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26.05.2013
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Ja zum Vorrang von Kindern
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Hartmut Steeb ist Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA). Zusammen mit der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) veranstaltet die DEA das Forum "Christ und Politik". In diesem Jahr ging es um das Thema "Keiner lebt für sich allein - Das Miteinander der Generationen".

Die FreieWelt.net sprach mit Hartmut Steeb über die Tagung und seine Sicht der demographischen Situation Deutschlands.

FreieWelt.net: Herr Steeb, Sie sind Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA). Was ist die DEA und welchen Zielen und Inhalten fühlt sie sich verpflichtet?

Hartmut Steeb: Wir sind eine Gemeinschaft von Christen aus verschiedenen, hauptsächlich evangelischen Kirchen und Gruppierungen. Es geht uns allerdings bei "evangelisch" nicht um eine konfessionelle Festlegung sondern um "evangeliumsgemäß". Wir stehen zum Vierfachen Allein der Reformation: Allein Christus, allein der Glaube, allein die Gnade, allein das Wort. Unsere Gemeinschaft  ist seit ihrer Gründung 1846 darauf verpflichtet, auf der Grundlage der "evangelischen" Glaubensbasis, der Einheit der Christen einen sichtbaren Ausdruck zu Verleihen durch "gemeinsam glauben - miteinander handeln", wie es unser Motto ausdrückt. 

FreieWelt.net: Die DEA organisiert zusammen mit der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) die Veranstaltungsreihe "Christ und Politik". In diesem Jahr ging es um das Thema "Generationengerechtigkeit". Sind Sie mit dem Verlauf der Diskussion und den Ergebnissen zufrieden?

Hartmut Steeb: Ja, wir hatten sehr angeregte Diskussionen. Freilich kann eine solche Tagung nur ein Anfang sein. Vieles muss weiter diskutiert werden. Sichtbare und unmittelbar wirksame Ergebnisse konnte diese Tagung natürlich nicht erzielen. Sie konnte "nur" den Referenten und Podiumsteilnehmern und den Plenarteilnehmern wichtige Anstöße zur Weiterarbeit vermitteln. Aber das ist wichtig und ich denke, insgesamt auch gut gelungen.

FreieWelt.net: Demographie ist ein Thema von großer Bedeutung für die Zukunft unseres Landes. Das Problem ist bekannt: Die Zahl der Jungen geht zurück, die Zahl der Alten wächst. Wie sollten Politik und Zivilgesellschaft aus Ihrer Sicht mit diesem Problem umgehen?

Hartmut Steeb: Es muss ein eindeutiges gesellschaftliches und politisches JA zum Vorrang von Kindern geben. Darum müsste in der Diskussion der Familienpolitik viel mehr gefragt werden, was Kinder wirklich brauchen. Eltern, die nach Artikel 6 des Grundgesetzes "das natürliche Recht und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht" der Kindererziehung haben, müssen dazu in die Lage versetzt werden, nach ihren Einsichten ihre Kinder zu erziehen. Wo sie sich "hauptamtlich" und "vollzeitlich" um die Erziehung der Kinder kümmern, dürften sie weder materiell noch sozialrechtlich noch ideell schlechter gestellt sein als wenn sie diese Aufgabe ganz oder teilweise delegieren. Das Nein zu Kindern dürfte nicht gefördert werden, wie dies z.B. durch die staatliche Abtreibungsfinanzierung geschieht und indirekt durch die staatlich propagierte Kondomreklame. Und wer das Ja zu Kindern gesprochen hat, braucht die volle Unterstützung. Zusammengefasst: Elterngehalt im Falle der vollzeitlichen Elterntätigkeit. Kindergeld als wirkliches "Bedarfsgehalt" und automatisch an den Lebenshaltungsindex für Kinder (der müsste extra festgelegt werden, weil er ganz anders ist als bei Erwachsenen) angepasst. Auszahlung des Kindergeldes auch an noch nicht geborene Kinder, wegen des erhöhten Bedarfs für die Schwangeren. Förderung der Mehrkinderfamilie. Mutterschutz auf Antrag bereits ab der ärztlich festgestellten Schwangerschaft. Familienwahlrecht (für die Kinder muss auch Steuer bezahlt werden, darum sollte man auch für sie wählen dürfen). Anerkennung hauptamtlicher Erziehungsleistungen auch im Falle der Ehescheidung durch die Versorgungspflicht des bisherigen Ehegatten.

FreieWelt.net: Welche Impulse können in Deutschland von den Kirchen und von der Evangelischen Allianz ausgehen, um die Lage der Familien und der Generationengerechtigkeit positiv zu beeinflussen?

Hartmut Steeb: Neben den genannten politischen Forderungen braucht es Ermutigungen in Verkündigung und Seelsorge: Zur Ehe, zum Schöpfungsauftrag, Kinder zu zeugen und zu gebären als Teil der  Zukunftsverantwortung der Christen, zu Unterstützung von Familien, zur familienfreundlichen Gemeindegestaltung.

Zur Website der Deutschen Evangelischen Allianz

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Redaktion FreieWelt.net, 22.06.2009 03:11 | Kommentare (1)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (1)

John B. McNamara, 13.02.2009 18:25
Das ist alles schon richtig aber da muß die Politik ehrlich mitmachen. Doch hat es beim bisherigen "Vaterjahr" anscheinend die gleiche Misere gegeben wie bei den früheren Mutterer-ziehungszahlungen: statt des ganzen versprochenen Zahlungszeitraumes und des versprochenen Betrages gabe es höchstens ein paar Monate - wenn es hoch kam! Dies wird anscheinend durch Besteuerungsaspekte (Steuerklasse u.ä.) noch verschlechtert. Um einen Anstieg der Kindergeburten zu erzielen wird man diese staatliche Förderung viel länger und vor allem erheblich ehrlicher gestalten müssen. Außerdem muß die Gesellschaft "Kinderlieb" sein und dies bedeutet auch, daß man Kinder "richtig" erziehen dürfen muß -einschließlich geeignete angebrachte Disziplinarmaßnahmen.
Grüße
Horation Nelson



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Am 14. Mai veranstaltete die Initiative vor zahlreich erschienenem Publikum in Berlin-Mitte das erste Forum Familie, auf dem vor allem eines sehr deutlich wurde: Die Zeit ist reif für eine echte Familienrevolution!

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