Jeder Anleger sollte seine Vermögenswerte bis ins Detail verstehen und sich an Realwerten orientieren.
FreieWelt.net:
Sie sprechen im Buch von echtem kapitalistischen Geld und sozialistischem Papier(schein)geld. Erklären Sie unseren Lesern bitte den Unterschied und warum Sie ersteres favorisieren.
Zeuß: Kapitalistisches Geld bildet sich am Markt heraus, wenn Angebot und Nachfrage aufeinander treffen. Über Jahrtausende hinweg wurde hier Gold und Silber als allgemein anerkanntes Geld bestätigt. Mit der Einführung des Papiergeldes durch die amerikanische Zentralbank (FED) im Jahr 1913 wurde ein Geldmonopol gegründet, das seither den Markt durch Planwirtschaft ersetzt hat. Mit der Aufhebung der Goldbindung des US-Dollars durch Präsident Nixon im Jahr 1971 wurde schließlich die Möglichkeit zu einem gigantischen Schneeballsystem realisiert. Nur Kapitalistisches Geld kann auf Dauer überleben. Sozialistisches Geld wird früher oder später verschwinden. Mein Favorit ist das Leben.
FreieWelt.net:
Sie berufen sich bewußt auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie im Gegensatz zur aktuellen Wirtschaftspolitik. Wie würden Sie diese charakterisieren und gibt es Länder in denen beispielhaft „österreichische“ Wirtschaftspolitik betrieben wird?
Zeuß: Die Österreichsche Schule der Nationalökonomie glaubt an den Individualismus und die dezentrale Verteilung des Wissens. Jeder mündige Mensch kann demnach seine Wünsche selbst am besten einschätzen. Daraus resultiert ein ausgeprägter Glaube an den Markt und eine Aversion gegen jede Form von staatlicher Manipulation. Als Fallbeispiel der Österreichischen Schule werden gerne die USA in ihrer Gründungsphase gesehen. Dieser florierende Zustand ist natürlich schon lange Vergangenheit.
FreieWelt.net:
Was sind, aus Ihrer Sicht, die größten Fehler im derzeitigen Wirtschaftssystem und welche Verbesserungen schlagen Sie vor?
Zeuß: Fehler gibt es viele, aber die zentralen Themen sind die Manipulationen der Geldmenge und der Zinshöhe. Ersteres führt zu sich beschleunigender Inflation, letzteres zu Verzerrungen bei den Investitionen. Ein ständiges Wiederkehren von künstlichen Aufschwüngen und echten Krisen ist die Folge. Wir sollten das Papiergeldmonopol der Zentralbanken abschaffen und den Markt echtes Geld hervorbringen lassen. Wenn das wieder Gold werden sollte, dann wird sich in dessen weitaus höherem (Papiergeld-) Preis die gewaltige Inflation der Vergangenheit offenbaren. Ganz reibungslos würde das natürlich nicht abgehen, aber wir wären es unseren Kindern schuldig. Die junge Generation soll sich in Frieden und Freiheit entfalten, nicht in einem sozialistischen Moloch.
FreieWelt.net: Herr Zeuß, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Zur Internetseite von Christian Zeuß: Liberaler-Verteiler.de
Das Interview führte Norman Gutschow
Christian Zeuß: „Kapitalanlage und die Gefahr des schleichenden Sozialismus“, Books on Demand, ISBN 978-3-8391-6913-1, Paperback, 144 Seiten
Das Buch bei Books on Demand
Foto: Christian Zeuß