Freilich kann eine solche Tagung nur ein Anfang sein. Vieles muss weiter diskutiert werden. Sichtbare und unmittelbar wirksame Ergebnisse konnte diese Tagung natürlich nicht erzielen. Sie konnte "nur" den Referenten und Podiumsteilnehmern und den Plenarteilnehmern wichtige Anstöße zur Weiterarbeit vermitteln. Aber das ist wichtig und ich denke, insgesamt auch gut gelungen.
FreieWelt.net:
Demographie ist ein Thema von großer Bedeutung für die Zukunft unseres Landes. Das Problem ist bekannt: Die Zahl der Jungen geht zurück, die Zahl der Alten wächst. Wie sollten Politik und Zivilgesellschaft aus Ihrer Sicht mit diesem Problem umgehen?Hartmut Steeb: Es muss ein eindeutiges gesellschaftliches und politisches JA zum Vorrang von Kindern geben. Darum müsste in der Diskussion der Familienpolitik viel mehr gefragt werden, was Kinder wirklich brauchen. Eltern, die nach Artikel 6 des Grundgesetzes "das natürliche Recht und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht" der Kindererziehung haben, müssen dazu in die Lage versetzt werden, nach ihren Einsichten ihre Kinder zu erziehen. Wo sie sich "hauptamtlich" und "vollzeitlich" um die Erziehung der Kinder kümmern, dürften sie weder materiell noch sozialrechtlich noch ideell schlechter gestellt sein als wenn sie diese Aufgabe ganz oder teilweise delegieren. Das Nein zu Kindern dürfte nicht gefördert werden, wie dies z.B. durch die staatliche Abtreibungsfinanzierung geschieht und indirekt durch die staatlich propagierte Kondomreklame. Und wer das Ja zu Kindern gesprochen hat, braucht die volle Unterstützung. Zusammengefasst: Elterngehalt im Falle der vollzeitlichen Elterntätigkeit. Kindergeld als wirkliches "Bedarfsgehalt" und automatisch an den Lebenshaltungsindex für Kinder (der müsste extra festgelegt werden, weil er ganz anders ist als bei Erwachsenen) angepasst. Auszahlung des Kindergeldes auch an noch nicht geborene Kinder, wegen des erhöhten Bedarfs für die Schwangeren. Förderung der Mehrkinderfamilie. Mutterschutz auf Antrag bereits ab der ärztlich festgestellten Schwangerschaft. Familienwahlrecht (für die Kinder muss auch Steuer bezahlt werden, darum sollte man auch für sie wählen dürfen). Anerkennung hauptamtlicher Erziehungsleistungen auch im Falle der Ehescheidung durch die Versorgungspflicht des bisherigen Ehegatten.
FreieWelt.net:
Welche Impulse können in Deutschland von den Kirchen und von der Evangelischen Allianz ausgehen, um die Lage der Familien und der Generationengerechtigkeit positiv zu beeinflussen?Hartmut Steeb: Neben den genannten politischen Forderungen braucht es Ermutigungen in Verkündigung und Seelsorge: Zur Ehe, zum Schöpfungsauftrag, Kinder zu zeugen und zu gebären als Teil der Zukunftsverantwortung der Christen, zu Unterstützung von Familien, zur familienfreundlichen Gemeindegestaltung.
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