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Geschlechterpolitische Staatsideologie auf samtenen Pfoten
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Gender Mainstreaming. Schon einmal gehört? Wenn Sie regelmäßig FreieWelt.net lesen, dürfte Ihnen der Begriff bekannt sein. Wenn Sie sich dagegen eher selten über das Internet informieren, ist die Wahrscheinlichkeit bereits deutlich höher, dass ihn dieser Anglizismus noch nie untergekommen ist. Dabei handelt es sich keineswegs um ein Randphänomen. Vielmehr ist das Konzept des Gender Mainstreaming in den Empfehlungen der Vereinten Nationen, den Richtlinien der Europäischen Union und den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland implementiert.

Das Bundesfamilienministerium betreibt gar eine eigene Seite mit der Domain "gender-mainstreaming.net". Und was bedeutet nun Gender Mainstreaming? Das wollte Hedwig Beverfoerde den Zuhörern im Rahmen ihres Vortrags "Gender Mainstreaming – Geschlechterpolitische Staatsideologie auf samtenen Pfoten" am 25. Februar im Bildungszentrum Wilmershain in Berlin erklären.

Beim Bundesfamilienministerium heißt es "Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt."

Abschaffung der Geschlechter

Das klingt nichtssagend, phrasenhaft. In Wirklichkeit sind die Auswirkungen des Konzepts jedoch sehr weitgegehend. Warum wird deutlich, wenn man sich das von der UN definierte Ziel des Gender Mainstreaming zu Gemüte führt: "Gender Equality" beziehungsweise "Gender Egilatarianism", also nicht etwas Gleichberechtigung (englisch: "equal rights under the law"), sondern Gleichheit der Geschlechter. Diese Gleichheit müsste zwangsläufig eine Abschaffung der Geschlechter sein, denn Geschlecht ist ja als ein Merkmal der Unterscheidung definiert. Oder wie Frau von Beverfoerde es formuliert: "Gender Mainstreaming will einen neuen Menschen schaffen, der sein Geschlecht und seine sexuelle Orientierung selbst wählen soll, das heißt, willkürlich entscheiden, ob er oder sie Mann oder Frau sein will, heterosexuell, schwul, lesbisch, bisexuell oder transsexuell."

Denn biologisch ist eine Abschaffung der Geschlechter eigentlich offensichtlich unmöglich. Daher muss eine Ideologie, die die Abschaffung der Geschlechter zum Ziel hat, voraussetzen, dass alle Geschlechtsunterschiede, die über anatomische Unterschiede hinausgehen, lediglich soziale Konstrukte sind, die sich unter entsprechenden Bedingungen beliebig verändern lassen. Diese Annahme geht unter anderem auf Simone de Beauvoir zurück, die 1949 in ihrem Buch "Das andere Geschlecht" die Auffassung vertrat "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es". Diese Auffassung wurde dann in den 1960er und 1970er Jahren immer populärer und nach und nach wurde der Begriff „Gender“ als das "soziale Geschlecht" in Opposition zum "biologischen Geschlecht", dem "Sex" etabliert. Zu dieser Zeit strebten die Anhänger der Hypothese vom rein sozialen Geschlecht noch eine wissenschaftliche Untermauerung derselben an. Einer der ersten, die dies versuchten war der in Neuseeland geborene US-amerikanische Psychologe und Sexualwissenschaftler John Money.  Money wurde durch einen Fall bekannt, der in die Wissenschaftsliteratur als John/Joan-Fall eingegangen ist.

Der Fall David Reimer

Im Jahr 1966 wurden die 1965 geborenen, eineiigen Zwillinge Bruce und Brian Reimer aufgrund einer Vorhautverengung, die bei beiden fest gestellt wurde, beschnitten. Die Beschneidung von Bruce missglückte – sein Penis wurde irreperabel beschädigt. Die Eltern von Bruce Reimer suchten daraufhin John Money auf. Money hatte sich zu diesem Zeitpunkt mit der These vom rein sozial erlernten Geschlecht, bereits einen gewissen Namen gemacht. Auf dessen Empfehlung hin wurden dem damals 22 Monate alten Bruce "die noch vorhandenen Hoden entfernt und aus der Haut seines Hodensacks rudimentäre Schamlippen geformt, darüber hinaus wurde das Kind mit weiblichen Hormonen behandelt. Bruce wurde ab diesem Zeitpunkt Brenda genannt."

Die Eltern Reimer erzogen Bruce/Brenda als Mädchen.  Money war von diesem Fall auch deshalb besonders begeistert, da Bruce eineiiger Zwillingsbruder ihm als Vergleich dienen sollte. So hoffte er, seine These, nach der allein die Erziehung in den frühen Lebensjahren für die Ausprägung einer sexuellen und geschlechtsspezifischen Identität eine Rolle spielt, klar belegen zu können.  John Money beschrieb Brenda als "normales glückliches Mädchen" und feierte das Experiment, das ihm weltweiten Ruhm bescherte, als großen Erfolg. So nutzte die Publizistin Alice Schwarzer den Fall 1975 in ihrem Buch "Der kleine Unterschied" als Beleg für ihre Thesen des Gleichheitsfeminismus und als Musterbeispiel für den "aufklärenden Auftrag der Forschung". Sie schrieb, dass "die Gebärfähigkeit auch der einzige Unterschied ist, der zwischen Mann und Frau bleibt. Alles andere ist künstlich aufgesetzt." und würdigte Moneys Experiment als "wenigen Ausnahmen, die nicht manipulieren, sondern dem aufklärenden Auftrag der Forschung gerecht werden".       

Doch den von Money postulierten und von Schwarzer enthusiastisch aufgegriffenen Erfolg des Experiments hatte es nie gegeben und selten hat sich ein Wissenschaftler manipulativer, ideologischer und betrügerischer verhalten als John Money. Bruce/Brenda war kein normales glückliches Mädchen. Von Anfang an rebellierte der umgewandelte Jungen gegen das Tragen von Frauenkleidern und gegen Mädchenspielzeug und wurde von Familien und Freunden, später auch von sich selbst, als zutiefst unglückliches Kind mit großen sozialen Problemen beschrieben

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Im Alter von dreizehn Jahren drohte Brenda mit Selbstmord, falls er/sie noch einmal zu einer therapeutischen Sitzung bei John Money gezwungen werden sollte, die er/sie als traumatisch empfand. Draufhin erzählten die Eltern Reimer ihrem Kind von der verunglückten Beschneidung und den Konsequenzen. Brenda beschloss sofort, von nun als Mann zu leben, nannte sich David und unterzog sich Operationen und Hormonbehandlungen, die ihn auch äußerlich zum Mann machten. Als Erwachsener heiratete er und wurde Stiefvater der Kinder, die seine Frau mit in die Ehe brachte. Obwohl John Money um den Fehlschlag seines Menschenversuchs wusste, propagierte er ihn weiter als großartigen Erfolg. Erst als David Reimer sich 1997 entschloss, mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, hörte Money damit auf.  

David Reimer litt sein ganzes Leben unter seiner dramatischen Kindheit. 2004 erschoss er sich im Alter von 38 Jahren mit einer abgesägten Schrotflinte. Selbst nach David Reimers Suizid lehnten John Money und viele seiner früheren Anhänger, unter ihnen auch Alice Schwarzer, eine Korrektur ihrer früheren Bewertungen ab.  
John Money starb 2006. Im Rahmen seines Konzepts der "Geschlechtsneuzuweisung" hat er einer unbekannten Anzahl weiterer Kinder mit fehlgebildeten Geschlechtsorganen ein Geschlecht "zugewiesen". Zu diesem Zweck hatte er in seiner Funktion als Leiter der Psychologie am Johns-Hopkins-Krankenhaus in Baltimore eine spezialisierte Klinik errichtet, die von seinem Nachfolger 1979 geschlossen wurden. Einige der ehemaligen Patienten versuchten später in Selbsthilfegruppen ihre Erlebnisse zu überwinden.  

Gender Mainstreaming ist unwissenschaftlich

Nicht nur in diesem Fall erwiesen sich das Gender Mainstreaming beziehungsweise seine Vorläufertheorien als wissenschaftlich unhaltbar. Eine nach heutigen wissenschaftlichen Standards durchgeführte Studie aus dem Jahr 2000 – erstellt ausgerechnet an jenem Johns-Hopkins-Krankenhaus, zu dessen Personal einst auch John Money gehörte - konnte nachweisen, dass sich bei Kindern mit der männlichen Chromosomenkombination XY auch dann eindeutig eine männliche Geschlechtsidentität entwickelte, wenn diese aufgrund eines Geburtsfehlers ohne Penis geboren wurden und ihnen anschließend das weibliche Geschlecht "zugewiesen" wurde. Ärzte hatten bei de betroffenen Kindern Vaginas geformt und sie mit Hormonen behandelt. Die Erkenntnisse der Genetik haben besonders in den vergangenen Jahren ebenfalls gezeigt: Sehr viele Aspekte unseres Verhaltens sind angeboren, nicht anerzogen, Theorien die von einer zu Hundert Prozent sozialen Prägung ausgehen, sind disqualifiziert.  
Studien aus dem Bereich der Sozialwissenschaften, in denen die Möglichkeiten der Manipulation sehr groß sind, die diese Erkenntnisse einfach ignorieren, um Gender Mainstreaming befürworten zu können, sind daher als Pseudowissenschaft anzusehen.

Gender Mainstreaming an Universitäten

Aber aller Wissenschaft zum Trotz ist Gender Mainstreaming nicht verschwunden. An zahlreichen deutschen Hochschulen existiert das Fach "Gender Studies", dessen Belegung laut den Studienordnungen von immer mehr Studiengängen für immer mehr Studenten verpflichtend ist. In Bielefeld kann man sogar einen Abschluss in dieser Disziplin machen. Zudem gibt es an einigen Universitäten eigens Zentren für Geschlechterforschung (Hierzu wird auch das seit 2004 an der Charité in Berlin existierende "Zentrum für medizinische Geschlechterforschung" gezählt, das sich durchaus sinnvollen Forschungsprojekten widmet, in denen erforscht wird, warum bei Männern und Frauen zahlreiche Krankheiten unterschiedlich häufig auftreten, anders verlaufen oder signifikant verschiedene Symptome zeigen. Es stellt damit aber eine absolute Ausnahme da).

Judith Butler

Die Studenten, die damit immer öfter an den Gender Studies nicht vorbei kommen, kommen auch an Judith Butler nicht vorbei. Butler, die als Professorin für Rhetorik und Vergleichende Literaturwissenschaften an der University of California und der European Graduate School lehrt, gilt als einer der aktuell einflussreichsten feministischen Theoretikerinnen. Butler strebt die Abschaffung der Geschlechter auf einer noch radikaleren Ebene an als ihre Vorgängerinnen: Ihrer Ansicht ist nicht nur das soziale, sondern auch das biologische Geschlecht eine Konstruktion. Vor allem durch die Beschäftigung mit Butlers Aussagen wird deutlich, was "Gender" letzten Endes behauptet und was Volker Zastrow bereits 2006 in der FAZ erkannte: "...dass es biologisches Geschlecht nicht gebe. Die Einteilung der Neugeborenen in Jungen und Mädchen sei Willkür, ebensowohl könnte man sie auch nach ganz anderen Gesichtspunkten unterscheiden, etwa in Große und Kleine. Daher liege bereits in der Annahme der Existenz von Geschlecht eine letztlich gewalthafte Zuweisung von Identität: die "heterosexuelle Matrix"."
 
Zwingende Konsequenz aus den Theorien von Butler ist daher, dass die Zweigeschlechtlichkeit dekonstruiert, also überwunden und abgeschafft werden müsse.

Die Weltfrauenkonferenz von 1995

Wie aber konnte eine derart abwegige Theorie, die wie oben gezeigt, in den Bereich der Pseudowissenschaft fällt, zu einem wesentlichen Aspekt der Politik nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern im Einflussbereich der Vereinten Nationen werden? Der wohl wichtigste Grundstein wurde 1995 auf der Weltfrauenkonferenz in Beijing gelegt. Auf dieser Konferenz wurde die UN-Resolution "Mainstreaming a gender perspective“ beschlossen. Zu den Folgen der Konferenz gehörte auch zu diesem Zeitpunkt schon die Ersetzung des Wortes "sex" in amtlichen Dokumenten, das für Zweigeschlechtlichkeit steht, mit dem Wort "gender".  

Die US-amerikanische Journalistin Dale O Leary, die an der Konferenz teilnahm, berichtet in ihrem Buch "The Gender Agenda", dass sie Zeugin der folgenden Forderungen wurde, die es allerdings nicht alle in das Abschlussdokument schafften:

"1. In der Welt braucht es weniger Menschen und mehr sexuelle Vergnügungen. Es braucht die Abschaffung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowie die Abschaffung der Vollzeit-Mütter.

2. Da mehr sexuelle Vergnügungen zu mehr Kindern führen kann, braucht es freien Zugang zu Verhütung und Abtreibung für alle und Förderung homosexuellen Verhaltens, da es dabei nicht  zur Empfängnis kommt.

3. In der Welt  braucht es einen Sexualkundeunterricht für Kinder und Jugendliche, der zu sexuellem Experimentieren ermutigt, es braucht die Abschaffung der Rechte der Eltern über ihre Kinder.

4. Die Welt braucht eine 50/50 Männer/Frauen Quotenregelung für alle Arbeits- und Lebensbereich. Alle Frauen müssen zu möglichst allen Zeiten einer Erwerbsarbeit nachgehen.

5. Religionen, die diese Agenda nicht mitmachen, müssen der Lächerlichkeit preisgegeben werden."


Das mit Abstand wichtigste Ziel aber war die „Gender-Perspektive“ im Denken und in der Politik als Hauptstrom (Mainstream) zu verankern.


Gender Mainstreaming ist undemokratisch

Dabei hat Gender Mainstreaming nicht nur keine wissenschaftliche, es hat auch keine demokratische Legitimation. Auf europäischer Ebene wurde der Gender Mainstreaming-Ansatz erstmals 1999 durch das Inkrafttreten des "Vertrags von Amsterdam" in rechtlich verbindlicher Form festgeschrieben. Durch den Vertrag wurde Gender Mainstreaming  "….hochrangiges politisches Ziel der Europäischen Union und integraler  Bestandteil europäischer Politik…."

Das Bundeskabinett erkannte dann mit Beschluss vom 23.6.1999 die Gleichstellung (im Gegensatz zu der ohnehin seit Beginn der Bundesrepublik im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichberechtigung) von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip der Bundesregierung an und bestimmte, diese Aufgabe mittels der Strategie des Gender Mainstreaming zu fördern.  

Diese Politik wurden von den wechselnden Bundesregierungen seit 1999 fortgesetzt, doch weder das Volk noch das Parlament hatten jemals Gelegenheit, über Gender Mainstreaming abzustimmen

Gender Mainstreaming ist teuer

Dabei würden wohl viele Steuerzahler gerne darüber mitentscheiden, ob ihre Geld zur Finanzierung der unzähligen Genderinstitute, Genderbeaufragten und Genderstudien beitragen soll. Der Versuch, Gender Mainstreaming auf allen Verwaltungsebenen, in der gesamten Arbeitswelt und im Bildungsbereich von der Kita bis zur Uni als festen Bestandteil des Ganzen zu etablieren ist teuer. Allein 27.000 Euro kostete beispielsweise eine Studie zum Thema "Geschlechtergerechtigkeit im Nationalpark Eifel", die mit der Empfehlung endete, die Bilder von der Hirschbrunft aus den Werbeprospekten zu entfernen. Dies befördere stereotype Geschlechterrollen. Die Kosten für eine 2004 von der damaligen NRW-Umweltminsterin Bärbel Höhn in Auftrag gegebene Arbeit, die die "Gleichberechtigung im Wald" begutachten sollte, bewegten sich gar im sechsstelligen Bereich. Von Steuergeldern wurde natürlich auch der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verschickte "Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung", der sich an Eltern von Ein-bis Sechsjährigen richtete. Die Broschüre enthielt Tipps zum Umgang mit den Geschlechtsorganen kleiner Kinder, die vor Gerichten den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger erfüllen und musste daher 2007 nach massiven Protesten zurückgezogen werden.  

Der aussichtsreichste Weg, der weiteren Ausbreitung der Gender-Ideologie Einhalt zu gebieten, dürfte daher sein, entsprechenden Projekten den Geldhahn zuzudrehen.  Hedwig von Beverfoerde schlägt außerdem vor, massive Aufklärungsarbeit zu betreiben, da sich viele Bürger nach wie vor noch nicht einmal über die Existenz des Konzepts bewusst sind, in diesem Rahmen stark auf gewählte Politiker einzuwirken und gegebenenfalls die eigenen Kinder vom Sexualkundeunterricht zu beurlauben, sollte dort statt biologischer Erkenntnisse Gender Mainstreaming gelehrt werden.   

(Bild: Mutxamel/wikimedia)

Weiterführende Informationen bei www.gender-kritik.com

 



Fabian Heinzel, 05.03.2010 04:33 | Kommentare (26)

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Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (26)

Dirk, 15.05.2010 08:58
>>An zahlreichen deutschen Hochschulen existiert das Fach "Gender Studies", dessen Belegung laut den Studienordnungen von immer mehr Studiengängen für immer mehr Studenten verpflichtend ist.

Ja, so etwas kenne ich schon. In der DDR war das "Fach" Marxismus-Leninismus auch für alle Studenten verpflichtend. Diese und weitere Parallelen (beispielsweise Parteisekretäre in allen Einrichtungen und Firmen -> jetzt Gleichstellungsbeauftragte oder auch Gesinnungsschnüffelei und die feministische Losung "Das Private ist das Öffentliche) sind unverkennbar. GM ist auch vom Ansatz seiner Gleichmacherei her eine kommunistische Ideologie - nur radikaler und tiefer in zwischenmenschlichen / familiären Beziehungen eingreifend.


Friedemann, 10.03.2010 11:58
@Christian Hoffmann
"Der Einfluss der Hormone auf Verhaltensmuster wird nicht negiert. Allerdings kann die Hormonproduktion auch durch äußere Einflüsse verändert werden"

Es ist gut, dass Sie wenigstens diese Einflüsse in Ihre Gedanken einbeziehen. Hormonelle Einflüsse sind aber stark geschlechtsspezifisch determiniert und das ist zur Erhaltung der Art extrem wichtig, beispielhaft seien hier das Wechselspiel von Oxytocin und Vasopressin, aber auch die geschlechtsspezifischen Hormone genannt. Unter anderem bewirkt Testosteron sowie andere geschlechtsspezifische Gegebenheiten bereits beim männlichen Fetus eine andere Hirnprägung, wie Simon Baron-Cohen (University of Cambridge, Chef des Autismus-Forschungszentrums) in einem genialen Experiment an 1 Tag alten Säuglingen nachwies. Aber auch die an den Kettenenden deletierten Formen des Oxytocins, die Krankheitswert haben können, spielen eine wichtige Rolle. Diese hier noch relativ einfachen molekularbiologischen Zusammenhänge sind selbstverständlich dem Durchschnittsmediziner unbekannt, können aber zum Verständnis der Pathogenese psychiatrischer Erkrankungen beitragen. Und natürlich wird durch erhöhten Stress bei Frauen einiges im Hormonspiegel zuungunsten von Mutterschaft durcheinander gebracht und führt zu immer weniger Reproduktion, wie es bei Akademikerinnen besonders ausgeprägt ist. Die Zusammenhänge sind so simpel, dass mich Ihre Aussage "Warum das Infragestellen eines solchen erlernten Rollenverhaltens aber die Fortpflanzung der menschlichen Art in Frage stellen sollte, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben" schon ein wenig wundert, zumal die Geburten pro Frau zumindest in Deutschland trotz horrender sinnlos ausgegebener Finanzmittel in Kinderkrippen nicht ansteigen. Im Übrigen ist das Rollenverhalten weniger erlernt als hormonell und genetisch vorprogrammiert, und das ziemlich übereinstimmend bei allen Säugetieren, Ausnahmen sind Hyänen mit einem extrem hohen Testosteronspiegel bei den Weibchen, einem Pseudopenis mit dadurch bedingtem extrem langen Geburtskanal, wodurch die Mehrzahl der Geburten Totgeburten sind. Diesbezüglich ist ein weiblicher Homo Sapiens einer Schimpansin ähnlicher als einem männlichen Homo Sapiens. Diese hormonelle Programmierung kann natürlich durch Umwelteinflüsse, angefangen von der Ernährung, z.B. über bioaktive Peptide aus unterschiedlichen Eiweißstrukturen – hier spielen genetische Unterschiede z.B. durch Genmanipulationen eine Rolle, von Stress (Stresshormone), von Umweltgiften usw. gestört werden. Und hier ist es wie auch bei den meisten genetischen Mutationen: die übergroße Mehrzahl derartiger Störungen wirkt sich negativ aus. Das ist alles derart komplex, dass es auf Basis soziologischer Instrumentarien wohl kaum entschlüsselt werden kann, hier sollte man sich besser an exakte Erkenntnisse aus der Life Science Wissenschaft halten. Selbst die wesentlich einfacheren Mechanismen auf Zellebene, ich hatte die Apoptose genannt, die durchaus einige formale Analogien zu den unendlich komplexeren gesellschaftlichen Prozessen wie auch gesellschaftlichen Absterbeprozessen haben, werden nur sehr unvollständig verstanden, aber sofern Sie derartige Zusammenhänge verstehen können, würde ich Ihnen zu einer Beschäftigung mit diesen Phänomenen raten.

Problematisch sind alle willkürlichen, der Natur zuwider laufenden Maßnahmen, z.B. der neueste Vorstoß von W. Steinmeier, der 40% Frauen als Quote für Aufsichtsräte und Führungspersonal vorschreiben will, eine typische Gender - Maßnahme. Berücksichtigt man, dass bei Personen mit IQ größer 130 nur jeder dritte ein Frau ist, bei IQ größer 140 aber nur jeder fünfte, würde damit also ein IQ von kleiner 130 bei unserer Führungselite festgeschrieben werden, sicher keine gute Aussicht für Deutschlands Zukunft. So einfach wie in diesem Fall lassen sich die Auswirkungen von Gender – Maßnahmen leider in den seltensten Fällen vorhersehen.


Christian Hoffmann, 08.03.2010 20:51
@Friedemann - Nachtrag:
"Zu viel Testosteron, befördert z.B. durch Stress im Beruf während der Schwangerschaft, trägt auch zur Entstehung derartiger Krankheiten, aber ebenso zur vermehrten Entstehung von Homosexualität oder der vielen anderen Gender-Geschlechter bei, die von der Gender-Ideologie postuliert werden."

Der Einfluss der Hormone auf Verhaltensmuster wird nicht negiert. Allerdings kann die Hormonproduktion auch durch äussere Einflüsse verändert werden - wie gesagt, der Unterschied von "Nature" und "Nurture" ist nicht so eindeutig.

"Bewahren wir uns deshalb die besonders bei Frauen zu findenden Empathie-Hirne und versuchen nicht, diese überlebenswichtige Eigenschaft übrigens aller Säugetiere, bei unseren nächsten Verwandten, den Affen, besonders ausgeprägt, durch sog. soziale Einflüsse zu minimieren, das Ergebnis könnte irreparabel sein."

Ihre Position ist also "Ja, Geschlechterrollen sind sozial determiniert, aber das ist auch gut so"? Nun, damit wird zumindest die Gender Forschung nicht in Frage gestellt ;-)


Christian Hoffmann, 08.03.2010 20:47
@A. Schneidereith:
"David hat sich nicht an der männlichen "Gender-Rolle" orientiert."

Wie kommen Sie nur darauf? David hat in einem ganz normalen sozialen Umfeld gelebt, er hatte Eltern, Freunde, Bekannte. Er wurde also sozialisiert und natürlich hat er sich dabei - wie jeder von uns - an den etablierten Rollenschemata orientiert. Er wusste, dass es einen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt, er wusste worin diese sich unterscheiden, wie sich sich verhalten. Und er wusste basierend auf dieser Erfahrung, dass seine Rollensozialisierung nicht seiner Geschlechteridentität entsprach.

"GENAU hier liegt die Ideolgie der Gender-Aktivisten, die Leugnung der Fakten, der Bilogie, der Realität."

Worin besteht hier eine Leugnung? Weder die Fakten noch die Biologie werden geleugnet. Und die Gender Forschung ist auch keine Ideologie - eher ihre fanatische Negierung und Bekämpfung, die ja nicht selten primär religiös mitiviert ist.

"Brenda hat sich verhalten, wie sich ein Mann verhält- auch ohne gesellschftlichen Zwang usw."

Sozialisierung ist kein Zwang. Er hat sich wie ein Mann verhalten, weil er sich als ein Mann empfunden hat und als einer anerkannt werden wollte.

"Jungs interessieren sich von NATUR aus (ohne Zwang, ohne Gesellschaf) von sich aus eher für Technik und Kraftspiele als Mädchen."

Wie kommen Sie darauf? Welche Studien belegen das?

"Ich denke, das Problem der Gender-Aktivisten besteht darin, dass sie mit ALLER Gewalt versuchen, das abzuschaffen, was sie für das Übel aller Welt halten: Sie WOLLEN einfach nicht wahrhaben, daß grundsätlich die Frauen für die Familie zuständig sind (für das Nest, für die Kinder, für deren Erziehung, für den liebevollen Zusamenhalt) und der Mann typischerweise der Ernährer, Beschützer und Kopf der Familie ist."

Ich habe den Eindruck, dass die Anti-Gender-Aktivisten ihr eigenes (von Ihnen treffend beschriebenes) Weltbild hinterfragt und damit bedroht sehen. Darum sind sie nicht gewillt, sich mit der Faktenlage, den Erkenntnissen der Gender Forschung auseinander zu setzen.

Die Infragestellung von herkömmlichen Sozialsierungsprozessen ist ein Fortschritt in der menschlichen und gesellschaftlichen Selbsterkenntnis. Sie emanzipiert den Menschen und gibt ihm grössere Freiheiten und Gestaltungsspielräume bei der Persönlichkeitsentwicklung. Es ist mir ein Rätsel, was daran so bedrohlich sein soll.

Der Versuch, alles auf die "Natur" zu schieben, ist pure Diskussionsverweigerung. "Die Natur" erklärt nur sehr wenigs am menschlichen Verhalten. Der Mensch ist ein soziales Wesen, der Einfluss der Gesellschaft auf seine Persönlichkeitsentwicklung und Verhaltensweisen können kaum überschätzt werden. DIESE Realität sollte nicht verdrängt werden.


Christian Hoffmann, 08.03.2010 20:36
@Friedemann:
Erstens ist es weder Gegenstand der Gender Forschung noch Ziel des Gender Mainstreaming Geschlechterrollen "umzudrehen". Das ist einfach Unsinn. Niemand bestreitet auch physiologische Geschlechterdifferenzen. Diese sind jedoch nicht identisch mit einem geschlechterspezifischen Rollenverhalten. Warum das Infragestellen eines solchen erlernten Rollenverhaltens aber die Fortpflanzung der menschlichen Art in Frage stellen sollte, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben.


Friedemann, 07.03.2010 13:10
@Constanze Kikels
"Immer, wenn der Mensch versucht, Gott zu spielen, hilft die Natur, dem Irrsinn ein Ende zu setzen - Gott sei Dank!"
Freuen wir uns nicht zu früh und danken Gott, bevor wir unsere Hausaufgaben gemacht haben, vielleicht steht uns auch ein Sodom und Gomorra bevor, zumindest wenn es nicht gelingt, diesen sich wie ein Krebsgeschwür ausbreitenden Gender-Irrsinn zu stoppen. Im Gegensatz zu radikalen sozialistischen Ideologien der Vergangenheit, gleich ob links- oder rechtsextrem ausgerichtet, kommt diese Ideologie, wie der Titel dieser Diskussion andeutet, auf Samtpfoten daher und wird von der Allgemeinheit erst bemerkt, wenn es zu spät ist. Gemeinsam hat er allerdings mit diesen Ideologien, dass pseudowissenschaftliche Konstrukte zur Rechtfertigung und als scheinbare Beweise dienen.

@Hoffmann
„Wie in meiner Antwort an Frau Scheidereith geschrieben, haben soziale Einflüsse durchaus auch Wirkungen auf die Physis.“
Leider haben Sie hier ein wenig Recht, wenn auch in einem sehr negativen Sinn. Ein totalitäres System prägt durchaus auch die darin lebenden Menschen, nicht nur in ihrer „Physis“ sondern besonders auch in ihrer Psyche, ihrem Intellekt und ihrer Überlebensfähigkeit.

Obwohl ich meine eigene Hirnstruktur eher als „System-Hirn“ bezeichnen würde, ist mir Empathie durchaus nicht fremd. Das hängt sicher auch, natürlich nicht ausschließlich, mit dem vorliegenden Testosteronspiegel zusammen. Auf derartige Zusammenhänge hat Simon Baron-Cohen hingewiesen, der seine eigene Hirnstruktur eher als Empathie-Hirn sieht, daher der eher eine Frauendomäne darstellende von ihm gewählte Beruf. Interessanterweise beschäftigt sich Baron-Cohen als Chef des Zentrums für Autismusforschung an der Universität Cambridge mit diesem Phänomen auch hinsichtlich der Entstehung von tief greifenden Entwicklungsstörungen. Er sieht Autismus als die extreme Form des männlichen Hirns an, und obwohl das natürlich wieder nur ein Aspekt dieser Krankheit ist, hat er doch für diese Diskussion eine besondere Bedeutung. Zu viel Testosteron, befördert z.B. durch Stress im Beruf während der Schwangerschaft, trägt auch zur Entstehung derartiger Krankheiten, aber ebenso zur vermehrten Entstehung von Homosexualität oder der vielen anderen Gender-Geschlechter bei, die von der Gender-Ideologie postuliert werden. Bewahren wir uns deshalb die besonders bei Frauen zu findenden Empathie-Hirne und versuchen nicht, diese überlebenswichtige Eigenschaft übrigens aller Säugetiere, bei unseren nächsten Verwandten, den Affen, besonders ausgeprägt, durch sog. soziale Einflüsse zu minimieren, das Ergebnis könnte irreparabel sein. Aus der eher gnädigen Apoptose könnte, wenn zu viel Aggressivität im Spiel ist, und die wird wieder durch Testosteron gefördert, leicht eine Nekrose werden. Und bedenken wir, dass diese auf Zellebene schon nur sehr unvollständig verstandenen Prozesse auf gesellschaftlicher Ebene erst recht nicht wirklich erkennbar sind, aller sog. Gender-Forschung zum Trotz.


Amelie E. Schneidereith, 07.03.2010 12:52
@ Hoffmann:

"David hat also darunter gelitten, dass man versuchte, ihm ein soziales Geschlecht anzuerziehen, das nicht seinem Selbstbild entsprach. Diese Gender-Rolle hat er abgelehnt und sich stattdessen an der männlichen Gender-Rolle orientiert."

David hat sich nicht an der männlichen "Gender-Rolle" orientiert. GENAU hier liegt die Ideolgie der Gender-Aktivisten, die Leugnung der Fakten, der Bilogie, der Realität. Brenda hat sich verhalten, wie sich ein Mann verhält- auch ohne gesellschftlichen Zwang usw. Jungs interessieren sich von NATUR aus (ohne Zwang, ohne Gesellschaf) von sich aus eher für Technik und Kraftspiele als Mädchen. Ich denke, das Problem der Gender-Aktivisten besteht darin, dass sie mit ALLER Gewalt versuchen, das abzuschaffen, was sie für das Übel aller Welt halten: Sie WOLLEN einfach nicht wahrhaben, daß grundsätlich die Frauen für die Familie zuständig sind (für das Nest, für die Kinder, für deren Erziehung, für den liebevollen Zusamenhalt) und der Mann typischerweise der Ernährer, Beschützer und Kopf der Familie ist. Und das diese Rollen in den Menschen selber angelegt sind, in ihrer Natur. Und das es eben KEIN gesellschaftlicher Zwang und eine gezielte Unterdrückungskampagne der Männer gegen die Frauen ist. (Jede Ausnahme ist möglich und i.O. und gut und richtig und anerkannt- aber es ist nicht die grundsätzliche Natur).


Constanze Kikels, 07.03.2010 09:29
Immer, wenn der Mensch versucht, Gott zu spielen, hilft die Natur, dem Irrsinn ein Ende zu setzen - Gott sei Dank!
Genau dann ist der Beginn des Zerfalls der alten verkrusteten Stukturen eingeläutet und wir Menschen erhalten die Chance, von vorn zu beginnen, immer dann, wenn sich die Dekadenz zum Erbrechen groß aufgebläht hat.
Ich bin gern eine Frau und kann mir die Rolle als Mann nicht vorstellen.


Friedemann, 06.03.2010 21:50
@Christian Hoffmann
Wie eindeutig genetisch und hormonell bedingt festgelegt geschlechterspezifisches Verhalten vorliegt, zeigen die Versuche von Prof. Simon Baron-Cohen (University Cambridge) an einen Tag alten Säuglingen. Ich denke wohl, dass kein ernsthaft diskutierender Mensch hier irgendwelche gesellschaftlich bedingten Einflüsse hineininterpretieren kann. Ein gesellschaftliches Rollenverhalten kann sich bestenfalls nach dem dritten Lebensjahr geltend machen, niemals aber am Tage nach der Geburt. Oder glauben Sie etwa, dass die böse Mutter schon während der Schwangerschaft dem Ungeborenen, von dem sie ja erst in neuester Zeit überhaupt das Geschlecht kennen kann, irgendein Rollenverhalten vorgibt. Natürlich bestreitet auch Baron-Cohen nicht, dass es Erziehungseffekte gibt, dass es einen kleinen Anteil an Männern mit einem Empathie-Geprägten Gehirn oder Frauen mit einem System-Geprägten Hirn gibt und dass die Gesellschaft hier einen Beitrag liefert. Nur fragt er, welchen Sinn eine derartige Umerziehung haben sollte. Bleibt man bei der Naturwissenschaft einschließlich der Medizinwissenschaft - Baron-Cohen ist ein international renommierter Psychologe, aber in seiner Herangehensweise durchaus streng wissenschaftlich orientiert - so ist eine Umkehrung der Geschlechteridentität oder auch nur eine Infragestellung schlechthin mit dem Aussterben einer Spezies verbunden. Auf der Basis der Zellbiologie nennt man derartige Vorgänge Apoptose. Eine derartige gesellschaftliche Apoptose als Analogon könnte den Genderideologen auch unterstellt werden, vielleicht im Sinne einer Maßnahme gegen Übervölkerung in Entwicklungsländern einmal angedacht. Aber gerade die wollen sich derartigen Programmen offensichtlich nicht anschließen, weil sie noch ausreichend Lebenspower haben. Was sollen aber derartige Programme in eher absterbenden Regionen, wie sie bei uns vorliegen? Ich kann wirklich nichts Wissenschaftliches in Ihren Ansätzen erkennen, es handelt sich um eine reine Ideologie. Allerdings sollten auch hin und wieder anzutreffende Ansätze weiterentwickelt werden, die auf medizinische Aspekte ausgelegt sind, und hier gibt es durchaus Nachholbedarf. Alle Gelder, die in die Gender-Ideologie gesteckt werden, sollten für solche sinnvolle Forschung ausgegeben werden.


Fabian Heinzel, 06.03.2010 17:23
Einige Anmerkungen:

Zu Korrelation und Kausalität: Dies richtig einzuordnen ist tatsächlich eine der großen Herausforderungen des Wissenschaftlers. Dass der Einfluss von Hormonen auf menschliches Verhalten kausal ist, ist jedoch so klar belegt, wie es selten überhaupt möglich ist, denn: Künstliche Hormongaben sind möglich. Dass diese zu Verhaltensänderungen führen, ist umfassend dokumentiert, insbesondere Angehörige der Body-Building-Szene haben mit Hormonen in einem Maße experimentiert, dass in Forschungseinrichtungen aufgrund ethischer Bedenken (hoffentlich) nicht möglich gewesen wäre. Im Tierversuch ist es Fernando Nottebohm schon vor Jahrzehnten gelungen, weibliche Kanarienvögel durch Testosterongaben zum Singen zu bringen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14339083.html


zur Wissenschaftlichkeit der Sozialwissenschaften: Menschliche Gesellschaften sind extrem komplex, was sie zu einem sehr schwierigen Forschungsgegenstand macht. Um brauchbare Ergebnisse zu erhalten, müssen die wissenschaftlichen Kriterien hier besonders streng sein. Die Untersuchungen müssen auch hier nachvollzieh- und reproduzierbar sein. Als „valide“, also gültig ist eine Studie dann anzusehen, wenn die Tests gemessen haben, was sie zu messen vorgeben und wenn die Ergebnisse wenig oder keine anderen Erklärungen zulassen, als die von den Forschern vorgetragenen. Wie wichtig die ist, wird z.B. deutlich, wenn man Studien liest wie „Mit zweierlei Maß – Studium zahlt sich für Frauen weniger aus“ von Kathrin Leuze und Susanne Strauß (http://bibliothek.wzb.eu/wzbrief-arbeit/WZBriefArbeit022009_leuze_strauss.pdf)

Die Autoren stellen hier fest „Akademikerinnen verdienen fünf Jahre nach dem Abschluss durchschnittlich 20 Prozent weniger als Akademiker des gleichen Jahrgangs.“
und schließen daraus, dass Frauen diskriminiert werden und sich das Studium für sie weniger auszahlt. Wer sich jedoch die Studie durchliest, stellt schnell fest, dass die Autorinnen das gar nicht gemessen haben. Sie haben nämlich alle Akademiker als gleich qualifiziert angesehen, also die Kunsthistorikerin und den Neurochirurgen und hier Gehaltsunterschiede festgestellt. Was sie schlussgefolgert haben, hätten sie nur seriös schlussfolgern können, wenn sie z.B. Maschinenbauingenieur und Maschinenbauingenieurin, die im gleichen Betrieb in gleicher Position arbeiten verglichen und hierbei einen Gehaltsunterschied festgestellt hätten. Natürlich ist eine einzige schlechte Studie nicht geeignet, um die Sozialwissenschaften als solche zu diskredetieren – sowas kommt an den besten Instituten vor. Dennoch zeigt dieses Beispiel exemplarisch, wie leicht Ergebnismanipulationen sein können.

Bei den Gender Studies standen jedoch zuerst politische Ziele und Vorgaben im Raum. Dort, wo Ergebnisse politisch vorgegeben werden, ist offensichtlich keine Wissenschaft im eigentlichen Sinn möglich.

Zum Rollenverhalten: Wenn die Zuordnung von Verhaltensweisen zu Geschlechtern sich auf einzelne Aktionen wie „Putzen“ oder „Zigarre rauchen“ beschränkt, greift das in meinen Augen zu kurz. Wichtiger erscheint mir, ob sich aus dem Gesamtverhalten Eigenschaften wie mutig, ängstlich, mitfühlend, aggressiv, unternehmungslustig, liebevoll etc. ableiten lassen.




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