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"Sexueller Mißbrauch" und dessen antikatholischer Mißbrauch
Weitere Themen: Allgemein, Justiz



Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat eine umfassende Stellungnahme zu "Sexueller Missbrauch" und seine antikatholische Instrumentalisierung veröffentlicht.

Verwerflichkeit von sexuellem Missbrauch

1. Ein sexueller Übergriff auf Kinder und Jugendliche ist eine schändliche Verletzung ihrer Personwürde. Theologisch beurteilt handelt es sich um schwere Schuld, "eine Sünde, die vom Reich Gottes ausschließt" (1Kor 6,10). Nach dem staatlichen Gesetz ist sexueller Missbrauch von Heranwachsenden eine Straftat, die mit Haft bis zu zehn Jahren geahndet werden kann.

2. Im Umgang mit dem Straftäter und seinen Opfern sind die staatliche und die kirchliche Zuständigkeit strikt auseinander zu halten.

3. Als Staatsbürger ist der Täter dem Zivil- und Strafrecht unterstellt. Darum sind für die Tatfeststellung, das Strafmaß, die Durchführung des Urteils und die Kontrolle der Bewährungsauflagen ausschließlich die entsprechenden staatlichen Institutionen verantwortlich.

4. Handelt es sich bei den Tätern um Personen im kirchlichen Dienst (Kleriker, Ordensleute oder Laien) ist nach Maßgabe der gerichtlichen Vorgaben und Auflagen sowie auf der Grundlage wissenschaftlich-therapeutischer Beurteilung die kirchliche Strafe festzusetzen. Sie reicht von weitgehender Einschränkung des pastoralen Einsatzes bis zur Entfernung aus dem kirchlichen Dienst für immer.

5. Dem Opfer schuldet der Täter die Bekundung tiefer Reue über das, was er ihm an körperlichen und seelischen Verwundungen zugefügt hat. Dazu kommt die Erfüllung der gerichtlichen Auflagen und Strafen, wie die Entrichtung von Schmerzensgeld oder die Leistungen für eine Therapie.

6. Stand der Straftäter im kirchlichen Dienst, werden die Diözesen oder die zuständigen kirchlichen Institutionen pastorale und therapeutische Hilfen anbieten durch eigens dafür bestellte Gremien, aber auch durch Einrichtungen des Caritasverbandes und der Katholischen Jugendfürsorge, die den Opfern sexuellen Missbrauchs aus allen Tätergruppen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Antikatholische Kampagnen

7. Der SPIEGEL-Titel "Die Scheinheiligen. Die katholische Kirche und der Sex" hat wieder einmal eine anti-katholische Medienlawine losgetreten. Wir haben es hier mit einem Missbrauch sexueller Verfehlungen Einzelner für machtpolitisch-ideologische Zwecke zu tun. Ziel ist einzig und allein, die gesamte katholische Kirche und ihre Sexualmoral als ein "Biotop" hinzustellen, in dem Kindesmissbrauch geradezu gedeihen "muss". Der SPIEGEL macht sich der Verletzung der Menschenwürde (vgl. dazu Art.1 GG) aller katholischen Priester und Ordensleute schuldig. Die jeder Logik und dem statistisch-empirischen Befund widersprechende Schuldzuweisung für sexuellen Kindesmissbrauch Einzelner an die Sexualmoral der Kirche und die freie Selbstverpflichtung zu einem ehelosen Leben im Dienst am Reich Gottes (vgl.

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Mt 19; 1Kor 7) im Priesterzölibat oder Ordensgelübde beleidigt jeden denkenden und ehrlichen Menschen.

 

8. Indem man endlos antikatholische Klischees bedient und alte Ressentiments weckt, soll der Widerspruch zwischen virtueller Medienrealität und der Wirklichkeit, die immer eine Mischung ist von Licht und Schatten, verschleiert werden (legenda negra). Es besteht die Gefahr, dass sich bei "mediengläubigen" Zeitgenossen der Eindruck festsetzt, es könne doch nicht alles falsch sein, was "in der Zeitung steht". Missbrauchte Pressefreiheit lässt sich nicht mehr unterscheiden von einer Diffamierungs-Lizenz, mit der man scheinbar legal all diejenigen Personen und Glaubensgemeinschaften ihrer Ehre und Würde beraubt, die sich dem totalitären Herrschaftsanspruch des Neo-Atheismus und der Diktatur des Relativismus nicht fügen.

9. Selbst die Süddeutsche Zeitung nennt im Zusammenhang der periodisch auftretenden Medienkampagnen gegen den Zölibat und die katholische Sexualmoral die berüchtigte Rede des Meisters der Volksverhetzung, gehalten 1937 in der Berliner Deutschlandhalle.

Vor 20.000 fanatisierten Parteigenossen wurden systematisch Tausende von katholischen Priestern und Ordensleuten entwürdigt und als zölibatsgeschädigte, sexuell perverse Subjekte kriminalisiert. Ziel war es, den katholischen Klerus der öffentlichen Verachtung auszusetzen. Das Mittel dazu war "Sippenhaft". Nicht der (wirkliche oder fälschlich angeklagte) Täter namens XY war schuldig, sondern der ganze Priesterstand, dem er angehört oder gar das "System" katholische Kirche.

Theologische und geistesgeschichtliche Hintergründe

10. In Zeiten von Kirchen- und Kulturkämpfen besinnen sich die Christen auf den Heiligen Geist als "ihren Anwalt und Beistand" (Joh 14,26). Er hilft bei der Unterscheidung der Geister, ob sie aus Gott sind. Der Hass gegen die Kirche lässt aber auch den Unterschied von wahren und falschen Propheten in der Kirche offenbar werden. Denn der Geist Gottes wird die Jünger alles lehren und sie an alles erinnern, was Jesus ihnen gesagt hat: "Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. (...) Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht (...) Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht" (Lk 6,22-26).

11. Der dogmatistische Agnostizismus gegenüber der Erkenntnis der Selbstoffenbarung Gottes beruft sich stets (etwas selbst verräterisch) auf die "schwache", d.h. gegenüber der Transzendenz beschränkte Vernunft. Damit begründet man ein Menschenbild, das auf einen immanent-materialistischen Horizont eingegrenzt wird. Innerhalb dieses naturalistischen Fehlschlusses haben der freie Wille, die moralische Verantwortung und das persönliche Gewissen keinen Platz. Der Mensch sei nur ein Spielball seiner Leidenschaften und Triebe, die es irgendwie sozialverträglich zu kanalisieren gelte mit der Absicht größtmöglicher Schadensbegrenzung. Eine positive und optimistische Sicht auf Leiblichkeit und Geschlechtlichkeit des Menschen ist bei diesem zynischen Ansatz ausgeschlossen.

12. Vergessen wird dabei die Größe der menschlichen Vernunft, die Gottes ewige Macht und Gottheit schon aus den Werken seiner Schöpfung erkennen kann (vgl. Röm 1,20) und der die Grundforderung seiner menschenfreundlichen Gebote ins Gewissen eines jeden Menschen eingeschrieben hat (vgl. Röm 2,26). Eine vernunftorientierte Ethik ist möglich und universal. Bei aller Rede von der Schwachheit der Vernunft sollten wir optimistisch bleiben: „Denn der Geist hilft unserer Schwachheit auf“ (Röm 8,26), auch der schwachen Vernunft des Neo-Atheismus und dem Willen der Hedonisten. Auch für diese gilt: "Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen" (Joh 8,32).

Menschliche Sexualität in der ganzheitlichen Sicht christlicher Anthropologie

13. Eine Reduktion des Sexualtriebes auf einen materiell-mechanischen Ablauf widerspricht der ganzheitlichen Sicht des Menschen als einer personalen Einheit von Geist, Seele und Leib und seine Einordnung in die Gemeinschaft, für die er Verantwortung übernimmt. Jeder Mensch kann mit Hilfe des Geistes Gottes sich in seinem Gewissen selbst aus Freiheit zur personalen Liebe bestimmen.

14. Die katholische Sexualmoral ist von einem ganzheitlichen Menschenbild geprägt. Der Mensch wurde von Gott als Mann und Frau erschaffen. Darum ist die personale Liebe das wesensbestimmende Moment der Gemeinschaft des Leibes und des Lebens der Ehepartner. Die in der Schöpfungsordnung begründete Ehe eines Mannes mit einer Frau partizipiert als Ehe unter Christen an der sakramentalen Einheit von Christus und Kirche und stellt sie dar. Sie ist der Ursprung der Familie als Gemeinschaft von Vater und Mutter mit ihren Töchtern und Söhnen.

15. Ein Verzicht auf die Ehe und ein Leben in sexueller Enthaltsamkeit ist möglich und lebbar, wenn er auf freier Entscheidung beruht und wenn diese Lebensform der Ehelosigkeit wegen des Dienstes am Reich Gottes als eine charismatische Berufung angenommen wird. Jesus selbst gibt die Erklärung dafür: "Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist.... Wer es aber erfassen kann, der erfasse es" (Mt 19,11f.).

Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg

Näheres auf kath.net



Hedwig von Beverfoerde, 14.03.2010 23:25 | Kommentare (13)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (13)

Berichtiger, 20.03.2010 14:47
@Bernd
Haben Sie es nicht endlich verstanden, ich bin kein Katholik und insofern nicht der richtige Ansprechpartner. Aus der katholischen Kirche kann ich auch nicht austreten, da ich ihr gar nicht angehöre. Suchen Sie sich also einen diesbezüglich kompetenten Ansprechpartner.


Hinweiser, 20.03.2010 02:39
An: Beobachter zum Nachdenken...

Katholizismus: Weiter wie gehabt
Die katholische Kirche ist völlig lernunwillig

Von Karl Weiss

Nach all den Veröffentlichungen über die schreienden Skandale der Misshandlungen und Vergewaltigungen von Kindern durch Priester und Möche in (u.a.) katholischen Schulen und Internaten, darunter berühmte Jesuiten-Internate, die ein Vermögen kosten, sollte man meinen, die katholische Kirche ginge in sich und finge an, konsequent gegen solche Fälle vorzugehen. Man könnte meinen, die Geheimhaltungspraxis und die Praxis der Einschüchterung der Betroffenen und ihrer Helfer würden eingestellt. Man könnte meinen, man begänne nun, die Täter anzuzeigen. Weit gefehlt! Es geht auch in der Gegenwart genauso weiter wie vorher. Eine Helferin von Betroffenen im Erzbistum Regensburg sagt aus.
Sie wird von der „Süddeutschen“ Monika Preis genannt, sie ist 50 Jahre alt und hat bereits in einem Fall von Vergewaltigungen durch einen katholischen Priester den Betroffenen beigestanden und mitgeholfen, den Täter verurteilen zu lassen.

Sie hat der Haushälterin eines Priesters, der mit einem „Ziehsohn“ (auch im Schlafzimmer) zusammenlebte, geraten, sich an den Ombudsmann des Bistums Regensburg zu wenden. Als Antwort kam vom Justiziar des Bistums ein Schreiben, sie möge sich zu den „Missbrauchsvorwürfen“ äussern. Sie schrieb zurück, sie habe keinerlei Vorwürfe geäussert, sondern nur der Haushälterin geraten, zum Ombudsmann zu gehen. Kurz danach kam eine Abmahnung vom Anwalt des Priesters an sie, sie solle eine Unterlassungserklärung unterzeichnen. 1000 Euro Strafe und Anwaltskosten.
Der Priester und sein Anwalt konnte ihren Namen und Adresse nur vom Bistum erhalten haben. Auf Anfrage der Zeitung erklärt das Bistum, sie hätten keinerlei Informationen über diesen Fall.

Die Haushälterin wurde gezwungen, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Der Priester ist weiterhin in Amt und Würden Ob er wohl noch mit dem „Ziehsohn“ zusammen lebt?

Monika Preis sagt: „Mein Mut ist dahin“. Sie kennt nun einen neuen, aktuellen Fall von einem Pfarrer und einem Jungen. Dessen Familie lebt in einer kirchlichen Wohnung. Dadurch hat der Pfarrer zusätzliche Druckmittel, um eine Aussage gegen sich zu verhindern. Die Familie fürchtet, aus der Wohnung geworfen zu werden. Monika Preis wagt es nicht, sich ans Bistum zu wenden. Sie kann nicht noch einmal 1000 Euro plus Anwaltskosten bezahlen. Auch die Familie verharrt in Angst und Schrecken. Sie muss sehenden Auges zusehen, wie ihr Kind „sexuelle Dienste“ leisten muss und wahrscheinlich fürs Leben gezeichnet sein wird.

Die Frage der kirchlichen Wohnung hat in diesem Zusammenhang noch ein besonderes „Geschmäckle“, wie man in Schwaben zu sagen pflegt. Der Grund nämlich, warum die katholische Kirche seit dem Mittelalter alle Priester zum Zölibat (der erzwungenen Ehelosigkeit und damit einem unnatürlichen Leben) zwingt, ist nämlich die Frage der Vererbung. Ohne Erben hinterlassen Priester automatisch alles der Kirche. So wurde die katholische Kirche nicht nur stinkreich, sondern auch zum weltweit grössten Immobilienbesitzer.

In einem Text, der eine Woche vorher in der „Süddeutschen“ erschien, erklärt Hans Küng, ehemaliger katholischer Theologieprofessor, warum die Bistümer so handeln müssen: Die vatikanische Glaubenskongregation sandte über ihren Präfekten Kardinal Ratzinger (heutiger Papst) am 18. Mai 2001 ein feierliches Schreiben über die schweren Vergehen ("Epistula de delictis gravioribus") an alle Bischöfe der Welt, in welchem die Missbrauchsfälle unter die "päpstliche Geheimhaltung" ("secretum Pontificium") gestellt wurden, deren Verletzung unter Kirchenstrafe steht.

Alle Katholiken dürfen also solche Fälle nur innerhalb der Kirche melden und dürfen sich auf keinen Fall an ausserkirchliche Stellen wenden, sonst werden Kirchenstrafen gegen sie fällig. So kann die Kirche fast alle diese Fälle unter dem Teppich halten – jedenfalls bis sie verjährt sind.

So ist es cha...


Bernd, 20.03.2010 02:34
@ Berichtiger, 19.03.2010 15:42

Sie gehören offenbar zu den Menschen, die ausschließlich von sich überzeugt sind und deshalb nicht dasjenige wahrnehmen können, was andere (auch) zu sagen haben, sei es noch so wahr.

Was die (zu) zahlreichen Quellen von mir über Vatikanbeteiligungen (u.a. an Kriegswaffen - Sie verschweigen das in Ihrer Antwort - aber auch ständiges Segnen von Panzern und anderem mörderischen Kriegsgerät, (allein das sollte die wachen Menschen bewegen, dieser "Kirche" den Rücken zu kehren) - und/oder Kondomfabriken etc., da hätten Sie den Bericht genauer lesen sollen: Es gibt nur eine einzige Quelle und das ist der Spiegel, auf den sich die anderen beziehen, und der Bericht ist kurz. Wenn Sie dieser Kirchen-Skandal unangenehm berührt nach dem Motto - es darf nicht sein, was nicht sein darf ...., die Empfehlung: ganz einfach schweigen.

Über den (ständig wechselnden) Papst bzw. über den Vatikan haben sich sehr viele kompetente Kirchengeschichtsforscher sachkundig ausgelassen. Da gibt es so gut wie keine einzige positive Nachricht! Das literarische Lebenswerk z.B. von Karlheinz Deschner besteht ausschließlich aus der klar belegten, 10000fach bewiesenen Dokumentation von Skandalen, Morden einschl. mordenden Päpsten (Stellvertreter Gottes (!), Ablassbriefen gegen Geld, Rauben, Vertuschungen, Dokumentenfälschungen, Missbrauch des (wahren) Christentums, Unterdrückungen, Diebstahl, Vergewaltigungen, Auslöschungen zahlloser Kulturen, Versklavung ganzer Völker und nicht zählbarer weiterer unmenschlicher Abscheulichkeiten, die nun langsam sämtlich ans Licht der Sonne kommen und beweisen, dass diese Rom-Kirche mit dem Christentum nicht das mindeste gemein hat.
Der Vatikan war nachweislich sehr lange Zeit ein Bordell der Sonderklasse, wo sich der gesamte Klerus auf Kosten der zahlenden Bevölkerung verlustigte. Das von ihr gepredigte Christentum dient dieser Kirche ausschließlich dazu, und das nachweislich seit ihrem Bestehen, die "Dummgläubigen" zur Erweiterung und Erhaltung ihrer Macht zu missbrauchen. Das Internet und die Literatur sind voll davon. Geben Sie im Internet einmal bei Google die beiden Stichworte "Vatikan und Maffia" ein, Sie werden mehr als 100.000 Einträge erhalten, und zwar sehr aufschlussreiche.
Im übrigen: Warum lenken Sie vom Thema ab? Wenn Sie z.B. die Linken nicht mögen (über deren großen Reichtum geben Sie keine einzige Quellen an - also Spekulation oder Glauben) oder die couragierte, offene und ehrlich handelnde Frau Käsmann, die von aller Welt großen Respekt erhalten hat, dann eröffnen Sie doch einen neuen Blog.


Berichtiger, 19.03.2010 15:42
@Bernd
Danke für die Quellenangaben. Leider sind sie so zahlreich, eine gezielte kritische Auswahl von zwei oder drei aussagekräftigen Quellen wäre für mich zeitsparender gewesen.

Warum wollen Sie andere bekehren, aus der katholischen Kirche auszutreten, zumal dann, wenn man dieser gar nicht angehört? Ihr missionarischer Eifer ist für mich durchaus befremdend.

Ich beurteile den Papst an den aus streng naturwissenschaftlicher Sicht nachvollziehbaren Beurteilungen zu relevanten, das Überleben der Menschheit betreffenden Themen, und da liegt er besser als die Mehrzahl deutscher Politiker. Überdies interessieren mich wirtschaftliche Verstrickungen der katholischen Kirche nicht vorrangig und beeinflussen mein Gesamturteil deshalb auch nicht grundsätzlich. Linke Parteien, insbesondere die SED-Nachfolgerin, sind auch an allen möglichen Unternehmen beteiligt. Die Linke ist die mit Abstand reichste Partei, trotzdem glauben viele an deren soziale Ausrichtung, Frau Käßmann fuhr privat betrunken in einem Luxusauto, einem Dienstwagen usw. usw. Wo sind da die wesentlichen Unterschiede, selbst wenn die katholische Kirche indirekt an Kondomfabriken beteiligt war und offiziell Kondome nicht als Lösung gegen AIDS in Afrika ansieht, womit sie übrigens aus wissenschaftlicher Sicht durchaus richtig liegt, wie der führende AIDS-Wissenschaftler Green bestätigte.


Bernd, 19.03.2010 04:21
@ Berichtiger, 18.03.2010 14:59

Hier folgt (auf Wunsch) die wohl jüngste (von vielen) Nachrichten und die Quelle, dass der Va-tikan u.a. an Kondom- und Waffenfabriken beteiligt ist und es zugeben musste. Das hätten Sie - Berichtiger - mit gutem Willen auch leicht selber herausfinden können. Werden Sie jetzt ehr-licherweise aus der Kirche austreten??? Wenn nicht, muss man zweifeln an ...
-----------------------------------------------------

Quelle der 1. Meldung:

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/257/482710/text/

"Katholische Pax-Bank

Sündige Rendite 02.08.2009, 09:11

Bankenkrise der anderen Art: Die katholische Pax-Bank hat unter anderem in Kondome inves-tiert - dabei bewirbt sie ihre Geldanlagen als "ethisch einwandfrei".

Die katholische Pax-Bank, die für Ethik in der Geldanlage wirbt, hat die Anlage hoher Fonds-gelder in Rüstungs- und Tabakkonzerne sowie einen Verhütungsmittel-Hersteller eingeräumt. "Wir bedauern das und werden den Fehler sofort am Montag korrigieren, ohne dass den Kun-den ein Nachteil entsteht", sagte der Vorstandsvorsitzende Christoph Berndorff.

Er bestätigte Angaben des Magazins Der Spiegel, wonach die Bank in einem Fonds gemein-sam mit der kirchlichen Liga-Bank knapp 578.000 Euro beim Rüstungsriesen BAE Systems angelegt hatte. Der weltweit tätige Rüstungskonzern (London) produziert auch Atom-U-Boote, Raketensysteme und Kampfflugzeuge.

Umgerechnet knapp 159.000 Euro Euro hatte Pax zudem in Wertpapiere des US-Pharma-Produzenten Wyeth gesteckt, der auch in einem geringen Umsatzanteil Verhütungsmittel pro-duziert. Eine Papst-Enzyklika lehnt die künstliche Empfängnisverhütung ab.

Zusätzlich hält die Bank dem Bericht zufolge Aktien der Tabakkonzerne British American To-bacco und Imperial Tobacco für fast 871.000 Euro. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Pax-Bank ist der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Bern-dorff sagte, das operative Geschäft tätige die Union Investment für die Pax-Bank. "Aber auch unserer eigenen Kontrolle ist das durchgerutscht, das tut uns leid."

Pax-Kunden sind der Kölner Bank zufolge vor allem kirchliche oder kirchennahe Institutionen, Orden, Krankenhäuser, Hilfswerke, Unternehmen in katholischer Trägerschaft oder Theolo-giestudenten. "Die Pax-Bank als Bank für Kirche und Caritas stellt sich seit Gründung im Jahr 1917 den spezifischen Bedürfnissen und Wünschen ihrer kirchlichen Kunden", betont das Geldhaus. Ethik in der Geldanlage werde groß geschrieben. Die von katholischen Priestern gegründete Liga-Bank gilt als älteste Kirchenbank Deutschlands."

(dpa/hai)
-------------------------

Und was sagen die aufgeklärten Leser dazu?

04.08.2009 12:13:46 schwarzerkater:
Eigentlich ja ein Treppenwitz...
weniger dass die Bessermenschenbank versehentlich in Waffenindustrie und Verhütung in-vestiert hat - sondern vor allem dass sie überhaupt Geld hat zu investieren.
Sollte das Geld nicht vorrangig in Projekte fließen die vor allem einen Mehrwert für die Ärms-ten und Armen bringen - anstatt Prozente für irgendwelche Fonds?
---------------------------------------------------------------

eine 2. Quelle:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,639823,00.html

01.08.2009

Verhütungsinvestments
Pax-Bank bittet um Vergebung
Schluss mit Verhütungsmitteln, Atom-U-Booten und Tabakwaren: Die katholische Pax-Bank trennt sich von einigen ihrer Investments. Das Institut, das sich seiner ethisch einwandfreien Anlagen rühmt, entschuldigte sich und will "den Fehler sofort korrigie-ren".
Hamburg - Die Pax-Bank sagt sorry: "Wir bedauern das und werden den Fehler sofort am Montag korrigieren, ohne dass den Kunden ein Nachteil entsteht", sagte der Vorstandsvorsit-zende Christoph Berndorff der Nachrichtenagentur dpa am Samstag.
Das Kreditinstitut reagiert damit auf einen Bericht des SPIEGEL, der aufgedeckt hatte, dass die Pax-Bank in Köln im März umgerechnet 158.867 Euro in Wertpapiere des US-Pharmaproduzenten Wyeth angelegt hat. Dieser stellt unter anderem Pillen zur Empfängnis-verhütung her. D...


Bernd, 19.03.2010 03:01
@ Berichtiger:

Hier erst einmal ein Link. Wenn der nicht reicht, jeden Katholiken zum Austritt aus dieser reichsten Organisation zu bewegen, dann ist demjenigen nicht zu helfen, er hat selbst Schuld:

http://www.freie-christen.com/

und hier besonders der Beitrag:

Freie Christen für den Christus der Bergpredigt - Information Nr. 3

http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html

Auch hier gibt es Infos zum Thema:

http://www.theologe.de/2009-2.htm

Reicht es?


Berichtiger, 18.03.2010 14:59
@Bernd
Wenn Sie unbestimmt von "seit vielen Jahren mit Beweisen durch die Presse ging" oder "stand vor ca. 1 Woche in den Medien" müsste es Ihnen doch auch möglich sein, exakte Quellen anzugeben. So ist das alles nicht nachvollziehbar und da auch bei Google nichts zu finden war, für mich absolut unglaubwürdig. Diese Zeitung erhebt zwar nicht den Anspruch einer Wissenschaftszeitung mit einem Belegzwang, trotzdem sollten bei derart extremen Behauptungen Quellen genannt werden.


Bernd@t-online.de, 18.03.2010 02:36
@ Berichtiger, 17.03.2010 15:06


Dass der Vatikan an Waffengeschäften verdient und beteiligt ist, ist eine Tatsache, die seit vielen Jahren mit Beweisen durch die Presse ging, ohne dass der Vatikan das entkräften konnte. Dass er auch an Kondomherstellung durch Aktienbeteiligungen verdient (neben erneut an der Kriegsindustrie), stand vor ca. 1 Woche in den Medien - mit der Entschuldigung des Vatikans: Sorry, das war ein Versehen! Das hat also mit "Hass" gegen die katholische Kirche nichts zu tun, obwohl der bei vielen Menschen besonders in jüngster Zeit neu aufgekommen ist. Wer diese Institution noch verteidigt, hat überhaupt nichts verstanden. Der darf gerne weiter (an alles) glauben. Aber Empfehlung: Aufmerksam die Presse (Tageszeitung) verfolgen, da gibt es diese Meldungen.


Berichtiger, 17.03.2010 15:06
@Bernd
"dass der Vatikan, der schon nicht mehr weiß, wo er sein vieles Geld noch anlegen soll, sogar Aktien von Rüstungskonzernen und sogar von Kondomfabriken besitzt"
Habe dazu keine Belege gefunden, lediglich ein Gerücht aus dem Jahr 1968. Bei derart abstrusen Behauptungen ohne Quellenangabe ist das alles nicht glaubwürdig, was Sie schreiben, sondern zeugt lediglich von unbeschreiblichem Hass gegen die Kirche.


Bernd, 17.03.2010 01:10
Die katholische Kirche hat, mit dem Zeitenlaufe immer raffinierter, die Lehre Christi immer nur dazu verwendet, um als irdische - nicht christliche - Machtorganisation die Menschen zu beherrschen. Dazu zählten und zählen noch immer das Dummhalten des Volkes (keine Bildung fast 1800 Jahre lang), Bibel nur auf Latein, damit das Volk sie nicht versteht, Frauenunterdrückung (bis heute), Freiheitsunterdrückung (bis heute), Geld- und Machtgier ohne Ende (bis heute), Ausbeutung der Menschen sowohl seelisch, geistig als auch körperlich, wo immer es möglich ist. Mit einem enormen äußerlichen Pomp, den die getäuschten Gläubigen auch noch bezahlen, will man Eindruck schinden und täuschen und lügt dem Volke vor: Alles zur Ehre Gottes! Bekanntlich ritt Jesus auf einem Esel und war gekleidet mit einem einfachen Gewand, der Papst hat hunderte kostbarste Gewänder und wird in Luxuslimousinen gefahren, sogar hinter Panzerglas, weil er sich natürlich vielfach durchschaut weiß und seine Feinde fürchtet. Jesus heilte die Menschen, die Priester machen sie krank. Es passiert unendlich vieles andere mehr, das beweist, dass es diese Kirche nicht ehrlich meint, wie die Geschichte beweist. Hunderte von friedlichen unschuldigen Menschen, darunter frommste Christen, wurden durch Gebot dieser Kirche ermordet, entehrt, vergewaltigt, beraubt, versklavt. Was hat das mit der Lehre Christi zu tun???



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