Kein Wunder, das es da mal zwickt.
FreieWelt.net: Sie sind als Maler und Bildhauer ein sehr vielseitiger Künstler. Was ist der Schwerpunkt Ihrer aktuellen Arbeit?
Norman Gebauer: Ich bin jetzt 15 Jahre in Berlin. Am Anfang lag der Akzent auf der zweidimensionalen Arbeit, der Grafik und der Malerei. Ab 2000 habe ich mit keramischen Skulpturen begonnen. Mittlerweile entwickle ich im Bildhauerbereich filigrane Bronzearbeiten weiter. Die Modelle werden aus Holzstäbchen zusammengeklebt und die Oberfläche mit Wachs überzogen. Nach dem Bronzeguss werden sie ziseliert und patiniert.
So sind zwei Schwerpunkte entstanden. Von Frühling bis Herbst wird gemalt, in den Wintermonaten modellliert.
FreieWelt.net:
Ist die Atmosphäre der Stadt, in der Sie leben, wichtig für Ihre Arbeit?Norman Gebauer: Nach Stationen in Bielefeld, Soest, Münster, Florenz, Düsseldorf, Mailand und München freue ich mich endlich in Berlin eine Stadt gefunden zu haben, die mir viel „Futter“ liefert.
Ich habe nicht das Gefühl etwas zu verpassen. Als gebürtiger Ostwestfale, habe ich eine gewisse Bodenständigkeit mit bekommen. Die Eskapaden habe ich als Heranwachsender gemacht und so kann ich mich auf den Kern der Dinge konzentrieren. Das gibt mir auch die Sicherheit, nicht hinter jedem Trend hinterherzulaufen, sondern auch missionarisch den eigenen Weg weiter zu gehen und auch mal ordentlichen Gegenwind einzustecken ohne gleich den Pfad zu verlassen. Die Umgebung, in der der Kunstschaffende lebt, hat großen Einfluss auf das Schaffen des Künstlers. Auch wenn einiges in der Hauptstadt schwierig ist, wir in Berlin genießen ein großes Privileg in so einer pulsierenden Metropole zu leben, die jeden Tag diese inspirierende Atmosphäre verströmt.
FreieWelt.net:
Was dürfen Besucher von Ihrer aktuellen Ausstellung erwarten?Norman Gebauer: Montag den 14 Juno wird der Italienische Botschafter Michele Valensise um 17 Uhr den neugestalteten Italienischen Militärfriedhof in Zehlendorf einweihen. Der mailändische Architekt Maurizio Nieri hat die Umbauarbeiten organisiert und ich habe die Gelegenheit gehabt, ein großes beeindruckendes Mahnmal in Bronze zu schaffen. Die Berliner werden viele Jahre Gelegenheit haben diese imposante Skulptur zu betrachten.
www.norman-gebauer.de
Das Interview führte Fabian Heinzel
(Foto: N. Gebauer)