Daß dabei die Demokratie vor die Hunde geht, ist genauso sonnenklar wie die Tatsache, daß die doppelte Kinderarmut, die wir regelrecht produzieren, das Land wirtschaftlich ruiniert.
FreieWelt.net:
Heinz Buschkowsky, der SPD-Bezirksbürgermeister von Neukölln, forderte vor kurzem die Halbierung des Kindergeldes, um mehr Mittel für Bildung zur Verfügung zu haben. Cornelia Pieper, FDP-Vizevorsitzende machte sich dafür stark, die nächste Kindergelderhöhung nur in Form von Gutscheinen auszuzahlen. Was halten Sie von solchen Vorschlägen? Dr. Jürgen Borchert: Buschkowsky regiert einen Kiez, in dem der Anteil der Migranten, wenn ich mich richtig erinnere, um die 80 Prozent liegt und der Anteil der Hartz IV- Haushalte bei 50 Prozent oder mehr. Seine Position ist mir deshalb nachvollziehbar. Daß Frau Pieper sich mit familienpolitischen Fragen ernsthaft auseinandergesetzt hätte, ist mir nicht bekannt. Ihr ist wohl gar nicht klar, daß Sie hier gegen das Grundgesetz marschiert und welche Entmündigung sie da auch noch betreiben will. Als liberaler Politiker sollte man sich für so etwas schämen.
FreieWelt.net:
Die Regierung hat gleich nach ihrem Amtsantritt das Kindergeld und den Kinderfreibetrag erhöht. Eine zweite Erhöhung ist noch in dieser Legislaturperiode in Aussicht gestellt. Wie beurteilen Sie das familienpolitische Handeln seit der Bundestagswahl im letzten September sowie die weiteren Pläne der Regierung? Dr. Jürgen Borchert: Daß da Bewegung entstanden ist, war nur der Tatsache zuzuschreiben, daß man das absehbare Karlsruher Urteil zu den Hartz IV-Regelsätzen fürchtete. Die Existenzminima waren ja trotz der Preissteigerungen und der Mehrwertsteuererhöhung etc. seit Jahren nicht mehr angepaßt worden. Da befand und befindet man sich immer noch außerhalb des sozialen Rechtsstaats.
Das Interview führte Christoph Kramer
AbgeordnetenCheck.de: Familienlasten gerecht ausgleichen
Foto: familyfair.de