, sich bei Pharmafirmen zu verdingen, weil hier die zu erbringende Leistung besser honoriert wird, in Anbetracht der satten Gewinne der Pharmaindustrie bei vergleichsweise geringen Investitionen in Forschungsleistungen ist das kein Wunder. Deshalb ist der Sparansatz bei den Ärzten, so berechtigt er im Einzelfall auch sein mag, insgesamt keine gute Idee und führt absehbar zu einem Ärztemangel.

Sinnvoller wäre in jedem Fall, die Schraube bei den Gewinnen der Pharmaindustrie anzuziehen und die Zahl der Krankenkassen zu begrenzen. Ebenso sollte die Verantwortung der Patienten zu einer Gesundheitsbewussten Lebensweise gestärkt werden, indem der Beitragssatz stärker am Verhaltensrisiko des Einzelnen ausgerichtet wird, also beispielsweise der Raucher oder Risikosportler sein zusätzliches Risiko und die zu erwartenden höheren Kosten nicht mehr auf die Solidargemeinschaft abwälzen kann.

Zudem sollte durch verstärkte Pharmaforschung außerhalb der Pharmakonzerne, z.B. an Universitäten und anderen staatlichen Forschungsinstitutionen eine wirkliche Konkurrenz zu diesen aufgebaut werden, finanziert durch Wegfall sinnloser Institutionen und Forschungsrichtungen wie beispielsweise der Genderkompetenzzentren und der anderen nur hinderlichen Gleichstellungseinrichtungen, in die bereits Milliardenbeträge geflossen sind.


Elmar Oberdörffer, 22.07.2010 12:14
Wieso vergreifen sich die Hausärzte im Ton? Wenn die Honorare nicht mehr attraktiv, sondern eher abschreckend sind, wird der Beruf des Allgemeinmediziners unter Nachwuchsmangel leiden und eine Unterversorgung, vor allem auf dem Lande, wird die Folge sein. Die Folge davon wird sein, daß die Sterblichkeit der Patienten ansteigt. Dies ist nicht den Ärzten anzulasten, sondern den Politikern, die seit jeher versuchen, den Ärzten ein angemessenes Honorar vorzuenthalten, um bei den Patienten, der Masse des Wahlvolkes, durch möglichst niedrige Krankenkassenbeiträge zu punkten. Das sind die gleichen Politiker, die noch nie eine Hemmung gezeigt haben, ihre eigenen Bezüge sehr großzügig an die allgemeine Preisentwicklung anzupassen.


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